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Mittwoch, 25. Juni 2008 08:07
kreuzmeldungen
Ökumenisches Pontifikalamt + Wer ist der Boß? + Patent auf Menschenversuche + Unmöglich + Die tragische Ernte ist inzwischen eingefahren
Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Istanbul
Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Istanbul
Ökumenisches Pontifikalamt

Vatikan. Am Sonntag eröffnet Papst Benedikt XVI. gemeinsam mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., das Paulus-Jahr. Bei der Messe werden Papst und Patriarch gemeinsam predigen, das Glaubensbekenntnis sprechen und den Segen spenden.

Wer ist der Boß?

Österreich. Der Stadtpfarrer von Tulln, Hw. Anton Aichinger (67), sollte versetzt werden. Das berichtete die österreichische Tageszeitung ‘Kurier’. Tulln liegt zwischen Wien und St. Pölten. Der zuständige Bischof Klaus Küng von St. Pölten hat angeblich einen Priester aus Polen, der dem Neokatechumenat angehört, als Nachfolger vorgesehen. Doch die Gläubigen in Tulln wehren sich gegen den angeblich konservativen Geistlichen. Pfarrer Aichinger will ebenfalls keine Versetzung unterschreiben: „Der Bischof müßte mich schon absetzen und das hoffe ich doch nicht.“ Mons. Küng scheint dem Widerstand sofort nachgegeben zu haben. Vor der Wiener Tageszeitung ‘Kurier’ ließ er ausrichten, daß in Tulln „keine großen Änderungen“ geplant seien.

Patent auf Menschenversuche

Deutschland. Das Europäische Patentamt in München führt seit Montag eine Grundsatzverhandlung über die Patentierbarkeit embryonaler Stammzellen. Grund für die Debatte ist ein Antrag des US-amerikanischen Biotechnikers James Thomson. Er hat 1998 als erster Menschen erzeugt, um sie zu töten und an ihre Stammzellen heranzukommen. Dieses Verfahren will er nun in Europa patentieren lassen. Die Umweltschutz-Vereinigung ‘Greenpeace’ hat Einspruch gegen Patente auf menschliche Embryonen erhoben. In den USA sind Thomson bereits genehmigte Patente im Jahr 2007 aberkannt worden.

Unmöglich

Italien. Es ist für geschiedene und wiederverheiratete Katholiken unmöglich, die Kommunion zu empfangen. Das erklärte der Erzbischof von Genua und Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Angelo Kardinal Bagnasco, auf eine Anfrage während einer Buchpräsentation. Der Kardinal erinnerte an das Beispiel von Eheleuten, die sich auseinandergelebt haben und trotzdem – aus Treue zum Sakrament – gemeinsam essen, beten und miteinander reden.

Die tragische Ernte ist inzwischen eingefahren

„Am 18. Januar 1967 kamen Montini [Papst Paul VI.] und [der Schweizer Kardinal Charles] Journet († 1975) in Rom zusammen. Nach einem Urteil über den Zustand der Kirche gefragt, antwortete der Kardinal dem Papst: »Tragisch.« Beide standen noch unter dem Schock des im Jahr zuvor mit kirchlichem Segen publizierten ‘Holländischen Katechismus’, dem eine Kardinals-Kommission, der auch Charles Journet angehörte, bescheinigt hatte, »im Inneren der Kirche die eine Orthodoxie durch eine andere auszutauschen, an die Stelle der traditionellen Orthodoxie eine moderne Orthodoxie zu setzen«.“

Aus einem Bericht des Vatikanisten der katholischen Zeitung ‘Tagespost’, Guido Horst, vom 24. Juni.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 47 Lesermeinungen:
Sonntag, 29. Juni 2008 16:29
Pünktchen: Papst und Ökumen. Patriarch
Freitag, 27. Juni 2008 00:57
Bernd-Jupp: Oh Marcellus…
…dieses ewige Gelabbere … wird von Christus vorgegeben und seiner Kirche … da kann ich schon lange nur noch den Kopf schütteln. Wo bitte hat denn Christus gesagt, dass wir den wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion vorenthalten sollen?? Na??? Keine Ahnung – eben!!! Immerhin hat die orthodoxe Kirche Jahrhunderte in der Gemeinschaft mit uns gelebt und sie exerziert eine ganz andere Form. Sind deshalb alle orthodoxen Christen Ungläubige???? Welche Armut im Geiste!!!
Donnerstag, 26. Juni 2008 21:10
Marcelus: @Bernd-Jupp: Ein Geistlicher der Kirche Christi sind Sie damit leider nicht
mehr.

Die Ehelehre wird von Christus und Seiner Kirche vorgegeben, und von keinen Reformatoren.
Donnerstag, 26. Juni 2008 19:15
Bernd-Jupp: Ein Kardinal ohne Hirn
Der Kardinal erinnerte an das Beispiel von Eheleuten, die sich auseinandergelebt haben und trotzdem – aus Treue zum Sakrament – gemeinsam essen, beten und miteinander reden.
So kann nur ein einer daherreden, der von Paarbeziehung wirklich null Ahnung hat!!! Wir reden hier von wiederverheirateten Geschiedenen!!!! Das ist eine neue Beziehung – wie soll ich denn dann in der alten noch reden und essen? Es geht um das Neue!!! Und soll das ohne dieses substantielle über die Bühne gehen??? Ich als Geistlicher möchte mich nicht an Menschen versündigen und ihnen das zum christlichen Leben „Lebens-Notwendige“ vorenthalten. Da bin ich gerne ungehorsam!
Donnerstag, 26. Juni 2008 13:32
Alois Bischof: Karl Murx
Dennoch hat die Ruthenische Byzantinisch-katholische Kirche immer ohne „Filióque“ gebetet und steht in der Unionsbulle von Brest 1596 ausdrücklich der Heilige Geist gehe vom Vater durch den Sohn aus. Das hat der damalige Papst unterschrieben, sowie die Könige Polen-Litauens und die lateinischen Bischöfe Ganzpolens.
Donnerstag, 26. Juni 2008 09:50
Karl Murx: @RRR: dazu Pius XII.
In der Enzyklika Mediator Dei (Nr. 50) sagt Pius XII.: „Denn wie kein vernünftiger Katholik in der Absicht, zu den alten, von den früheren Konzilien gebrauchten Formeln zurückzukeh-ren, die Fassungen der christlichen Lehre ablehnen kann, welche die Kirche unter der Lei-tung des Hl. Geistes in der neueren Zeit mit reicher Frucht gegeben und als verbindlich er-klärt hat; oder wie kein vernünftiger Katholik die geltenden Gesetze ablehnen kann, um zu den aus den ältesten Quellen des kanonischen Rechts geschöpften Bestimmungen zurückzuge-hen so ist gleichermaßen, wenn es sich um die heilige Liturgie handelt, offensichtlich der von keinem weisen und gesunden Eifer getrieben, der zu den alten Riten und Bräuchen zurückkeh-ren wollte und die neuen ablehnte, die doch unter dem Walten der göttlichen Vorsehung mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnisse eingeführt worden sind.“ (Text nach der Schrif-tenreihe „Salz der Erde“ (Sal terrae) Nr. 5, Petrus-Verlag Kirchen Sieg.

Die Rückkehr zu Formulierungen, welche gewisse Häresien nicht definitiv ausschließen, kann angesichts des Fortschrittes des expliziten Wissens um den Glauben nie gestattet sein, weder im Recht, noch in der Theologie, noch im Lehramt, noch in der Liturgie. Erst recht nicht bei Anläßen, wo man von Häretikern mißverstanden werden muß, so etwa, wenn man ein Credo ohne Filioque betet.

Seit Vat.II erleben wir das umgekehrte: alle eindeutigen und differenzierenden Formulierungen verschwinden, welche die Geister scheiden.
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