Holocaust und Kinderabtreibung: Ein unbedachter Vergleich?
Kardinal Lehmann ersuchte nach dem heutigen Krisengipfel mit dem Vorsitzenden des „Zentralrats der Juden in Deutschland“, Paul Spiegel, in Zukunft um eine sensiblere Wortwahl. Die Einzigartigkeit der Ermordung der Juden dürfe nicht relativiert werden.
(kreuz.net, Mainz) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und der Präsident
des „Zentralrats der Juden in Deutschland“, Paul Spiegel, trafen sich am Freitag zu einem Vier-Augen Gespräch
im Mainzer Bischofshaus. Kardinal Lehman und Paul Spiegel warnten nach dem zweistündigen Gespräch vor
unbedachten historischen Vergleichen mit den Verbrechen des Holocaust. Das berichtete das Nachrichtenportal
„Yahoo“.
Man sei sich darin einig, daß die Einzigartigkeit der Ermordung der europäischen Juden nicht
relativiert werden dürfe, erklärten Kardinal Lehmann und Zentralratspräsident Spiegel.
Kardinal Lehmann
und Spiegel betonten, daß es stets einer besonders sensiblen Sprache bedürfe, wenn vom Holocaust gesprochen
werde: „Kardinal Meisners Äußerung war bestimmt vom Eintreten für das ungeborene Leben. In Zukunft
müssen wir aber mit der Sprache noch sensibler umgehen“, meinte Kardinal Lehmann.
„In der Interpretation
bestimmter vom Zentralrat der Juden kritisierten Äußerungen katholischer Kirchenvertreter“ sei jedoch
keine Übereinstimmung erzielt.
Spiegel zeigte sich verständnisvoll, daß die katholische Kirche dem
Schutz des ungeborenen Lebens einen hohen Stellenwert beimesse. Die jüdische Gemeinde habe keine Schwierigkeiten
mit der katholischen Kirche an sich, sondern lediglich mit Äußerungen einzelner Personen. Diese würden
aber das persönlich sehr gute Verhältnis zwischen ihm und dem Mainzer Bischof nicht belasten.
Kardinal
Lehmann und Spiegel kündigten an, gemeinsam eine Arbeitsgruppe einrichten zu wollen. Dadurch soll die
Zusammenarbeit zwischen jüdischer Gemeinschaft und katholischer Kirche in Deutschland intensiviert werden.
Hintergrund des Treffens waren die anhaltenden Angriffe des Zentralrats der Juden gegen Kardinal Meisner
und den Heiligen Vater wegen eines angeblichen „Vergleichs“ zwischen der Kinderabtreibung und der nationalsozialistischen
Judenverfolgung. Kardinal Meisner stellte in seiner diesjährigen Dreikönigspredigt Herodes, Stalin,
Hitler und die Kinderabtreibung in eine Reihe, während der Heilige Vater in seinem jüngsten Buch „Gedächtnis
und Identität“ eine präzise Parallele zwischen der demokratisch legitimierten nationalsozialistischen
Tötungsmaschine und der modernen Abtreibungsgesetzgebung aufzeigt.
Lebensrechtler sahen in dem Gespräch
von vornherein einen Beschwichtigungsversuch. Das versöhnliche Ergebnis des runden Tisches sei nicht
überraschend: „Kardinal Lehmann warnt vor dem Vergleich mit dem Holocaust und ersucht um eine sensiblere
Sprache. Der Kardinal hätte genauso gut um eine sensiblere Tötung der ungeborenen Kinder bitten können.
Wir müssen die millionenfache Abschlachtung von ungeborenen Menschen beim Namen nennen.“
Würde man
der Kinderabtreibung wahrhaft ins Gesicht sehen, dann könnte niemand bezweifeln, daß Abtreibungsanstalten
moderne Konzentrationslager sind: „Wenn der Kardinal das nicht mehr sagen will, dann vielleicht deshalb,
weil er es nicht mehr sehen kann.“
Es sei sehr traurig, wenn höchste Religionsvertreter über die Kinderleichen
hinweg versöhnlich in die Kameras schauten.
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23 Lesermeinungen
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Lieber Zaratustra mir ist der richtige Glaube wirchtiger als die „richtige“ Rechtschreibung… ) Heut
eschon zweimal seinen Text hier eingebracht, und schon unterhalb der Gürtellinie gelandet? (ich weiss
nicht, wer von uns wohl da Probleme hat?)
@ Buno-Maria Schulz und bonifatius Bruno-Maria Schulz: sage mal einem Juden, er gehöre Volk und Religion
von Jesus an. Bruno-Maria Schulz Sage ich andauernt! was glaubst Du, was die dazu sagen, solange kein
„Christ“ dabei ist? ) bonifatius: sttn: Als Christ liebe ich auch die Juden. Sehe aber, daß sie sich
durch das Verhalten einiger selbst den Haß so mancher Menschen und Völker zuziehen. Schade! Na, dann
war Jesus wohl genu so ein richtiger Jude, der den Hass der Römer auf sich zog…
@bonifatius Was für ein Verhalten meinst Du? Und was in aller Welt machen die „Juden“ denn so schlimmes
das Du meinst man müsse sie Kollektiv hassen? Hat Dir ein Jude mal was böses angetan so das Du nun meinst
alle sind so schlecht? Ehrlich gesagt rate ich Dir an genauer nachzudenken was Du so redest, denn es ist
eines Christen nicht würdig das Volk und die Religion von Jesus zu verunglimpfen.
#18 bonifatius 22:33:21 | Sonntag, 27. Februar 2005
sttn: Als Christ liebe ich auch die Juden. Sehe aber, daß sie sich durch das Verhalten einiger selbst
den Haß so mancher Menschen und Völker zuziehen. Schade!
etc… @Uwe Schmidt: Lehmann konnte als aufrechter Katholik nicht anders handeln und ich bin froh das
er es getan hat. Es war dringend geboten das diese Dummheiten beseitigt werden. @bonifatius: Ich kann
nicht verstehen wie Du auf so was kommst. Zu Deinen Aussagen gibt es keine Vernüftige Basis. Was hast
Du eigentlich gegen Juden? Jesus war auch Jude und der erste Papst übrigens auch… Verachtetst Du diese
Juden auch? @adlerauge: Wenn Ihr Abtreibungen wirklich verhindern wollt, warum ist davon Euren Beiträgen
davon so wenig zu entnehmen? Zuletzt in Deinem letzten Beitrag hier wo Du verzweifelt versuchst zu erlären
warum es besser ist Schwangere nicht von einer geplanten Abtreibung abzubringen. @GerdEric: so ist es
…
Katholiken habe es einfach hinzunehmen, dass andere sich nicht einem katholischen Diktat unterwerfen,
das war noch nie sonderlich gut. Die katholische Sichtweise ist nicht die allein seelig machende! Jesus
war Jude, aus gutem Grunde! Hätte er Heide sein wollen, wäre er zu den Germanen gegangen. Der Trinitätsglaube
ist anderes, als dioe Fortsetzung des römischen Götzendreigestirns: Jupiter, Juno und Quirinius (oder
Minerva). Doch Jesus betete einzig zu dem Einzigen.
#15 adlerauge 15:22:01 | Sonntag, 27. Februar 2005
@sttn Eine gesetzliche Lockerung oder gar Aufhebung des Lebensschutzes von Ungeborenen impliziert ja geradezu
die Botschaft seitens des Gesetzgebers, ungeborene Kinder hätten weniger Lebensrecht. Langfristig geht
damit immer ein Absinken des Unrechtsbewusstseins einher. Das Töten als Praxis zur Problembewältigung
wird dadurch gesellschaftlich vernormalisiert. Die Abtreibung ist längst nicht mehr eine bloße Tat vereinzelt
Verzweifelter, sondern Standardprozedur bei ungewollter Schwangerschaft. Es muss also wieder ein Bewusstsein
für die Würde ALLER Menschen geschaffen werden, sonst bleiben Maßnahmen gegen Abtreibungen bloße Symptombekämpfungen.
Daher soll die Kirche helfen wo es geht, sie darf dabei aber in keinem Fall das Verbrechen der vorgeburtlichen
Kindestötung beschwichtigen, was sie aber täte, wenn sie Beihilfe (per Scheinausstellung) dazu leistet.
Lieber sttn! Ihre Unterstellung, wir hätten kein Interesse daran, Abtreibungen zu verhindern, offenbart
nur ihr Unverständnis über bestimmte Zusammenhänge zwischen Recht, Moral und Praxis. Diese Zusammenhänge
will die Abtreibungslobby konsequent verschleiern um ihr Millionengeschäft zu bewahren und Sie fallen
darauf rein.
#14 bonifatius 14:13:32 | Sonntag, 27. Februar 2005
sttn + GerdEric: unterschiedlicher Ansatz- ja sicher! Zum eien: Viele Juden verneinen, daß außer dem
gräßlichen Verbrechen der Nazizeit noch etwas ähnliches oder gar noch schlimmeres gibt. – Warum? Zum
anderen: Die hier dargelegten Gedanken zeigen unverhohlen keine Bereitschaft zur Vergebung. Sie kollektivieren
und konservieren die Schuld damaliger Verbrechen so intensiv, daß man meinen könnte, sie hassen alles
Deutsche, obwohl sie sich sicher in diesem Land und ganz wohl fühlen. Wer sein Vaterland (was ist das
?) liebt und selbst unter der Nazizeit gelitten hat, fühlt sich auch als Katholik durch das Verhalten
eisenharter Linkslibertiner mindestens so verletzt wie ein P. Spiegel. Ein echter Liberaler, nämlich
der erste Bundespräsident Deutschlands, Heuß, sagte einmal bei einer Rede, die das deutsche und jüdische
Volk wieder näher bringensollte: „ Vergessen ist Gnade und Gefahr zugleich“. Viele Juden kennen keine
Gnade, sie sehen immer nur die Gefahr zum Schaden beider Gruppen. Leider!!
#13 Uwe Schmidt 08:17:42 | Sonntag, 27. Februar 2005
… Kardinal LEHMANN konnte nicht anders handeln, als klein beigeben. Sich mit Juden anzulegen, ist unmöglich.
Sicher hätten die Juden wieder eine ihrer schrecklichen Verleumdungskampagnen gegen die kath. Kirche
in der zionistischen Presse gestartet, wenn Lehmann nicht relativiert hätte. Es wird Zeit, dass wir Katholiken
unsere eigenen Medien aufbauen. Es gibt da schon einige sehr schöne Initiativen.
@bonifatius + @adlerauge + @GerdEric @bonifatius + @adlerauge: Mir ist schon klar das wir einen unterschiedlichen
Ansatz haben: Mir geht es darum Abtreibungen zu verhindern, Euch um sie zu verbieten. Ich will die Kinder
retten, Ihr wollt Eure Hände in Unschuld waschen… Zu GerdEric: Das was hier von einigen extrem-konservativen
gesagt wird entspricht überhaupt nicht der offiziellen Meinung der katholischen Kirche. Die unwürdigen
Vergleiche, die übertriebenen Zahlenspiele, die Judenhetze, die Geschichtskittung etc… das ist nicht
katholisch und noch weniger das was die katholische Kirche und den christlichen Glauben ausmacht.
es fehlt der katholischen Kirche einfach der Mut, all die jenigen auszuschliessen, die nach ihrer Auffassung
massiv gegen die Dogmen der Kirche verstossen. Und warum? Weil dann mindestens 30% zu den Protestanten
wechseln werden und weitere 30% einfach nur austreten…
#10 bonifatius 23:17:20 | Samstag, 26. Februar 2005
Korrekt verhalten? – Überhaupt nicht! sttn: Was wollte Lehmann gegen die Abtreibung machen? Etwa diese
als Sünde durch den Beratungsschein relativieren? Oder gar die Sünde „Kindsmord im Mutterleib“ wegen
sozialer Härte in dem von Armut gebeutelten Deutschland abschaffen? Vielleicht. Andererseits: dieser
Glaubensdiplomat und Büttenredner ist bestens geeignet, das gestörte Verhältnis zwischen der politisch
so einflußreichen B’nai B’rith ( eine jüdische Organisation ) und der katholischen deutschen Amtskirche
wieder zu korrigieren.
@sttn Auf Hilfe wird ja nicht verzichtet, sondern nur auf den Lockruf: „Bei uns bekommst du den Schein
damit du dein Kind straffrei töten darfst“. Das ist keine christliche Einladung Hilfe anzunhemen. Der
Staat ist im übrigen alles andere als unbeteiligt, er kommt sogar finanziell auf.
1+1=7 Ist schon interessant, was Dir zu diesem Thema einfällt… 1+1=7: Ein schlechter Knecht der still
kann stehen stehn, sieht er voran den Feldherrn gehen. Feldherren? das fällt mir ganz viel dazu ein
Hallo Adlerauge Es mag Deinen Augen entgangen sein, aber es gibt kein staatliches Abtreibungssystem in
der BRD. Das Engagement von Kardinal Lehmann bestand darin Frauen davon zu überzeugen nicht abzutreiben.
Das finde ich ist ein sehr positives Engagement, denn die katholische Kirche konnte wirklich was bewirken.
Man konnte einerseits Abtreibungen verhindern und andererseits den Mütten und Vätern helfen.
Korrekt verhalten Kardinal Lehmann hat sich hier absolut korrekt verhalten und es entspricht auch der
Meinung der katholischer Kirche. Siehe: www.kreuz.net/article.721.html Auszug: „Der langjährige Kurienkardinal
und oberste Glaubenshüter wies die Behauptung zurück, daß der Heilige Vater in seinem Buch den Holocaust
und die Abtreibung vergleiche: „Der Papst stellte den Holocaust und die Abtreibung nicht auf eine Ebene.“
Und gerade Kardinal Lehmann war es der über lange Zeit sich für ein größeres Engagement der katholischen
Kirche in der Schwangerschaftsberatung stark gemacht hat. Er wollte wirklich was gegen Abtreibung machen,
wärend andere nur daherreden…
Oh ja, entschuldigen Sie, entschuldigen Sie,… da entschuldigt sich einer auf der einen Seite und lädt
doch Schuld auf sich an einer anderen Stelle. In diesem Fall gibt es keinen Kon-sens. Wie kann ein Unrecht
das immer fortwährt und so ein grosses Format hat(wieviele eigentlich?) wie die legitimierte(von wem
eigentlich?) Kindstötung nur so verwässert werden. Lehmann kann in die Öffentlichkeit gehen und dort
sagen, dass der Babycaust nicht relativiert? (in Beziehung gebracht) werden darf mit dem Holocaust. Denn
das würde die Kinderexekution (Mord ist nicht legitim) zahlenmässig verniedlichen. Ein schlechter Knecht
der still kann stehen stehn, sieht er voran den Feldherrn gehen. Da die geschlachteten Kinder die Kläger
sind, der Papst die Vertretung, so ist JPII Lehmanns Feldherr. Der Papst hat „mehr oder weniger“ klare(<paradox?)
Linie in Bezug auf die Abtreibung. Der deutsche Feldherr hat nichts falsch verstanden, wenn demnächst
eine Pressemeldung verlautbart, dass er des Papstes Äusserungen untermauert und darüberhinaus alles
daransetzt, dass in einem katholischen Land so eine Sauerei abgeschafft wird. Ich glaube nicht, dass Europa,
als jeder Einzelne, einer Abtreibung zustimmt. Nein ich glaube da stimmen bei einer Einzelbefragung, keine
10% dafür. Wieso also fürchtet sich die Katze vor der Maus. Der Papst hat recht. Paralellen heisst das
Thema. Eine Handvoll dahergelaufener, rotziger Nazibuben haben ein mächtiges katholisches Europa erzittern
lassen. Und schon wieder „zittern die morschen katholischen Knochen“. Statt Nationalsozialissmus heisst
das heute Europasozialissmus. Sind die sozialen Ziele erreicht? Gegrüsset seist du Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen, den dir wurde nicht eingeredet, dass dein Kind
kein lebenswertes Leben hat, weil… -du sozial nicht abgesichert bist. -du mit eine Handwerker durchbrennst.
-zu jung bist. -du dich fürchtest. -du Karriere machen musst. -ihr euch kein Pferd leisten könnt. -ihr
Urlaub in Ägypten macht. -es am Kreuz endet, um für unsere Sünden sein Leben hinzugeben.
Passt was nicht… Die Schlußkommentare passen nicht zum Thema. Den bei diesem Treffen ging es nicht
darum für oder gegen Abtreibung zu sein, sondern um die Probleme der letzten Zeit. Deshalb sind Kommentare
wie „… über Kinderleichen hinwegschauen …“ nicht korrekt. Dies irgendeinen der Teilnehmer zu unterstellen
ist sehr weit hergeholt und sogar beleidigend. Ich verstehe es gut das bei diesem Thema Emotionen mitspielen.
Dann schiesst man auch mal gerne über das Ziel hinaus und man macht Fehler, die man aber auch korrigieren
kann. Ich würde bei diesem Artikel anraten ihn zu überarbeiten. P.S.: Ich weiß das ich mir diesem Beitrag
sicher dick ins Fettnäpfchen trete. Damit möchte ich nun niemanden beleidigen, sondern nur konstruktuive
Kritik äußern.
Es sei sehr traurig, Sicher, wenn man bedenkt, dass es eben auch die Leichen der Profiteure der eigenen
Klientel sind, Ärzte, Schwestern usw… oder wird in Krankenhäusern katholischer Trägerschaft nicht
abgetrieben? Ich persönlich haben nichts dagegen, wenn hier weiter gegen Abtreibung gearbeitet wird,
auch wenn mir der reisserische Stil zuwider ist, aber Beispiele sollte man da aus der eigenen Geschichte
nehmen, oder zählt die katholische Kirche den Holokaust zur eigenen Geschichte? Ich schreibe auch nicht
bei jeder Gelegenheit von Hexenverbrennung und Christenverfolgung durch die katholische Kirche…