14:23:51 | Freitag, 20. Juni 2008
Der regelmäßige Gebrauch der neuen Riten hat bei vielen Laien und Priestern jegliches Gespür für Sakralität und liturgisches Handeln verschwinden lassen und sie geradezu liturgieunfähig gemacht. Interview mit Hw. Siegfried Lochner.

Mit der Alten Messe ist auch die liturgische Sakralität verschwunden.
© JD Treat, CC(kreuz.net) In einem längeren Interview mit dem Vaduzer Diözesanblatt ‘vobiscum’ sprach Hw. Siegfried
Lochner – Militärdekan an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt – auch über den liturgischen
Niedergang im Neuen Ritus.
Das Begleitschreiben zum Motu Proprio erklärt, daß der Novus Ordo schon
deshalb die gewöhnliche Liturgieform bleiben wird, weil es an liturgischer Bildung fehlt.Entgegen der
von Papst Johannes XXIII. erlassenen Apostolischen Konstitution ‘Veterum Sapientia’, der Bestimmungen
des Vatikanischen Pastoralkonzils über die Priesterausbildung, der einschlägigen Normen des Kirchenrechts
sowie der römischen Rahmenordnung über die Priesterausbildung ist ein Großteil der heutigen Priesteramtskandidaten
bar beinahe jeglicher Kenntnis der alten Sprachen, insbesondere des Lateinischen.
Und die liturgische
Bildung?Der regelmäßige Gebrauch der neuen Riten hat bei vielen Laien und Priestern jegliches Gespür
für Sakralität und liturgisches Handeln verschwinden lassen und sie geradezu liturgieunfähig gemacht.
Können sie Beispiele nennen?Ich wurde vor kurzem bei einer Firmung Zeuge dieser Entwicklung. Der Firmspender
wählte erfreulicherweise den römischen Kanon. Als einer der Konzelebranten das „Nobis quoque“ mit der
Aufzählung der Heiligennamen beten sollte, begann er am Altar vor versammelter Gemeinde laut zu pöbeln.
Er schimpfte, daß ihm dieser Text zu lang sei und er ihn deswegen auf einen Satz reduzieren werde.
Hatte
der Vorfall Konsequenzen?Ja. Der Betreffende wurde von seinem Vorgesetzten in der Sakristei zur Rede
gestellt. Dabei meinte er nur, er werde den Meßkanon nie wieder beten. Er dächte im übrigen auch nicht
daran, „die halbe Priscillakatakombe herunterzuratschen.“
Welche Dimensionen hat die Katastrophe?Der
heutige Zusammenbruch läßt durchaus Vergleiche mit der Situation am Vorabend der Reformation zu, als
ein Großteil des Klerus ebenfalls weder philologisch, aszetisch oder liturgisch – geschweige den dogmatisch –
den Anforderungen des katholischen Priesteramtes gewachsen war.
Gibt es einen Ausweg?Es wird Zeit,
daß unsere angehenden Priester wieder von Grund auf in das Mysterium tremendum et fascinosum des katholischen
Gottesdienstes eingeführt werden und ihre kostbare Zeit nicht mehr mit den jeweiligen Tagesmeinungen
gewisser Liturgiemacher verplempern müssen.
Im Klartext?Gründliches Studium der Lateinischen Sprache,
Erlernen der heiligen Geheimnisse als Lebensform des Priesters, die im gottgeweihten Zölibat ihren sichtbaren
Ausdruck findet, akurates Studium der Rubriken, um die liturgischen Abläufe fehlerfrei zu beherrschen.
So wie früher?Ja. Wie frühere Priestergenerationen müssen sich auch die angehenden Kleriker von
heute während ihrer Ausbildung darum bemühen, sich die Reichtümer der überlieferten Liturgie anzueignen
um sie besitzen und weitergeben zu können.
Ist ‘Summorum Pontificum’ der Anfang des Endes des Novus
Ordo?Der Anfang vom Ende der neuen Meßordnung begann ja eigentlich schon bei ihrer Promulgierung 1969.
Wie meinen Sie?Ein willkürliches, ökumenisch protestanisierendes Konstrukt, das sogar den stark antirömischen
schismatischen Ostkirchen die Haare zu Berge stehen ließ, und bedenkenlos mit einer 2000jährigen Tradition
brach, relativierte sich doch von allem Anfang ganz von selber.
Wie zeigt sich das?Die sofort einsetzende
und bis heute fortdauernde liturgische Anarchie ist ja nachgerade systemimmanent. Der heutige Klerus ist
weitgehend gar nicht mehr in der Lage, die Messe Paul VI. korrekt zu zelebrieren, weil er es nie gelernt
und gesehen hat, außer vielleicht beim Opus Dei. Das von mir oben erwähnte Beispiel ist ja beileibe
kein Einzelfall.
Was wird das Motu Proprio in dieser Situation bewirken?Im Bewußtsein dieser katastrophalen
Lage hat der Heilige Vater ‘Summorum Pontificum’ erlassen. Die teilweise hysterische Angst der Neuerer
zeigt uns in der Tat, daß damit in der Kirche nach langer Nacht ein neuer Morgen anbricht.
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Marcelus 19:46:58 | Samstag, 21. Juni 2008
#30
cantate 10:55:43 | Samstag, 21. Juni 2008
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möchtegern-kathole 00:31:26 | Samstag, 21. Juni 2008
#28
Bayern-Tradi 00:15:59 | Samstag, 21. Juni 2008
#26
Gotthard 00:07:43 | Samstag, 21. Juni 2008
#25
adlimina 23:39:03 | Freitag, 20. Juni 2008
#24
sacerdos helveticus 19:36:58 | Freitag, 20. Juni 2008
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Bernd Stromberg 19:30:43 | Freitag, 20. Juni 2008
#22
HBR 18:35:28 | Freitag, 20. Juni 2008
#21
Konrad 18:34:54 | Freitag, 20. Juni 2008
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athanasius1957 18:07:46 | Freitag, 20. Juni 2008
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RRR 17:03:17 | Freitag, 20. Juni 2008
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Bernd Stromberg 16:58:59 | Freitag, 20. Juni 2008
#17
Gotthard 16:54:27 | Freitag, 20. Juni 2008
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athanasius1957 16:42:08 | Freitag, 20. Juni 2008
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römerchen 16:18:26 | Freitag, 20. Juni 2008
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Sozialkatholisch 15:53:29 | Freitag, 20. Juni 2008
#12
wiener 15:50:38 | Freitag, 20. Juni 2008
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wiener 15:11:15 | Freitag, 20. Juni 2008
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HBR 15:05:35 | Freitag, 20. Juni 2008
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timpressum † 14:51:41 | Freitag, 20. Juni 2008
#5
Bernado 14:50:41 | Freitag, 20. Juni 2008
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ottaviani 14:41:23 | Freitag, 20. Juni 2008
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Tridentinus 14:38:59 | Freitag, 20. Juni 2008
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wiener 14:34:19 | Freitag, 20. Juni 2008
#1
prada 14:27:29 | Freitag, 20. Juni 2008