11:43:59 | Samstag, 26. Februar 2005
Das Hinrichtungskommando für Frau Terri Schiavo muß sich noch bis zum 18. März gedulden. Dies sei der letzte Aufschub, entschied ein örtlicher Richter am Freitag. Unterdessen äußerte sich ein Kurienkardinal zum Fall. 100.000 Menschen unterschrieben via Internet, damit die Wachkomapatientin weiterhin ernährt wird.
(kreuz.net, Florida) Ein örtlicher Richter im US-Bundesstaat Florida hat gestern Freitag den Hungertod
der 41-jährigen Terri Schiavo um weitere drei Wochen hinausgezögert. Vor allem Frau Schiavos entfremdeter
Ehemann hat es auf ihr Leben abgesehen. Er muß, wenn bis dann kein anderes Urteil gefällt wird, bis
zum Abend des 18. März warten, um die lebensnotwendige Magensonde der Wachkomapatientin entfernen zu
lassen und den Hungertod seiner Ehegattin einzuleiten.
Die US-Amerikanerin Terri Schiavo, geborene Schindler,
kollabierte 1990 wegen einer Eßstörung. Frau Schiavo liegt seitdem mit einem schweren Hirnschaden im
Wachkoma in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Florida. Mit Ausnahme der Magensonde ist Terri auf keine
lebensrettenden Maßnahmen angewiesen.
Terris Gatte und rechtlicher Vormund, Michael Schiavo, hält das
Leben seiner Frau für sinnlos und will sie deshalb verhungern lassen. Michael Schiavo lebt schon seit
langem mit einer anderen Frau und hat mit seiner Konkubine zwei Kinder gezeugt.
Seit Jahren kämpft Terris
Familie gegen Michael Schiavo, um ihre Tochter am Leben zu erhalten. Die lebensnotwendige Magensonde wurde
bereits zweimal entfernt und Terri nach einigen nahrungslosen Tagen wieder eingesetzt.
Vergangenen Freitag
entschied ein Richter, daß es nach dem 18. März keinen weiteren Aufschub mehr geben könne. Frau Schiavo
lebt seit fast sieben Jahren von Aufschub zu Aufschub. Um zu vermeiden, daß die Hinrichtung Mitte März
eingeleitet wird, müssen Terris Eltern entweder ein – höchst unwahrscheinliches – gegenlautendes Urteil
desselben Lokalrichters in Florida erreichen oder einen Entscheid des Obersten Gerichtshofes erwirken.
Sie haben das Urteil vom vergangenen Freitag bereits angefochten.
Unterdessen gibt es zum Überlebenskampf
von Frau Terri Schiavo eine Stellungnahme aus dem Vatikan. Der Präsident des Päpstlichen Rates für
Gerechtigkeit und Frieden, Renato Kardinal Martino, sagte auf ‘Radio Vatikan’: „Wenn Herr Schiavo den
Tod seiner Frau legal herbeiführen kann, ist dies nicht nur an sich verheerend, sondern würde die Euthanasie
in den USA in Riesenschritten vorantreiben.“
Kardinal Martino verwies auf eine Aussage des Heilige Vaters
vor der Päpstlichen Akademie für das Leben. Die Qualität des Lebens dürfe nicht an Kriterien wie wirtschaftlicher
Erfolg, Schönheit oder Gesundheit gemessen werden. Sie bestehe in der höchsten Würde der Kreatur, die
nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist.
US-amerikanische Lebensschützer haben eine
landesweite
Online-Unterschriftenaktion für die Rettung des bedrohten Lebens von Terri Schiavo gestartet. Die ersten
100.000 Unterschriften wurden am Freitag nachmittag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben.
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