12:16:13 | Montag, 21. Juli 2008
Im Zusammenhang mit der angeblich bevorstehenden Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman ist in Großbritannien eine Friedhofs-Kontroverse ausgebrochen.

Pater Ambrose St John und John Henry Kardinal Newman
(kreuz.net) Der britische Theologe, Konvertit und Kardinal John Henry Newman starb im August 1890.
Es
war sein ausdrücklicher Wunsch, im Grabe seines Weggefährten, Pater Ambrose St John († 1875), beerdigt
zu werden.
Pater St John war ebenfalls ein Konvertit. Zusammen mit Kardinal Newman gründete er das Oratorium
in Birmingham.
Doch jetzt sollen die beiden Geistlichen getrennt und die sterblichen Überreste von Kardinal
Newman im Hinblick auf dessen Seligsprechung umgebettet werden.
Gegenwärtig wird in der Kirche des Oratoriums
von Birmingham ein Sarkophag für den Kardinal vorbereitet. Pater St John wird auf dem Friedhof zurückbleiben.
Der Entscheid, die beiden Toten zu trennen, hat nach Angaben der britischen
Tageszeitung ‘The Telegraph’ sogar die Frage aufgeworfen, ob die Kirche über die Beziehung zwischen den
beiden verlegen sei.
Ihr Grab befindet sich in einem Friedhof am Stadtrand von Birmingham.
Die stellvertretende
Herausgeberin der liberalen katholischen Wochenzeitung ‘The Tablet’ machte sogar den Vorschlag, daß man
Pater St John ebenfalls mit Kardinal Newman in die Kirche hätte verlegen können.
Vor seinem Tod hat
Kardinal Newman den Wunsch, im Grab von Pater St John beerdigt zu werden, dreimal wiederholt:
„Ich wünsche
von ganzem Herzen, im Grab von Pater Ambrose St John begraben zu werden – und ich erkläre das als meinen
letzten, meinen unbedingten Willen“, schrieb er.
Später fügte er hinzu: „Ich bestätige das und ich
bestehe darauf.“
Nach dem Tod von Pater St John im Jahr 1875 schrieb der Kardinal:
„Ich habe immer geglaubt,
daß kein Trauerfall größer wäre als der eines Gatten oder einer Gattin. Aber ich kann nicht glauben,
daß es einen Trauerfall oder irgendeine Trauer gibt, die größer wäre als meine.“
Der bekannte Newman-Experte,
Hw. Ian Ker, erklärte, daß der Wunsch, mit einem anderen Mann beerdigt zu werden, von der heutigen Kirche
nicht mehr akzeptiert würde.
„Dieses Konzept der Freundschaft ist gestorben. In jenen Tagen hätte niemand
etwas verdächtigt.“
Ein Sprecher des Oratoriums von Birmingham erklärte, daß die Umbettung des Leichnams
auf Anordnung der vatikanischen Heiligsprechungskongregation vorgenommen wird.
Im vergangenen April schrieb
der Obere des Oratoriums, Pater Paul Chevasse, an das britische Justizministerium, um eine Erlaubnis für
die Exhumierung zu bekommen.
Nach Angaben des Sprechers des Oratoriums ist das grüne Licht des Ministeriums
immer noch ausstehend.
Man scheint dort noch auf einen entsprechenden Richterspruch zu warten.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#7
thaumaturgos 20:13:28 | Dienstag, 22. Juli 2008
#6
LandorganistII 15:17:22 | Dienstag, 22. Juli 2008
#4
Alkuin 13:49:25 | Montag, 21. Juli 2008
#1
Tridentinus 12:44:58 | Montag, 21. Juli 2008