Anglikaner
Blick in die Zukunft
Die englischen Anglikaner zeigen der katholischen Kirche gegenwärtig, wohin Liberalismus, theologische Kompromisse, Verdrängung der Wahrheit, Diplomatismus und bischöfliche Führungsschwäche hinführen.
Der Erzbischof of Canterbury, Rowan Williams
Der Erzbischof of Canterbury, Rowan Williams
© bribriTO, CC
(kreuz.net) „Der enorme Schaden, den die anglikanische Debatte um Frauenbischöfe dem Erzbischof of Canterbury, Rowan Williams, zugefügt hat, wirkt noch immer nach.“

Das erklärte der Chefredakteur der katholischen Zeitung ‘Catholic Herald’, Damian Thompson, am 10. Juli auf seinem Blog.

Die Debatte fand am vergangenen Montag statt. Williams wollte sich dort zuerst nicht äußern. Doch dann war er darüber alarmiert, daß die Generalsynode keine Vorkehrungen für jene treffen wollte, welche die Ernennung von Frauenbischöfen ablehnen.

Deshalb appellierte er an die Synodalen, die ganze Vorlage abzulehnen. Die Synodalen ließen ihn links liegen.

Nach Angaben von Thompson wurde die Stellung des anglikanischen Erzbischofs von Canterbury durch diese Niederlage weiter geschwächt.

Thompson zitiert den Publizisten Andrew Carey – Sohn des ehemaligen anglikanischen Erzbischofs von Canterbury, George Carey (72):

„Dr. Williams hat den Traditionalisten oft die Hoffnung gegeben, daß er eine strukturelle Lösung ihrer Gewissensprobleme suchen würde.

Dabei scheint er aber eine starke Führungsrolle in theologischen oder ekklesiologischen Fragen ganz auszuschließen.

Indem er jetzt, wie es scheint, permanent den Vermittler spielt, versuchte er vor der Synode, es beiden Seiten recht zu machen: »Ich bin zutiefst unglücklich über jede Vorlage, die Frauen strukturell demütigt«.

Aber er war in gleicher Weise auch unglücklich über eine Marginalisierung der Traditionalisten. Darum kam er zur »nicht sehr angenehmen Schlußfolgerung«, daß wir eine »mehr als weniger robuste strukturelle Lösung« brauchen.

Der Erzbischof besitzt aufgrund seiner Besonnenheit, Würde und Ernsthaftigkeit auf der Generalsynode Gewicht und Wertschätzung. Aber es gelang ihm am Montag abend nicht, sein Ansehen zu benützen.

Im House of Bishops gibt es ein Wort, das man gegenwärtig nie hört: »Kollegialität«. Die Bischöfe ziehen gleichzeitig in alle Richtungen.

Es ist keine Überraschung zu sehen, daß die Church of England jetzt synodal geführt und regiert wird.“


Thompsons Kommentar: „Wenn ich ein Mitglied der Church of England wäre, dann hätte ich das bedrängte Händeringen des Erzbischofs gründlich satt.

Das Wort, das mir in den Sinn kommt ist »amletico« – Hamlet ähnlich, wie Papst Johannes XXIII. seinen geplagten Nachfolger Paul VI. bezeichnet hat.

Ich glaube nicht, daß Rowan Williams weiterhin Erzbischof von Canterbury sein will. In der Tat. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er weiterhin Mitglied der Church of England sein möchte.“
      
18 Lesermeinungen
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#23   wolfgang e.   01:12:38 | Dienstag, 15. Juli 2008
Wovon wird man nicht klüger?
Vom auf den Kopf getroffen werden?
…wer hätte das gedacht…
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#22   Aleph †   22:12:59 | Montag, 14. Juli 2008
-HvO-
Werter HvO@ hatte ich Sie etwa um einen Kommentar gebeten? Doch wohl nicht.
Aber auch wenn Sie nicht gebeten worden sind, hätten Sie ihn wirklich nicht zu schreiben brauchen.
Davon wird niemand Klüger. Oder brauchten Sie noch ein paar Fingerübungen für heute…? :-)
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#21   HeinrichvonOfterdingen   22:04:25 | Montag, 14. Juli 2008
Lieber Aleph,
Der Beifall aus der verkehrten Ecke kann manchmal sehr peinlich sein.
… mag sein. Aber Ihr Kopf steht auch in Verdacht (mindestens) einmal getroffen worden zu sein.
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#19   Aleph †   21:59:46 | Montag, 14. Juli 2008
Aus der verkehrten Ecke
hat hier doch den Nagel auf den Kopf getroffen
Werter Marcelus @ Der Beifall aus der verkehrten Ecke kann manchmal sehr peinlich sein. :-( :-( In dem Fall ist es so.
Nehmen also den Beifall großzügigerweise bitte wieder zurück…,bitte!
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#17   Alois Bischof   21:35:36 | Montag, 14. Juli 2008
Verzeihung
Vielleicht war meine Kritik an der ziemlich selektiven Empörung der SJM (zum Thema Konzilspäpste) ein bißchen übertrieben, aber die Neokonservativen von kath.net und auch die Petrusbruderschaft schweigen immer, wenn der Papst wieder mal Anglikanische Pseudobischöfe zelebrieren lässt oder (wie JoPa II.) ihnen Fischerringe und Bischofsstäbe verschenkt, wodurch man durch Gesten gegen Apostolicae Curae (1893) verstößt.
An den ‘Marranenjäger’ (alias ThSt, Karl Murx):
Vom Schoß der einen Hure in den einer anderen.
Bezeichnen Sie die Hl. Römische Kirche, die von den Pforten der Hölle letztendlich nicht überwältigt werden kann, als ‘Hure’? Stammen Sie aus protestantischem Hause? Wieso dieser anti-römische, anti-vatikanische Geist?
Diese anglikanischen Geistlichen wollen zur römisch-katholischen Kirche konvertieren, nicht unbedingt zur Konzilskirche oder zum Neo-Modernismus in ‘modern, katholischer’ Tarnung. Obwohl auch ich Fragen habe, denn die Gefahr ist da, daß diese anglokatholische Anglikaner falsche Ansichten in die hl. Kirche hineinbringen, vor allem das Prinzip der Möglichkeit einer ‘Kirchengemeinschaft mit pluralistischer Vielfältigkeit’ (wie in der anglikanischen schon seit 1800 bis vor kurzem der Fall war/ist). Das gibt es eine große Gefahr, aber kaum größer als die der Anhänger Hans Küngs im sog. katholischen Klerus der Bistümer, und kaum größer als der theologische Neo-Modernismus im ‘konservativen’ Gewand (Lubac, Walter Kasper).
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#16   Krak des Chevaliers   21:02:47 | Montag, 14. Juli 2008
absturzartiger Verfall
Als ich vor knapp 30 Jahren zum ersten Mal das Inselreich am Rande Europas besuchte, war ich tief beeindruckt von der anglikanischen „Kirche“ – großartige Kathedralen, von tiefer Spiritualität geprägte Evensongs, wunderschöne Landkirchen, die vor Sauberkeit blitzen. Heute jedoch ist es ein von Feministinnen und Feministen, von Schwulen und Lesben beherrschter Haufen, dessen oberste Representanten in aller Öffentlichkeit christliche Glaubenswahrheiten für ungültig erklären und die Einführung einer menschenverachtende islamischen „Rechts“sprechung in einem der wichtigsten europäischen Kulturländer fordern. Man kann sich nur schaudern von dem abwenden, was die Nachfolger eines Robert Runcie innerhalb weniger Jahre aus der Church of England gemacht haben. Kaum auszudenken, dass demnächst vielleicht mal ein bekennender Schwuler oder eine Lesbe dem nächsten Monarchen die Krone des Heiligen Eduard aufs Haupt setzen soll. Was sich derzeit vor unseren Augen abspielt, ist der absturzartige Verfall einer der tragenden Säulen des Vereinigten Königreiches. Es bleibt zu hoffen, dass die besten Beter und Denker dieser Gemeinschaft den Weg zur katholischen Mutterkirche zurückfinden.
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#15   möchtegern-kathole   20:16:24 | Montag, 14. Juli 2008
@Marcelus
Wenn Aleph das gemeint hat – was ich bezweifle – ok.
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#14   Marcelus   19:43:28 | Montag, 14. Juli 2008
@m-kathole: Aleph hat hier doch den Nagel auf den Kopf getroffen
Aber wenn die katholische Kirche nicht hören will, muss sie bald ganz allein durchs Weltall schweben…
Die Errichtung des Christuskönigreiches auf Erden mit der Wiederkunft Christi besteht in der Verherrlichung der katholischen Kirche, die das Christuskönigreich der Menschheit sein wird.
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#13   möchtegern-kathole   19:40:07 | Montag, 14. Juli 2008
Aleph schrieb:
„Aber wenn die katholische Kirche nicht hören will, muss sie bald ganz allein durchs Weltall schweben…“
Die Stärke der katholischen Kirche ist es und war es immer, sich an Christus zu orientieren, und nicht am Zeitgeist. Deshalb hat die Kirche immer fortbestanden, während viele Staaten und Gesellschaften im Laufe der Geschichte untergegangen und durch neue ersetzt wurden.
Nicht Zeitgeist, sondern Katholizismus brauchen wir!
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#12   No Comment   17:36:33 | Montag, 14. Juli 2008
Ihr Irren!
„Nostro cardinale amletico“ sagte J 23 höchstwahrscheinlich über Kardinal Montini mit Blick auf dessen langen Wartestand zum Kardinalat.
Was man aus den anglikanischen Wirren allerdings lernt ist, dass Kollegialität nur Wegen des Primats funktioniert, nicht Gegen den Primat. Denn Gleiche sind die Bischöfe, weil ihnen Einer gegen- und übergeordnet ist, ohne den sie nichts tun können, nur simulieren von Staates Gnaden. Wird Zeit, dass die Queen den Titel ‘‘Defensor fidei’’ an Rom zurückgibt.
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#11   Aleph †   16:45:31 | Montag, 14. Juli 2008
Marranenjäger
Sie sind wohl verunsichert? Was wollen Sie jetzt: dass ich in die Werwolf-Maske hüpfe oder kräftige Sprüche in alle Winde verschicke.
Sie brauchen Sich nur zu äußern…?
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#9   Aleph †   16:41:13 | Montag, 14. Juli 2008
Phantombild
Marranenjäger @ Was Sie wohl sein könnten, muss ich mir mal überlegen, wenn mal Zeit ist und dann lasse ich einen kräftigen Spruch los. Das Phantombild von Ihnen ist schon gefertigt.
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#7   Aleph †   16:36:51 | Montag, 14. Juli 2008
Rührende Geschwisterlichkeit
Die englischen Anglikaner zeigen der katholischen Kirche gegenwärtig, wohin Liberalismus, theologische Kompromisse, Verdrängung der Wahrheit, Diplomatismus und bischöfliche Führungsschwäche hinführen.
Da kann man bei so viel rührender Geschwisterlichkeit der Anglikanischen Kirche nur dankbar sein, dass es sie gibt, um angeblich der katholischen Kirche aus der Patsche zu helfen.
Es musste wohl alles so kommen. Das war wohl in den Tagen der Schöpfung so festgelegt…
Aber wenn die katholische Kirche nicht hören will, muss sie bald ganz allein durchs Weltall schweben…
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#6   Elijahu †   16:12:44 | Montag, 14. Juli 2008
Was erwartet man von einer pseudodemokratischen „Kirche“ anderes…
als dass Sie sich völlig an den Zeitgeist verkauft.
Hier zeigt sich überdeutlich, dass die von einem ehebrecherischen englischen König installierte Rebellen-„Kirche“ sich nicht nur gegen das Petrusamt auflehnt, sondern gegen Gott und Christus selbst.
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#5   miles immaculatae   14:00:12 | Montag, 14. Juli 2008
Die Weltkinder in der Mitten
Die wirklich düpierten in diesem Fall, sind wohl die, die meinten, die jacobinische Linke innerhalb der CofE würde ihre Linie nicht ohne Rücksicht auf Verluste durchpeitschen, und die unterlegenen Konservativen aus der Kirche herausquälen. Offenbar hat Rowan Williams den Braten noch rechtzeitig gerochen, und empfohlen, dann gleich die ganze Vorlage abzulehnen, um ein Druckmittel in der Hand zu haben. Doch die lieben, kompromißbereiten, doofen Linksliberalen haben offenbar nicht begriffen, daß ein Kompromiß mit den Jakobinern niemals möglich ist. So konnte es kommen, daß 2/3 der Ordination von Bischöfinnen zustimmte, jedoch die Kompromißlinie nicht die einfache Mehrheit erhielt. Parteitagsregie at its best.
Mit der Linken gibt es keinen Kompromiß. Die Linke kennt keine Toleranz. Schade, daß diese bittere Wahrheit immer wieder gelernt werden muß.
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#3   Bruder Theophil   13:43:46 | Montag, 14. Juli 2008
Ein Herzliches Willkommen…
…den anglikanischen Brüdern und Schwestern, die sich nach so viel Trübsal und Gottesferne für den Rückweg in den Schoß der Heiligen Katholische Kirche entscheiden.
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#2   Alois Bischof   12:22:32 | Montag, 14. Juli 2008
Montini,
Wojtyla und Ratzinger haben der Weltöffentlichkeit in Sachen des katholischen Dogmas schon gezeigt – durch ihre Einsetzung der sog. Konzilskirche anstatt der hl. Römischen Kirche, der Hüterin der Glaubenswahrheit – wie man Kompromisse durchführt.
Wer kennt die Konferenzen in Assisi nicht, anlässlich derselben ließ Papst Wojtyla Buddhisten Kirchen entweihen durch ihre heidnischen Kulte, und selber wurde er von einem Schamanen der Nordamerikanischen Indianischen Revival-Heiden ‘exorziert’.
Und führt nicht die Verkündigung der ‘Laizität’, der Trennung von Kirche und Staat, der absoluten Neutralität des Staates, der angeblichen Religionsfreiheit und der Änderung des katholischen Dogmas und der römischen Riten für die Sakramente, zu einer totalen Apostasie.
Wahrhaft, es ist typisch neokonservativ oder SJM-ähnlich den Anglikanern etwas vorzuwerfen, was die Konzilspäpste und die neo-modernistische Hierarchie auch selber gemacht haben. Nur weil die moderno-vatikanische Abteilung der Konzilskirche sich noch nicht mit Abtreibungsmassenmord und Kinderverhütung und Euthanasie (und Priesterinnenweihe) abgefunden hat, heißt noch nicht im nachkonziliaren Rom sei man „besser“ als in Canterbury.
Hat nicht Benedikt XVI. im November 2006 einen katholischen Diakon bei einem „Hochamt“ des anglikanischen Erzlaien von Canterbury in der Basilika Santa Sabina (katholischem Heiligtum!) assistieren lassen? Hat der Erzlaie nicht auf einem Konzilsvolksaltar seine „Eucharistie“ gefeiert?
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#1   Unschuld   12:02:55 | Montag, 14. Juli 2008
Das ist die Folge, wenn man nicht mehr auf den Spuren
von Jesus Christus wandelt, sondern sich dem Zeitgeist unterwirft.
Sehr schade für die Anglikanische Kirchengemeinschaft.
Gruß
Unschuld
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