13:55:16 | Sonntag, 20. Juli 2008
Die Themen Rassismus, Diskriminierung und Vertreibung sind nur dann interessant, wenn sie keine Christen betreffen.

Ikonostasis der griechisch-orthodoxen Sankt Georgs-Kirche in Alt-Kairo
© Island Spice, CC(kreuz.net) In Ägypten
wächst die Gewalt gegen die christlichen Kopten. Davon berichtete Birgit Cerha
am 18. Juli in der Tageszeitung ‘Kölner Stadt-Anzeiger’.
Frau Cerha ist Nahostkorrespondentin mehrerer
Zeitungen. Sie lebt in Zypern.
Die koptische Kirche wurde im ersten Jahrhundert vom Evangelisten Markus
gegründet.
650 Jahre lang war Ägypten ein Zentrum des Christentums. Dann wurde das Gebiet von den Arabern
erobert und verfiel dem Islam.
Doch die acht bis zehn Millionen ägyptischen Kopten verstehen sich bis
heute als die wahren Besitzer des Landes und als die direkten Nachkommen der Pharaonen.
Frau Cerha erklärt
in ihrem Artikel, daß die wachsende Zahl von blutigen Attacken auf die ägyptischen Kopten auch liberale
Muslime, wie den politischen Autor Ahmad al-Aswani, beunruhigt.
Die sonst sehr zurückhaltende koptische
Kirchenführung unter Papst Schenouda III. (84) hat sich nach Angaben von Frau Cerha in einem scharfen
Appell an den seit Oktober 1981 regierenden ägyptischen Staatspräsident Muhammad Hosni Mubarak (80)
gewandt:
Er solle die „zunehmenden bewaffneten Angriffe auf Mönche“ und „Beleidigungen des Kreuzes“
zu verhindern.
Unmittelbaren Anlaß war der Überfall auf das 1600 Jahre alte Abu-Fana-Kloster im oberägyptischen
El-Minya.
Dabei entführten sechzig bewaffnete Beduinen am 31. Mai drei Mönche. Die Geistlichen wurden
geprügelt und gezwungen, das Kreuz zu bespucken.
Große Teile des Klosters wurden zerstört. Regierung
und die staatlich gelenkten Medien bestreiten einen islamistischen Hintergrund.
Doch die Vorfälle sind
bedrohlich. Im Kairoer Stadtteil Zeitun erschossen zwei Männer einen sechzigjährigen Juwelier und drei
Angestellte.
In in der nordägyptischen Stadt Alexandria wurde ein koptischer Juwelier ausgeraubt. In
El Hoscheh, südlich von Kairo, wurden zwei Kopten ermordet.
In Oberägypten kommt es immer wieder zu
Zusammenstößen zwischen Kopten und Muslimen. Die koptische Gemeinschaft ist verunsichert.
Der Druck
auf die Christen wuchs in Ägypten seit dem Aufkommen islamischer Strömungen. Diese sind eine Reaktion
auf das autoritäre, von den USA gestützte Regime.
De facto Diktator Muhammad Hosni Mubarak (80) ist
seit Oktober 1981 im Amt.
Sein Regime sucht die islamische Opposition durch eine Mischung aus Repression
und Islamisierung in Schach zu halten.
Vor allem durch letztere leiden die Kopten unter einer zunehmenden
Diskriminierung durch den Staat, durch Gesetze sowie durch die politische und administrative Praxis.
Die Kopten sind formell aus dem politischen Prozeß ausgeschlossen.
Der ehemalige UNO-Generalsekretär
Boutros Boutros-Ghali (85) war lange Zeit ägyptischer Außenminister, wurde aber, weil er Kopte ist,
nie formell als solcher ernannt.
In vergangenen Jahrzehnten sind rund 1,5 Millionen Kopten in den Westen
geflüchtet. In vier Jahrzehnten wurden 4.000 Christen getötet.
Da der Staat Gewalt gegen Kopten nicht
strafrechtlich ahndet und auch der eingeschüchterte koptische Papst Schenuda III. alles tut, um eine
offene Konfrontation zu vermeiden, werden Extremisten geradezu ermutigt.
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Marcelus 14:53:54 | Sonntag, 27. Juli 2008
#28
Brandenburgis 17:23:40 | Montag, 21. Juli 2008
#27
Heggi 17:21:17 | Montag, 21. Juli 2008
#25
Brandenburgis 12:53:24 | Montag, 21. Juli 2008
#24
Egypt_girl 12:44:42 | Montag, 21. Juli 2008
#23
Heggi 12:40:27 | Montag, 21. Juli 2008
#22
Brandenburgis 11:01:46 | Montag, 21. Juli 2008
#21
Alois Bischof 10:56:32 | Montag, 21. Juli 2008
#20
Pünktchen 09:00:35 | Montag, 21. Juli 2008
#19
Egypt_girl 01:01:43 | Montag, 21. Juli 2008
#17
Gotthard 00:07:51 | Montag, 21. Juli 2008
#16
SebastianMichael 20:59:03 | Sonntag, 20. Juli 2008
#14
Gotthard 19:50:25 | Sonntag, 20. Juli 2008
#13
Lutheraner 18:50:49 | Sonntag, 20. Juli 2008
#11
matt2 † 18:13:51 | Sonntag, 20. Juli 2008
#10
Brandenburgis 17:46:01 | Sonntag, 20. Juli 2008
#9
Gotthard 17:20:35 | Sonntag, 20. Juli 2008
#7
Marcelus 14:58:16 | Sonntag, 20. Juli 2008
#6
Florian Geyer 14:38:24 | Sonntag, 20. Juli 2008
#5
Brandenburgis 14:28:03 | Sonntag, 20. Juli 2008
#4
Marcelus 14:25:16 | Sonntag, 20. Juli 2008
#3
Brandenburgis 14:15:51 | Sonntag, 20. Juli 2008
#2
Marcelus 14:12:22 | Sonntag, 20. Juli 2008
#1
Beobachterin 14:05:17 | Sonntag, 20. Juli 2008