Die Herren des Konzils
Papst Paul VI. fürchtete sich sehr davor, daß man auf dem Konzil Luther zur Heiligsprechung vorschlagen würde. Aus den Memoiren eines Kardinals.
(kreuz.net) „Papst Pius XII. hatte beschlossen, daß ich sein Nachfolger werden sollte. Er bereitete mich
mit der gleichen Methode darauf vor, die Pius XI. bei ihm angewendet hatte: mit der Anvertrauung von Auslandsmissionen“.
Das Zitat stammt aus dem Buch „Giuseppe Siri, le sue immagini, le sue parole – il cammino pastorale e umano di una delle personalità cattoliche più rappresentative XX secolo“ – Giuseppe Siri, seine Bilder, seine Worte – der pastorale und menschliche Weg einer der repräsentativsten katholischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Das Werk ist im italienischen Verlag ‘De Ferrari’ erschienen. Autoren sind der Vatikanist Benny Lai und die Journalistin Annamaria Scavo.
Giuseppe Kardinal Siri († 1989) war von 1946 bis 1987 Erzbischof von Genua. Auf dem Zweiten Vatikanum war er ein Vertreter der katholischen Minderheit, die der liberalen Konzilsmehrheit unterlag.
Während einer Reise, die er im Auftrag von Paul VI. nach Rußland unternahm, erklärte Kardinal Siri:
„Man muß die Sowjets verstehen. Ich habe sie seit dreißig Jahren verstanden. Ich habe die »Ostpolitik« begonnen, weil man in der UdSSR genau weiß, daß ich der größte Feind des Kommunismus bin. Aber sie wissen, daß ich über die Dinge nachdenke, überlege. Man muß mit allen ehrlich sein.“
Der Kardinal zeichnete sich immer durch eine offene Darlegung der Sachverhalte aus:
„Die gegenwärtige Situation der Kirche ist eine der schwersten in der Geschichte. Dieses Mal geht es nicht um eine äußere Verfolgung, sondern um eine Pervertierung von Innen“ – erklärte er in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanum.
Auch über die Wahl von Johannes Paul II. im Jahr 1978 nahm er kein Blatt vor den Mund:
„Als ein nicht-italienischer Papst gewählt wurde, der aus einem kommunistischen Land stammte, waren die Kardinäle über das, was geschehen war, erschüttert.
Wojtyla ist immer ein »Herumreiser« gewesen. In Krakau zog er als Alpinist gekleidet mit einem Rucksack los. Er wanderte dann durch das Tatra-Gebirge, zwei Wochen lang.“
Die theologische Ausrichtung von Kardinal Siri: „Die Theologen der Vergangenheit, die ich am meisten achte, sind Thomas von Aquin und Augustinus. Von den Lebenden schätze ich eigentlich keinen.“
Über das Zweite Vatikanum hatte er „wenige und einfache Ansichten“.
Der Kardinal war nicht prinzipiell gegen die neuen Problematiken, die er für „schicksalsträchtig und unvermeidlich“ hielt, sofern die Integrität des Glaubens und des kirchlichen Lehramtes respektiert würden.
„Die Franzosen und die Deutschen verhielten sich auf dem Zweiten Vatikanum wie die Herren des Konzils. Der Priester, der das Projekt des deutschen Bischöfe vortrug, war Joseph Ratzinger“ – erinnerte sich Kardinal Siri später.
„Das Konzil war ein Kampf zwischen Horatiern und Kuriatiern. Von der anderen Seite möchte ich keine Namen nennen. Auf dieser Seite standen: [Kardinal Alfredo] Ottaviani, [Kardinal Michael] Browne, [Kardinal Ernesto] Ruffini und ich. Paul VI. fürchtete sich sehr davor, daß man auf dem Konzil Luther zur Heiligsprechung vorschlagen würde.“
Der Kardinal wußte auch um seine zahlreichen Feinde: „Ich bin das am meisten verleumdete Mitglied des Heiligen Kollegiums, der Buhmann schlechthin, und ich warte auf die Morgenröte besserer Tage. Die Idee, der Welt entgegenzugehen, indem man das, was bitter und hart ist, versüßt und weich macht, ist eine Kapitulation, keine Schlaumeierei.“
Den französischen Philosophen Jacques Maritain († 1973) hielt Kardinal Siri für einen bedeutenden Denker: „Aber er kann nicht ein Führer der Kirche sein. Ich habe das zu Paul VI. gesagt, der von Maritain alles annahm.“
Beeindruckend sind auch die Erinnerungen, die Kardinal Siri über die Päpste hatte: „Wenn er in der Öffentlichkeit sprechen mußte, wurde Pius XII. weiß wie ein Leintuch.“
Über Papst Johannes XXIII.: „Ich war der erste Präsident der italienischen Bischofskonferenz. Während der Treffen saßen Roncalli und ich von Amtes wegen nebeneinander. Er wiederholte immer: »Ich sage das, was der Kardinal von Genua sagt«.“
„Roncalli war mir wohlgesonnen, weil er in Venedig ein ziemliches finanzielles Problem zu lösen hatte. Er wandte sich an mich. Ich übernahm die Angelegenheit und führte sie zu einem guten Ende. Nach dem Konklave erwartete er, daß ich nach Rom kam, wenn ihm etwas auf dem Magen lag.“
Zu Papst Johannes Paul I.: „Vor dem Konklave, in dem er zum Papst gewählt wurde, hätte niemand daran gedacht, daß Luciani Papst werden würde.“
Das Zitat stammt aus dem Buch „Giuseppe Siri, le sue immagini, le sue parole – il cammino pastorale e umano di una delle personalità cattoliche più rappresentative XX secolo“ – Giuseppe Siri, seine Bilder, seine Worte – der pastorale und menschliche Weg einer der repräsentativsten katholischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Das Werk ist im italienischen Verlag ‘De Ferrari’ erschienen. Autoren sind der Vatikanist Benny Lai und die Journalistin Annamaria Scavo.
Giuseppe Kardinal Siri († 1989) war von 1946 bis 1987 Erzbischof von Genua. Auf dem Zweiten Vatikanum war er ein Vertreter der katholischen Minderheit, die der liberalen Konzilsmehrheit unterlag.
Während einer Reise, die er im Auftrag von Paul VI. nach Rußland unternahm, erklärte Kardinal Siri:
„Man muß die Sowjets verstehen. Ich habe sie seit dreißig Jahren verstanden. Ich habe die »Ostpolitik« begonnen, weil man in der UdSSR genau weiß, daß ich der größte Feind des Kommunismus bin. Aber sie wissen, daß ich über die Dinge nachdenke, überlege. Man muß mit allen ehrlich sein.“
Der Kardinal zeichnete sich immer durch eine offene Darlegung der Sachverhalte aus:
„Die gegenwärtige Situation der Kirche ist eine der schwersten in der Geschichte. Dieses Mal geht es nicht um eine äußere Verfolgung, sondern um eine Pervertierung von Innen“ – erklärte er in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanum.
Auch über die Wahl von Johannes Paul II. im Jahr 1978 nahm er kein Blatt vor den Mund:
„Als ein nicht-italienischer Papst gewählt wurde, der aus einem kommunistischen Land stammte, waren die Kardinäle über das, was geschehen war, erschüttert.
Wojtyla ist immer ein »Herumreiser« gewesen. In Krakau zog er als Alpinist gekleidet mit einem Rucksack los. Er wanderte dann durch das Tatra-Gebirge, zwei Wochen lang.“
Die theologische Ausrichtung von Kardinal Siri: „Die Theologen der Vergangenheit, die ich am meisten achte, sind Thomas von Aquin und Augustinus. Von den Lebenden schätze ich eigentlich keinen.“
Über das Zweite Vatikanum hatte er „wenige und einfache Ansichten“.
Der Kardinal war nicht prinzipiell gegen die neuen Problematiken, die er für „schicksalsträchtig und unvermeidlich“ hielt, sofern die Integrität des Glaubens und des kirchlichen Lehramtes respektiert würden.
„Die Franzosen und die Deutschen verhielten sich auf dem Zweiten Vatikanum wie die Herren des Konzils. Der Priester, der das Projekt des deutschen Bischöfe vortrug, war Joseph Ratzinger“ – erinnerte sich Kardinal Siri später.
„Das Konzil war ein Kampf zwischen Horatiern und Kuriatiern. Von der anderen Seite möchte ich keine Namen nennen. Auf dieser Seite standen: [Kardinal Alfredo] Ottaviani, [Kardinal Michael] Browne, [Kardinal Ernesto] Ruffini und ich. Paul VI. fürchtete sich sehr davor, daß man auf dem Konzil Luther zur Heiligsprechung vorschlagen würde.“
Der Kardinal wußte auch um seine zahlreichen Feinde: „Ich bin das am meisten verleumdete Mitglied des Heiligen Kollegiums, der Buhmann schlechthin, und ich warte auf die Morgenröte besserer Tage. Die Idee, der Welt entgegenzugehen, indem man das, was bitter und hart ist, versüßt und weich macht, ist eine Kapitulation, keine Schlaumeierei.“
Den französischen Philosophen Jacques Maritain († 1973) hielt Kardinal Siri für einen bedeutenden Denker: „Aber er kann nicht ein Führer der Kirche sein. Ich habe das zu Paul VI. gesagt, der von Maritain alles annahm.“
Beeindruckend sind auch die Erinnerungen, die Kardinal Siri über die Päpste hatte: „Wenn er in der Öffentlichkeit sprechen mußte, wurde Pius XII. weiß wie ein Leintuch.“
Über Papst Johannes XXIII.: „Ich war der erste Präsident der italienischen Bischofskonferenz. Während der Treffen saßen Roncalli und ich von Amtes wegen nebeneinander. Er wiederholte immer: »Ich sage das, was der Kardinal von Genua sagt«.“
„Roncalli war mir wohlgesonnen, weil er in Venedig ein ziemliches finanzielles Problem zu lösen hatte. Er wandte sich an mich. Ich übernahm die Angelegenheit und führte sie zu einem guten Ende. Nach dem Konklave erwartete er, daß ich nach Rom kam, wenn ihm etwas auf dem Magen lag.“
Zu Papst Johannes Paul I.: „Vor dem Konklave, in dem er zum Papst gewählt wurde, hätte niemand daran gedacht, daß Luciani Papst werden würde.“
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Samstag, 12. Juli 2008 17:16
Marcelus: @Protestant: Die Teilnehmer sämtlicher Konzilien beschließen die Konzilsbeschlüsse nach ihrer
persönlichen Gewissensentscheidung,
und der Papst muß jedem Konzil und dessen Beschlüssen zustimmen, damit ein Konzil auch Gültigkeit erlangt,
und das gilt auch für die Beschlüsse des derzeit letzten Dogmenkonzils Vaticanum I (in den Jahren 2622-2623 seit Gründung der Stadt Rom),
das nämlich unter Anleitung des Papstes und des Heiligen Geistes beschlossen hat, daß die Kirche auch Dogmen nur durch den Papst alleine verkünden kann, und hierfür kein Papstkonzil benötigt.
Ein Konklave lässt sich jedoch manipulieren
…genauso wie das 1. Vat.Konzil auf dem sich Papst Pius die päpstliche Unfehlbarkeit erkauft hat!
und der Papst muß jedem Konzil und dessen Beschlüssen zustimmen, damit ein Konzil auch Gültigkeit erlangt,
und das gilt auch für die Beschlüsse des derzeit letzten Dogmenkonzils Vaticanum I (in den Jahren 2622-2623 seit Gründung der Stadt Rom),
das nämlich unter Anleitung des Papstes und des Heiligen Geistes beschlossen hat, daß die Kirche auch Dogmen nur durch den Papst alleine verkünden kann, und hierfür kein Papstkonzil benötigt.
Ein Konklave lässt sich jedoch manipulieren
…genauso wie das 1. Vat.Konzil auf dem sich Papst Pius die päpstliche Unfehlbarkeit erkauft hat!
Freitag, 11. Juli 2008 13:49
Przybislav Iamesseblo: Protestant: sie tun Ihrem Namen keine Ehre an
ich kenne etliche evangelische Theologen und schätze bei ihnen die Redlichkeit mit welcher sie einen für mich falschen Standpunkt vertreten. Mit Ihrem dummen Geschwätz tun Sie aber dem Protestantismus keine Ehre an
Freitag, 11. Juli 2008 13:18
Protestant: @przybislav…
Ein Konklave lässt sich jedoch manipulieren
…genauso wie das 1. Vat.Konzil auf dem sich Papst Pius die päpstliche Unfehlbarkeit erkauft hat!
…genauso wie das 1. Vat.Konzil auf dem sich Papst Pius die päpstliche Unfehlbarkeit erkauft hat!
Freitag, 11. Juli 2008 13:11
Przybislav Iamesseblo: Dani California: wunderbarer Name
ich Stelle einfach fest, dass sich ein Frevler für das Amt eines Papstes nicht eignet. Ein Konklave lässt sich jedoch manipulieren und dasjenige von 1958 wurde es auch. Alles !ubrige können Sie in anderen Stellungnahmen nachlesen. Eine Wiederholung erübrigt sich
Donnerstag, 10. Juli 2008 06:24
Dani California: Przybislav Iamesseblo schrieb:
offrenbar haben Sie eine Direktverbindung zum heiligen Geist.
Sie offenbar auch, Ihrer Aussage nach zu urteilen:
Eines ist sicher, mit Siri wäre die Kirche besser gefahren
Hmmm … man hat damals halt einfach den unverschämten Fehler gemacht, SIE nicht vorher zu fragen… Donnerwetter aber auch … Wieder ne Chance vertan …
Sie offenbar auch, Ihrer Aussage nach zu urteilen:
Eines ist sicher, mit Siri wäre die Kirche besser gefahren
Hmmm … man hat damals halt einfach den unverschämten Fehler gemacht, SIE nicht vorher zu fragen… Donnerwetter aber auch … Wieder ne Chance vertan …
Mittwoch, 9. Juli 2008 21:45
Przybislav Iamesseblo: appius. Direktverbindung
offrenbar haben Sie eine Direktverbindung zum heiligen Geist. Für mich ist jedoch eine soziologische Erklärung für die Nichtwahl Siris glaubwürdiger
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