Ich habe keinen Zweifel, daß Gott uns leitet
Wir wollen nur, daß der Papst der Nachfolger des Heiligen Petrus sei und nicht der Nachfolger von Jean-Jacques Rousseau, der Freimaurer, der Humanisten, der Modernisten oder der Liberalen.
(kreuz.net) Im Jahr 1978 machte ein US-Journalist ein Interview mit dem Gründer der Piusbruderschaft,
Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991). Das Gespräch durfte wegen einer Intervention hoher kirchlicher Kreise
nicht veröffentlicht werden. Hier der siebte Teil des Interviews.
Sollten Sie nicht jetzt ihrem Papst gehorchen, so wie die Bischöfe früher dem ihrigen Papst folgsam waren?
Die Bischöfe müssen nicht den laizistischen Anordnungen gehorchen, die dem katholischen Glauben und der Lehre widersprechen, wie sie von Jesus Christus und den Päpsten durch die Jahrhunderte hindurch begründet wurde.
Sie entscheiden sich also vorsätzlich dafür, dem gegenwärtigen Papst nicht zu gehorchen?
Das ist ein schmerzvoller und mit einem schweren Gewissenskampf verbundener Entscheid gewesen, weil die Ereignisse dazu geführt haben, daß man sich eher entscheiden muß, wem man ungehorsam sein soll als wem man gehorchen will.
Ich treffe diese Entscheidung ohne Zögern oder Zweifel. Ich habe mich entschlossen, dem gegenwärtigen Papst nicht zu gehorchen, damit ich in Gemeinschaft mit den 262 früheren Päpsten sein kann.
Ihre Unabhängigkeit wurde von mehreren Beobachtern dem Gallikanismus zugeordnet.
Im Gegenteil. Ich bin völlig römisch, und überhaupt nicht gallikanisch. Ich bin für den Papst als Nachfolger des Heiligen Petrus in Rom. Alles, was wir wollen, ist nur, daß der Papst der Nachfolger des Heiligen Petrus ist und nicht der Nachfolger von Jean-Jacques Rousseau, der Freimaurer, der Humanisten, der Modernisten und Liberalen.
Sie haben gesagt, daß diese Ideen in Welt und Kirche weit verbreitet sind. Glauben Sie daher nicht, daß Sie sich zu viel vornehmen? Wie soll die Gemeinschaft St. Pius X. in der Lage sein, einer solchen überwältigenden Entwicklungen zu trotzen?
Ich vertraue auf unseren Herrn und Retter. Die Priester der Gemeinschaft St. Pius X. vertrauen und auf unseren Herrn. Ich habe keinen Zweifel, daß Gott uns leitet. Alle, die für den wahren Glauben kämpfen, haben die vollkommene Unterstützung Gottes.
Natürlich sind wir im Vergleich zur liberalen Maschinerie sehr klein. Ich könnte morgen sterben. Aber Gott wird mir erlauben, noch ein bißchen länger zu leben, damit ich anderen helfen kann, für den wahren Glauben zu kämpfen. So etwas ist schon früher in der Kirche geschehen.
Wahre Katholiken mußten für das Überleben des Glaubens unter Schmach und Verfolgung durch jene leiden, die vortäuschten, Katholiken zu sein. Doch der Preis, den man zahlt, um auf der Seite Jesu Christi zu stehen, ist gering.
Wann geschah das?
Das passierte schon beim ersten Papst. Der Heilige Petrus führte seine Gläubigen durch sein schlechtes Beispiel in die Irre, indem er das mosaische Gesetz befolgte. Der Heilige Paulus weigerte sich, ihm zu gehorchen und führte die gegnerische Partei an.
Paulus gewann und der Heilige Petrus widerrief seinen Fehler.
Im vierten Jahrhundert weigerte sich der Heilige Athanasius, den Anordnungen von Papst Liberius zu gehorchen. Zu dieser Zeit wurde die Kirche von den Ideen der arianischen Häresie infiltriert. Der Papst wurde unter Druck gesetzt, mitzumachen.
Der Heilige Athanasius führte den Widerstand gegen den Abfall von der Kirchenlehre an.
Er wurde von der Hierarchie unbarmherzig angegriffen und suspendiert. Als er sich weigerte, sich zu unterwerfen, wurde er exkommuniziert.
Der Widerstand gegen die Häresie entwickelte eine Eigendynamik. Nach dem Tod von Papst Liberius kam ein neuer Papst auf den Stuhl Petri. Er erkannte die Schuld der Kirche gegenüber dem Heiligen Athanasius. Die Exkommunikation wurde aufgehoben. Athanasius wurde als ein Kirchenretter gewürdigt und heiliggesprochen.
Im siebten Jahrhundert befürwortete Papst Honorius I. die monotheletistische Häresie – also die Behauptung, daß Jesus Christus keinen menschlichen Willen besaß und deswegen kein wahrer Mensch gewesen sei.
Viele Katholiken, welche die Kirchenlehre kannten, weigerten sich, das anzunehmen. Sie machten alles, was sie konnten, um dieser Häresie aufzuhalten.
Das Konzil von Konstantinopel verurteilte Honorius I. im Jahr 681 und belegte ihn mit dem Bann. Es gibt noch viele weitere Beispiele dieser Art, wo wahre Katholiken – großen Widrigkeiten zum Trotz – aufstanden, nicht um die Kirche zu zerstören oder zu ändern, sondern um den wahren Glauben zu bewahren.
Ich finde nicht, daß die Widrigkeiten übermäßig sind. Eines der großen Ziele unserer Gemeinschaft ist es, Priester zu weihen, wahre Priester, damit sich das Meßopfer fortsetzt, damit der Katechismusunterricht weiter besteht, damit der katholische Glaube weiterbesteht.
Natürlich greifen uns manche Bischöfe an und kritisieren uns. Manche versuchen, gegen unsere Mission zu arbeiten. Aber das hält nicht lange. Denn wenn alle Seminare leer sein werden – sie sind jetzt schon leer – was werden die Bischöfe dann tun? Dann werden keine Priester mehr da sein.
Warum glauben Sie, daß es keine Priester mehr geben wird?
Weil die heutigen Seminare nichts über die Priesterausbildung lehren. Sie lehren liberale Psychologie, Soziologie, Humanismus, Modernismus und viele andere Wissenschaften und Halbwissenschaften, die entweder gegen die katholische Lehre sind oder nichts mit ihr zu tun haben oder zumindest nichts mit dem, was ein Priester wissen sollte.
In den heutigen Seminaren wird die katholische Lehre kaum unterrichtet. In einem New Yorker Seminar erzählt der Theologieprofessor den Seminaristen zum Beispiel, daß „Jesus nicht notwendigerweise das Ergebnis seines Todes am Kreuz gewußt habe“, daß es keinen gebe, der „so durch und durch beständig ist, daß er nicht etwas sagt, was dem widerspricht, was er in der Vergangenheit gesagt hat“ – das treffe auch auf Jesus zu.
Er behauptete, daß „Joseph der natürliche Vater Christi gewesen sein könnte“. Ein anderer Professor sagte: „Ein Psychiater empfiehlt außereheliche sexuelle Beziehungen als Heilung von Impotenz – ich bin in diesem Bereich offen und gegenüber diesen Möglichkeiten nicht verschlossen.“
Sind diese Stellungnahmen auf Ihrem Tondband dokumentiert?
Ja.
Wurde die Hierarchie darauf aufmerksam gemacht?
Bei zahlreichen Gelegenheiten.
Unternahm die Hierarchie irgendeinen Versuch, solche oder ähnliche Lehren zu stoppen?
Nicht, daß ich wüßte.
Nächstes Mal: Fühlen Sie sich manchmal isoliert?
Sollten Sie nicht jetzt ihrem Papst gehorchen, so wie die Bischöfe früher dem ihrigen Papst folgsam waren?
Die Bischöfe müssen nicht den laizistischen Anordnungen gehorchen, die dem katholischen Glauben und der Lehre widersprechen, wie sie von Jesus Christus und den Päpsten durch die Jahrhunderte hindurch begründet wurde.
Sie entscheiden sich also vorsätzlich dafür, dem gegenwärtigen Papst nicht zu gehorchen?
Das ist ein schmerzvoller und mit einem schweren Gewissenskampf verbundener Entscheid gewesen, weil die Ereignisse dazu geführt haben, daß man sich eher entscheiden muß, wem man ungehorsam sein soll als wem man gehorchen will.
Ich treffe diese Entscheidung ohne Zögern oder Zweifel. Ich habe mich entschlossen, dem gegenwärtigen Papst nicht zu gehorchen, damit ich in Gemeinschaft mit den 262 früheren Päpsten sein kann.
Ihre Unabhängigkeit wurde von mehreren Beobachtern dem Gallikanismus zugeordnet.
Im Gegenteil. Ich bin völlig römisch, und überhaupt nicht gallikanisch. Ich bin für den Papst als Nachfolger des Heiligen Petrus in Rom. Alles, was wir wollen, ist nur, daß der Papst der Nachfolger des Heiligen Petrus ist und nicht der Nachfolger von Jean-Jacques Rousseau, der Freimaurer, der Humanisten, der Modernisten und Liberalen.
Sie haben gesagt, daß diese Ideen in Welt und Kirche weit verbreitet sind. Glauben Sie daher nicht, daß Sie sich zu viel vornehmen? Wie soll die Gemeinschaft St. Pius X. in der Lage sein, einer solchen überwältigenden Entwicklungen zu trotzen?
Ich vertraue auf unseren Herrn und Retter. Die Priester der Gemeinschaft St. Pius X. vertrauen und auf unseren Herrn. Ich habe keinen Zweifel, daß Gott uns leitet. Alle, die für den wahren Glauben kämpfen, haben die vollkommene Unterstützung Gottes.
Natürlich sind wir im Vergleich zur liberalen Maschinerie sehr klein. Ich könnte morgen sterben. Aber Gott wird mir erlauben, noch ein bißchen länger zu leben, damit ich anderen helfen kann, für den wahren Glauben zu kämpfen. So etwas ist schon früher in der Kirche geschehen.
Wahre Katholiken mußten für das Überleben des Glaubens unter Schmach und Verfolgung durch jene leiden, die vortäuschten, Katholiken zu sein. Doch der Preis, den man zahlt, um auf der Seite Jesu Christi zu stehen, ist gering.
Wann geschah das?
Das passierte schon beim ersten Papst. Der Heilige Petrus führte seine Gläubigen durch sein schlechtes Beispiel in die Irre, indem er das mosaische Gesetz befolgte. Der Heilige Paulus weigerte sich, ihm zu gehorchen und führte die gegnerische Partei an.
Paulus gewann und der Heilige Petrus widerrief seinen Fehler.
Im vierten Jahrhundert weigerte sich der Heilige Athanasius, den Anordnungen von Papst Liberius zu gehorchen. Zu dieser Zeit wurde die Kirche von den Ideen der arianischen Häresie infiltriert. Der Papst wurde unter Druck gesetzt, mitzumachen.
Der Heilige Athanasius führte den Widerstand gegen den Abfall von der Kirchenlehre an.
Er wurde von der Hierarchie unbarmherzig angegriffen und suspendiert. Als er sich weigerte, sich zu unterwerfen, wurde er exkommuniziert.
Der Widerstand gegen die Häresie entwickelte eine Eigendynamik. Nach dem Tod von Papst Liberius kam ein neuer Papst auf den Stuhl Petri. Er erkannte die Schuld der Kirche gegenüber dem Heiligen Athanasius. Die Exkommunikation wurde aufgehoben. Athanasius wurde als ein Kirchenretter gewürdigt und heiliggesprochen.
Im siebten Jahrhundert befürwortete Papst Honorius I. die monotheletistische Häresie – also die Behauptung, daß Jesus Christus keinen menschlichen Willen besaß und deswegen kein wahrer Mensch gewesen sei.
Viele Katholiken, welche die Kirchenlehre kannten, weigerten sich, das anzunehmen. Sie machten alles, was sie konnten, um dieser Häresie aufzuhalten.
Das Konzil von Konstantinopel verurteilte Honorius I. im Jahr 681 und belegte ihn mit dem Bann. Es gibt noch viele weitere Beispiele dieser Art, wo wahre Katholiken – großen Widrigkeiten zum Trotz – aufstanden, nicht um die Kirche zu zerstören oder zu ändern, sondern um den wahren Glauben zu bewahren.
Ich finde nicht, daß die Widrigkeiten übermäßig sind. Eines der großen Ziele unserer Gemeinschaft ist es, Priester zu weihen, wahre Priester, damit sich das Meßopfer fortsetzt, damit der Katechismusunterricht weiter besteht, damit der katholische Glaube weiterbesteht.
Natürlich greifen uns manche Bischöfe an und kritisieren uns. Manche versuchen, gegen unsere Mission zu arbeiten. Aber das hält nicht lange. Denn wenn alle Seminare leer sein werden – sie sind jetzt schon leer – was werden die Bischöfe dann tun? Dann werden keine Priester mehr da sein.
Warum glauben Sie, daß es keine Priester mehr geben wird?
Weil die heutigen Seminare nichts über die Priesterausbildung lehren. Sie lehren liberale Psychologie, Soziologie, Humanismus, Modernismus und viele andere Wissenschaften und Halbwissenschaften, die entweder gegen die katholische Lehre sind oder nichts mit ihr zu tun haben oder zumindest nichts mit dem, was ein Priester wissen sollte.
In den heutigen Seminaren wird die katholische Lehre kaum unterrichtet. In einem New Yorker Seminar erzählt der Theologieprofessor den Seminaristen zum Beispiel, daß „Jesus nicht notwendigerweise das Ergebnis seines Todes am Kreuz gewußt habe“, daß es keinen gebe, der „so durch und durch beständig ist, daß er nicht etwas sagt, was dem widerspricht, was er in der Vergangenheit gesagt hat“ – das treffe auch auf Jesus zu.
Er behauptete, daß „Joseph der natürliche Vater Christi gewesen sein könnte“. Ein anderer Professor sagte: „Ein Psychiater empfiehlt außereheliche sexuelle Beziehungen als Heilung von Impotenz – ich bin in diesem Bereich offen und gegenüber diesen Möglichkeiten nicht verschlossen.“
Sind diese Stellungnahmen auf Ihrem Tondband dokumentiert?
Ja.
Wurde die Hierarchie darauf aufmerksam gemacht?
Bei zahlreichen Gelegenheiten.
Unternahm die Hierarchie irgendeinen Versuch, solche oder ähnliche Lehren zu stoppen?
Nicht, daß ich wüßte.
Nächstes Mal: Fühlen Sie sich manchmal isoliert?
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7. Ich habe keinen Zweifel, daß Gott uns leitet
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Sonntag, 13. Juli 2008 01:14
Alexander von Eich: (Test)
[URL=http://www.smileygarden.de][IMG]http://www.smileygarden.de/…/738.gif[/IMG][/URL]
Samstag, 12. Juli 2008 23:42
karljosef: @guiseppe
Danke fuer die Links. Ich verstehe das Nichteingehen von Fellay auch nicht. Eben deshalb habe ich gefragt welche theologischen Statements die Piusbruderschaft aufgeben musste, wenn Sie sich mit Rom einigen würde. Ich glaube dass sich die Piusbruderschaft nicht einig ist und auseinanderbrechen würde falls sie sich Rom unterstellen würde.
Samstag, 12. Juli 2008 09:44
athanasius1957: ad omnes
christus hat sich dem gesetz unterworfen, obschon es ihm ein leichtes gewesen wäre, als die zweite göttliche
person, dieses aufzuheben.
der papst, obschon absoluter herrscher, als sein stellvertreter auf erden ist ebenso dem gesetz unterworfen und kann dieses entweder nur beugen oder brechen.
der papst, obschon absoluter herrscher, als sein stellvertreter auf erden ist ebenso dem gesetz unterworfen und kann dieses entweder nur beugen oder brechen.
Samstag, 12. Juli 2008 07:54
r.ruhrgebietler: Danke Msgr.! Lefebvre für das echt kath. Wort
Gelobt sei Jesus Christus ohne End’ im allerheiligsten Altarsakrament!
Samstag, 12. Juli 2008 00:33
Guiseppe: @ karljosef
Der Unterschied zwischen Petrusbruderschaft oder Piusbruderschaft betrifft wesentliche Punkte:
Lesen Sie dazu u. a. den Artikel von P. Recktenwald (einer der Gründer der Petrusbruderschaft):
http://www.kath-info.de/ „Piusbruderschaft, quo vadis?“ (9. Juli 2008)
Ebenfalls sehr aufschlußreich: http://www.fssp.org/de/documents.htm
Lesen Sie dazu u. a. den Artikel von P. Recktenwald (einer der Gründer der Petrusbruderschaft):
http://www.kath-info.de/ „Piusbruderschaft, quo vadis?“ (9. Juli 2008)
Ebenfalls sehr aufschlußreich: http://www.fssp.org/de/documents.htm
Samstag, 12. Juli 2008 00:20
karljosef: Petrusbruderschaft oder Piusbruderschaft
Was ist denn der theologische Unterschied diese Gruppierungen? Lefevre hat doch Paul VI (Chaotische Ausuebung des Primats) und Johannes Paul II (Assisi) gestört. Was stört den Fellay and Bendedikt XVI, konkret?
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