(kreuz.net, Vatikan) Er ist neunzig Jahre alt. Doch nach Angaben der italienischen Webseite ‘Petrus’ hat
er sich die Wachheit und den Enthusiasmus eines Kindes bewahrt.
Luigi Kardinal Poggi war lange im diplomatischen
Dienst des Vatikan tätig und bekleidete zuletzt das Amt des vatikanischen Archivars und Bibliothekars.
Als der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II. im September 1978 zum Papst gewählt wurde, war er
gerade Nuntius in Warschau.
Kardinal Poggi hat nach der Liturgiereform nicht zum Novus Ordo von Paul
VI. gewechselt:
„Ich habe immer nach dem Meßbuch des Heiligen Papstes Pius V. zelebriert, welches das
Zweite Vatikanum nie abgeschafft hat“ – erklärte der Kardinal vor der Webseite ‘Petrus’.
Luigi Kardinal Poggi
Auf die Frage,
warum er entschieden habe, auch nach der Liturgiereform den Alten Ritus zu zelebrieren, sagt er:
„Niemand,
ich unterstreiche, niemand hat das Recht, die Tradition der Kirche auszulöschen, auch nicht das Zweite
Vatikanische Konzil, dem all mein Respekt gilt.“
Dieses Konzil habe den Alten Ritus nicht ersetzt, sondern
einfach einen weiteren hinzugefügt: „Wenn einige Bischöfe oder »eifrige Hirten« gedacht haben, daß
der Novus Ordo den Alten Ritus abgeschafft hätte, haben sie sich schwer getäuscht.“
Es stehe zwar nirgends
geschrieben, daß sich der Priester bei der Zelebration der Messe nach Osten richten müsse: „Aber mir
scheint das dennoch die richtigere und theologisch überzeugendere Haltung zu sein.“
„Der Priester ist
nicht der Hauptdarsteller der eucharistischen Handlung, sondern er spricht im Namen Christi und schaut
darum zum Kreuz und zur aufgehenden Sonne, das heißt, zum Wort.“
Besonders fasziniert den Kardinal bei
der Alten Messe der Eingangspsalm: „Introibo ad altare Dei“ – ich trete ein zum Altar Gottes.
Diese wunderschöne
Ausdrucksweise gibt – so der Kardinal – das Gefühl und die Vorstellung einer Prozession, des unwürdigen
Menschen, der zum göttlichen Opfer hinschreitet.
Doch noch mehr liebt der Kirchenfürst den folgenden
Teil: „ad Deum qui laetificat iuventutem meam“ – zu Gott, der meine Jugend erfreut:
„Das bringt die göttliche
Jugend zum Ausdruck – die Barmherzigkeit des Vaters, der seine Söhne im Glauben erneuert, indem er ihnen
die Jugend und Frische dessen gibt, der glaubt.“
„Der Alte Ritus betrachtet einen jungen Gott und bringt
die Schönheit eines spontanen Glaubens zum Ausdruck.“
Der Alte Ritus enthält – so der Kardinal – Elemente,
die „in der rationalistischen Schau des Neuen Ritus“ leider vernachlässigt werden: die Fähigkeit des
sich Wunderns, das Geheimnis, die Transzendenz.“
Im Interview wird der Kardinal mit der Meinung konfrontiert,
daß der Alte Ritus „antisemitisch“ sei. Seine Antwort:
„Sehen Sie, Ungenauigkeiten habe ich viele gehört,
aber diese Aussage stellt alles in den Schatten: Der tridentinische Ritus will die Juden nicht beleidigen,
sondern bittet einfach um die Bekehrung.“
Das gelte um so mehr, als Papst Benedikt XVI. „mit außerordentlich
gutem Verstand“ die Karfreitags-Bitte für die Juden überarbeitet habe:
In diesem Zusammenhang erlaube
ich mir festzuhalten, daß jeder Christ gerufen ist, den, der nicht an Christus glaubt, zu bekehren.“
Bezüglich der Piusbruderschaft hofft der Kardinal, daß es bald Frieden zwischen ihr und dem Vatikan
gibt: „Es hat keinen Sinn, getrennt zu leben.“
Darauf angesprochen, ob er sich jung fühle, antwortet
der greise Kardinal:
„Gewiß. Wie könnte ich anders mit einem Gott ‘qui laetificat juventutem meam’ –
der meine Jugend erfreut.“
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Die meisten alten Jahreszahlen kann man anzweifeln, je weiter sie in der Vergangenheit liegen, in der
wikipedia heißt es jedenfalls: Das traditionelle Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Zeitskala des
Römischen Kalenders, lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c., deutsch „von der Gründung der Stadt (Rom)
an“. Ausgrabungen auf dem Palatin brachten Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 vor Christus zutage; wahrscheinlich
wurden einige latinische und sabinische Dörfer dann um -800 (vielleicht durch Etrusker) zu einer Stadt
vereinigt. Und das paßt ja einwandfrei zur römischen Überlieferung vom Jahr 1 a.u.c. bzw. -753 der
D.E.Z. Jedenfalls besser eine alte Überlieferung als ein mehrere Jahrhunderte später, auf seltsamen
Weg errechnetes Geburtsjahr des göttliches Heilandes, welches sich als Zählung in Europa erst im II.
Hl. Römischen Reich Kaiser Karls I. („des Großen“) durchsetzte, also um 800 der D.E.Z. (Dionysios-Exiguus-Zeitrechnung),
und die dieser Mönch erstmals im Jahr 525 seiner Zeitrechnung vorgeschlagen hatte.
@Benedikt: Ist das ein Gegenargument gegen eine Gründung? Die USA und die EU haben auch ein Gründungsjahr,
mit dem Zusammenschluß der Gründungsdorfgemeinschaften, die EU 1993 in Ihrer D.E.Z.
@ Marcelus Nach dem Gründungsmythos vielleicht. Rom dürfte aus zusammenwachsenden Dörfern entstanden
sein. Sowas geschieht mit der Zeit und kann gar nicht exakt datiert werden geschweige denn, dass es irgendwer
zu tun versucht hätte.
@ Marcelus Es ist ja schön, dass Sie jetzt wissen, dass das genaue Geburtsdatum Jesu gar nicht bekannt
ist und ergo die Zeitrechnung gar nicht genau ist. Sie werden jedoch, wenn Sie Ihr Buch weiterlesen feststellen
müssen, dass auch das genaue Jahr der Gründung Roms nicht bekannt ist. Tragen Sie’s mit Fassung. Wenn
Sie diesbezüglich sicher gehen wollen, können Sie es übrigens mit der islamischen Zeitrechnung versuchen.
Deren Beginn im Jahr 622 kann als gesichert angesehen werden.
Sie können gerne mit D.E. annehmen, daß das Jahr 1 Christi Geburt ist, und für die Theorie des D.E.
Argumente sammeln. Aber warum sollte ein Mönch Jahrhunderte später das richtige Geburtsjahr herausberechnen.
„Christi Geburt“? Die nimmt man im Gegensatz zu Dionysios eher 7-4 vor der D.E.Z. (Dionysios-Exiguus-Zeitrechnung)
an. Die D.E.Z. weiß also nicht, welches Ereignis mit dem Jahr 1 gemeint ist, im Gegensatz zum Jahr 1
der Zeitrechung Roms.
@ Marcelus Wer hat Ihnen denn den Floh ins Ohr gesetzt, die Zeiten in römischer Zeitrechnung anzugeben?
Oder ist das ein Statement? Ist Ihnen „nach Christi Geburt“ nicht mehr gut genug?
a.u.c.? auch nicht durch Papst Paul VI. 2722/2723 A.U.C. (1969/1970 der Mönch-Dionysios-Jahreszählung),
und Papst Benedikt XVI. hat dies am 7. VII. 2760 A.U.C. (2007) in seiner großartigen Bulle bestätigt,
Wie albern ist das denn bitte?
Die kanonisierte Messe für alle Zeiten wurde auch niemals abgeschafft, auch nicht durch Papst Paul VI.
2722/2723 A.U.C. (1969/1970 der Mönch-Dionysios-Jahreszählung), und Papst Benedikt XVI. hat dies am
7. VII. 2760 A.U.C. (2007) in seiner großartigen Bulle bestätigt, und damit auch die Rechtmäßigkeit
Erzbischof Lefebvres, die weltweite FSSPX gegen ein despotisch gewordenes Papsttum zu gründen.
Anathasius 1957 In erlaubten Fällen dürfen Sie das Lachen wagen, aber bitte nicht so laut. Das könnte
als heidnisch gelten. Am besten eignen sich katholische Witze. Das ist die Gattung von von Witzen mit
der Holzhammer-Methode. Wer nicht drauf lacht, dezent natürlich, muss sich der Holzhammer-Behandlung
unterziehen…
können katholen auch lachen? was singt die braut am beginn der brautmesse? „wohin soll ich mich wenden,…“
was singt sie nach der trauungszeremonie? „betrachtend deine huld und güte…“ und am ende der brautmesse
vor dem auszug, nicht von schubert? „nun ist das lamm geschlachtet, das opfer ist vollbracht!“ lacht ein
wenig mehr und tuts net glei umdichten, davon habn wir mehr als genug in den gotteslobtexten!?!
Deo gratias für diesen Kardinal! Luigi Kardinal Poggi …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bpoggi.html
ist ein Held. Ich fordere jeden ‘Traditionalisten’ in Rom auf ihm unser Dank und unsere Bewunderung Ausdruck
zu verleihen. Dies wußte ich nicht. Sogar für ‘Karl Murx’ muß Poggi als gültiger Bischof gelten: er
wurde 1965 zum Bischof konsekriert (nach dem alten Pontificále Románum also). Also, bitte, warum nehmen
die FSSPX, Mel Gibson, FSSP keinen Kontakt mit diesem Giganten auf?! Daß er überhaupt nie aufgehört
hat, heißt daß er wohl zur ‘treuen’ Kurie-Gruppe gehört, von der Stickler immer wieder redete und von
der Kardinal Silvio Oddi (der das Assisi-Spektakel 1986 verurteilte) immer wieder sprach als er in Ecône
zu Besuch war.
Da wird die Milch im Kühlschrank sauer Ich kenne halt den gesamten Schubert und finde z. B. die G-Dur
Messe irgendwie liturgisch besser geeignet. Brandenburgis @ Wenn Sie das so sehen, okay. Trotzdem sollten
wir weiter versuchen fair zu diskutieren. Ich erlebe die Schubertmesse in G-Dur als abscheuliches Beispiel
zum schauerlichen festgottesdienstlichen Auftakt bei Pfarr- und anderen Wallfahrtsfesten mit daneben blasenden
Musikanten und einer grölenden Menschenansammlung die völlig deplaziert singt: „Wohin soll ich mich
wenden…“ Ja wohin soll man sich bei einem solch schlimmen Spektakel wenden? Da wird die Milch im Kühlschrank
sauer und man kann nur den lieben Gott bitten, er möge Oropax einlegen und das Getöse nur als lässliche
Sünde einstufen. Die Schubertmesse in G-Dur ist eine schlimme musikalische Form der liturgischen Massenabfertigung,
weil der deutsche Text den meisten geläufig ist. Das kann natürlich eine liturgische Rechtfertigung
sein.
@Aleph Keinesfalls. Ich kenne halt den gesamten Schubert und finde z. B. die G-Dur Messe irgendwie liturgisch
besser geeignet. Gern lasse ich mich aber z. B. auch in de Praxis eines besseren oder anderen belehren.
„Introibo“ … … Das Stufengebet der Alten Messe ist ein wunderbares Hinwenden zu Gott, ein Abwenden
von der Welt: „von frevelhaften Menschen rette mich … Du bist meine Stärke“. Eine Verwandlung, die
all die geschäftigen Dinge hinter sich lässt und die ganze Sammlung zu Gott hinwendet: „Send mir Dein
Licht und Deine Wahrheit … Vertrau auf Gott … Er bleibt mein Heiland und mein Gott“ Diesen Text kann
man in einer Abendmesse, wenn man die Kleinigkeiten des täglichen Lebens gerade hinter sich gelassen
hat, aus ganzem Herzen beten, aus ganzem Herzen mitlesen. Vollkommen unverständlich, wie man so einen
Text freiwillig weglassen kann.
Brandenburgis Sie wollen wohl anmerken, dass Sie schon einmal die As-Dur- oder Es-Dur-Messe im Chor erarbeitet
haben. Und wenn sollten Sie nach Möglichkeit nicht überheblich sein, als hätten sie die Weisheit und
das Wissen der ganzen Welt mit dem Schaumlöffel in sich aufgenommen…! :&)
Der tridentinische Ritus „Gegeben zu St. Peter in Rom, am 3. April, Gründonnerstag 1969,im sechsten Jahre
Unseres Pontifikates.“ Das „erneuerte römische Messbuch“ ist infolge der politischen Ereignisse das Ergebnis
der 68-er Kultur-Revolution und damit der Hinwendung zum revolutionärem Gedankengut. Wenn man nun meinen
möge, das wäre ein Pamphlet, so sei gesagt: Auch die französische Revolution kam im Mantel der „Brüderlichkeit“
daher, die es in Wahrheit nicht gibt. Die Rückkehr zum Alten Ritus macht die Sache sicherlich nicht einfach.
Aber „Bekehrung“ – wie unser Heiliger Vater sagt, gilt auch für die Juden. Das hat etwas mit Mut zu tun,
der der Welt entsagt. Er ist der Hirte, der uns zurückführt zu unserem Ursprung.
@Aleph Wie Sie wissen, interessiert mich der Vatikan nicht nennenswert. Jedenfalls erheblich weniger als
mich Schubert interessiert. Insoferne maße ich mir die Autorität des Urteils an.
@aleph Da Sie sich bei Schubert ein wenig auskennen: Im Zusammenhang mit Diskussionen über das Werk Franz
Schuberts ist neuerdings in Expertenkreisen auch von „rocket man“ die Rede. Ich dachte bislang, dieses
schöne Lied sei von Elton John und Bernie Taupin. Wissen Sie etwas über neuere Ergebnisse der Schubert-Forschung
diesbezüglich?
@aleph Das sind beides ganz großartige Werke! Ich gestehe, daß ich ein großer Schubert-Fan bin. Abends
spiele ich mir gerne auf dem Flügel aus meinem Lieblingsrepertoire vor, wozu neben Bachs Wohltemperiertem
Klavier auch Schuberts Impromptus und Moments musicaux gehören. Nachdem jetzt des Meisters im Kreise
seiner Kenner und Liebhaber hier in kreuz.net verschiedentlich gedacht wurde, werde ich den Abend mit
dem privaten Vortrag des Impromptu op. 142 Nr. 2 beschließen.
@aleph Ich bin erleichtert. Es gibt von Schubert bedeutendere Musik als die Deutsche Messe. So etwa das
Streichquintett C-Dur, inbesondere der zweite Satz. Aber ich gestehe, daß mich einige Teile der Deutschen
Messe (ich habe die Texte hier hingeschrieben) von Kindheit an bis heute immer sehr bewegt haben und ich
mich dessen auch nicht schäme.
alter Rheinländer Ihre Absicht, ist unschwer zu erkennen. Trotzdem meine ich, das man beim Hören „glaubensstarker
Musik“ nicht mehr glauben muss. Das übernimmt dann wohl die Musik. Wer aber die ominöse Schubertmesse
allerhöchste Weihen zu erkennt, fügt sich selber riesigen Imageschaden zu. Vielleicht braucht der/diejenige
den kompletten Schaden…
@aleph Wenn mein Eintrag gemeint ist: Ich habe nicht von glaubensstarker Musik gesprochen, sondern von
einem glaubensstarken Musikexperten, den ich dann zitiert habe. Ich möchte nicht von „Fundis“, „Tradis“,
Katholibans“ sprechen, sondern pflege die Schreiber, die anderweitig mit solchen Begriffen belegt werden,
mit einem Adjektiv zu bezeichnen, das in diesen Kreisen gelegentlich beansprucht wird, nämlich „glaubensstark“.
Ich möchte auf keinen Fall beleidigende Entstellungen von Nicknamen oder herabwürdigende Gruppenbezeichnungen
vewenden. Es ist schwierig, einen neutralen Begriff für diejenigen Schreiber zu verwenden, deren Tendenzen
leicht einzuschätzen, aber schwer zu umschreiben sind. Hoffentlich habe ich mich verständlich ausgedrückt,
aber einfacher kann ich es nicht.
Glaubensstarke Musik Was soll der leere Ausdruck „glaubensstarke Musik“, demzufolge müsste es auch die
„glaubensschwache Musik“ geben. Bedeutet „glaubensstarke Musik“ womöglich, dass dabei nicht mehr geglaubt
zu werden braucht, wenn man sie anhört… LOL O:O
Immer im Tridentinischen Ritus? Wenn der Hochwürdigste Herr immer im Tridentinischen Ritus zelebriert
hat, dann hat er wohl immer Privatmessen gefeiert.
@Amanda Dem HBR mangelt es offensichtlich an (liturgischem) Verständnis… Aber im Gegenteil. Das Problem
bei der Tridentina ist doch, dass der Priester vorne irgendetwas macht, während die Gemeinde nicht beteiligt
ist. Zum Beispiel das Hochgebet. In der Tridentina hingegen macht der Priester vorne am Altar irgendetwas.
Da das Hochgebet leise und der Rest in einer fremden Sprache gebetet wird, bekommt der Gläubige davon
kaum etwas mit. Folgerichtig ist gerade die Tridentina extrem priesterzentriert. Der Priester steht dort
im Mittelpunkt. In der ordentlichen Messe hingegen ist die Gemeinde das Zentrum, die sich zusammen mit
dem Priester im Namen des Herrn versammelt. Der Priester tritt auch dadurch etwas in den Hintergrund,
in dem Laien in der Liturgie eine Rolle spielen, während sie in der Tridentina ganz klar vom Priester
und seiner Nostalgieshow getrennt sind.
der Artikel beschreibt hinreichend fast alles, wofür die trid. Liturgie steht. Gibt es noch mehr solcher
Priester? Sicherlich nicht in der V-II Kirche. oder doch? Das läßt Hoffnung aufkommen – vielleicht sogar
im Ruhrgebiet??? Im Herzen Deutschlands???
@ RRR Vorsicht! Dann kommt aber gleich wieder die „theologische“ Argumentation, dass es gar nicht auf
die biblischen Texte ankommt, sondern auf die durchs Lehramt begründete Tradition, die natürlich lateinisch
ist!
@ Brandenburgis Abgesehen davon, daß ein deutsches Sanctus in der Messe NICHTS ZU SUCHEN HAT!!!!!!!!!!!!!!!!
Auch das Lateinische hat dort nichts zu suchen. Das ist ja nur ein lumpige Übersetzung eines biblischen
Textes (Jes 6) – und der ist nun mal Griechisch resp. Hebräisch. Von „Sanctus“ ist in der Bibel keine
Rede.
So spricht der glaubensstarke Musik-Experte: Die Priester, die solches gestatten, müssen unverzüglich
gemaßregelt, im Widerholungsfalle ertränkt werden.
wems gefällt… für mich stellt sich die Frage, ob die Sehnsucht nach immer derselben Form der Anbetung
eine berechtigte ist, oder nicht vielmehr einen Unwillen und eine Ignoranz aufwirft gegenüber anderen
Wegen Gott zu erfahren und ihm nahe zu sein. Was hat denn nun Gott auch davon, wenn ihm da Menschen lautstark
seine Heiligkeit anpreisen? Das tun sie doch im Grunde nur für sich selbst und Gott muss dabei mitspielen.
Da traue ich Menschen mehr, die eine intuitive und stille Beziehung zu Gott haben, die keiner bestimmten
Rituale mehr bedarf, weil sie darüber erhaben ist.
Schubert, M. Haydn Wenn Tradis jetzt der – oft falschverstandenen und verkitschten – Schubertmesse oder
Michael Haydn’s „Staubmesse“ hinterherrennen, braucht man sie wahrhaftig nicht mehr ernst zu nehmen. Dann
ist Traditum nur wahnwitziger, nostalgischer Edelkitsch ohne Hirn. Diese „Messen“ waren rührseliger Gesang
„zur“ Messe und keine liturgische Handlung im vorkonziliaren Verständnis. Aber dies rührselige Gesäusel
erwartet wohl nicht, ernst genommen zu werden. Da fahrt mal lieber mit Palestrina auf, Ihr Obertradis,
aber viele Hohlköpfe bei Euch scheinen die ach so verehrte alte Liturgie wohl selbst nicht zu verstehen,
sondern bestenfalls alte Vorurteile über schlimmste Auswüchse „katholischer Messe“ bestätigt sehen
zu wollen.
Es gibt leider mindestens 1.000 Sanctus, die geeigneter sind! Abgesehen davon, daß ein deutsches Sanctus
in der Messe NICHTS ZU SUCHEN HAT!!!!!!!!!!!!!!!!
Schuberts Musik Wer dieses Heilig von Schubert schon einmal mit Orchester und Chor gesungen hat…und
wer ein solches Stück mitempfunden, gehört hat – wer da nichts von Gott, von seiner Größe spürte,
ja dem ist leider nicht zu helfen.
Nur um das klarzustellen, Schubert war eines der größtes Genies der Weltgeschichte, ich neige dazu,
ihn teilweise sogar über Bach zu stellen. Doch gehören weder die „Deutsche Messe“ noch die „Deutsche
Trauermesse“ in die eigentliche Liturgie hinein. Ich empfehle die G-Dur Messe, die As-Dur-Messe und unzählige
liturgische Stücke, die ich hier gern nenne. Ich glaube auch nicht, daß mit einer Neutextierung viel
geholfen ist. Wer allerdings Sacro-Pop in der Messe einsetzt, der ist kriminell. Am schlimmsten ist Sacro-Pop
in Kinder- und Familienmessen. Die Priester, die solches gestatten, müssen unverzüglich gemaßregelt,
im Widerholungsfalle ertränkt werden.
Schubert, Deutsche Messe Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig, heilig ist
nur Er, Er, der nie begonnen, Er der immer war, ewig ist und waltet, sein wird immer dar. Heilig, heilig,
heilig, heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig, heilig ist nur Er. Allmacht, Wunder, Liebe, Alles
ringsum her! Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!
Schubert Auf jeden Fall sind mir die Schubert-Melodien trotz schwächerenTextes, der halt nicht sehr liturgisch
ist, bei Weitem lieber als protestantisch-spröde und rhythmisch sperrige Melodien aus dem deutschsprachigen
Norden. Schuberts Musik atmet mystisch-katholisch, slawisch-angehaucht durch die Herkunft seiner Familie
aus Mähren. Diese Musik empfanden die 68er leider als sentimental, altmodisch, überholt. Doch wohin
die Sacro-Pop Lieder der 68er hingekommen? Wer kennt und kann noch die alten Melodien der „Jazzmessen“?
Deren musikalische Oberflächlichkeiten und deren so herrlich-poetischen Texte haben die Zeiten ins 3.
Jahrtausend – Deo gratias – nicht mehr erleben können (Danke für diesen guten Morgen, danke für …).
Danke.
Grauenhafter Gefühlsmischmasch Die Schubert Messe braucht unbedingt einen neuen Text, damit die Musik
wenigstens einigermaßen erträglich wird. Sie müsste sonst aus dem Verkehr gezogen werden. „Herr, du
hast mein Flehn vernommen slig pochts in meiner Brust…“ Das ist doch grauenhafter Gefühlsmischmasch!
Schubert, Deutsche Messe Zum Eingang Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?
Wem künd’ ich mein Entzücken, wenn freudig pocht mein Herz? Zu dir, zu dir, o Vater, komm ich in Freud’
und Leiden, du sendest ja die Freuden, du heilest jeden Schmerz. Ach, wenn ich dich nicht hätte, was
wär’ mir Erd’ und Himmel? Ein Bannort jede Stätte ich selbst in Zufalls Hand. Du bist’s, der meinen
Wegen ein sich’res Ziel verleihet, und Erd’ und Himmel weinet zu süßem Heimatland.
„Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott, der mich erfreut von Jugend an !“ Welch süße Worte aus
der Jugendzeit, die mir noch mit der ganzen Atmosphäre der alten Messe in Erinnerung sind, die kleine
Kirche „Maria Lourdes“ in Wien dicht gedrängt voll war, nur ganz wenige zur Kommunion am mit einem Tuch
gedeckten „Speisgitter“ gingen und wo ich nach erster Beichte und Kommunion wie auf Wolken auf zu meinen
Platz in die Kirchenbank schwebte. Ich sehne mich nach der obligatorischen Schubert-Messe mit „Wohin soll
ich mich wenden?“ am Anfang und „Herr Du hast mein Fleh’n vernommen!“ am Schluss! Was ist aus dieser Kirche
geworden? Ein Steigbügelhalter und Papst-Orden-Lieferant für die Abtreibungs-Ideologen! Um dem Feministen-Netzwerk
„Katholische Aktion“, „Katholische Frauenbewegung“, „Aktion Leben Österreich“ innerhalb der Kirche zu
gefallen verrät der Oberhirte Schönborn sein Schafe, treibt sie dem Lohnschlächter zu und läßt die
jahrzehntelange, lau genug betreibene Forderung nach Trennung von abtreibendem und beratendem Arzt fallen –
gedrängt von seiner Nichte, der „Lebensschutzbeauftragten der Erzdiözese Wien“, Stephanie Merckens,
die eng mit der „Aktion Leben“ zusammenarbeitet! Schon Mitte dieses Jahrhunderts werden nach Prognose
des „Vienna Institute of Demograhie“ die Moslems die Mehrheit der Kinder bis zu 15 Jahren stellen. Ende
des Jahrhunderts sind die „Christen“ ein „Auslauf-Modell“ in Österreich! Herr erbarme Dich des Wiener
Stephansdoms, wo es dann keine Homo-Segnungen und im benachbarten Diözesan-Museum keine Blasphemien mehr
geben wird!
@ stimme… Das liturgische Verständnis ist dabei doch so einfach. Die Sonne ist das Wort Gottes, und
das betet man während der Messe an. Oder so ähnlich. Beten Sie darum, dass ein Lichtstrahl dieser Sonne
Ihre grauen Zellen erreicht. Hilfreich wäre das.
Tradition wurde nicht ausgelöscht, sondern neu gefasst „Niemand […] hat das Recht, die Tradition der
Kirche auszulöschen, auch nicht das Zweite Vatikanische Konzil, dem all mein Respekt gilt.“ Dieses Konzil
habe den Alten Ritus nicht ersetzt, sondern einfach einen weiteren hinzugefügt: „Wenn einige Bischöfe
oder »eifrige Hirten« gedacht haben, daß der Novus Ordo den Alten Ritus abgeschafft hätte, haben sie
sich schwer getäuscht.“ Da kennt der Kardinal seine Kirche schlecht. Ich sehe es ihm nach – und zitiere:
APOSTOLISCHE KONSTITUTION Einführung des gemäß Beschluss des zweiten Vatikanischen Konzils erneuerten
Römischen Messbuches […] Wie aus der Apostolischen Konstitution „Quo primum“ Unseres Vorgängers, des
heiligen Pius V., hervorgeht, hatten schon nach dem Konzil von Trient zur Revision des Römischen Meßbuches
das Studium und der Vergleioch der alten Handschriften, die sich in der Vatikanischen Bibliothek befanden
oder die von überall her hinzugezogen wurden, nicht wenig beigetragen. Inzwischen sind sowohl älteste
liturgische Quellen neu erschlossen […] Die Bestimungen dieser Konstitution treten am 30. November,
dem ersten Adventssonntag dieses Jahres, in Kraft. Unsere Anordnungen und Vorschriften sollen jetzt und
in Zukunft gültig und rechtskräftig sein, unter Aufhebung jedweder entgegenstehender Konstitutionen
und Verordnungen Unserer Vorgänger sowie aller übrigen Anweisungen, welcher Art sie auch seien. Gegeben
zu St. Peter in Rom, am 3. April, Gründonnerstag 1969,im sechsten Jahre Unseres Pontifikates. Paulus
PP. V…
Ganz einfach Das liturgische Verständnis ist dabei doch so einfach. Die Sonne ist das Wort Gottes, und
das betet man während der Messe an. Oder so ähnlich.
Wohlgemeinter Ansatz HBR: Jetzt wurde im ersten Beitrag dazu aufgerufen, sich den Kardinal wegen seiner
Treue zum alten Ritus zum Vorbild zu nehmen und gleich machen Sie diese wohlgemeinten Ansätze zunichte.
Wie finde ich denn das…?
Wie scheinheilig ist denn dieses Argument? „Der Priester ist nicht der Hauptdarsteller der eucharistischen
Handlung, sondern er spricht im Namen Christi und schaut darum zum Kreuz und zur aufgehenden Sonne, das
heißt, zum Wort.“ Der Priester stellt sich ja gerade in den Mittelpunkt, wenn er der Gemeinde den Rücken
zudreht. In sofern ist dieses Argument des Kardinals etwas scheinheilig