08:46:58 | Samstag, 26. Februar 2005
Päpstlicher Scherz + Homo-Bischof + Wetten für das Konklave + Erzbischof, verschwinde! + Konfessionsloser Religionsunterricht
Päpstlicher ScherzItalien. Unmittelbar nachdem der Heilige Vater aus der Narkose erwacht ist, habe
er durch eine Geste ein Blatt Papier verlangt und darauf geschrieben. Dies erzählte der Vatikansprecher
Joaquin Navarro Valls. Papst Johannes Paul II. schrieb: „Was haben sie mir angetan… aber ich bin immer
Totus Tuus“. „Totus Tuus“ ist der Wahlspruch des Heiligen Vaters, bedeutet auf Deutsch „Ganz dein“ und
bezieht sich auf die Hingabe an die Muttergottes. Zu der Aussage „Was haben sie mir angetan…“ meinte
Navarro-Valls, dies sei wohl ein päpstlicher Scherz gewesen.
Homo-BischofGroßbritannien. Wegen eines
bereits länger andauernden internen Streits steht die anglikanische Kirche vor der Spaltung. Die Parteien –
Großbritannien und Afrika auf der einen und Nordamerika auf der anderen Seite – bekämpfen sich aufgrund
ihrer unterschiedlichen Einstellung zur Homosexualität. Auslöser war der im November 2003 zum Bischof
erhobene US-anglikanische Priester Gene Robinson, der offiziell in einem Homo-Konkubinat lebt. Bei einem
Treffen in Newry, in Nordirland, am vergangenen Freitag wurden die US-anglikanische Kirche in den USA –
sie nennt sich offiziell Episkopal-Kirche – sowie die anglikanische Kirche in Kanada, dazu angehalten,
in den nächsten drei Jahren freiwillig einem der wichtigsten Kirchengremien fernzubleiben. Diese Zeit
solle dazu genützt werden, ihre Position zur Homosexualität zu überdenken.
Wetten für das Konklave
Irland. Die irische Wettbürokette „Paddy Power“ nimmt ab sofort Wetten auf den nächsten Papst an. Auslöser
ist der zweite
Krankenhausaufenthalt des Heiligen Vaters innerhalb eines Monates. Bei Paddy Power ist
der 70-jährige Erzbischof von Mailand, Kardinal Dionigi Tettamanzi, der Favorit. Zweiter auf der Wettliste
ist der für die Liturgie verantwortliche Kurienkardinal Francis Arinze (74). Als Außenseiter wertet
das Wettbüro den Erzbischof von Florenz, Ennio Antonelli, Joseph Kardinal Ratzinger und auch den Generalstaatssekretär
und zweiten Mann im Vatikan, Angelo Sodano.
Erzbischof, verschwinde!Griechenland. „Es gibt keine andere
Lösung“, meint der liberale Erzbischof Chrysostomos von Sákynthos: „Das einzige was der Erzbischof noch
machen kann ist, seinen Hut zu nehmen und zu verschwinden.“ Das Oberhaupt der Griechisch Orthodoxen Kirche
und Erzbischof von Athen, Christodoulos (66), wurde gestern mehrfach aufgefordert zurückzutreten. Chrysostomos
gilt in Kirchenkreisen als Rivale des Athener Erzbischofs. In der Griechisch Orthodoxen Kirche sehen sich
zahlreiche Gottesmänner mit Anklagen konfrontiert. Sie reichen von fleischlicher Unzucht, Homosexualität
und Bestechung bis zu illegalem Antiquitätenhandel. Dem Erzbischof von Athen wird vorgeworfen, enge persönliche
Kontakte mit Priestern unterhalten zu haben, die direkt in die Vorfälle verwickelt sind.
Konfessionsloser
ReligionsunterrichtDeutschland. Am Donnerstag wurde an den Universitäten Braunschweig und Freiburg
in Stuttgart eine Studie über den „christlichen Religionsunterricht im religionsneutralen Staat“ vorgestellt.
Dabei wurden 4000 protestantische und katholische Religionslehrer über ihre Einstellungen zum Religionsunterricht
befragt. Aus dem Papier geht unter anderem hervor, daß 93% der befragten Religionspädagogen einem künftigen
christlichen jedoch konfessionslosen Unterricht zustimmten. Der Bischof der evangelischen Landeskirche
Baden, Ulrich Fischer, würde einen solchen Vorschlag ebenfalls grundsätzlich bejahen, erklärte allerdings,
daß religiöse Bildung auch die Auseinandersetzung mit der gelebten Religion brauche. Diese sei zum Beispiel
in der Kirche zu finden. Etwas skeptischer zum Thema konfessionsloser Religionsunterricht äußerte sich
der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst. Er wies darauf hin, daß das Profil
des Unterrichts nicht verwässert werden dürfe.
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