(kreuz.net, Bamberg) Am 17. Juni wurde der verstorbene Erzbischof von Bamberg, Mons. Elmar Maria Kredel,
unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.
Erzbischof Ludwig Schick betonte in seiner Ansprache
während des Pontifikalrequiems, daß das Erzbistum dem Verstorbenen viel zu verdanken habe.
Mons. Schick
erinnerte an das „ABC“ des Lebens und Wirkens von Erzbischof Kredel: „Apostel, Begegnung, Christus“.
Der Verstorbene habe es in der persönlichen Begegnung geschafft, den Menschen Jesus Christus zu vermitteln.
An dem Gottesdienst nahmen zahlreiche kirchliche und weltliche Ehrengäste teil.
Dreizehn auswärtige
Bischöfe bekundeten mit ihrem Kommen die Verbundenheit mit dem Verstorbenen, darunter Erzbischof Kardinal
Friedrich Wetter von München und Freising, Bischof Friedhelm Hofmann von Würzburg und Militärbischof
Walter Mixa von Augsburg.
An Mons. Kredels Zeit als Militärbischof (1978-1990) erinnerte die Präsenz
des Berliner Militärgeneralvikars Prälat Walter Wakenhut und des Staatssekretär im deutschen Kriegsministerium,
Christian Schmidt.
In Vertretung für den Apostolischen Nuntius nahm Nuntiaturrat Prälat Stephan Stocker
an dem Trauergottesdienst teil.
Für die Bayerische Staatsregierung war Wissenschaftsminister Thomas
Goppel und für die evangelisch-lutherische Gemeinschaft der Bayreuther Regionalbischof Wilfried Beyhl
erschienen.
Auf Wunsch des Verstorbenen wurde der Gottesdienst überwiegend in lateinischer Sprache gehalten.
Mons. Elmar Maria Kredel war am 10. Juni 2008 in einem Erlanger Altenheim gestorben.
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47 Lesermeinungen
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iamesseblo: ökumenisch – katholisch Ich will nicht ausschließen, daß es spätere Wiederholungen gibt,
aber Autor der Gleichsetzung ist und bleibt der Apostelschüler Ignatius von Antiochien!
Guttenberger die Identifikation von christlich und katholisch wurde vom Konzil vorgenommen, entspricht
aber nicht der Auffassung Pius XI. Sie können es in „Mortalium animos“ nachlesen. Natürlich hat der
Frevler Roncalli in seiner skandalösen Eröffnungsrede ein anderes Verständnis von Einheit vertreten
iamesseblo: ökumenisch – katholisch Wo habe ich denn behauptet, daß es sich bei dem ökumenischen Gottesdienst
um einen katholischen handelt? Wenn Sie das Wort „katholisch“ im konfessionalistischen Sinne verwenden,
sicher nicht. Aber nach dem Wort des Apostelschülers Ignatius von Antiochien: Wo Christus ist, ist die
katholische Kirche“ ist „christlich“ deckungsgleich mit „katholisch“!
Jörg Guttenberger: niemals katholisch ein ökumenischer Gottesdienst kann niemals katholisch sein, mögen
noch so viele katholische Elemnte darin vorkommen
Brandenburgis: dankbar für den Hinweis auf die Liturgie in St. Stefan in Wien. Außerdem sollten Sie
mit solchen Charakterisierungen vorsichtig sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Leblhuber (und Genovefa): Liturgie Die Liturgien sind auch unterteilbar in römisch (rationalbetont),
byzantinisch (besinnlich betont) und semitisch-hamnitisch (handlungsbetont). Die rationale akzentuierung
der römischen Liturgien (zwei Liturgien innerhalb eines Ritus) ist noch lange kein Grund zur Ausschaltung
der anderen Elemente im Rahmen eines – bewußt oder aus Unkenntnis – falsch verstandenen Konzilsgeistes.
Es gibt genügend Beispiele für eine glaubwürdige neuen Liturgie: Mons. Plenker, wie erwähnt, Mons.
Dr. Nyssen(+) in der Kölner Hochschulgemeinde, Minoriten in Köln, OSB-Mönche v. St. Anselmo, Rom, im
Rahmen der Reihe „alte Liturgien in romansichen Kirchen Kölns“: ausnahmslos gesungenes mit mehreren Konzelebranten,
um nur einige zu nennen. Um klarzustellen: ich gehöre schon alleine aufgrund der genannten Beispiele
zu den Anhängern der neuen Liturgie. Ein ökmenischer Gottesdienst entspricht dem Auftrag zur leider
noch nicht verwirklichten Einheit gemäß den Abschiedsreden des Herrn. Warum hierzu Musik auf Unterhaltungsniveau
notwendig ist oder nach meiner Erfahrunbg meistens benutzt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Im Übrigen singt unsere ev. Nachbargemeinde auch gelegentlich Messen von Haydn usw. in ihren Sonntagsgottesdiensten.
Dankbar bin ich Ihnen, Herr Leblhuber, für Ihren Hinweis auf den Stefansdom. Bei einem Wien-Aufenthalt
kann man also dort ohne Bedenken die hl. Messe besuchen.
Verehrter Leblhuber Wollen sie mich mißverstehen? Wo habe ich von „bloßer Pflicht“ gesprochen, die von
anderen „beäugt“ wird? Es ging um eine unmittelbare Pflicht gegenüber meinem Schöpfer – ich bin mir
nicht ganz sicher, ob Sie wissen, was dieses Wort bedeutet … Ihre weiteren Argumente gehen völlig an
der Sache vorbei. Wenn jeder willkommen ist, dann natürlich auch derjenige, den die Angst vor der üblen
Nachrede der Nachbarn antreibt. In Ihren Worten: Wer weiß schon, was daraus noch werden könnte. Da löst
sich dann alles im Nebel auf. Mir ging es um Haltungen und Intentionen beim Gottesdienst – nicht um Gutmenschen-Floskeln.
Wer aus Angst vor dem Nachbarn zum Gottesdienst geht und dort „Herr, Herr“ sagt, kann ebenso ein Heuchler
sein, wie derjenige, der sich unter all’ den netten Menschen einfach saugut fühlt und „Herr, Herr“ sagt,
obwohl er es auch nicht so meint.
@Genoveva: das derjenige reich beschenkt wird, der diese Pflicht erfüllt. Heute geht es eben nicht mehr
um bloße Pflichterfüllung, die beäugt und gegebenenfalls bei Nichtbeachtung sozial sanktioniert wird.
Ich kann aus freien Stücken, aber trotzdem „verfehlten“ Antrieben, sonntags zur Kirche gehen, z.B. aus
dem Verlangen nach dem guten Gefühl, das mir das Zusammensein mit „Gleichgesinnten“ vermittelt. Gleichgesinnte
zu suchen ist weder Gott missfällig noch infantiles Kindergartengehabe. Oder steht das etwa im Beichtspiegel?
Es muss jeder willkommen sein, der sich der kath. Gemeinde verbunden fühlt. Welches Motiv auch immer
jemanden leitet, der Gottesdienst ist kein elitärer Club mit Zugangsbeschränkung. Wer immer auch kommt,
sollte willkommen sein. Wer weiß schon, was daraus noch werden könnte.
Verehrter Leblhuber ich fürchte, Sie unterstellen mir da etwas. Ich kann mich nicht erinnern, meine Aussagen
auf „heute“ oder „früher“ bezogen zu haben. Meine Kritik richtete sich ja gerade gegen eine bestimmte
Attitüde der „Tradis“ (Strombergs Beitrag war hier nur der Anlaß, ich wollte ihn da gar nicht persönlich
angehen). Ich will natürlich nicht in Abrede stellen, daß man in der Liturgie auch relgiöse Erfahrungen
machen und erst recht nicht, daß dies auf sehr unterschiedliche Weise in sehr unterschiedlichen Liturgien
geschehen kann. Aber ich bin mir doch recht sicher, daß die Haltung nicht recht ist, die Liturgie danach
zu bemessen, ob sie mir oder den Mitfeiernden „etwas gebracht hat“. Sie ist eben auch Gott, dem allmächtigen
Schöpfer und unserem Erlöser geschuldeter Dienst. Was ja nicht ausschließt, das derjenige reich beschenkt
wird, der diese Pflicht erfüllt. Im Gegenteil: Das ist ja die Dialektik, die viele Bereiche der menschlichen
Existenz kennzeichnet: man wird ja auch nicht dadurch glücklich, daß man sein Glück permanent anstrebt.
Ihre Kennzeichnung der vorkonziliaren Situation in allen Ehren; es gibt viele Menschen, die sich da anders
erinnern. Es wird wohl durchwachsen gewesen sein – wie heute auch. Ihrer Betonung der Freiheit von sozialen
Zwängen kann mich nicht überzeugen. Ich kann aus freien Stücken, aber trotzdem verfehlten Antrieben
Sonntags zur Kirche gehen, z.B. aus dem Verlangen nach dem guten Gefühl, das mir das Zusammensein mit
„Gleichgesinnten“ vermittelt.
Jörg Guttenberger, Sie haben mich missverstanden! Ich wende mich keineswegs gegen Sie oder Stromberg.
Meine Antwort auf Genovevas Posting bezog sich einzig und allein darauf, dass zu Zeiten, wo die trident.
Messe die einzig gelesene war, die Schönheit und Erhabenheit der Liturgie weder immer sichtbar war, noch
allein auf die Verherrlichung Gottes abzielte. www.augustiner.at/kirchenmusik/ Am vergangenen Sonntag
besuchte ist den Gottesdienst in der Augustinerkirche in Wien. Die „Große Credomesse“ von Mozart, nach
dem NOM zelebriert, war genau das, was Genoveva meinte. Es gibt da sicher auch viele Besucher, die hauptsächlich
wegen der wundervollen Musik kommen. Aber auch sie verherrlichen durch ihre Teilnahme Gott. Zufällig
saß ich hinter Herrn Thomas Gottschalk und seinem Sohn. Es ist schon erstaunlich, wen eine solche Messe
zur Gottesverehrung hinführt. Am Samstag um 17.00 Uhr nahm ich an einer ökumenischen Feier im Stephansdom
teil. Katholiken, Evangelische und Freikirchler feierten einen gemeinsamen Gottesdienst. Kardinal Schönborn
sprach die Begrüßungsworte. Es könnte durchaus sein, dass Ihnen dieser Gottesdienst nicht gefallen
hätte. Die Band spielte rockige Musik und der Chor sang rockige Lieder. Aber der Dom war gesteckt voll.
Alte, Junge und Kinder feierten gemeinsam einen fröhlichen und trotzdem besinnlichen Gottesdienst, allein
zur Ehre Gottes. stephanscom.at/…es/2008/06/28/a14985/ Es gibt viele Wege. Der alte Ritus ist nur einer
davon!
Lebluber und andere, Stromberg, Autoren des Artikels L, S: Die Kritiker der kompetenten Ausführungen
Strombergs übersehen in ihrer Einseitigkeit geflissentlich, daß eine Liturgie immer den Menschen in
seiner Gesamtheit anspricht, einschließlich Rationalität und Emotionalität. Der Vorwurf des Ethizismus
zeigt damit, worum es gerade nicht geht, nämlich um Ideologie! Wahre Schönheit kommt von Innen und gestaltet
das Außen, wobei das Außen auf das Innen zurückwirkt! Denn Innen und Außen, Rationalität und Emotionalität,
analythisches Denken der Wissenschaft und verknüpfendes Denken der Meditation gehören jeweils zusammen,
wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes! Es war gerade die so verstandenen Schönheit der Liturgie,die
mich als 8-jährigen zu einem allsonntäglichen Kirchgänger gemacht hat, und das bei je einer halben
Stunde Fußweg hin und zurück. Mit dieser Erfahrung stehe ich keineswegs alleine. So sind selbst aus
der damaligen UdSSR Fälle bekannt, wo die Schönheit der Liturgie zufällige Besucher zu überzeugten
Christen gemacht hat (Zu S.: als die schönste christliche Liturgie gilt tatsächlich die armenische!).
Damit steht die gut gefeierte Liturgie in der Mission an erster Stelle. Obwohl die römische Liturgie
tatsächlich rational betont ist, eine Vereinseitigung ist verantwortungslos! Auch Mons. Plenker, damals
Pfr. i. d. Kupfergasse in Köln, hat ganz bewußt Seelsorge vom Altar aus betrieben. Autoren: Der beleidigende
Begriff „Kriegsministerium“ bedarf einer vorbehaltlosen, vollumfänglichen Entschuldigung!
@Genoveva: Die Schönheit und Erhabenheit der Liturgie zielt aber zunächst auf die Verherrlichung Gottes.
Wenn es nur so gewesen wäre!!! Wie war es in meiner Kindheit? Entweder die Gottesdienste waren sonntägliche
Pflichtbesuche mit Eingangs- und Schlusslied und einer Predigt, zu der so manche männliche Katholiken
die Kirche verließen, um sich beim Wirt gegenüber ein Bier zu holen oder es waren stille Messen, die
man zwar pflichtbewusst besuchte, aber auch nur deswegen, weil sie nur 20 Minuten dauerten und man dann
den Vormittag anderwärtig verplanen konnte. Die pompös zelebrierten Messen der Hochfeste dienten ganz
anderen Zwecken, nämlich der kirchlichen oder staatlichen Selbstdarstellung. Fronleichnam und Landespatron
sind Beispiele dafür. Der dem Volk den Rücken kehrende Zelebrant leierte seine nicht verstandenen Texte
herunter und die Ministranten wussten nicht, was sie eigentlich taten und sagten. Ich war selbst einer!
Noch in meiner Kindheit hat es zeitgleich mit der Messe am Hauptaltar Messen an den Nebenaltären gegeben.
Die Zelebranten erfüllten dort ihre Messlesepflicht.Um die Gläubigen scherte sich niemand. Wer hingegen
heute eine Messe besucht, tut es aus persönlicher Überzeugung, egal ob Traditionalist oder Modernist.
Erst heute, wo sich der Messbesuch auf jene beschränkt, die ohne sozialen Druck ihren Gott demütig verherrlichen,
wird die Zelebration zur Gottesverehrung, ob tridentinisch oder nicht. Das ist aber das Ergebnis der Befreiung
aus sozialen Zwängen!
Verehrter Stromberg Schön, dass wir doch nicht so weit auseinander liegen. Nun wäre natürlich noch
zu klären, ob die Heiligung des Menschen in der Liturgie durch irgendeine Erfahrung von Erhabenheit gefördert
wird oder nicht vielmehr durch die objektive Wirkung des Sakramentes oder vielleicht auch durch die Abwesenheit
irgendwelcher Erhabenheits-Gefühle. Auch für das „die Menschen erreichen“ bin ich nur mäßig aufgeschlossen.
Unsere Sorge sollte der Frage gelten, ob unser Gottesdienst den Adressaten erreicht. Gefühlsduselei liegt
der strengen römischen Liturgie der Tradition sehr, sehr fern und ich halte es für ein ziemliches B-Klasse-Argument
der „Tradis“, ständig auf diesem Aspekt herumzureiten. Ästhetizismus ist eine ziemlich subjektive Kategorie
…
@Liebe Genoveva Ja, die Schönheit der Liturgie zielt auf die Verherrlichung Gottes und die Heiligung
des Menschen. Beide Aspekte spielen eine wichtige Rolle, keine Frage. Mein Statement war in dieser Hinsicht
etwas verkürzt, aber implizit mitgedacht. Es war als Replik darauf gedacht, die lateinische Liturgie
erreiche den heutigen Menschen nicht. Ein Modernist bin ich nun nicht, ein Hardcoretradi aber genauso
wenig.
Verehrter Stromberg ich kann Ihnen das jetzt nicht ersparen, aber Sie reden ziemlich genau so über die
Liturgie wie ein „Modernist“. Jeder Satz beginnt mit „Ich“ und hat als Verb „erfahren“. Hier kann ich
die Schönheit, Erhabenheit und Transzendenz Gottes, die sich menschlichem Begreifen entzieht, erfahren,
In der neuen Liturgie heißt das dann: „Hier kann ich die Liebe, Güte und Wärme Gottes erfahren, die
sich in dogmatischen Floskeln nicht ausdrücken läßt“, letztlich ist es dasselbe in Grün. Immer will
jeder möglichst viel „mitnehmen“. Die Schönheit und Erhabenheit der Liturgie zielt aber zunächst auf
die Verherrlichung Gottes. Denken Sie einmal darüber nach …
@Bernd Stromberg Sie übersehen, wohl aus Bequemlichkeit, daß der Wahnsinn Methode hat und Sie übersehen,
daß Papst Benedikt keinesfalls eine „Hermeneutik der Kontinuität“ praktiziert und das auch nie und nimmer
könnte. Er redet nur davon, um Einfältige ruhigzustellen.
@Vineta Das Konzil ist schon auf diesen Gedanken gekommen. Die Mehrheit des Klerus hatte in diesen schwierigen
Zeiten keinen Sensus für diese Dinge. „Latein“ wurde mit veraltet, fortschrittsfeindlich assoziiert.
Wenn jemand das Latein weiter pflegen wollte, wurde er schnell als „Gegner der Liturgiereform“ abgestempelt,
was barer Unsinn ist. Das Konzil wollte die Lateinische Kultsprache nicht verdrängen, sondern der Volkssprache
einen größeren Raum eröffnen. Der Gregorianische Choral ist übrigens der der römischen Liturgie eigene
Gesang. Nein, das ist kein Zitat der Piusbruderschaft, sondern ein Zitat von Sacrosanctum Concilium. In
diesem Dokument stecken viele gute Ansätze, die in der Praxis nicht verwirklicht worden sind. Was man
in diesem Dokument nicht findet, sind Gottesdienste ala Jugendkirche Wien. Das Problem ist eine verfälschte
Sicht des Konzils. Papst Benedikt stellt dem die „Hermeneutik der Kontinuität“ entgegen. Und was wäre
in der Liturgie ein besseres Zeichen dieser Hermeneutik, als wenn man sowohl Latein als auch Volkssprache
zu ihrem Recht kommen lässt. Aber noch ist die „Hermeneutik des Bruches“ vorherrschend, und die fordert
ein Monopol der Volkssprache, was schlichtweg falsch ist, genauso wie ein Monopol der Lateinischen Liturgiesprache.
Latein, Choral, Vokalpolyphonie, Paramentenkunst etc. gehören zum großen Erbe der kath. Liturgie. Und
das dürfen wir nicht verschleudern. Unsere orthodoxen Brüder und Schwester hätten dafür auch kein
Verständnis
@Stromberg: Sie haben recht! Man könnte das ENTWEDER-ODER durch ein SOWOHL-ALS AUCH ersetzen. Am Samstag
abend alles in deutscher Sprache, am Sonntag aber viel Latein!! Damit müßten doch alle zufrieden sein.
Nur – wieso kam man nicht schon vor 40 Jahren auf diesen doch so naheliegenden Gedanken? War da der Hl.
Geist gerade mal in Urlaub??
Latein und Volkssprache Warum immer dieses komische „Entweder – oder“, wenn es um Latein und Volkssprache
geht. Beides hat im katholischen Gottesdienst seine Berechtigung, und das ist auch gut so. Natürlich
gibt es Menschen, für die eine lat. Liturgie eher fremd wirkt. Aber es gibt auch solche, die diese sehr
schätzen, mit ihren herrlichen gregor. Gesängen, der Vokalpolyphonie etc. Wie erhebend ist die Rezitation
einer Oration oder gar der Vortrag der Präfation, etwa im tonus sollemnior. Man sollte nie vergessen,
dass Hl. Kult immer auch eine Kulturform ist. Die lateinische Liturgie hat auch heute noch ihre volle
Berechtigung. Natürlich sollte man die Texte jeweils in der Muttersprache per Zettel auslegen. Aber andererseits
ist das bloß rationale Verstehen im letzten etwas eindimensional. Um ein Beispiel zu geben: Ich wurde
Augenzeuge, wie Armenische Kleriker in die Kirche zur Vesper feierlich einzogen. Ich verstand von dem,
was sie sangen, nichts – war aber dennoch tief berührt und erahnte instinktiv die Heiligkeit des Geschehens.
Die Erfahrung des Heiligen vollzieht sich auf mehreren Ebenen, von denen die rationale nur eine ist, keine
unwichtige, aber nicht die einzige. Wenn ich die Wahl hätte, an einem „Jugendkirchenevent“ in deutscher
Sprache oder an einem armenischen, georgischen u. a. Gottesdienst teilzunehmen, ich würde mich für letzteres
entscheiden. Hier kann ich die Schönheit, Erhabenheit und Transzendenz Gottes, die sich menschlichem
Begreifen entzieht, erfahren, dort ich zumindest nicht…
@miles immaculatae+HBR @miles: Damit haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen: Die Katholiken waren
einstmals stolz, daß sie im Gegensatz zu den doofen Evangelischen mehrsprachig aufwuchsen.(und gedanklich
leicht – in Anbetracht der im Kirchenraum aufbebauten lateinischen Sprachwelt- in die Zeit Christi eintauchen
konnten) @HBR: Wozu soll man die für die meisten Menschen unverständliche lateinische Sprache in der
Liturgie einführen, wenn es doch auch möglich ist, die Messe auf deutsch zu halten? Wieso diese Frage?
Die Antwort darauf steht doch in meinem Kommentar, auf den Sie sich hier beziehen!
@HBR Jüngere Lateiner Die jüngeren singen mit Begeisterung die lateinischen Lieder aus Taizé, lassen
sich von Sinead O’Connor das O filii et filiae oder das Regina caeli oder was auch immer vorsingen oder
kaufen die neueste Scheibe aus Österreich. Warum singt man italienische Opern auf italienisch und nicht
in Deutsch? Gregorianik und italienische Oper geht eben nicht in deutscher Sprache.
@miles immaculatae Die alten Katholiken. Das ist eben der Punkt. Aber was ist mit den jüngeren Katholiken,
die das Lateinische eben nicht mehr gelernt haben? Für diese sind lateinische Texte höchst unattraktiv.
Daher ist es doch besser, deutsche Texte zu verwenden, damit die Mehrzahl der Katholiken partizipieren
kann.
@ miles Eben. Alle Übersetzung führt zum Verlust von Bedeutung. Dann müssen Sie schon die Übersetzung
der Bibel ins Lateinische ablehnen und gefälligst Griechisch und Hebräisch lesen und beten – und sonst
gar nichts. Was gemeint ist, ergibt sich im konkreten Fall durch den für Bibelkenner eindeutigen Bezug.
(Lukas 23, 46) Sehr richtig! Aber Jesus hat eben seine ganze Existenz in die Hand Gottes gelegt und nicht
nur seinen Geist. Es geht um die letzten Worte Jesu am Kreuz, der Bezug ist damit endzeitlich, transzendental.
Korrekt! Leben aber ist diesseitig gemeint. Quatsch. Oder aber Sie verwendet deutsche Wörter ganz anders
als ich: Für mich: „Leben“ = die ganze Existenz. „Geist“ = die ganze Existenz, aber ohne Leib. Sollten
Sie das Deutsch anders gebrauchen als ich, wäre das ein weiterer Beweis dafür, dass Übersetzungsarbeit
noch viel komplizierter ist als Sie sie in Ihrer gehässigen Art dargestellt haben. Das ist eben das Ziel
der sogenannten Liturgiereform. Verdiesseitigung, Veralltäglichung, Entmystifizierung. In „Leben“ klingt
„ewiges Leben“ an, erst recht, wenn es heißt, dass ein Mensch sein „Leben“ dem Vater übergibt. Aber
egal, bleiben Sie nur in ihrem abgrundtiefen Hass. Und dann erzählen Sie mir was vom lateinischen Brevier?
Es ist nichts als eine Übersetzung des ursprünglichen Bibeltextes und somit – wie Sie selbst sagen –
ein Verlust von Bedeutung. Also schmeißen Sie das lateinische Brevier weg und verschwinden Sie aus den
tridentischen Fälschermessen!
„Unverständliches Latein“ Die alten Katholiken, also die, die die liturgischen Texte noch in lateinischer
Sprache kennengelernt haben, beschweren sich bei uns – ich singe in einer Schola – fast stets, wenn wir
das, was sie in latein ohne Probleme auswendig mitsingen könnten, in einer ihnen unbekannte deutschen
Übersetzung vortragen. So kann fast jeder das Salve Regina in der Originalsprache, fast keiner kennt
die deutsche Übersetzung. Beim tantum ergo sacramentum gibt es regelmäßig Krach, wenn wir – weils der
Herr Pfarrer so will – irgendeine deutsche Übersetzung zu bieten wagen. Die Katholiken waren einstmals
stolz, daß sie im Gegensatz zu den doofen Evangelischen mehrsprachig aufwuchsen.
@Vineta Als ob heute nicht Monitore und elektronische Anzeigetafeln das Mitverfolgen in deutscher Sprache
sogar noch bequemer machen könnten! Dann kann man es aber auch gleich auf Deutsch lassen. Wozu soll man
die für die meisten Menschen unverständliche lateinische Sprache in der Liturgie einführen, wenn es
doch auch möglich ist, die Messe auf deutsch zu halten?
@RRR Leben oder Tod? Eben. Alle Übersetzung führt zum Verlust von Bedeutung. Was gemeint ist, ergibt
sich im konkreten Fall durch den für Bibelkenner eindeutigen Bezug. (Lukas 23, 46) Es geht um die letzten
Worte Jesu am Kreuz, der Bezug ist damit endzeitlich, transzendental. Leben aber ist diesseitig gemeint.
Spiritum meum bezieht sich vor allem angesichts des eindeutigen Bezuges auf die Passion auf das jenseitige
Leben, Leben eben nur auf das diesseitige. Das ist eben das Ziel der sogenannten Liturgiereform. Verdiesseitigung,
Veralltäglichung, Entmystifizierung. Daß wir im Stundengebet nicht mehr um das ewige Heil beten, sondern
um das irdische Wohlergehen paßt in dieses Bild, wie der Arsch auf den Eimer. So wie sich heute die Gemeinde
um den Altar versammelt, statt vor dem Altar, so betet sie in der Komplet nicht mehr um das „ewige Heil“
sondern nur noch um das irdische Wohlergehen. Ich habe das deutsche Stundengebet in meiner Gebetspraxis
daher seit einiger Zeit zugunsten des lateinischen Breviers abgeschafft.
Latein liegt voll im Trend der Zeit Immer wieder ist in Schlagzeilen die Rede vom Lateinlehrermangel.
Lernte im Schuljahr 1999/2000 nur etwa jeder vierte Gymnasiast in Deutschland Latein, so ist es heute
bereits jeder dritte. Der Zulauf zur Sprache Roms hält an. , wohl weil man merkt, wie die Wissenschaft
Lateinkenntnisse schätzt, daß Latein die Völker des Abendlandes, aber auch die vielen Migranten verbindet,.
Latein im Gottesdienst kann in jedem Land der Welt die Besucher aus dem verwirrenden Alltagseinerlei herausreißen
und in das Römische Weltreich entrücken, wo Gott unter Pontius Pilatus für uns litt. Hoffen wir, daß
die Lateinversenker in der Kirche sich endlich eines Besseren besinnen. Ihr langweilender Einwand, daß
das weniger gebildete Volk beim Gottesdienst ja dann nichts verstehe, ist an den Haaren herbeigezogen.
Als ob es vor dem Konzil etwa auch nichts verstanden hätte und es keine zweisprachigen Gebetbücher gegeben
hätte. Als ob heute nicht Monitore und elektronische Anzeigetafeln das Mitverfolgen in deutscher Sprache
sogar noch bequemer machen könnten!
Eine Frage an den Verfasser des Artikels Wen und was verstehen Sie unter der Bezeichnung „Deutsches Kriegsministerium“?
Bitte erfinden Sie doch nicht eigenmächtig eine Institution, die gar nicht existiert, oder wollen Sie
mit diesem Begriff irgendwelche Emotionen freisetzen?
@ miles „spiritus“ so einfach mit „Geist“ zu übersetzen, ist aber nicht weniger gewagt. Im Deutschen
klingt dabei nämlich ein Leib-Seele-Dualismus an, den die christliche Tradition und insbesondere die
biblische Sprache in dieser Form nicht kennt bzw. ablehnt. Insofern ist die Übersetzung von „spiritus“
mit „Leben“ gar nicht so dumm. Jedenfalls ist die Sache erheblich komplizierter als Sie sie hier darstellen.
Und auch die Übersetzung der biblischen Texte ins Lateinische ist nicht immer glücklich. Den Anfang
müsste also für Christen Griechisch und Hebräisch machen, danach dann Latein und möglichst auch Aramäisch.
Die erste offizielle Sprache der Kirchenkonzilien war allerdings das alte Griechische, erst sehr viel
später die Volks- und Amtssprache der Stadt Rom, das Lateinische.
@Genoveva Unter den vielen Argumenten, die Wilfried Stroh in seinem sehr lesenswerten und humorvollen
Buch „Latein ist tot“ für das Lernen des Lateinischen aufzählt ist ihm eines besonders wichtig; das
das Lateinische nicht nur eine welten- und völker- sondern auch eine zeitenverbindende Sprache ist. Es
ist die Sprache, in der über mehr als 2000 Jahre entscheidende Werke der europäischen Kulturgeschichte
geschrieben wurden. Nun kann man die alten Texte zwar auch übersetzen, was daraus wird, wissen wir ja
nur zu gut. Man kann schließlich wörtlich übersetzen oder sinngemäß, oder „interpretierend“. Dies
war schon immer die Methode, mit der zur Manipulation entschlossene Akademiker das dumme Volk übervorteilt
haben. Und mit manipulativen sinnentstellenden Übersetzungen alter liturgischer Texte könne wir Bände
füllen. Da wird etwa aus „in manus tuas domine, commendo spirituum meum“ (In deine Hände Herre, empfehle
ich meinen Geist) ein „Herr auf Dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben“. So geschehen
im Stundenbuch für die deutschsprachigen Länder. Bei aller Kritik, die gegen die Reformatoren anzubringen
ist – ein Martin Luther hätte sich eine solche Frechheit nicht erlaubt.
@Genoveva: Die Kirche ist das Gottesvolk, das aus vielen Nationen, Völkern und Stämmen gerufen ist.
Das ist Hl. Schrift und Sprache der Kirche, auch in der Hl. Messe. Der Ausdruck „international“ kommt
aber sicher nicht im Credo vor und kein Dogma. In der Sache ist das sicher nicht häretisch bzw. modernistisch.
Mit den Staaten, die nicht alle Staaten nur einer Nation sind, hat das nicht notwendigerweise zu tun.
@Marcelus You missed the point. Sie ist universal und sie ist ökumenisch, sie hat aber keinen wesentlichen
Bezug zum „Nationalstaat“, weswegen sie sich auch nicht ihm gegenüber als „international“ bezeichnet.
Sie tut das ja auch faktisch nicht (oder haben Sie ein Gegenbeispiel?). In Ihren Verstehenshorizont eingerückt:
„International“ ist ein modernistischer Begriff
@Genoveva: Die Kirche ist natürlich auch international, weil sie sich aus allen Nationen der Welt konstituiert.
Deswegen ist sie aber nicht auch ökumenisch oder römisch und universal.
von Splins und ähnlichem Unfug Also, es heißt Spleen. Man kann auch Tick schreiben, da macht man nicht
so leicht Fehler … In der Sache wundert mich HBRs Latein-Phobie wie mich Marcelus’ Bezeichnung „internationale
Kultsprache“ stört. Die Kirche ist nicht „international“, sie ist ökumenisch – ganz unabhängig davon,
ob es Nationalstaaten gibt oder nicht. Und sie hat auch nicht eine „Kultsprache“, sondern das Latein ist
die Sprache ihrer Tradition in Liturgie, Theologie, Recht, Spiritualität, etc. Der Katholik liebt das
Latein nicht, weil es besser oder nützlicher oder schöner ist (das ist alles zweitrangig und auch nie
ganz wahr), sondern weil es die Sprache der Kirche ist, in der ihre größten Heiligen Liturgie gefeiert
und den Glauben ausgelegt haben. „Internationale Kultsprache“ klingt nach Religionswissenschaft und Soziologie
und auch ganz schrecklich nach Esperanto …
Die Liturgiekonstitution des II. Vaikanums betrachtet den Gebrauch des Lateinischen im Kultus noch immer
als die Regel (§ 36, 1), den Gebrauch der Muttersprache eher als zu billigende Ausnahme (§36, 2) …
@HBR: Kirchenhistorisch haben Sie einen besonderen „Splin“, und nicht jene, die eine internationale Kultsprache
zu schätzen wissen. Die Lesungen wurden immer auch schon in Volkssprache vorgetragen, wenn Volk anwesend
ist.
@H-B-R Ihnen kann es nicht zugute kommen, da Sie auch die LAndessprache nicht verstehen. Davon hat der
Herr Jesus oft gepredigt, der ja auch die Landessprache bevorzugte.
Manche haben eben einen Splin Auf Wunsch des Verstorbenen wurde der Gottesdienst überwiegend in lateinischer
Sprache gehalten. Manche Kleriker haben einen Splin. Warum sonst sollte man in Deutschland eine Messe
auf Latein feiern
Hochwürdigster Herr Erzbischof R.i.P. In paradisum deducant te angeli; in tuo adventu suscipiant te martyres,
et perducant te in civitatem sanctam Ierusalem. Chorus angelorum te suscipiat, et cum Lazaro, quondam
paupere, æternam habeas requiem.