Kardinal Meisner
Platte Gottesdienste
Beim Kölner Kardinal muß man nur kräftig genug auf den Tisch hauen. Dann wird er zahm wie ein Lamm – und erinnert sich nicht mehr an das, was er gestern gesagt hat.
Karneval in Köln
Karneval in Köln
© Nuno Rodrigues, CC
(kreuz.net) Joachim Kardinal Meisner von Köln wird im kommenden Jahr beim Gottesdienst der Karnevalisten in Düsseldorf auftreten.

Das bestätigte CC-Präsident Engelbert Oxenfort – nach Angaben der Tageszeitung ‘Rheinische Post’: „Ja, Meisner leitet die Messe in St. Antonius am Fürstenplatz.“

Vorausgegangen war eine heftige Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Kardinal.

Dieser hatte erst im Januar gemahnt, daß Gottesdienste auf Platt nur eingeschränkt zulässig seien.

Doch im Düsseldorfer Karneval werden solche Messen – die ‘Rheinische Post’ bezeichnet sie als „überkonfessionelle Gottesdienste“ – seit Jahren in der Kirche St. Peter durchgeführt.

Kardinal Meisner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß es nicht erlaubt ist, eine Messe komplett in Mundart zu lesen.

Darüber regte sich der Katholik und CC-Präsident Oxenfort noch Anfang des Jahres mächtig auf: „Meisner bliew besser in Kölle, lass uns in Ruh. Mer brauche dich hier nicht in Düsseldorf.“

Doch dann schlug er in einem Brief an den Kardinal versöhnliche Töne an und lud diesen zum Karnevalsgottesdienst nach Düsseldorf ein.

Auch der Pfarrer von Sankt Peter, Hw. Paul-Ludwig Spies, brachte das Thema beim Kardinal vor.

Nach der Zusage des Kardinals ist Oxenfort nach Angaben der ‘Rheinischen Post’ „schon fast ein Fan von Meisner“.

Er habe festgestellt, daß der Kardinal ein Mann mit großem Humor sei.

Während einer Predigt im Kölner Dom soll er sogar schon einmal „Alaaf“ gerufen haben.

In Sankt Peter dürfte sich die Begeisterung dennoch in Grenzen halten. Denn inzwischen hat sich die Gemeinde wegen der unerwünschten Versetzung von Pfarrer Spies mit dem Kölner Generalvikariat überworfen.
      
19 Lesermeinungen
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#19   Jörg Guttenberger, Köln   23:45:47 | Dienstag, 24. Juni 2008
mens sana: feiern
„gib einer guten Sache einen Namen, und sie bezeichnet ein Laster“.
Wir dürfen uns ganz selbstverständlich nicht von Dekadenz, Oberflächlichket usw den Sprachgebrauch diktieren lassen, bestimmen diesen vielmehr selber. Wer bestimmt denn unseren Standard: wir selber oder jene angepaßten Trottel, die die jeweilige Mode, es sich in der bequemen Enge der 68er Ideologie gemütlich machend, als Uniformzwang für den nichtmilitärischen Teil der Bevölkerung betrachten, und das bis ins Denken und Handeln hinein?
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#18   LandorganistII   08:59:36 | Dienstag, 24. Juni 2008
@Exbo
Meine Güte, sind Sie schwanzfixiert! :-O
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#17   Mens Sana   22:54:44 | Montag, 23. Juni 2008
@Jörg Guttenberger, zum Thema feiern?
Seit wann werden Gottesdienste allgemein und hl. Messen insbesondere nicht mehr gefeiert, sondern geleitet bzw. durchgeführt, am Ende sogar durchgezogen?
Gegenfrage: warum den bitte „feiern“ ?
In unserem heutigen Sprachverständnis ist „feiern“
primär etwas
– lustbetont erleben,
– einen Umstand oder eine Situation genießen oder genussvoll erleben
– etwas freiwillig ob des Lustgewinns machen.
Mich hat das Verb „feiern“ im Zusammenhaang mit Gottesdienst aus Pfarresmund linguistisch schon immer gestört.
Komischerweise besteht man gerade hier immer wieder darauf, dass es sich bei Gottesdiensten um Opferdienste handle. Was bitte gibt es an einem Opfer zu feiern?
Okay, es gibt auch Feiern wie Totenfeier, Trauerfeier,
Feier zum x Jahrestag der DDR, der UDSSR, und früher mal des Volksaufstandes in der DDR.
Das sind dann wohl die Art Feiern, zu denen eigentlich keiner will – und neben den Linientreuen auch keiner geht.
MS
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#16   Jörg Guttenberger, Köln   21:11:31 | Montag, 23. Juni 2008
Messe, Gottesdienst
Gottesdienst ist der Oberbegriff für Messe, Stundengebet, Andacht usw. Die Kritiker der Verwendung des Wortes „Gottesdienst“ haben recht, wir sollten uns möglichst genau ausdrücken.
Eine andere Frage: seit wann werden Gottesdienste allgemein und hl. Messen insbesondere nicht mehr gefeiert, sondern geleitet bzw. durchgeführt, am Ende sogar durchgezogen? Wohl keine Achtung mehr vor dem Heiligen? Man wird ja noch fragen dürfen.
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#15   ExBochumer †   18:08:05 | Montag, 23. Juni 2008
Bitte nicht immer auf Kardinal Meisner herumhauen.
Zahm sind schon einige andere Oberhirten, wenn nur Homo-Lobbyisten und andere degenerierte Kräfte (dazu gehören auch WsK, IKvU usw.) mal gegen einen Bischof was sagen.
Diese Oberhirten ziehen dann ihren Schwanz ein – und schweigen.
Beispiele könnten immer wieder genannt werden –--- jedoch erübrigt sich das, weil allseits diese bischöflichen Schwanzeinzieher bekannt sind.
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#14   matt2 †   15:48:26 | Montag, 23. Juni 2008
@Gotthard…
natürlich liegt es mir nicht, aber die Gründe dafür sind tiefgehender als ein persönliches Geschmacksurteil. Ich bin der Auffassung, dass im Zuge solcher Karnevalumzüge ein recht profanes und leichtsinniges Benehmen um sich greift. Die ganze Veranstaltung hat diesen Tenor. Ich traue solcher spaßmacherischen Ausgelassenheit nicht, obwohl ich ein sehr humorvoller Mensch bin. Aber hier wird zwanghaft auf lustig gemacht. Das ist nicht authentisch, das ist nicht sinnvoll, das ist letztlich nicht amüsant und erbaulich. Ich finde es abstoßend.
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#13   semper reformandus   15:45:59 | Montag, 23. Juni 2008
Achung! Ein „vorkonziliarer“ original kölscher Witz!
Tünnes war zum ersten Mal in Italien im Urlaub.
Schääl:„Und, wie war et?“
Tünnes: „Schön war et, und dat beste: in der Kirsche spreschen se sojar Kölsch.“
P.S.: Soviel zum Thema „Proletendialekt“.
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#12   duc in altum   15:29:25 | Montag, 23. Juni 2008
Tja, da hat aber jemand die elementarsten …
… Unterschiede zwischen Messe und Gottesdienst nicht verstanden.
Selbstverständlich ist es möglich, Gottesdienste in Mundart zu halten, dagegen hat sich Meisner auch nie ausgesprochen. Er hat sich allerdings, und das ist meines Erachtens vollkommen korrekt, ua. dagegen ausgesprochen, daß wesentliche Bestandteile der Messe, wie die Wandlung, in Mundart gehalten werden. Nun handelt es sich bei den erwähnten Gottesdiensten zur Karnevalszeit in St. Peter aber tatsächlich um Gottesdienste und definitiv nicht um Messen. Es wurde dort nie eine „Karnevalsmesse“ gefeiert. Insofern war auch Oxenforts Kritik an Meisner ziemlich überzogen. Da St. Peter durch einen Brand vorläufig nicht im Betrieb ist, wurde der Gottesdienst in diesem Jahr in St. Antonius gefeiert, und wird dies wohl auch im nächsten Jahr. Darüberhinaus hat sich der Pfarrgemeinderat nicht mit dem Generalvikariat überworfen, er ist nur in einer bestimmten Sache unterschiedlicher Meinung. Das weiss der Pfarrgemeinderat schon ganz genau zu unterscheiden, denn beim Aufbau der St. Peterkirche arbeitet man sehr gut mit dem Generalvikariat zusammen.
Wer den Unterschied zwischen Messe und Gottesdienst noch immer nicht kennt, bitte nochmal Religion, 3. Schuljahr nachholen.
Ein Insider (sic!)
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#11   Gotthard   15:11:31 | Montag, 23. Juni 2008
@matt2
Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen
sag doch einfach: mir liegt Karneval nicht!
Dazu musst Du nicht solch ein frommes Getue an den Tag legen!
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#10   matt2 †   14:02:35 | Montag, 23. Juni 2008
@prada: hier geht es nicht bloß um Gottesdienste…
sondern um die Art, wie sich die Kirche vor der Unvernunft der Menschen beugt. Die Oberhirten wollen natürlich auch geliebt werden von den Menschen. Aber in unserer Zeit ist das oftmals nicht möglich ohne den Gehorsam gegen Gott einzubüßen. Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen
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#9   LandorganistII   14:00:30 | Montag, 23. Juni 2008
@matt2
Da kann ich prawda nur zustimmen. Sich um nichts kümmern, aber das Maul aufreißen, das sind mir die Liebsten. :-!
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#8   prada   13:55:03 | Montag, 23. Juni 2008
@matt2
Aber wenn Sie weder Gottesdienste halten noch besuchen, dann halten Sie sich doch bei Gottesdienstfragen raus!
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#7   matt2 †   13:51:38 | Montag, 23. Juni 2008
@prada: ich mache keine und ich besuche keine…
aber eines weiß ich: die Kirche muss die unwürdige Ausgelassenheit dieser Karnevalsnarren nicht noch durch aktive Teilnahme ermutigen
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#6   prada   13:43:41 | Montag, 23. Juni 2008
@matt2
Welche Gottesdienste machen Sie denn überhaupt? ;-)
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#5   matt2 †   13:39:10 | Montag, 23. Juni 2008
dieses Kölsch ist doch keine liturgische Sprache…
das ist ein Proletendialekt. Ich würde für diesen Karnevalsumtrieb keinen Gottesdienst machen und schon garnicht in dieser Primitivausdrucksform.
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#4   LandorganistII   13:36:03 | Montag, 23. Juni 2008
Und doch
ist er der rechtmäßige Erzbischof von Köln, einem der weltweit wichtigsten und reichsten Bischofssitze. Ich denke, Kard. Meisner legt wenig wert auf die Anerkennung bestimmter Kreise oder Gruppen.
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#3   Regina 1961   13:07:25 | Montag, 23. Juni 2008
@JMX…
Den nimmt man noch nicht mal in Düsseldorf ernst! :-D
Regina1961
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#2   JMX   12:39:08 | Montag, 23. Juni 2008
Den Meisner
nimmt in Köln eh keiner ernst. :-D
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#1   Gunsenum   11:17:11 | Montag, 23. Juni 2008
Was wollen sie eigentlich.
Sie erinnern mich an das von Umberto Eco kontrastiv-satirisch konzipierte fiktive Völkchen der Pygmäleonindianer, die grundsätzlich alles was sie tun, auch durch Verbalprozeße darstellen müssen, da ihre Taten sonst keine Gültigkeit hätten. Beispiel: Indianer A haut Indianer B eins über die Rübe. Dabei muß er sagen „nun nehme ich meine Keule, hole aus,s chwinge sie und lasse sie auf die Mitte Deines Kopfes herniedersausen, mit der Folge, daß Du zu boden gehen wirst!“ Begleitete er sein Tun nicht verbal, wäre es in seinen Augen nicht vollzogen, gar nicht wirksam.
Und so erscheinen auch sie mir. Die Eucharistie muß „verbal be-sprochen werden“: Das ist stückweit selbstverständlich. Sie jedoch müssen sich EXKLUSIV an lateinische Konzeptionen halten, weil sonst alles seine Gültigkeit verlöre. Das es der Substanz letztlich wurscht ist, ob sie in Latein, Deutsch oder opp Kölsch be-sprochen wird, daß werden sie wohl nie lernen!!!
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