10:22:24 | Dienstag, 1. Juli 2008
Die großen bejubelten theologischen Namen von gestern haben für die kirchliche Gegenwart nicht viel Früchte hervorgebracht.
(kreuz.net) Der pensionierte Mainzer Literatur- geschichtler Hermann Kurzke (65) hat die Ehrendoktorwürde
der katholisch- theologischen Fakultät der Universität Mainz erhalten.
Das berichtete die Mainzer ‘Allgemeine
Zeitung’ am 26. Juni.
Bei dem feierlichen Festakt im Atrium maximum der Universität war auch der Bischof
von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, anwesend.
Festredner war Heinrich Detering, Germanistikprofessor der
Universität Göttingen.
In seinem Dankeswort gab sich der Geehrte ironisch: „Nun bin ich auch in Theologie
promoviert. Dafür habe ich 92 Semester gebraucht.“
Er berichtete, sein Studium im Jahr 1962 in München
begonnen und neben Germanistik auch Theologie belegt zu haben:
Er habe noch Hw. Romano Guardini († 1968)
in seinem letzten Semester gehört und kasuale Ethik bei Pater Karl Rahner († 1984).
„Doch mein Glaube
hielt dem Theologiestudium nicht stand, wurde zur Trockenpflaume, dann zur Rosine. Aber der Faden riß
nie ganz“ – resümierte Kurzke.
In seiner Laudatio erklärte der Dekan der theologischen Fakultät, Hw.
Ansgar Franz, daß der Same darin lebendig und keimfähig geblieben sei und im Lauf der Jahre überreiche
Frucht getragen habe:
„Personen, die Forschung und Lehre über die Grenzen ihres eigenen Faches hinweg
betrieben haben, sind aller Ehre wert.“
Kurzke wurde mit seiner Biographie des deutschen Schriftstellers
Thomas Mann bekannt. Er führte auch hymnologische Studien durch.
Zuletzt erregte die „Unglaubensgespräch“ –
Kurzkes religionsphilosophischer Diskurs mit mit dem Luxemburger Essayisten Jacques Wirion (64) – Aufsehen.
Die Promotionsurkunde würdigt ausdrücklich, daß Kurzke als Wissenschaftler den Dialog zwischen der
Religion und ihren Gegnern gefördert habe.
Er habe das Kirchenlied für die germanistische Forschung
als eine bedeutende, aber bis dahin kaum wahrgenommene literaturwissenschaftliche Quelle erschlossen.
Durch den Aufbau des Gesangbucharchivs, die Leitung des Graduiertenkollegs und des Forschungsprojekts
Gesangbuchbibliographie habe er den Standort Mainz als eine international renommierte Forschungsstelle
für Hymnologie etabliert.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#4
adlimina 17:44:57 | Dienstag, 1. Juli 2008
#3
Nachtlaterne 17:21:18 | Dienstag, 1. Juli 2008
#2
alter Rheinländer 12:09:50 | Dienstag, 1. Juli 2008
#1
petrusbinsfeldus 10:53:57 | Dienstag, 1. Juli 2008