Gentechnik
Fremd im eigenen Körper
Die Kirche hat schon lange davor gewarnt. Jetzt melden sich die Produkte dieser menschenverachtenden Prozedur.
Ein Kind braucht seinen Vater.
Ein Kind braucht seinen Vater.
© Flickr-Benützer „absolut xman“, CC
(kreuz.net, Hamburg) Ende Mai berichtete das Boulevard-Magazin ‘Spiegel-Online’ von Stina (26).

Die junge Frau fiel in eine Identitätskrise, als sie erfuhr, daß ihr Vater in Wahrheit ein anonymer Samenspender war.

Jetzt zieht Stina vor Gericht, um den Mann kennenzulernen, dem sie ihr Leben verdankt.

Daß sie das Kind eines Samenspenders war, erfuhr Stina vor zwei Jahren von ihren Eltern.

„Es war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen“ – erklärte Stina vor ‘Spiegel-Online’. Seither fühle sie sich fremd im eigenen Körper.

Anfangs war sie verzweifelt. In der Universitäts-Bibliothek liefen ihr unvermittelt Tränen über das Gesicht.

Noch heute steht sie oft vor dem Spiegel und fragt sich, ob das Grübchen am Kinn oder die vollen Lippen wohl von ihm sind, und ob sie ihre Leidenschaft für Lakritz oder ihr soziales Engagement den Genen des Samenspenders verdankt.

Stina ist das Produkt eines „technischen Prozesses“ – wie sie es nennt.

Ärzte injizierten ihrer Mutter fremde Samen, weil der Ehemann nach einer Hodenerkrankung unfruchtbar war.

Ihr leiblicher Vater war nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ ein unbekannter Mann, „der im Spätherbst 1979 in der Essener Frauenklinik in ein Plastikdöschen ejakulierte.“ Vermutlich ein Medizinstudent.

Seit 1970 wurden in Deutschland rund 100.000 Kinder mit Hilfe einer Samenspende gezeugt.

Weil Eltern, Arzt und Spender lieber schweigen, werden etwa neunzig Prozent der Kinder von ihrer Herkunft nie erfahren.

Die aufgeklärten Kinder wollen den Samenspender erfahrungsgemäß unbedingt kennenlernen.

Sie wollen wissen, was sie von ihrem Vater geerbt haben und woher sie kommen.

Stina hat sich bei der Universitätsklinik in Essen informiert. Doch man ließ ihr ausrichten, daß die Unterlagen nach zehn Jahren ordnungsgemäß vernichtet wurden.

Nach einem Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1989 hat sie allerdings ein Recht, ihren Vater in Erfahrung zu bringen.

Sie könnte sogar die Vaterschaft ihres sozialen Vaters anfechten und statt dessen die des Samenspenders feststellen lassen.

Der wäre damit sogar unterhaltspflichtig, und sie könnte ihn beerben.

Sind die Unterlagen vernichtet – wie in ihrem Fall – müßte der künstliche Besamer einspringen und Auskunft geben.

Studien über Adoptivkinder haben gezeigt, wie wichtig die Kenntnis des eigenen Ursprungs für die Entwicklung des Menschen ist.

In der Schweiz und in England ist deshalb die anonyme Samenspende verboten.

Rechtssicherheit haben die Spender in Deutschland keine.

Das gibt Probleme, Zuchtmänner für die menschenverachtende Prozedur der künstlichen Besamung zu finden:

„Wer will denn Samen spenden, wenn ihm Unterhaltszahlungen drohen?“ – fragt ‘Spiegel-Online’.
      
14 Lesermeinungen
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#15   methusalix †   00:13:09 | Mittwoch, 25. Juni 2008
Dank für das Zitat über die von den Theologen geglaubten „Ziele“ einer Ehe Gutthard.
Wo auch immer Sie den Text ausgegraben haben, er beweist, dass es noch viel schlimmer verschwurbelte Sprache gibt, als die der Verwaltungsjuristen und zum zweiten, dass die Pfaffen von Ehe wirklich nicht die allergeringsten Schimmer einer Ahnung haben. Der Text liest sich wie ein Übernahme- oder Fusionsvertragsvorschlag.
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#14   Gotthard   20:46:05 | Dienstag, 24. Juni 2008
Eheziele
Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe, vom Schöpfer begründet und mit eigenen Gesetzen geschützt, wird durch den Ehebund, d. h. durch ein unwiderrufliches personales Einverständnis, gestiftet.
So entsteht durch den personal freien Akt, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen, eine nach göttlicher Ordnung feste Institution, und zwar auch gegenüber der Gesellschaft. Dieses heilige
Band unterliegt im Hinblick auf das Wohl der Gatten und der Nachkommenschaft sowie auf das Wohl der Gesellschaft nicht mehr menschlicher Willkür.
Gattenwohl und Nachkommenschaft sind also die Eheziele…
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#13   methusalix †   20:20:30 | Dienstag, 24. Juni 2008
als obelix @Genoveva
Also NICHT die Beachtung der katholischen Ehemoral bringt ein Volk nach oben, was Wohlergehen durch Bevölkerungszahl angeht, soder die Beachtung von Hygienevorschriften der Seuchenmedinziner und Impfungen, sowie der allgemeine wissenschaftliche und technische Frotschritt.
Und dass dies außerhalb unserer etwas angekränkelten, zwangsverschwulten westeuropäischen Kultur in den meisten Regionen der Welt nach wie vor ganz prima funktioniert?
Und wie ist das ausserhalb unserer westeuropäischen Kultur, die hier immer so sehr als die des „christlichen Abendlandes“ angepriesen wird (speziell, wenn es in hetz.net mal wieder gegen die Muslime geht)? Regiert da durchgehend die von Ihnen so goutierte katholische Ehemoral? In Indien? In China? In Japan? Nein! Dort scheint die Bevölkerungszahl auch ohne katholisches Moraldiktat sehr zu wachsen. In China sogar so schnell, dass nur ein rigoroses bis rabiates Geburtenkontrollprogramm der Regierung Millionen von Familien vor dem Hungertod bewahrt hat.
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#12   obelix †   20:17:21 | Dienstag, 24. Juni 2008
@Genoveva
Es ist immer wieder von einer gewissen Tragikomik, wie sehr gutgläubige Katholiken Wissen durch Glauben ersetzen. Früher endete so was gerne auch mal in den Folterkammern der „Heiligen“ Inquisition und danach auf dem Scheiterhaufen; heute wäre es nur noch lächerlich, wenn es nicht auch ein tragisches Moment enthielte.
Genoveva: @navon
Darf ich Sie daran erinnern, daß der Bestand der Menschheit vor der Heraufkunft unserer trefflichen Jetztzeit nicht nur gesichert, sondern permanent erhöht werden konnte durch simple Turnübungen im Rahmen von heterosexuellen monogamen Beziehungen?
Gehen wir recht in der Annahme Genoveva, dass Sie hier die gut katholische, lebenslange Einehe beschwören, in der Sexualität nur zum Zweck der Kindererzeugung ausgeübt werden darf? (Casti connubii ist immer noch in Kraft, oder haben Enzykliken auch irgendein Verfallsdatum, nach dem Motto Adenauers: Was interessiert mich mein blödes Geschwätz von gestern; oder hat irgendein Kirchenfunktionär casti connubii gecancelt?)
Dann sollten Sie sich mal eine Bevölkerungsstatistik anschauen, de.wikipedia.org/…Weltbev%C3%B6lkerung wie diese gut katholische, lebenslange Einehe in den ersten eineinhalb Jahrtausenden ihrer Existenz gewirkt hat. Nämlich GAR NICHT! Die Bevölkerungszahl ging erst nach oben, nachdem die Aufklärung, die Säkularisation und die Bürgerliche Revolution in Frankreich der katholischen Hierarchie ihre Giftzähne gezogen hatten. Also NICHT die Beachtung der katholischen Ehemoral bringt ein Volk nach oben, …
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#11   methusalix †   19:45:07 | Dienstag, 24. Juni 2008
kreuz.net
Studien über Adoptivkinder haben gezeigt, wie wichtig die Kenntnis des eigenen Ursprungs für die Entwicklung des Menschen ist.
Vielleicht sollten dann einige so genannte „Lebensschützer“, die immer nach Adoption anstelle von Schwangerschaftsunterbrechung brüllen, mal nachdenken, wie Adoptivkinder bei uns angesehen werden und vor allem wie angesehen Mütter sind, die ihre Kinder „weggegeben“ haben. Diese Mütter werden noch mieser angesehen, als die „Rabenmütter“, die ihre Kinder in Bischof Mixas und Kardinal Meisners Kindertagesstätten versorgen lassen müssen, weil ein Einkommen zum Überlebend er Familie nicht mehr ausreicht.
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#10   Regina 1961   13:14:56 | Montag, 23. Juni 2008
@allgemein
Das ist ja mal wieder oberstes +.net Jargon: der „Besamer“, „Zuchtmänner“…
Ich komme mir vor wie bei einem Tierarzt. Dort gibt es auch „Zuchtbullen“ die nur für die „Besamung“ eingesetzt werden.
Regina1961
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#9   stimme der vernunft †   10:56:36 | Montag, 23. Juni 2008
Produkte
Produkte dieser menschenverachtenden Prozedur.
Soviel zum Thema „offen für das Leben“
Jeder Zellhaufen geniesst bei den Katholiban mehr Respekt als diese „Produkte“.
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#8   pneumat   18:10:57 | Sonntag, 22. Juni 2008
Es ist immer dasselbe Problem:
Das Böse im Menschen, das sich als Gute verkleidet. Man kann nichts dagegen tun, denn nur wenige wirklich Geistliche, von Heiligem Geist erfüllt, können das Chamäleon-Böse und seine Konsequenzen voraus erkennen. Doch an diese gewöhnlich hört niemand.
Darum am Ende der Bibel steht die unvermeidliche Apokalypse.
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#7   petrusbinsfeldus   17:39:53 | Sonntag, 22. Juni 2008
@ Genoveva
Nun Genoveva (von Paris oder von der Fraukirch auf dem Maifeld ?), ist Ihnen aufgefallen, daß es gerade die Gegenden sind, in denen der Segen der Hl. Mutter Kirche sich niemals so recht verbreiten konnte?
Ob es da einen Zusammenhang gibt?
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#6   Genoveva   17:13:38 | Sonntag, 22. Juni 2008
@navon
Was wollen Sie uns mit Ihrer merkwürdigen Rabulistik eigentlich sagen? Daß der Bestand der Menschheit nur durch eine Kombination aus allgemeiner Sittenlosigkeit und wissenschaftlicher Perversion gesichert werden kann??
Darf ich Sie daran erinnern, daß der Bestand der Menschheit vor der Heraufkunft unserer trefflichen Jetztzeit nicht nur gesichert, sondern permanent erhöht werden konnte durch simple Turnübungen im Rahmen von heterosexuellen monogamen Beziehungen? Und dass dies außerhalb unserer etwas angekränkelten, zwangsverschwulten westeuropäischen Kultur in den meisten Regionen der Welt nach wie vor ganz prima funktioniert?
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#5   Lutheraner   16:03:42 | Sonntag, 22. Juni 2008
Geisteskrank, pervers, anarchisch
Genmanipulation, künstliche Besamung, Embryonentransver, Kreuzungen zwischen Mensch und Tier, Abtreibungen, Homoverkehr, Sodomie – keine Scheußlichkeit ist krank genug, ihr den Weg in die entsittlichte Gesellschaft zu versperren.
Die blöden, rohen Gehirne sitzen in der Politik. Sie haben wohlklingende Namen wie Merkel, Struck und Westerwelle; die Richtschnur ihres Handelns heißt Betrug, Bestechung, Verräterei.
Wer nicht kapiert, daß Verfassungen, Gesetze, Nationalstaaten ein zerbrechliches Gut sind, da drauf mit Füßen tritt, wird die Folgen unter Bedauern zu tragen haben. Der Mensch ist kein Ebenbild einer vermeintlich alleinigenden Gottheit, sondern wie diese von Natur aus böse.
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#4   Säkularisation †   15:33:46 | Sonntag, 22. Juni 2008
Kampf der pervers-katholischen Ideologie
Worüber wird sich denn hier aufgeregt, Fortpflanzung ganz ohne Sünde, wenn das nicht im Sinne der RKK ist!
LOL
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#2   Kurt K.   15:13:50 | Sonntag, 22. Juni 2008
Was ein Ketz.net-Artikel
Passt mal wieder wie die Faust in die Fresse.
:-!
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#1   Navon   14:31:23 | Sonntag, 22. Juni 2008
Was denn nun?
Da regen sich die Katholiban auf, wenn ein Paar verhütet, sie regen sich auf, wenn Frauen abtreiben, sie regen sich auf, wenn (die in ihren Augen falschen) Menschen Kinder adoptieren wollen und auf der anderen Seite erklären sie Ehen für ungültig, wenn ein Partner unfruchtbar ist, regen sich über angeblich fehlende Kinder auf und dann wird noch den Menschen, die Kinder wollen aber eben auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen, aber eben doch Kinder kriegen, vors Knie getreten. Und wenn dann die falschen Leute (Moslems z.B.) viele Kinder haben, ist es natürlich auch falsch.
Glaubwürdigkeit sieht anders aus.
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