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Sonntag, 29. Juni 2008 17:35
Ein neues Angebot: Bei Rot über die Ampel fahren
Warum sollen wir uns mit der Wahrheit herumschlagen, wenn die Lüge doch so zuckersüß und angenehm ist? Von Michael Brenner.
Eine Einladung zum Fahren?
Eine Einladung zum Fahren?
(kreuz.net) Wir haben uns daran gewöhnt, Geschenke anzunehmen, für die wir einen erschreckend hohen Preis zahlen müssen.

Könnte jemand eine Gesetzesliberalisierung verstehen, die uns gestattet, bei Rot über die Ampeln zu fahren, obwohl das zu einer sprunghaft ansteigenden Unfallstatistik führen würde?

Wäre es nachvollziehbar, wenn warnende Stimmen dann als ewiggestrig, konservativ, engstirnig, intolerant und mittelalterlich bezeichnet würden?

Wenn ein Patient einen Arzt aufsucht, muß er von diesem eine ehrliche Diagnose erwarten dürfen.

Erzählt der Arzt einem Patienten, er sei kerngesund, obwohl dieser an einer schweren Krankheit leidet, die bei Nichtbehandlung tödlich endet, wäre der Arzt ein verbrecherischer Scharlatan.

Würde der Mediziner dagegen seinem Patienten die Wahrheit sagen, müßte er wohl nicht damit rechnen, als Drohprediger und Unglücksprophet hingestellt zu werden.

Doch das geschieht heute. Wir leben in einer Zeit voller Verführung und Rattenfängerei.

Die Gewissen der Menschen werden eingelullt. Scharen werden auf den breiten und bequemen Autobahnen des Selbstbetrugs Richtung Hölle gefahren.

Unser dünnwandiges Leben bekommt immer mehr schwarze Löcher, in die immer mehr Menschen unauffindbar verschwinden.

Die Abtreibungsgewalt richtet unter den Kindern ein Blutbad an. Die Pornographie läßt Sinn, Verstand und Gefühle der Erwachsenen abstumpfen.

Der Mensch wird wie eine Mastsau zum Konsumenten degradiert.

Mit heuchlerischen Worten feiern wir die Toleranz als den höchsten Wert in der Demokratie.

Doch Toleranz für den Frevel ist Intoleranz Gott und der Gerechtigkeit gegenüber. Das Resultat: die Diktatur der Perversen.

Unsere hochgejubelte angebliche Demokratie wird zu einer peinlichen Dummokratie.

Was der Herrschaft der glatten Worte nicht in den Kram paßt, wird von diesen als mittelalterlich, faschistisch oder nationalsozialistisch bezeichnet.

Jeder kriecht und zittert vor der Diktatur dieser Slogans.

Wir sind zum pausenlosen Widerstand verpflichtet.

© Titelbild: Flickr-Benützer „marie-ll“,
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Mittwoch, 2. Juli 2008 13:49
SebastianMichael: Unmöglich ist…
ein Gottesbzug in einer eventuellen Europäischen Verfassung.

Wir könne in einer Europäischen verfassung kein bekentniss zum Katholischen Gott machen. Ganz einfach aus dem Grund das es manigfaltige Glaubensgemeinschaften in Europa giebt die wir so Unterdrücken würde.

Ein Gottesstaat ist keine freiheit er ist Unterdrückung.
Mittwoch, 2. Juli 2008 11:41
JMX: Das ist dein bestes Argument
für den Glauben?

Glaube, denn wenn du nicht glaubst, bist du doof?

Mein Lieber, doof ist der, der sich damit zufrieden gibt, wenn die Beweise nicht proportional zur Größe und Art der Behauptung sind.

Du behauptest, es gibt einen Gott, einen christlichen gar, die Beweislast liegt bei dir! Skepsis und Reflektion ist immer angebracht und niemals doof. Das zu behaupten ist naiv.

„Doof“ ist der, der leichtgläubig ist, sei es bei Gebrauchtwagen, Haustürgeschäften, Astrologie oder Religion.

@ Pünktchen
Mit Gott in der Verfassung bekennt der entstehende Riesenstaat, dass er nicht perfekt ist und nicht perfekt sein kann. Der Gottelkeit und Selbstüberschätzung entweichen können.„esbezug ist gleichsam das Loch im Luftballon der Verfassung, aus dem die Gase der Eitelkeit und Selbstüberschätzung entweichen können.“

Die Geschichte lehrt, das das nicht der Fall ist. Ein Gottesstaat ist im Selbstverständnis immer totalitär und unfehlbar, er muss es sein, sonst wäre er ja nicht der Staat eines allmächtigen u. allwissenden Gottes. Man schaue nur auf zeitgenössische Theokratien wie Iran o. dogmatische, pseudoreligiöse totalitäre Staaten wie Nordkorea, Stalins UdSSR, etc.
Ein moderner säkularer Staat mit seinem Pluralismus kann gar nicht perfekt u. unfehlbar sein.

Das Sicherheitsventil,das du beschreibst, gibt es nur bei säkularen Staaten, das es ein menschengemachtes Gebilde ist, an dem immer weiter gearbeitet werden muß, um mit dem Wandel der Zeiten klarzukommen.
Mittwoch, 2. Juli 2008 10:07
Pünktchen: Martin Mosebach:
„Gott in der Verfassung, das heißt, dass das Recht nicht mit der Demokratie und der europäischen Vereinigung beginnt, sondern solange in der Welt ist, wie es von Gott offenbart wurde. Gott in der Verfassung ist ein Element der Bescheidenheit, das gerade einer erdrückenden Institution, wie eine europäische Regierung es notwendig sein muss, gut ansteht. Gott in der Verfassung will sagen, dass das Ziel der Geschichte nicht die europäische Vereinigung ist, sondern dass sie eine bloße Station auf dem Weg der Menschen durch die Zeit ist. Mit Gott in der Verfassung bekennt der entstehende Riesenstaat, dass er nicht perfekt ist und nicht perfekt sein kann. Der Gottesbezug ist gleichsam das Loch im Luftballon der Verfassung, aus dem die Gase der Eitelkeit und Selbstüberschätzung entweichen können.“
Mittwoch, 2. Juli 2008 10:02
Nachtlaterne: laberkurt hat gott
ausgeklammert bzw. ausgelabert, mag er die folgen seines bösen tuns nun auch selbst ernten.

wie kann man so doof sein, so entsetzlich doof sein?
Mittwoch, 2. Juli 2008 09:00
JMX: Keil-Strategie
Im Prinzip stimme ich dir zu, aber jegliche Erwähung eines „Schöpfers“ bietet wieder die Gelegenheit, Gott dort hineinzupressen, indem man sagt, „Es wird doch erwähnt in der Verfassung, GOTT steht doch drin, etc.“

Man schaue nur in die USA, da passiert nämlich haargenau das.
Mittwoch, 2. Juli 2008 04:48
Kurt K.: Ein Gottesbezug
in irgendwelchen Verfassungen ist nicht sinnvoll. Denn welcher Gott soll es denn sein? Der Gott Nachtlaternes? Der Gott Bruder Theophils? Der katholische Gott? Der protestantische Gott? Der Jüdische?

Letztlich muss die Verfassung von allen Menschen im Staate akzeptierbar sein – und darf deshalb keinen Bezug auf einen bestimmten Gott enthalten. Allenfalls ein sehr allgemein gehaltener Gottesbegriff wäre denkbar, allerdings würde man da mit Sicherheit eine gewisse Abneigung der Atheisten ernten – wobei man schon sagen muss, dass es dem meisten Atheisten am Arsch vorbei geht, welches imaginäre Wesen da irgendwie erwähnt wird.

Ein äusserst allgemein gehaltener Gott mag meinetwegen in die Verfassung rein – nur ob „euch“ das was gibt,, weiss ich dann halt nicht.
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