Alte Messe
In Deutschland gibt es keine Probleme – nur in Frankreich
„Die Altgläubigen treten zahlenmäßig nicht so in Erscheinung, daß im Sinne des Motu proprio entsprechende Konsequenzen gezogen werden müßten.“
Alte Messe
Alte Messe
(kreuz.net) Im Erzbistum Köln ist der Alte Ritus eine Randerscheinung. Das erklärte der Liturgieexperte des Erzbistums, Alexander Saberschinsky, am 7. Juli in einem Interview mit dem Kölner ‘domradio’.

Anlaß war der Jahrestag des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’.

In Köln habe es „schon immer einen ganz unideologischen Umgang“ mit der Alten Messe gegeben – so Saberschinsky. In vier Gemeinden gebe es kleinere Gruppen.

Der Erfolg der Versöhnungsgeste des Motu Proprio sei ein Jahr nach dem Schreiben fraglich – kommentieren Christoph Lennert und Caroline Schulke in einem Bericht für die Webseitseite von ‘domradio’.

Die Piusbruderschaft habe eine vatikanische Aufforderung zur Aussöhnung zurückgewiesen.

Rom müsse zunächst die „Exkommunikation gegen die Gemeinschaft“ aufheben, um die Ernsthaftigkeit des Dialogs zu untermauern – habe es in einer Mitteilung der Bruderschaft geheißen.

Marginalisiertes Problem

Es gebe auch kaum „belastbare Zahlen, wie viele Katholiken ihr Begehren nach der Meßfeier nach dem Alten Ritus durchsetzten“.

Die Bischofskonferenzen in Österreich und Schweiz würden von „kaum spürbaren“ Änderungen berichten.

Nach Angaben des Leiters des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, gibt es eine „Handvoll mehr Gemeinden“, in denen Gruppen nach dem Alten Ritus feiern – insgesamt etwa zwanzig.

Auf eine ähnliche Zahl kommt der Informationsbeauftragte der Schweizer Bischofskonferenz, Walter Müller.

In Deutschland falle die „Einschätzung der Kirche“ vergleichbar aus:

„Nach Angaben der Bischofskonferenz gibt es keine Anzeichen für einen gestiegenen Bedarf. Es handele sich eher um ein marginales Phänomen“ – beruhigt der Artikel.

„Sicher gibt es am einen oder anderen Ort verschiedentlich Einzelpersonen oder kleine Gruppen, die auf die Wiedereinführung von Messen im tridentinischen Ritus drängen“ – wird der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst, zitiert:

„Aber sie treten zahlenmäßig nicht so in Erscheinung, daß im Sinne des Motu proprio entsprechende Konsequenzen gezogen werden müßten.“

Konflikte in Gemeinden sind dem Bischof nicht bekannt. Auch „Druck von außen“, vermehrt Alte Messen zu zelebrieren, gebe es in seinem Bistum nicht.

Probleme im französischen Internet

In Frankreich zeige ein Blick ins Internet die Problemzonen – berichtet der Artikel weiter.

Zahlreiche Foren würden „Anhängern der Alten Messe“ Raum geben. Immer wieder werde dort einzelnen Bischöfen vorgeworfen, „Dienst nach Vorschrift“ zu leisten und den Wünschen der Altgläubigen mit Bummelei, immer neuen Überprüfungen oder Schikanen zu begegnen.

In französischen Kirchenkreisen werde bestätigt, daß es in „einigen Diözesen“ Reibungen geben.

Die Probleme würden in den Internetforen freilich noch vergrößert dargestellt.

Der Artikel beschwichtigt weiter, daß angeblich „häufig genug“ die gleichen Teilnehmer-Pseudonyme in den Foren auftauchten.

Leser ‘Clemens Klein’ kommentierte den Artikel am 8. Juli:

„Wie man heute über die tridentinische Heiligen Messe spricht, ist ein Affront gegen unsre Voreltern und Sünde gegen das vierte Gebot.“

Wer nach 1965 zur ersten Heiligen Kommunion geführt worden sei, könne eine Alte Messe nicht mit einer nachkonziliaren Messe vergleichen:

„Für alle »die guten Willens sind« ist es jedoch möglich herauszufinden: daß Ehrfurcht und Tabernakelfrömmigkeit zwei Unbekannte geworden sind.“
      
14 Lesermeinungen
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#14   No Comment   15:13:53 | Dienstag, 22. Juli 2008
Völlig richtig!
Saberschinsky formuliert Wahrheiten, die für die extreme Rechte, für die „alte Messe“ ja doch nur ein Kampfbanner war (Liturgie interesiiert da niemanden), nunmal schmerzlich sind. Das Motu proprio verfügt eine völlige Gleichstellung der alten Messe im WERTURTEIL der Kirche, nicht in der Ausübungspraxis. Damit ist die Gefährlichkleit der „Tradi“ Argumentation entgiftet; „propagieren“ muss man den älteren Gebrauch deshalb noch lange nicht. Interesse für Liturgie entsteht ganz woanders, z.B. in Sydney.
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#13   HBR   22:42:37 | Montag, 21. Juli 2008
Bei den Artikeln zu Motu Proprio und alte Messe frage ich mich…
…warum man dann nicht gleich zur wahren Messe „aller Zeiten“ zurückkehren sollte. Statt immer den NOM des 15 Jahrhunderts zu beschwören, könnte man ja gleich den byzantinischen Ritus wieder einführen o^/
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#12   Beobachterin   22:25:56 | Montag, 21. Juli 2008
@StGeorg:
Danke für den Hinweis :-)
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#11   Biene Maja   20:51:48 | Montag, 21. Juli 2008
Pünktchen
Was Sie da geschrieben haben ist wunderschön DANKE.
Mein Lieblingslied ist: „ GOTTHEIT TIEF VERBORGEN „
betend nah ich dir unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier…Man muß ehrfürchtig die Echaristie empfangen,
es ist Jesus selber der sich schenkt. ER macht sich ganz klein ER kommt in mich hinein, ich soll Jesus ähnlich werden.
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#10   Weißer Ritter   17:46:35 | Montag, 21. Juli 2008
Politbüro
Wenn es nicht so ernst wäre, müßte man sagen, daß der Liturgieexperte des Erzbistums, Alexander Saberschinsky, sich so aufführt wie die Herren im Politbüro der „DDR“.
Die wußten auch nicht, wie es in der Welt um sie herum zugeht.
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#9   Guiseppe   15:54:37 | Montag, 21. Juli 2008
Die Sache mit den Interessenten
st.georg: „es werden halt nicht mehr interessenten…“
Doch! Es werden mehr Interessenten, und das bereitet einigen Bischöfen Kopfzerbrechen. Also dann eben nach dem Motto handeln, es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Pfarrer/Bischöfe/Funktionäre unterbinden nicht selten Möglichkeiten zur Veröffentlichung von Informationen über die Alte Messe. Anträge zur Alten Messe werden aus fadenscheinigen Gründen abgewiesen oder hingehalten. Durch Zermürbungstatik versucht man etwas auszumerzen, was man nicht dulden will.
Es wird schon darauf hingearbeitet, dass das Interesse irgendwann wieder sinkt.
Offenbar haben viele „Hirten“ erkannt, dass man nur mit Schikane, Schlechtreden und mit Verzerrung der Fakten etwas Gutes (und dazu gehört auch die Alte Messe) verhindern oder zumindest eindämmen kann.
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#8   st.georg   14:15:52 | Montag, 21. Juli 2008
@beobachterin
sie sollen ja nicht dumm sterben :
www.pro-missa-tridentina.de
dort sind alle aktuellen termine…im erzb. berlin genügt z.b. ein anruf beim ordinariat…
es werden halt nicht mehr interessenten…
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#7   Brandenburgis   13:38:53 | Montag, 21. Juli 2008
Meditataion zum Mittag:
Gott, der für deine Seele wacht,
hat Abscheu an der Sünden Nacht!
Er sendet dir sein Gnadenlicht
und will für diese Gaben,
die er so reichlich dir verspricht,
nur offne Geistesaugen haben.
Des Satans List ist ohne Grund,
die Sünder zu bestricken –
brichst du nun selbst den Gnadenbund,
wirst du die Hilfe nie erblicken.
Die ganze Welt und ihre Glieder
sind nichts als falsche Brüder,
doch macht dein Fleisch und Blut hiebei
sich lauter Schmeichelei.
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#6   Beobachterin   13:28:14 | Montag, 21. Juli 2008
wann und wo?
Leider ist man nicht allzu großzügig mit der Bekanntgabe der Termine, wann eine solche Messe stattfindet.
Sonst wären wahrscheinlich mehr Besucher dort anwesend.
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#5   Burgorus   13:11:36 | Montag, 21. Juli 2008
Korrektur zum ersten Vers:
Pünktchen, im ersten Vers haben Sie zwei verschiedene Versionen zusammengefügt, sodass ein Takt zu viel entstanden ist:
Es heißt entweder nach Heinrich Bone gemäß dem alten Gesangbuch der Erzdiözese München und Freising:
Darum lasst uns tief verehren
oder, wie es jetzt irgendwo auf der Homepage der Erzdiöese steht:
Lasst uns tiefgebeugt verehren
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#4   Pünktchen   10:53:04 | Montag, 21. Juli 2008
Beim Besuch des Tabernakels zu beten:
Darum laßt uns tiefgebeugt verehren
ein so großes Sakrament!
Dieser Bund wird ewig währen,
und der alte hat ein End;
unser Glaube soll uns lehren,
was das Auge nicht erkennt.
Gott dem Vater und dem Sohne
sei Lob, Preis und Herrlichkeit;
mit dem Geist auf höchstem Throne
eine Macht und Wesenheit!
Singt mit lautem Jubeltone
göttlicher Dreiinigkeit. Amen.
Brot vom Himmel hast Du ihnen gegeben;
das alle Süßigkeit in sich enthält.
Lasset uns beten. O Gott, Du hast uns in dem wunderbaren Sakramente ein Andenken Deines Leidens hinterlassen; laß uns, wir bitten Dich, die heiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht Deiner Erlösung immerdar in uns erfahren, der Du lebest und regierst von Ewigkeit zu Eweigkeit. Amen.
(Thomas v.Aquin)
„Tabernakelfrömmigkeit“, wo sie praktiziert wird, ist schlichtweg unvereinbar mit solchem www.kreuz.net/…e/article.4726.2.jpg Frevel an heiliger Stätte und schützt auch vor ihm!
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#3   stimme der vernunft †   10:44:56 | Montag, 21. Juli 2008
@krake
Die Hl. Kommunion wird ausgeteilt wie Kartoffelchips
Ja, das war früher besser. Da wurde die Hl. Komunion wie Kartoffelchips in den Mund ausgeteilt.
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#2   Krak des Chevaliers   10:40:07 | Montag, 21. Juli 2008
Ehrfurcht und Tabernakelfrömmigkeit…
… sind Unbekannte geworden. Das kann man jeden Sonntag in vielen katholischen Pfarrkirchen erleben. Die Hl. Kommunion wird ausgeteilt wie Kartoffelchips und ebenso konsumiert. Die Bischöfe wissen um diese Problematik. Sie tragen dafür die Verantwortung, dass dieses Problem nicht thematisiert wird. Um so schwerwiegender ist ihre Verantwortung, da sie die Anregungen des Heiligen Vaters nicht aufnehmen, diese sogar noch ausbremsen. Eine Kirche, die so schluderig-schlampig mit dem Allerheiligsten umgeht, wie es gegenwärtig in nicht wenigen Ländern der Fall ist – vielleicht von Polen abgesehen – kann nur eine dunkle Zukunft haben. Das Menetekel steht an der Wand; der Auszug ins babylonische Exil ist bereits angetreten. Die Bischöfe jedoch freuen sich über Party feiernde Jugendliche auf dem WJT und sehen darin eine sonnige Zukunft für die Kirche. Schlimmer noch: sie wollen diese Partystimmung in die Ortskirchen tragen und lassen Spektakel und Liturgieverfall zu. o.O
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#1   Aleph †   10:36:34 | Montag, 21. Juli 2008
Tabernakelfrömmigkeit?
daß Ehrfurcht und Tabernakelfrömmigkeit zwei Unbekannte geworden sind.“
Die Tabernakelfrömmigkeit ist wohl ein ganz wichtiges Kriterium und die soll jetzt unter allen Umständen allen eingebläut werden, auch wenn es manche nicht wollen.
Ist Tabernakelfrömmigkeit ein Wert an sich, um sich dann in sicherer Entfernung vom Tabernakel verbal und noch ganz anders gehen zu lassen, weil man ja vor dem Tabernakel fromm war…?
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