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Sonntag, 6. Juli 2008 18:38
Es droht der Rückfall in die Barbarei
Selbstlob stinkt. Sie nennen sich „die Schlauen“, sind aber nicht in der Lage, den Beweis für ihre Behauptung anzutreten.
Alexander Kissler in einer Videoserie auf 'Gloria.TV'.
Alexander Kissler in einer Videoserie auf ‘Gloria.TV’.
(kreuz.net) Der Münchner Kultur- wissenschaftler und Publizist Alexander Kissler hat vor einer Verharmlosung des sogenannten neuen Atheismus gewarnt.

Kissler sprach nach Angaben der Nachrichtenagentur ‘idea’ am 1. Juli in der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche in München.

Der „neue Atheismus“ sei eine politische Bewegung, die eine globale Ethik anstrebe – so Kissler.

Zu den ideologischen Positionen der neuen Atheisten gehöre der Kampf für die Euthanasierung, die Kinderabtreibung und Gen-Experimenten an menschlichen Zellen.

Deren sogenannte Ethik orientiere sich nur noch an tatsächlichen oder mutmaßlichen Interessen eines Menschen. Deshalb werde die Tötung schwerstbehinderter Kinder oder Wachkomapatienten für unbedenklich erklärt.

Kissler kritisierte den Vernunft-Begriff der „neuen Atheisten“, der nur das anerkenne, was sich im Experiment beweisen lasse.

Das führe auch zu einer Geringschätzung der Ethik und Philosophie.

Kissler warnte, daß die Kinderbuchszene im deutschsprachigen Raum stark von neuen Atheisten geprägt sei.

So bekennten sich die Schriftsteller Max Kruse (86) und Janosch (77) zu dieser Weltanschauung.

Die neue religionsfeindliche Bewegung trägt nach Kisslers Einschätzung selbst religiöse Züge.

Das werde nicht zuletzt darin deutlich, daß der Atheismus-Fundamentalist Richard Dawkins auf seiner Internetseite eine sogenannte „Bekehrtenecke“ eingerichtet hat. Dort bekennen Menschen, wie sie von der Religion zum Gottlosentum gefunden haben.

An dem Abend sprach auch der evangelische Münchner Theologe und Philosoph Daniel von Wachter.

Er warf den „neuen Atheisten“ vor, mit Propaganda zu arbeiten.

So würden sich englischsprachige Atheismus-Ideologen „The Brights“ – Die Intelligenten – nennen. Sie machten aber fast keine Anstrengungen, diesen Anspruch zu belegen.

So verweigern sie und die mit ihnen sympathisierenden Medien – nach Angaben von Wachters – eine intellektuelle Auseinandersetzung mit Evolutionskritikern.

Naturwissenschaftliche Einwände gegen die Evolutionstheorie würden nicht ernst genommen, weil man Angst davor habe, daß die Kritiker recht haben könnten:

„Denn wenn die Evolutionstheorie wegbräche, wäre das ein starkes Argument für die Existenz Gottes“ – so von Wachter.

Der Philosoph bedauert, daß kirchliches Denken und Forschen in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden ist.

Das habe die Christenheit gegenüber dem Atheismus geschwächt.

Es brauche heute christliche Schulen, Universitäten und Denkfabriken.

Auch in den Kirchen fehle inzwischen die Fähigkeit, ein gutes Argument von einem schlechten zu unterscheiden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 158 Lesermeinungen:
Donnerstag, 31. Juli 2008 15:42
wunderkind3: mehr als kreuz.net definitiv.
„So würden sich englischsprachige Atheismus-Ideologen „The Brights“ – Die Intelligenten – nennen. Sie machten aber fast keine Anstrengungen, diesen Anspruch zu belegen.“

lest doch mal bücher von dawkins u. co.
wissenschaftlich fundiert und brilliant argumentiert.

oder terry pratchett, der die evolutionsbiologie zusammen mit Ian Stewart und Jack Cohen ein bisschen allgemeinverständlicher in seinem buch „darwin und die götter der scheibenwelt“ erklärt und die typischen gegenargumente der kreationisten entkräftet.
Montag, 21. Juli 2008 17:13
Daniel Stöhr: Das Problem von Elijahu
ist folgendes: Er unterscheidet nicht zwischem dem Begriff „Beweis“ in der Wissenschaft und in der Alltagssprache. Natürlich, im Alltag bezeichnet man normalerweise etwas als Beweis, wenn man etwas beobachtet hat, fotografiert hat usw. In einer wissenschaftlichen Theorie ist ein Beweis aber eine Tatsache, die eine Theorie unterstützt, also sich sowohl in die bisherigen Annahmen einfügt und auch die zukünftige Entwicklung zuverlässig voraussagt. Bei den menschlichen Fossilien findet man also abgestuft verschiedene Formen, die mit dem homo sapiens enden. Außerdem hat man die Genomanalysen, die eine Rückrechnung anhand der Mutationsrate erlauben und damit mit zum Beweis genommen werden, wann z.B. eine „mitochondriale“ Eva gelebt haben könnte. Nach diesen Analysen scheint es denkbar unwahrscheinlich, dass es eine solche genetische „Eva“ vor ca. 6000 Jahren gab.
Sonntag, 13. Juli 2008 15:32
kirchengegner: Kirchengegner über A. Kissler
Herr Kissler, ich um Quellenangaben, welcher Bright in
welchem Werk die Tötung von Schwerbehinderten und
Wachkomapatienten gutheißt. Diese Aussagen sind,
solange Sie Ihre Ergüsse nicht mit Fakten belegen, eine
Rufmord- und Verleumdungskampagne. Selbst wenn
wirklich ein Atheist solche Dinge schreibt, gibt Ihnen das
nicht das Recht, alle über einen Kamm zu scheren. Das
wäre so, als würden wir alle Christen als Hexenbrenner
bezeichnen. Da ich im Gegensatz zu Ihnen differenzieren
kann, sehe ich davon ab. Lesen Sie mal das Werk „ Der
Evolutionäre Humanismus“ von Dr. M. Schmidt-Salomon.
Dort werden Ihre Ansichten über die angeblich fehlenden
ethisch-moralischen Werte der Brights widerlegt.
Und: es gibt bislang EIN atheistisches Kinderbuch (Wo
bitte, gehts zu Gott…), aber TAUSENDE Kinderbibeln,
in denen Gott genau das tut, was auch im einzigen atheistischen Kinderbuch steht (Menschen ersäufen, Kinder töten-die Erstgeborenen der Ägypter/ A. T.), aber dem Autoren dieses einen Buches wird die Nennung dieser Taten und ihre Ungerechtigkeit vorgeworfen.
Außerdem ist die Weltanschauung von Janosch Privat-
sache und bis heute meines Wissens in keines seiner
Bücher eingeflossen. Lesen Sie mal das Alte Testament
ohne Scheuklappen, da werden wirklich schlimme Dinge
getan und gefordert.
PS: Brights wissen auch nicht alles, aber mehr als Sie.
Dienstag, 8. Juli 2008 18:40
obelix †: @Frollein
… ne Homepage zu Ehren der heiligen Dreizehn etablieren, …

Ich würde eher die ACHT (8) empfehlen. Das Oktalsystem ist noch lustiger als das Dreizehner-System, weil man da auf Mutter Natur zurückgreifen kann. Und Sie bekommen im abergläubisch-bigotten Amerika keinen Probleme mit den Evangelikalen. Aber bitte NIE die 666! Die ist des Teufels!
Die Firma Procter & Gamble bekam mal riesige Probleme mit den bigotten Christen (ja es gibt noch schlimmerer Typen als die kreuz.netter), weil sie einen Mann mit Rauschebart in einem Logo hatten, dessen Bart sich in den Enden kräuselte. Wenn man das Bild umdrehte ergaben die letzten Enden des Bartes die Figur 666. Produkte der Firma wurden dann teilweise boykottiert, bis die das Logo einzogen.
Dienstag, 8. Juli 2008 12:31
Frollein Rottenmaier: @Methusalix, @Timpressum
Tut mir leid Ihren Wahrheitsanspruch zerstören zu müssen, aber Sie haben ja einen prominenten Mitleidenden, den Papst. Dessen Anspruch auf Alleinbesitz der Wahrheit wurde auch schon oft genug schnöde zerstört. Deswegen hält er ja so eisern daran fest. Sie auch?
Ich auch, na klar! Ich bin 13x größer als der Papst. Daher werde ich jetzt auf nen anonymen amerikanischen Server gehen, ne Homepage zu Ehren der heiligen Dreizehn etablieren, mir massenweise Gestörte als Kommentartoren suchen und dann gegen alles und jeden hetzen, der anderer Meinung ist und die Dreizehn anzweifelt! Ein paar zusätzliche Feindbilder brauche ich natürlich auch noch.

@Timpressum: Klar werden Sie Kardinal – auf Wunsch auch gerne Großmeister! Hauptsache Sie bringen mir die höhren Weihen der Synästesie näher, damit ich die Dreizehn auch riechen, schmecken, sehen und fühlen kann.
Montag, 7. Juli 2008 19:16
franziskus: Wer ist der Mensch?
Die meisten Diskutanten scheinen sich nur um die Frage zu bemühen: Was ist der Mensch?
Diese anthropologische Fragestellung der postmodernen Philosophie scheint falsch zu sein, wenn nicht eher die Frage „Wer ist der Mensch?“ gestellt wird.
Zu Viktor Frankl, dem Logotherapeuten, der selbst im KZ war, kam ein ehemaliger Mithäftling, dessen Frau bald nach der Befreiung an den Folgen der Nazihaft starb. Er war vollkommen verzweifelt. Schließlich stellte Frankl ihm eine Frage: Angenommen, Gott gäbe mir die Macht, eine Frau zu erschaffen, die sich von der ihren nicht unterscheidet. Nicht nur gleicht sie ihrer Frau in allem Äußeren, in Bewegungen und Sprechen, sondern auch gemeinsame Erlebnisse sind in ihrer Erinnerung, so wie in der Ihren. Jede Prüfung, die sie stellen könnten, würde keine Verschiedenheit ergeben. Ich frage sie nun: Soll ich diese Frau erschaffen? Nach langem Schweigen sagte der Mann „Nein“ und begann langsam, sich wieder dem Leben zuzuwenden.
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