Heilige
Ende einer Freundschaft
Im Zusammenhang mit der angeblich bevorstehenden Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman ist in Großbritannien eine Friedhofs-Kontroverse ausgebrochen.
Pater Ambrose St John und John Henry Kardinal Newman
Pater Ambrose St John und John Henry Kardinal Newman
(kreuz.net) Der britische Theologe, Konvertit und Kardinal John Henry Newman starb im August 1890.

Es war sein ausdrücklicher Wunsch, im Grabe seines Weggefährten, Pater Ambrose St John († 1875), beerdigt zu werden.

Pater St John war ebenfalls ein Konvertit. Zusammen mit Kardinal Newman gründete er das Oratorium in Birmingham.

Doch jetzt sollen die beiden Geistlichen getrennt und die sterblichen Überreste von Kardinal Newman im Hinblick auf dessen Seligsprechung umgebettet werden.

Gegenwärtig wird in der Kirche des Oratoriums von Birmingham ein Sarkophag für den Kardinal vorbereitet. Pater St John wird auf dem Friedhof zurückbleiben.

John Henry Kardinal Newman
Portrait aus dem Jahr 1844Photo aus den 1860er JahrenKardinal Newman im Jahr 1885

Der Entscheid, die beiden Toten zu trennen, hat nach Angaben der britischen Tageszeitung ‘The Telegraph’ sogar die Frage aufgeworfen, ob die Kirche über die Beziehung zwischen den beiden verlegen sei.

Ihr Grab befindet sich in einem Friedhof am Stadtrand von Birmingham.

Die stellvertretende Herausgeberin der liberalen katholischen Wochenzeitung ‘The Tablet’ machte sogar den Vorschlag, daß man Pater St John ebenfalls mit Kardinal Newman in die Kirche hätte verlegen können.

Vor seinem Tod hat Kardinal Newman den Wunsch, im Grab von Pater St John beerdigt zu werden, dreimal wiederholt:

„Ich wünsche von ganzem Herzen, im Grab von Pater Ambrose St John begraben zu werden – und ich erkläre das als meinen letzten, meinen unbedingten Willen“, schrieb er.

Später fügte er hinzu: „Ich bestätige das und ich bestehe darauf.“

Nach dem Tod von Pater St John im Jahr 1875 schrieb der Kardinal:

„Ich habe immer geglaubt, daß kein Trauerfall größer wäre als der eines Gatten oder einer Gattin. Aber ich kann nicht glauben, daß es einen Trauerfall oder irgendeine Trauer gibt, die größer wäre als meine.“

Der bekannte Newman-Experte, Hw. Ian Ker, erklärte, daß der Wunsch, mit einem anderen Mann beerdigt zu werden, von der heutigen Kirche nicht mehr akzeptiert würde.

„Dieses Konzept der Freundschaft ist gestorben. In jenen Tagen hätte niemand etwas verdächtigt.“

Ein Sprecher des Oratoriums von Birmingham erklärte, daß die Umbettung des Leichnams auf Anordnung der vatikanischen Heiligsprechungskongregation vorgenommen wird.

Im vergangenen April schrieb der Obere des Oratoriums, Pater Paul Chevasse, an das britische Justizministerium, um eine Erlaubnis für die Exhumierung zu bekommen.

Nach Angaben des Sprechers des Oratoriums ist das grüne Licht des Ministeriums immer noch ausstehend.

Man scheint dort noch auf einen entsprechenden Richterspruch zu warten.
      
7 Lesermeinungen
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#7   thaumaturgos   20:13:28 | Dienstag, 22. Juli 2008
dem se(e)ligen …
herre kardinal ist es im wahrsten sinne des wortes scheissegal, wo sein gebein letzt gelagert wird, da er sich im der communio sanctorum /- arum (et beatorum / arum: extra für tradis die differntia spec.) schon längst der fülle der gemeinschaft nicht nur mit seinen besten freund erfreut
aber, den schismatischen piisten hier ist ja alles recht, was einen menschen diffamieren kann, es sei denn er verbreitet nazidenken, ist gegen rom oder gegen jede andere konfession …
s.[chismaticus] marcellus ist sicher inzwischen schwer beschäftigt, an seinem höllischen bratspiess …
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#6   LandorganistII   15:17:22 | Dienstag, 22. Juli 2008
Da steht
doch in einem Grab und nicht in einem Sarg. Also bitte, was hätten die beiden Leichen wohl für einen Unfug treiben können?
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#5   stimme der vernunft †   15:44:39 | Montag, 21. Juli 2008
was mit
meinen Knochen mal passiert ist mir wurscht.
Newman war es offenbar aber nicht wurscht, und darum sollte man seinen Wunsch repektieren.
Ich verstehe nicht, warum das ein Problem sein sollte.
Es ist einfach eine Frage des Respekts und der Pietät (ok, beide Wörter sind hier ja unbekannt)
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#4   Alkuin   13:49:25 | Montag, 21. Juli 2008
die sog. „Stimme der Vernunft“
ist Bekanntermaßen ein unheilbare Miesepeter der an allem nur das Negative sieht. :-!
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#3   Sozialkatholisch   13:07:50 | Montag, 21. Juli 2008
@ Stimme
bist du nur neidisch weil deine sterblichen Überreste so gut wie allen anderen egal seien werden?
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#2   stimme der vernunft †   12:46:13 | Montag, 21. Juli 2008
Wie will man denn
nach so vielen Jahren die Konochenfragmente noch auseinanderhalten?
Das ist Leichenfledderei, nichts anderes.
Newman würde sich im Grab umdrehen, wenn er könnte, aber die ewige Ruhe gönnt man ihm ja nicht, er soll öffentlich ausgestellt werden, um die Sensationsgier der wundergeilen Leute zu befriedigen.
Armer Newman!
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#1   Tridentinus   12:44:58 | Montag, 21. Juli 2008
Die Praxis,
Priester in gemeinsamen Priestergräbern beizusetzen, relativiert mE zumindest in etwa das, was am Wunsch des Kardinals evtl seltsam anmuten könnte.
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