18:28:32 | Dienstag, 22. Juli 2008
Wie sehr sich das kirchliche Denken verweltlicht hat, bewies kürzlich ein Kardinal der katholischen Kirche in einem aufschlußreichen Kommentar.
(kreuz.net) Karl Kardinal Lehmann von Mainz ist dem Gruppengefühl auf den Leim gekrochen, das während
der letzten Europa- meisterschaft von der Fußball-Industrie erzeugt wurde.
„Es ist und bleibt frappierend,
wie die Europameisterschaft die Menschen besonders in unserem Land in Atem gehalten hat“ – staunte er
in einem Gastkommentar für die Mainzer Kirchenzeitung ‘Glaube und Leben’ im Juli 2008.
Die Gesellschaft
sei in Gefahr, sich immer mehr zu atomisieren: „Die großen verbindenden Ideen und Motive sind spärlicher
geworden.“
Diese Bindung könne von der Nation nicht mehr geschaffen werden, da durch einen übertriebenen
Nationalismus so viel Haß und Zerstörung entstanden sei – verallgemeinert er die deutsche Selbstbefindlichkeit.
Dennoch dürfe „Heimat“ nicht verlorengehen.
Es brauche in diesem Zusammenhang auch Raum für Begeisterung,
Emotionen und Leidenschaft.
Dabei ortet der Kardinal ein ziemliches Vakuum, wenn es darum geht, diese
Gemeinsamkeit visuell und erlebnismäßig darzustellen.
Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien oder
Religion und Kirchen könnten diese Aufgabe nicht leisten.
Denn: Sie sind „natürlich alle“ von der –
angeblichen – „grundsätzlichen Pluralität unserer Gesellschaft mitgeprägt und haben nicht die nötige
Reichweite.“
Die notwendige „sehr weit ausgreifende verbindende Kraft“ findet Kardinal Lehmann dagegen
beim Sport.
Er übernehme eine gewisse universale gesellschaftliche Bindekraft und sei dafür auch „geeignet“.
Warum geeignet? „Er verlangt kein Bekenntnis und keine Lebensentscheidung. Er ist offen und unverbindlich,
dennoch schafft er ein Wir-Gefühl, das uns sonst abgeht.“
Zwar sieht der Kardinal im Fußball auch negative
Aspekte pseudo-religiöser Natur: „Aber man darf hier nicht durch solche Einzelphänomene das Urteil verfestigen.“
Denn der Sport könne durch das Fehlen anderer wirksamer Bindungskräfte einen wichtigen Beitrag zur
„Integration“ leisten:
„Es war schon erstaunlich, wie friedlich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – es
nach dem Spiel gegen die Türkei zuging“ – begeistert sich der Kardinal.
Natürlich sieht er auch die
Notwendigkeit weiterer Bindekräfte, die sich zum Teil „durchaus mit dem Sport verbinden können“.
Beispiele?
Wirtschaft, Kultur, Medien – und am Schluß: „auch die Kirchen, mit ihrem eigenen Leben und mit dem Dialog
der Religionen untereinander“.
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Brandenburgis 10:46:01 | Mittwoch, 23. Juli 2008
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Josef Preßlmayer 09:16:31 | Mittwoch, 23. Juli 2008
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gutgläubiger 07:15:28 | Mittwoch, 23. Juli 2008
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Vineta 06:18:45 | Mittwoch, 23. Juli 2008
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Bruder Theophil 23:03:08 | Dienstag, 22. Juli 2008
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thaumaturgos 20:18:22 | Dienstag, 22. Juli 2008
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Tridentinus 19:16:32 | Dienstag, 22. Juli 2008
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Tridentinus 18:52:30 | Dienstag, 22. Juli 2008
#1
st.georg 18:43:49 | Dienstag, 22. Juli 2008