Anglikaner
Massiver Dämpfer
Ein Vertreter des Anglo-Katholizismus warnt vor einer übereilten Massenbekehrung zur Kirche. Das Problem: Rom soll zuvor die ungültigen anglikanischen Weihen anerkennen.
Ein Spaltungsproblem der Anglikaner sind Homo-Prediger.
Ein Spaltungsproblem der Anglikaner sind Homo-Prediger.
© Flickr-Benützer „greenmelinda“, CC
(kreuz.net) Der anglikanische Bischof John Broadhurst hat die Euphorie um eine mögliche Massenbekehrung bei englischen Anglikanern gedämpft.

Broadhurst ist Suffraganbischof der Diözese London. Er ist für Pfarreien zuständig, welche Frauenpriesterinnen nicht akzeptieren. Außerdem ist er Vorsitzender der Vereinigung ‘Forward in Faith’, die rund achthundert anglikanische Gemeinden repräsentiert.

Am 9. Juli veröffentlichte er auf der Webseite der Vereinigung eine Stellungnahme zur in England bevorstehenden Einführung von Bischöfinnen.

Die Abstimmung zugunsten der Frauen-Bischöfe bezeichnet Broadhurst als „wirklichen Schock für viele unserer Pfarreien“.

Doch nun sei nicht die Zeit für schnelle Entscheidungen oder reflexartige Reaktionen. Man müsse sich vielmehr in Ruhe gemeinsam beraten.

Broadhurst wiederholt seine bekannte Position, mit der anglikanischen ‘Kirche von England’ einen gemeinsamen Weg zu suchen. Allerdings scheint ihm das nach der jüngsten Abstimmung auch selber etwas unrealistisch zu sein: „Aber es ist immer noch nicht unmöglich.“

Vergangene Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl

In seiner Stellungnahme äußerte sich Broadhurst auch zu früheren Kontakten mit dem Heiligen Stuhl.

Zunächst erklärt er, den christlichen Einheitsbemühungen sehr verbunden zu sein. 1992 habe er sich an Gesprächen mit der römischen Hierarchie beteiligt und im Jahr 1996 eine längere Unterredung mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, geführt.

Damals habe er von Seiten des Vatikan viel Großzügigkeit erfahren. Doch gleichzeitig fehlt ihm ein ekklesiologisches Angebot: „Mit anderen Worten: unser gemeinsames eucharistisches und spirituelles Leben wurde nicht anerkannt.“

Das stellt für Broadhurst nach wie vor ein Problem dar.

In seiner Stellungnahme berichtet er im weiteren, in der Zeit seit der Einführung von Frauenpriesterinnen bei den englischen Anglikanern viele zornige und enttäuschte Telefonanrufe erhalten zu haben.

Einige hätten vorgeschlagen, der englischen Staatskirche den Krieg zu erklären. Die Enttäuschten wollten vor allem damit aufhören, die anglikanische Gemeinschaft finanziell zu unterstützen:

„Ich bin für solche Maßnahmen offen“ – erklärt Broadhurst: Doch jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt für dramatische Gesten.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Fragender   23:15:21 | Mittwoch, 16. Juli 2008
Wer zwischen christlichen Kirchen…
.,… keine Gemeinsamkeiten sieht, sollte dringend zum Optiker gehen.
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#17   Mathias Wagener   19:53:26 | Mittwoch, 16. Juli 2008
Keine Gemeinsamkeiten
Wo es keine Geinsamkeiten gibt, können auch keine gefunden, sondern höchstens erfunden werden.
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#16   Aleph †   11:14:41 | Mittwoch, 16. Juli 2008
stimme der vernunft
Wenn man sich mit Wortmystik befasst, kommt man rasch dahinter, dass bei bestimmten Mantren im Buddhismus und im Christentum es sehr wohl auf das einzelne Wort und dessen Betonung und Rhythmus ankommt.
Die heilige Formel:
Om mani padme hum
ist ein gutes Beispiel dafür. Sie entspricht dem Herzensgebet der russischen Kirche:
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner.
Gut eignet sich auch aus dem zweiten Timotheus-Brief:
„Gott hat nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2Tim 7)
Bei mehrmaligem Wiederholen lassen sich durch die Mantren, welches spielt keine Rolle, ständig anzupeilende Energiefelder aufbauen.
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#15   alter Rheinländer   10:02:11 | Mittwoch, 16. Juli 2008
@stimme der vernunft
Vgl. dazu de.wikipedia.org/wiki/Schamanismus
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#14   stimme der vernunft †   09:54:46 | Mittwoch, 16. Juli 2008
@Loisl
in dem vom ‘high priesthood’ gesprochen wird
Achso, wenn also das zauberwort fehlt, dann funktioniert der Weihezauber nicht?
Ist ja echt interessant.
Der Katholizismus traditioneller Form schein ja ziemlich viel magischen Firlefanz zu beinhalten.
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#13   HeinrichvonOfterdingen   09:30:37 | Mittwoch, 16. Juli 2008
Lieber Fragender,
warum sollten die, die den Glauben bislang gegen alle Widerstände verteidigt haben, sich jetzt zum Unglauben „bekehren“?
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#12   Fragender   07:40:24 | Mittwoch, 16. Juli 2008
@ Gotthard:Bekehrung
Oder sollten wir auch auf eine Bekehrung der Pius-Typen hoffen?
JAAAAAA! Warum sollten gerade die im mittelalterlichen Aberglauben verharren sollen?
… und auch eine Bekehrung der katholischen Kirche zur universelen, unteilbaren Liebe Gottes zu Männern und Frauen… in allen Ämtern natürlich.
… und idealerweise bei dieser Gelegenheit auch eine Bekehrung zur Aufrichtigkeit und Wahrheit: nämlich jener, daß im katholischen Klerus Homosexualität vielen Jahrhunderten weit verbreitet ist ( ebenso verbreitet wie die satanische Verlogenheit, um dieses Faktum zu leugnen.)
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#11   Gotthard   23:11:29 | Dienstag, 15. Juli 2008
Euphorie???
Der anglikanische Bischof John Broadhurst hat die Euphorie um eine mögliche Massenbekehrung bei englischen Anglikanern gedämpft.
Wo gab es denn eine Euphorie?
Wieso „Massenbekehrung“? … ich denke, es wäre keine Bekehrung im Sinne einer Hinwendung zu Jesus Christus notwendig, sondern nur eine andere kirchliche Organisationsstruktur.
Oder sollten wir auch auf eine Bekehrung der Pius-Typen hoffen?
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#10   Aleph †   23:02:59 | Dienstag, 15. Juli 2008
timpressum
geile Zwickmühle
Bei allem Liebenswerten, was Sie hier zum Ausdruck bringen, aber in dem Fall, glaube ich sagen zu sollen, mit „geile Zwickmühle“ gehen Sie ein paar Schritte zu weit.
Wer soll denn da wen zwicken…?
:-! :-! :-! ;-)
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#9   timpressum †   23:00:50 | Dienstag, 15. Juli 2008
Sukzession die 345.
Die katholischen Weihelinien lassen sich übrigens auch seit dem 15. Jahrhundert nachweisen!
Und nun? :-)
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#8   Brandenburgis   22:44:21 | Dienstag, 15. Juli 2008
@timpressum
Das war kein Argument, das war ein guter Rat, – ganz umsonst!
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#7   timpressum †   22:34:02 | Dienstag, 15. Juli 2008
@ Brandenburgis
Andere Argumente fallen dir nicht mehr ein, was?
Sehr gut!
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#6   Alois Bischof   22:20:59 | Dienstag, 15. Juli 2008
Die anglikanischen Weihen
sind nicht gültig und lassen sich nicht validieren.
Nur wo in den USA (nicht in England) das 1979 ‘American Episcopal Book of Common Prayer’, in dem vom ‘high priesthood’ gesprochen wird, verwendet wurde unter Anteilnahme eines Altkatholischen (männlichen) Bischofs (der Utrechter Linie) – und zwar bei sowohl Priester- und Bischofsweihe – könnte eine gültige Weihe vorliegen. Diese Fälle sind aber äußerst selten, wenn sie überhaupten existieren. Die große Mehrheit der Anglikanischen Weihen sind ungültig, da das Book of Common Prayer aus 1978 der britisch-englischen Fassung genauso ungültig ist wie die aus 1549 und 1662. Da gibt es kein Priestertum – das wollten die Protestantischen Thronfolger Heinrich VIII. ja auch nicht, und im 17. Jh. wollten es die Pseudobischöfe selbst nicht, weil sie ‘Protestantisch und [angeblich] katholisch, also nicht papistisch’ seien.
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#5   Brandenburgis   21:10:01 | Dienstag, 15. Juli 2008
timpressum
NIcht lachen, das riecht so schlecht!
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#4   timpressum †   21:04:29 | Dienstag, 15. Juli 2008
Zwickmühle
Ist das mal ne geile Zwickmühle!
Also würde Rom auch die geweihten Priesterinnen anerkennen, wenn sie die Weihen der übergetretenen anerkennt?
Ich lach mich schlapp!
:-D :-D :-D
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#3   Aleph †   20:24:52 | Dienstag, 15. Juli 2008
ottaviani
Da muss ich Ihnen unverblümt recht geben. Nichts spricht dafür.
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#2   ottaviani   20:23:13 | Dienstag, 15. Juli 2008
ich frage mich
schon die längste zeit warum Anglikaner die mit der Frauenweihe nicht einverstanden sind Katholisch werden sollten das ist ja wohl kein Grund zur Konversion
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#1   Freinsberg   19:32:08 | Dienstag, 15. Juli 2008
Weihen anerkennen
Am besten macht man es wie bei der Entstehung der Südindischen Union von 1947: Alle Amsträger ordinieren sich gegenseitig. o^/
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