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Mittwoch, 2. Juli 2008 16:14
Zur Frage des Ultimatums von Kardinal Castrillón Hoyos
Die offizielle Stellungnahme der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. zu den fünf Bedingungen des Vatikan im Hinblick auf eine Wiederversöhnung. Der Wortlaut.
(kreuz.net) Am 4. Juni 2008 hat sich Mons. Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., begleitet von Pater Alain-Marc Nély, dem zweiten Generalassistenten der Bruderschaft, auf die Bitte von Kardinal Dario Castrillón Hoyos, Präsident der päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, nach Rom begeben.

Im Verlauf der Unterhaltung hat ihm der Kardinal ein Memorandum in Form eines Ultimatums überreicht und gefordert, bis zum Ende des Monats Juni darauf zu antworten.

Am 23. Juni machte die italienische Tageszeitung ‘Il Giornale’ entgegen der gebräuchlichen Umgangsform die Existenz dieses Ultimatums bekannt und gab am folgenden Tag in ihrer elektronischen Ausgabe den Inhalt preis.

Die Information wurde in den folgenden Tagen durch die gesamte internationale Presse aufgegriffen. So kam zur Dringlichkeit des Ultimatums der Druck der Massenmedien hinzu.

Das Dokument von Kardinal Castrillón Hoyos stellt fünf Forderungen auf: Außer einer positiven Antwort vor Ende Juni muß sich die Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Person ihres Generaloberen zu Folgendem verpflichten:

1. zu „einer der Großherzigkeit des Papstes entsprechenden Antwort“;

2. zum „Vermeiden jeder öffentlichen Stellungnahme, welche die Person des Heiligen Vaters nicht respektieren würde und die negativ wäre für die kirchliche Liebe“;

3. zum „Vermeiden der Anmaßung eines über dem Heiligen Vater stehenden Lehramtes und der Darstellung der Bruderschaft als in Opposition zur Kirche stehend“;

4. „den Willen zu bezeugen, in aller kirchlichen Liebe ehrlich zu handeln und in der Ehrfurcht vor der Autorität des Stellvertreters Christi“.

Man sieht, wie der sehr allgemeine, um nicht zu sagen ungenaue Charakter der vorgebrachten Forderungen sich bemerkenswert abhebt von der Dringlichkeit des Ultimatums.

Diese Bedingungen scheinen eher ein günstiges Klima für einen zukünftigen Dialog im Auge zu haben als genaue Verpflichtungen bezüglich feststehender Punkte.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wünscht, daß dieser Dialog im lehrmäßigen Bereich geführt werde und alle Fragen einschließt, welche, wenn sie umgangen würden, das Risiko eines in der Überstürzung erarbeiteten kirchenrechtlichen Status nichtig machen würden.

Sie glaubt, daß die Zurücknahme der Exkommunikationsdekrete des Jahres 1988 die ruhige Gelassenheit eines solchen Dialoges begünstigen würde.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. maßt sich nicht an, ein über dem Heiligen Vater stehendes Lehramt auszuüben, noch sucht sie sich der Kirche zu widersetzen.

In der Nachfolge ihres Gründers will sie weitergeben, was sie selbst empfangen hat, das heißt, „was immer, was überall und was von allen geglaubt worden ist“.

Sie macht das Glaubensbekenntnis von Erzbischof Lefebvre vom 24. September 1975, das er an Paul VI. richtete, zum ihrigen:

„Jesus Christus hat seinem Stellvertreter das Amt übertragen, seine Brüder im Glauben zu stärken und ihn beauftragt, darüber zu wachen, daß jeder Bischof das Glaubensgut treu bewahrt, gemäß den Worten des hl. Paulus an Timotheus.“

In diesem Sinn hat Mons. Fellay am Donnerstag, dem 26. Juni 2008 auf das Ultimatum hin Papst Benedikt XVI. geantwortet.

Kardinal Castrillón Hoyos hat am Tag darauf einfach den Eingang dieser Antwort bestätigt.

Bis auf weitreichendere Informationen wird es keinen Kommentar geben.

Menzingen, am 1. Juli 2008

© Bilder: fsspx.info
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 35 Lesermeinungen:
Freitag, 4. Juli 2008 11:18
Müller: @Natürlicher Betrachter:
Ich weiß schon, was Sie meinen, aber ein Kreuzzug war und ist ein Kampf für das Kreuz (gegen die ungläubigen), wenn ich das Recht verstehe.
Also bleibt alles beim Alten: Rom als Sitz des Antichristen… Erinnert mich irgendwie an die Geschichte mit dem Geisterfahrer auf der Atobahn…
Freitag, 4. Juli 2008 11:14
Pius XII: Es geht um den Stil, nicht um den Inhalt
Es geht lediglich darum, dass seitens der Priesterbruderschaft die Wahrheit nicht mehr gesagt werden darf, z.B. über die Irrlehren des modernistischen Rom.

Quatsch! Es soll nur in einem freundlichen, akademischen Tonfall gesagt werden. Was zwar für das Generalhaus eine Selbstverständlichkeit ist, aber leider ein paar Etagen tiefer gern mißachtet wird – zum Schaden der FSSPX selbst.
Donnerstag, 3. Juli 2008 18:11
Nun, ich vermute, dass Pater Schmittberger folgendes meint: Er will die gerechte Rückeroberung des wahren Glaubens vorantreiben. Die Kreuzzüge waren eine gerechte Sache. Ja, über die Aussführung, womit die Kirche nicht einverstanden war, müssen wir nicht disskutieren.
Es ist ein Kreuzzug mit Gebet und Opfer.

KarlJosef
Aber dass die Petrusburderdschaft die Pflicht hat, die neue Messe zu akzeptieren und dass Rom in die Führung eingegriffen hat ist ihnen wohl bewusst!?

Ich bin auch der Meinung, dass nichts überstürzt werden dar. Aber trotzdem muss das II.Vaticanum mal auf den Tisch.
Donnerstag, 3. Juli 2008 14:36
Müller: Kath.net zitiert:
Wörtlich schreibt Schmidberger: „Wir wollen jetzt einen Kreuzzug beginnen für die Zurücknahme der Exkommunikationserklärung. Danach müssen Gespräche mit ernstem Bemühen um die volle katholische Wahrheit stattfinden.
Also ist das MP Ecclesia Dei nicht überholt, wie einige Poster vermuteten. Schmidberger sieht die Exkommunikationserklärung also noch als existierend an. Jetzt will er einen „Kreuzzug“ beginnen. Erinnern wir uns noch an die Kreuzzüge: Mit Gewalt wollte man rückerobern. Wie geht Schmidberger vor? Beaffnen sich die Schismatiker schon? Ist der Verfassungsschutz wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung schon informiert?
Haben die Kreuzzüge nicht mit ziemlich viel bltuigen Nasen geendet und das ziel wurde doch nie erreicht?Schmidberger entlarvt sich: Er meint, gegen die feinde des Glaubens (in Rom) kämpfen zu müssen. Ziemlich häretisch!
Donnerstag, 3. Juli 2008 12:03
Benedikt: Lehramt
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. maßt sich nicht an, ein über dem Heiligen Vater stehendes Lehramt auszuüben, noch sucht sie sich der Kirche zu widersetzen.

Diesen Satz sollte der Autor bei der nächsten Beichtvorbereitung bedenken.
Donnerstag, 3. Juli 2008 11:57
karljosef: @heinrichvonofterdingen
Die Petrusbruderschaft hat sich klar fuer die Judenmission ausgesprochen als Kardinal Kaspar dies in Frage gestellt hat. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Ich verstehe nicht, weshalb Sie die Petrusbruderschaft als so schweigsam ansehen. Konnten Sie ein konkretes Beispiel nennen, weshalb Sie von der Petrusbruderschaft, Institut Christ König etc entauscht sind? Diese Gruppen lehen doch sehr klar alles mordernistische ab ( und sind mit Rom vereint!)
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