Zur Trockenpflaume verdorrt
Die großen bejubelten theologischen Namen von gestern haben für die kirchliche Gegenwart nicht viel Früchte hervorgebracht.
(kreuz.net) Der pensionierte Mainzer Literatur- geschichtler Hermann Kurzke (65) hat die Ehrendoktorwürde
der katholisch- theologischen Fakultät der Universität Mainz erhalten.
Das berichtete die Mainzer ‘Allgemeine Zeitung’ am 26. Juni.
Bei dem feierlichen Festakt im Atrium maximum der Universität war auch der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, anwesend.
Festredner war Heinrich Detering, Germanistikprofessor der Universität Göttingen.
In seinem Dankeswort gab sich der Geehrte ironisch: „Nun bin ich auch in Theologie promoviert. Dafür habe ich 92 Semester gebraucht.“
Er berichtete, sein Studium im Jahr 1962 in München begonnen und neben Germanistik auch Theologie belegt zu haben:
Er habe noch Hw. Romano Guardini († 1968) in seinem letzten Semester gehört und kasuale Ethik bei Pater Karl Rahner († 1984).
„Doch mein Glaube hielt dem Theologiestudium nicht stand, wurde zur Trockenpflaume, dann zur Rosine. Aber der Faden riß nie ganz“ – resümierte Kurzke.
In seiner Laudatio erklärte der Dekan der theologischen Fakultät, Hw. Ansgar Franz, daß der Same darin lebendig und keimfähig geblieben sei und im Lauf der Jahre überreiche Frucht getragen habe:
„Personen, die Forschung und Lehre über die Grenzen ihres eigenen Faches hinweg betrieben haben, sind aller Ehre wert.“
Kurzke wurde mit seiner Biographie des deutschen Schriftstellers Thomas Mann bekannt. Er führte auch hymnologische Studien durch.
Zuletzt erregte die „Unglaubensgespräch“ – Kurzkes religionsphilosophischer Diskurs mit mit dem Luxemburger Essayisten Jacques Wirion (64) – Aufsehen.
Die Promotionsurkunde würdigt ausdrücklich, daß Kurzke als Wissenschaftler den Dialog zwischen der Religion und ihren Gegnern gefördert habe.
Er habe das Kirchenlied für die germanistische Forschung als eine bedeutende, aber bis dahin kaum wahrgenommene literaturwissenschaftliche Quelle erschlossen.
Durch den Aufbau des Gesangbucharchivs, die Leitung des Graduiertenkollegs und des Forschungsprojekts Gesangbuchbibliographie habe er den Standort Mainz als eine international renommierte Forschungsstelle für Hymnologie etabliert.
© Titelbild: Karel Hermans, CC
Das berichtete die Mainzer ‘Allgemeine Zeitung’ am 26. Juni.
Bei dem feierlichen Festakt im Atrium maximum der Universität war auch der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, anwesend.
Festredner war Heinrich Detering, Germanistikprofessor der Universität Göttingen.
In seinem Dankeswort gab sich der Geehrte ironisch: „Nun bin ich auch in Theologie promoviert. Dafür habe ich 92 Semester gebraucht.“
Er berichtete, sein Studium im Jahr 1962 in München begonnen und neben Germanistik auch Theologie belegt zu haben:
Er habe noch Hw. Romano Guardini († 1968) in seinem letzten Semester gehört und kasuale Ethik bei Pater Karl Rahner († 1984).
„Doch mein Glaube hielt dem Theologiestudium nicht stand, wurde zur Trockenpflaume, dann zur Rosine. Aber der Faden riß nie ganz“ – resümierte Kurzke.
In seiner Laudatio erklärte der Dekan der theologischen Fakultät, Hw. Ansgar Franz, daß der Same darin lebendig und keimfähig geblieben sei und im Lauf der Jahre überreiche Frucht getragen habe:
„Personen, die Forschung und Lehre über die Grenzen ihres eigenen Faches hinweg betrieben haben, sind aller Ehre wert.“
Kurzke wurde mit seiner Biographie des deutschen Schriftstellers Thomas Mann bekannt. Er führte auch hymnologische Studien durch.
Zuletzt erregte die „Unglaubensgespräch“ – Kurzkes religionsphilosophischer Diskurs mit mit dem Luxemburger Essayisten Jacques Wirion (64) – Aufsehen.
Die Promotionsurkunde würdigt ausdrücklich, daß Kurzke als Wissenschaftler den Dialog zwischen der Religion und ihren Gegnern gefördert habe.
Er habe das Kirchenlied für die germanistische Forschung als eine bedeutende, aber bis dahin kaum wahrgenommene literaturwissenschaftliche Quelle erschlossen.
Durch den Aufbau des Gesangbucharchivs, die Leitung des Graduiertenkollegs und des Forschungsprojekts Gesangbuchbibliographie habe er den Standort Mainz als eine international renommierte Forschungsstelle für Hymnologie etabliert.
© Titelbild: Karel Hermans, CC
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Dienstag, 1. Juli 2008 17:44
adlimina: Zur Warnung aufgeschrieben
Und auf welche Frucht wird kreuz.net einmal sub specie aeternitatis stolz sein dürfen, sie zum Heil der
Seelen hervorgebracht oder wenigstens kultiviert zu haben?
Dienstag, 1. Juli 2008 17:21
Nachtlaterne: das ist gut:
„an ihren früchten werdet ihr sie erkennen“ und es sind getrocknete pflaumen. nicht selten sind die früchte vergiftetund wer sie ißt muß sterben
Dienstag, 1. Juli 2008 12:09
alter Rheinländer: Die großen theologischen Namen
in der Redaktion von kreuz.net würde man ja auch gerne für die von ihnen hervorgebrachten „Früchte
für die kirchliche Gegenwart“ bejubeln,
sobald man sie an dieser Stelle mal genannt bekommt!
sobald man sie an dieser Stelle mal genannt bekommt!
Dienstag, 1. Juli 2008 10:53
petrusbinsfeldus: Gelesen?
Offenbar hat die sonst so eifrige kreuz.net Redaktion Kurzkes Thomas-Mann-Biographie nicht gelesen, sonst
wüsste sie, daß dort Thomas Manns Interesse an jungen, gutaussehenden Männern nachgewiesen wird…
Und der Verfasser einer solch’ sündigen Schrift wird hier durch einen Artikel gewürdigt! Also wirklich…
Und der Verfasser einer solch’ sündigen Schrift wird hier durch einen Artikel gewürdigt! Also wirklich…
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