Deutschland
Schändung im Essener Dom
Verbrecher sind in die Kirche eingedrungen. Jetzt sind drei Bischöfe verschwunden. Das Domkapitel hat eine Belohnung ausgesetzt.
Krypta im Essener Münster
Krypta im Essener Münster
© Johann H. Addicks, GFDL
(kreuz.net) Am Sonntagabend wurde aus dem Dom in der Essener Innenstadt ein kostbares Reliquienkästchen gestohlen.

Das Verbrechen ereignete sich nach dem letzten Gottesdienst in der Zeit zwischen 20.00 Uhr bis zur Schließung des Doms um 20.45 Uhr.

Das berichtete die diözesane Webseite.

Der Reliquienbehälter aus Elfenbein ist auf der Oberfläche mit Edelsteinen -Rauchtopas, Amethyste und Bergkristall – sowie mit kleinen Goldkugeln verziert.

Südseite des Essener Münsters
Südseite des Essener Münsters
© Ralf Hüls. CC
Er wurde hinter einem Bronzegitter im Hauptaltar aufbewahrt.

Ein oder mehrere Kriminelle brachen das Gitter auf.

Dann entnahmen sie das Kästchen mit den Reliquien der Bischöfe und Bistumspatrone Maternus (Köln), Liborius (Paderborn) und Liudger (Münster).

Da keinerlei Aufbruchspuren an den Kirchentüren festzustellen waren, ist davon auszugehen, daß der Diebstahl vor dem Abschließen des Doms – gegen 20:45 Uhr – stattfand.

Für Hinweise zur Ergreifung der Verbrecher hat das Essener Domkapitel eine Belohnung von 300 Euro ausgesetzt.
      
26 Lesermeinungen
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#26   Aleph †   14:39:03 | Donnerstag, 3. Juli 2008
stimme der vernunft
Danke für die Einschätzung. Auch wenn das manchen Leutchen dick ins Auge geht. Wer das Christentum nur als katholische Staffage für Titel wie „Stellvertreter…“ begreift, dürfte ziemlich schräg gewickelt sein… :-(
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#25   stimme der vernunft †   14:35:01 | Donnerstag, 3. Juli 2008
@Aleph
Na ist doch wahr.
Da wird Leuten die Katholizität abgesprochen und man will Parteien das „C“ streichen, nur weil sie nicht penetrant genug für eine strafrechtliche Verfolgung der Abtreibung eintreten, aber ein „Papst“ Alexander kann sich benehmen wie Calligula persönlich, er ist angeblich „rechtgläubig“ nur weil er er sich „Heiliger Vater“ und „Vikar Christi“ geschimpft hat.
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#24   Aleph †   10:13:02 | Donnerstag, 3. Juli 2008
stimme der vernunft
Das ist eine ganz penetrante, kaum zu beantwortende Frage. Damit sollten Sie den Loisl wirklich nicht belasten. Der kommt ganz schön ins Schlingern… ;-)
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#23   stimme der vernunft †   10:10:03 | Donnerstag, 3. Juli 2008
@Loisl
die Rechtgläubigkeit bewahrt, trotz ihrer eigenen Todsünden
Genau, hauptsache, man ist brav katholisch.
Nur ein brav katholischer Massenmörder ist ein guter Massenmörder.
Sag mal, Loisl, für wie „rechtgläubig“ hältst du jemanden, der das Ehesakrament gegen einen Titel für seinen unter Bruch aller Gelübde gezeugten Sohn verkauft, der um seines persönlichen Vorteils wegen mordet und als Papst öffentlich herumhurt? Denkst du ernsthaft, der könnte irgendwie „rechtgläubig“ sein?
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#22   Aleph †   09:16:21 | Donnerstag, 3. Juli 2008
Bleifuss
Alephis könntest Du mir bitte mal erklären, wo Du Dich zwischen dem 18.5. und 20.6. herumgetrieben hast. Während dieser Zeit findet man keinen einzigen Eintrag von Dir!
Das möchten Sie gern wissen, darf ich Ihnen aber nicht sagen. Das ist streng geheim… ^-^ ^-^ ^-^
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#21   Brandenburgis   07:53:30 | Donnerstag, 3. Juli 2008
Ja, Aleph,
Du bist uns bei aller Freundschaft eine Erklärung schuldig!
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#20   Bleifuss   00:18:33 | Donnerstag, 3. Juli 2008
@Aleph
Alephis könntest Du mir bitte mal erklären, wo Du Dich zwischen dem 18.5. und 20.6. herumgetrieben hast. Während dieser Zeit findet man keinen einzigen Eintrag von Dir!
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#19   Aleph †   14:23:33 | Mittwoch, 2. Juli 2008
Alois Bischof
Jetzt muss der Satanismus herhalten, wenn die Reliquien nicht aufgefunden werden, wa?. >:) O:O
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#18   Alois Bischof   14:20:35 | Mittwoch, 2. Juli 2008
Satanismus
Diese Reliquien werden wohl geschändet werden in Satanischen ‘Liturgien’ einiger Sektengemeinschaften.
@stimme ohne Respekt:
Ihre Hasstiraden gegen das Papsttum kennen wir schon. Sie werden langweilig. Kein Katholik hat die Zeit Alexander VI. und Julius II. gutgehießen – aber jedenfalls haben sie ihre Hände vom depositum fidei abgehalten und die Rechtgläubigkeit bewahrt, trotz ihrer eigenen Todsünden (z.B. auch die verbrecherische Hinrichtung des Pater Girolamo Savonarola O.P.)
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#17   Newgelsen   07:18:41 | Mittwoch, 2. Juli 2008
Umrechnungskurs
Der aktuelle Umrechnungskurs: 1 Silberling = 10 Euro
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#16   stimme der vernunft †   17:37:10 | Dienstag, 1. Juli 2008
@Prada
stimmt, Papst Alexander VI hat zum Beispiel seinen Sohn zum Bischof von Valencia gemacht.
Den Bruder seiner Mätresse (die im Volk den Spitznamen „Braut Christi“ hatte) machte er zum Kardinal (der wurde später als Paul III sogar Papst)
Als der französiche König („allerkatholischste Majestät“) seine Ehefrau loswerden wollte (die Argumente waren im Vergleich zu denen Heinrichs VIII hahnebüchen) hat ihm Alexander die Anullierung diese angeblich unauflöslichen Sakramentes gegen das Herzogtum Valencois verkauft, Herzog wurde sein Sohn, der keine Lust mehr hatte Bischof von Valencia zu sein.
Jaja, das ist die gute alte Zeit, als man die Tradition noch hochgehalten hat und als das Abendland noch gut katholisch war, als noch allerorten die Messe aller Zeiten gelesen wurde und das Seelenheil wohlfeil und käuflich war, bevor dann die Ketzerei und später der Modernismus aufkam!
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#15   prada   16:39:09 | Dienstag, 1. Juli 2008
@ Stimme
Sie habe die ganzen Söhne und Enkel vergessen!! :-D
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#14   stimme der vernunft †   16:37:37 | Dienstag, 1. Juli 2008
@Brandenburgis
In der Alten Kirche gab es sehr kleine und sehr große Bistümer
Ja, das hing immer davon ab, wieviele Neffen, Cousins und Schwippschwäger mit Bischofsstühlen zu versorgen waren.
In den Gegenden, in denen kein noch so verlotterter römischer Adeliger leben wollte, gab es daher große Bistümer, und in Italien gibt es Bischöfe in jedem Weiler, der etwas auf sich hält, weil die Päpste ja ihre ganze Sippschaft immer mit Pöstchen versorgen mussten.
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#13   Aleph †   14:58:34 | Dienstag, 1. Juli 2008
In Quadrate
Vielleicht sollte man die künftigen Bistümer als Quadrat in Erscheinung bringen.
Dann wären die Bistümer endlich: quadratisch, praktisch und ganz bestimmt auch gut.
Denn das Quadrat als geometrische Form ist ziemlich unmystisch.
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#12   Brandenburgis   14:13:12 | Dienstag, 1. Juli 2008
In der Alten Kirche gab es
sehr kleine und sehr große Bistümer. Vielleicht könnte man Köln in etwa 8 handlichere Bistümer gliedern.
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#11   stimme der vernunft †   14:03:38 | Dienstag, 1. Juli 2008
Naja das wertvollste
was gestohlen wurde, war eh das Reliquiar.
Bei den Reliquien kann man das ja machen wie man es in der gesamten Tradtion der Kirche schon immer gemacht hat: Man nimmt irgendein Stück alten Stoff oder alten Knochen und fertig ist die Reliquie.
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#10   RRR   13:59:35 | Dienstag, 1. Juli 2008
@ Brandenburgis
denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.
Und genau deswegen schaut es für Sie SEHR schlecht aus. Lesen Sie nur mal Ihre ganzen Postings hier.
Und noch allgemein:
Ich bin nicht für die Auflösung des Bistums Essen. Eher für die Einrichtung vieler neuer Bistümer. In Italien geht das auch. Es ist nicht erträglich, wenn Bistümer so groß sind, dass der Bischof nicht einmal mehr alle seine Priester persönlich kennen kann. Dort, wo ein Bischof meint, einen Weihbischof zu brauchen, müsste er konsequenterweise sagen: Das Bistum ist zu groß für mich, machen wir zwei draus.
Wie gesagt: In Italien sitzt alle 50 km ein Bischof, und in der frühen Kirche war das auch nicht anders. Wo das so ist, kann ein Bischof noch das sein, was er sein soll: Hirte und Seelsorger für die Gläubigen.
Aus Köln, Paderborn, München, Freiburg ließen sich problemlos je 3-4 Bistümer machen. Die Verwaltung kann ja dann trotzdem weiter nur an einem zentralen Standort sitzen.
Insofern: PRO ESSEN.
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#9   ExBochumer †   13:46:28 | Dienstag, 1. Juli 2008
Auch ich habe mich schon mehrfach …
in diesem Forum für eine Auflösung des „Bistums“ Essen ausgesprochen und für eine Rückführung der Gemeinden in die ursprünglichen Diözesen ausgesprochen.
Und nebenbei: Ein Bistum, das eine Belohnung von 300 EUR aussetzt macht sich lächerlich. Äußerst lächerlich.
Aber das liegt wohl in der Sache „Essen“ und in Personalien a la „Genn“ begründet.
Genn ist eine Lachnummer. Immer mehr und in zunehmendem Maße.
NB: Auch das Bistum Aachen könnte aufgelöst werden.
Die Einsparungspotentiale wären enorm. Leider haben das die Hierarchen aus Essen und Aachen bislang wohl nicht bedacht. – Aber nein doch – es geht ja um deren Köpfe bzw. Gehälter.
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#8   RJH   13:45:02 | Dienstag, 1. Juli 2008
In Gedenken an die 30 Silberlinge
Judaslohn, ist es eigentlich in der Tradition der Kirche strenger Brauch und Sitte keine Geschäfte um eine derartige Summe (oder auch das zehnfache davon, also halt alles wo die Zahl 30 darin auftaucht) abzuschliessen. Die Auslobung von 300 EURO ist daher entweder ein schlechter Scherz oder die völlige Ignoranz jeglicher Tradition.
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#7   Brandenburgis   13:36:57 | Dienstag, 1. Juli 2008
Der hl. Evangelist Lukas sagt:
Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.
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#6   RRR   13:34:14 | Dienstag, 1. Juli 2008
@ Brandenburgis
300 Euro entspricht exakt der Wertschätzung des Bistums Essen für den kirchlichen Glauben.
Interessant. Ihrer Meinung nach kann man also den Glauben in Geld umrechnen.
Wenn das Ihr Verständnis von Christentum ist, dann sind Sie definitiv kein Christ.
Und beim ewigen Gericht werden Sie sich noch wundern, wenn Christus vor Sie tritt und sagt: „Dich kenne ich nicht.“
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#5   Brandenburgis   13:23:44 | Dienstag, 1. Juli 2008
300 Euro
entspricht exakt der Wertschätzung des Bistums Essen für den kirchlichen Glauben.
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#4   RRR   13:21:38 | Dienstag, 1. Juli 2008
@ sacerdos helveticus
Vielleicht war es ja auch nur ein hundsordinärer Diebstahl.
Übrigens: In der Pfarrkirche St. Osram zu Holzhausen-Unterobertupfendorf ist gestern eine Leiter umgefallen, die der Hausmeister aufgestellt hatte, um eine Lampe zu reparieren. Erst vor 672 Jahren war die Pfarrei Holzhausen-Unterobertupfendorf von der Pfarrei St. Mickymaus zu Holzhausen-Oberobertupfendorf abgepfarrt worden. – Gläubige Frauen und Männer sehen in der umgestürzten Leiter einen Hinweis, dass der 672-jährige unnatürliche Zustand der Abpfarrung wieder rückgängig gemacht werden könnte. Das göttliche Zeichen scheint jedenfalls in dieser Sache eindeutig – war die Leiter doch ein Geschenk eines Zimmereibetrieb aus Holzhausen-Oberobertupfendorf.
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#3   sacerdos helveticus   13:12:08 | Dienstag, 1. Juli 2008
Omen?
Die in dem Reliquiar sich befindenden Reliquien sind Reliquien von Bistumspatronen bzw. Gründerbischöfen der drei Diözesen, die vor 50 Jahren jeweils einen Teil ihres Gebietes gaben, um das Bistum Essen zu gründen: Maternus (Köln), Liborius (Paderborn) und Liudger (Münster).
Dass gerade diese Reliquien verschwunden sind, hätte man in einer wundergläubigeren Zeit sicher als schlechtes Vorzeichen für die Zukunft des Bistums gedeutet. Vielleicht wird ja wirklich das Bistum Essen aufgelöst und sein Territorium wieder den ursprünglichen Diözesen zugeteilt und ein 50jähriges Intermezzo hätte sein Ende gefunden.
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#2   Nachtlaterne   13:03:24 | Dienstag, 1. Juli 2008
300 euro Belohnung?
Waren die Teile aus Plastik?
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#1   Aleph †   12:45:40 | Dienstag, 1. Juli 2008
Gleich drei Bischöfe
Jetzt sind drei Bischöfe verschwunden. Das Domkapitel hat einen Belohnung ausgesetzt.
Gewöhnlich reicht doch ein Bischof zur Leitung eines Bistums und jetzt sind gleich drei verschwunden. Hat sich das Domkapitel überhaupt Gedanken gemacht, wie die beim Wiederfinden finanziert werden sollen, zusätzlich zur ausgeschriebenen Belohnung?
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