13:50:38 | Freitag, 4. Juli 2008
Das Fiasko im Bistum Aachen war schon lange vorauszusehen. Doch kritische Stimmen wurden einfach niedergewalzt. Von Katherina Weidemann.

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff ist in der Verwaltungsreform eher das Sprachrohr seines Generalvikars Manfred von Holtum.
(kreuz.net, Aachen) Der Aachener Generalvikar Manfred von Holtum hat bei der diözesanen Verwaltungsreform
schwere Fehler eingestanden.
Man habe die Verwaltungszentren der Kirchengemeinden zu schnell in Betrieb
genommen. Auch sei die nötige Vorbereitung unzureichend gewesen – räumte der Generalvikar vor der ‘Aachener
Zeitung’ ein.
Das bedeutet, daß die Widerstände zahlreicher Pfarreien im Bistum Aachen zu Recht bestanden.
Die Feststellung des Generalvikars ist eine Kapitulation auf der ganzen Linie.
Die gescheiterte Verwaltungsreform
verlagert die Arbeit aus der Kirchengemeinde auf neugeschaffene Verwaltungszentren. Diese Vorgangsweise
entspricht dem irrsinnigen Umbau der Seelsorge im Bistum Aachen und dem schleichenden Abschied von der
territorialen Pfarreistruktur.

Im Oktober 2007 pries die Webseite des Bistums Aachen seinen Generalvikar von Holtum: Er habe das Bistum „aus der Finanzkrise herausgeführt“
Wer trägt für das immer offensichtlicher werdende Fiasko die Letztverantwortung?
Wieso wird der Generalvikar und sein quasi-totalitäres System der Einschüchterung und des Mobbings
gegenüber Bedenkenträgern nicht zur Rechenschaft gezogen?
Wer haftet für die Schäden aus der in der
Vergangenheit mehrfach angemahnten Mißwirtschaft?
Wer bezahlt die jetzt erforderlich werdenden externen
Beratungen der Firma ‘Hirzel, Leder & Partner’?
Warum erledigt das nicht die Firma „Droege &Comp.“, die
zu dem neuen überdimensionierten Verwaltungssystem geraten hatte?
Immerhin hatte man seinerzeit nach
abgeschlossener Beratung den teuren Einsatz der Firma kostspielig in einem Nobelrestaurant in Kornelimünster
bei Aachen gefeiert.
Weshalb hat man die warnenden Stimmen aus dem Kirchensteuerrat seinerzeit mundtot
gemacht. Heute sprechen die Fakten für die Richtigkeit der damaligen Einsprüche, denn das Bistum ist
seit drei Jahren nicht in der Lage, einen Haushalt vorzulegen.
Das langjährige Kirchensteuerratsmitglied
Heinz-Theo Van Kann hat schon im Jahre 2004 auf alle Fehler im System hingewiesen, die heute zutagetreten.
Das Ergebnis war ein Kesseltreiben des Generalvikars gegen ihn und sein freiwilliger Rücktritt aus dem
Gremium nach fast zehn Jahren treuer Mitarbeit.
Die Abstimmung mit dem Kirchesteuerrat geschah nach DDR-Manier.
Die Beraterverträge wurden vor jeder rechtlichen Prüfung abgeschlossen. Immer wieder beklagten Mitglieder
des Kirchensteuerrates, daß sie ohne vorbereitete Unterlagen zu Beschlüssen gedrängt wurden oder nachträglich
etwas beschließen sollten, das schon im handverlesenen Lenkungskreis des Generalvikars unter Dach und
Fach gebracht worden war.
Ergebnisoffene Beratungen wurden vom Generalvikar der Öffentlichkeit als Beschlüsse
verkauft, um sich pseudodemokratisch zu legitimieren. Der Mißbrauch des Kirchensteuerrates war eklatant.
Angesichts der aktuellen Eingeständnisse der Fehler, fällt langsam die Maske des Generalvikars Manfred
von Holtum.
Ihm ging es nie um das Wohl der Kirchengemeinden, geschweige um eine zukunftsträchtige Seelsorge,
sondern allein um Geld und Macht.
In Aachen mehren sich die Stimmen, die nach Kirchenaustritt rufen,
um durch die direkte Weiterleitung der Geldmittel an die Kirchengemeinden der Veruntreuung seitens des
Bistums zu begegnen.
Nach wie vor versanden die Kirchensteuermittel im Apparat. Sie werden für überflüssige
Leistungen verschleudert, die für die Seelsorge und die Evangelisation vor Ort ohne Bedeutung sind.
Nachdem Rom im März 2006 klargestellt hat, daß mit einem Kirchenaustritt aus rein finanziellen Gründen
keine Voraussetzung für die Tatstrafe der Exkommunikation als Beugestrafe gegeben ist, dürfte das die
Gläubigen im Angesicht der Aachener Fahrlässigkeiten zur Abstimmung mit den Füßen bewegen.
Bischof
Heinrich Mussinghoff ist in diesem Zusammenhang kein wirklicher Entscheidungsträger, sondern eher das
Sprachrohr seines Generalvikars Manfred von Holtum, der mit beinahe diabolischer Machtsicherung, ungeachtet
der desaströsen Zustände fest im Sattel bleibt.
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afdenkatze 09:55:15 | Montag, 7. Juli 2008
#23
Benedikt 12:37:13 | Sonntag, 6. Juli 2008
#22
Bernd-Jupp 00:36:21 | Sonntag, 6. Juli 2008
#21
Leblhuber 16:58:36 | Samstag, 5. Juli 2008
#19
Leblhuber 16:42:01 | Samstag, 5. Juli 2008
#16
Leblhuber 15:48:28 | Samstag, 5. Juli 2008
#13
Gotthard 22:37:59 | Freitag, 4. Juli 2008
#10
Benedikt 17:00:59 | Freitag, 4. Juli 2008
#9
prada 15:47:16 | Freitag, 4. Juli 2008
#8
bonifatius 15:17:26 | Freitag, 4. Juli 2008
#7
prada 14:47:23 | Freitag, 4. Juli 2008
#6
Hank 14:43:24 | Freitag, 4. Juli 2008
#5
prada 14:32:41 | Freitag, 4. Juli 2008
#2
Schüttel 14:02:03 | Freitag, 4. Juli 2008
#1
Gotthard 13:56:21 | Freitag, 4. Juli 2008