Johannes Paul II.
Der Papst atmet selbständig
Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls gab bei einer Pressekonferenz Freitag mittag Auskünfte zum Gesundheitszustand des Papstes. Der Heilige Vater atme ohne künstliche Atemhilfe. Heute morgen habe er bereits gut gefrühstückt.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Johannes Paul II. verbrachte laut einer Pressekonferenz von Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls im Vatikanischen Pressesaal eine ruhige Nacht. Er sei die Nacht über in seinem Krankenzimmer geblieben, habe heute morgen gut gefrühstückt und atme jetzt ohne künstliche Atemhilfe. Die Ärzte hätten den Heiligen Vater angewiesen, so Navarro-Valls, in den nächsten Tagen nicht zu sprechen.

Der Luftröhrenschnitt sei keine Notoperation gewesen, sondern vorsorglich durchgeführt worden.

Herz- und Blutkreislauf von Papst Johannes Paul II. arbeiteten normal. Der Heilige Vater leide entgegen zahlreichen Medienspekulationen an keiner Lungenentzündung.

Das nächste Bulletin über den Gesundheitszustand des Papstes werde am Montag veröffentlicht.

Papst Johannes Paul II. ist am Donnerstag morgen erneut in die römische Gemelli-Klinik eingeliefert worden. Grund waren ein Grippe Rückfall und Atembeschwerden. Diese hatten ihn bereits Anfang des Monats zu einem Klinik-Aufenthalt gezwungen.

Der Heilige Vater wird abwechselnd von seinem persönlichen Sekretär, Erzbischof Stanislaw Dziwisz, dessen Stellvertreter, Mieczyslaw Mokrzycki, und der persönlichen Vertrauten des Papstes, Schwester Tobiana, betreut. Für weitreichende kirchliche Weisungen ist der zweite Mann im Vatikan, Kardinalstaatsekretär Angelo Sodano, zuständig.

Radio Vatikan zitierte Freitag vormittag einen italienischen Kardinal, der mit der Behandlung des Papstes grundsätzlich zufrieden sei. Es gehe ihm einigermaßen gut, auch wenn der Heilige Vater möglicherweise noch Monate im Krankenhaus bleiben müsse. „Er hätte an den letzten Sonntagen nicht den Angelus bei offenem Fenster beten sollen“, meint der Kardinal: „Er hätte sich besser erholen sollen. Man soll sich in so einem Zustand nicht gleich soviel zumuten.“

Unterdessen haben die deutschen Bischöfe zum Gebet für Papst Johannes Paul II. aufgerufen: „Die katholischen Christen in Deutschland und besonders alle (Erz-)Bischöfe wissen sich in diesen Stunden ganz besonders eng mit Papst Johannes Paul II. verbunden und beten für seine nachhaltige Genesung“, so eine Erklärung der Bischöfe am Freitag vormittag.

„Gemeinsam mit den Gläubigen auf der ganzen Welt sind wir voll Vertrauen, daß Gott, unser Vater, ihn begleitet und seine schützende Gegenwart ihn trägt. Johannes Paul II. weiß sich besonders der Gottesmutter Maria verbunden, unter deren Schutz er von Anfang an seinen ganzen Dienst als Papst gestellt hat.“

Christoph Kardinal Schönborn rief als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ebenfalls zum Gebet für den Heiligen Vater auf: „Die österreichischen Katholiken sind Papst Johannes Paul II. in diesem Augenblick im Gebet besonders verbunden. Diese Verbundenheit im Gebet kommt vor allem in den Fürbitten bei den Meßfeiern zum Ausdruck, aber auch im persönlichen Gebet, das dem Heiligen Vater und seinem unermüdlichen Dienst für die ganze Kirche und die Menschheit gilt.“
      
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