15:44:31 | Montag, 28. Juli 2008
„Ohne daß wir das deutsche Volk vom Faschismus freisprechen – denn die Leute haben ja wirklich nicht gewußt, was in den Konzentrationslagern vorging –, können wir es nicht für unseren revolutionären Kampf mobilisieren.“ Von Leo G. Schüchter.
(kreuz.net) Ende Dezember 1969 tagte in der Stadt Algier der „Erste Internationale Solidaritätskongreß
mit dem palästinensischen Volke“.
Anwesend waren auch fünf Vertreter des linksextremen „Sozialistischen
Deutschen Studentenbundes“. Einer von ihnen war der spätere deutsche Außenminister Joschka Fischer (60).
Die deutsche Delegation widersetzte sich auf dem Kongreß dem „revisionistischen Programm“ der palästinensischen
Befreiungsorganisation ‘Al Fatah’.
Mit einer eigenen Resolution versuchte sie, den Kampf gegen Israel
anzuheizen.
Der Herrenmensch Ascher Ben-Natan wird in Hamburg nicht sprechenSchon bald nach dem israelischen
Sechstagekrieg im Juni 1967 hatten sich linksextreme deutsche Studentenführer auf eine antizionistische
Politik festgelegt.
In Frankfurt und Hamburg wurden Reden des neu akkreditierten israelischen Botschafters,
Ascher Ben-Natan, von grölenden linksradikalen Studenten niedergebrüllt: „Der Herrenmensch Ascher Ben-Natan
wird in Hamburg nicht sprechen“ – hieß es auf einem Flugblatt.
Oder: „Die Blitzsieger von 1940 können
sich ohne Schwierigkeiten mit den Blitzsiegern von 1967 identifizieren. Die Herrenmenschen des Dritten
Reiches betrachten mit Genugtuung die rassistische Politik der Dayan-Meir-Clique gegen arabische Untermenschen.“
Israel wurde als Frontstaat der imperialistischen USA bezeichnet, die eine Fortsetzung des Dritten Reichs
mit anderen Mitteln betrieben.
Im Dezember 1972 erklärte die Linksterroristin Ulrike Meinhof († 1976)
den Antizionismus für ebenso berechtigt wie den Antisemitismus des Dritten Reiches – weil letzterer „seinem
Wesen nach antikapitalistisch war“:
„Ohne daß wir das deutsche Volk vom Faschismus freisprechen – denn
die Leute haben ja wirklich nicht gewußt, was in den Konzentrationslagern vorging –, können wir es nicht
für unseren revolutionären Kampf mobilisieren“, sagte Frau Meinhof 1972 als Zeugin der Verteidigung
im Prozess gegen Horst Mahler.
Ein neuer AngelpunktDas Scheitern des linken Terrors Ende der 70er Jahre
und die Auflösung der maoistischen Gruppierungen stellte die linken Horden vor eine politische Neuorientierung.
Joschka Fischer bekannte später: „Nach zehnjährigem gewalttätigen Kampf gegen den deutschen Staat
mußten wir uns neu aufstellen.“
In den 80er Jahren fand die Linke im Kampf gegen Rüstung und Raketen
sowie im pathetischen Bekenntnis zum Pazifismus einen neuen Einigungspunkt.
Der Film „Holocaust“ von
Marvin Chomsky aus dem Jahr 1978 lenkte den Blick ferner auf die Verbrechen der Nationalsozialisten, für
die sich die Linke bis dato nicht interessiert hatte.
Der damalige CDU-Bundespräsident Richard von Weizsäcker
lud in seiner Rede zum 40. Jahrestag der Niederlage des Hitlerstaates allen Deutschen die Verantwortung
für dessen Verbrechen auf.
Der Historikerstreit in den 80er Jahren präsentierte schließlich die nationalsozialistische
Ermordung von sechs Millionen Juden unter dem Namen „Auschwitz“ als angeblicher Angelpunkt der deutschen
Geschichte, des deutschen Staates und des deutschen Volkes.
Alle deutsche Geschichte vor Reichskanzler
Adolf Hitler (1945) laufe auf Auschwitz zu – begannen die linken deutschen Politiker Oskar Lafontaine
und Joschka Fischer plötzlich zu verkündigen.
Nach 1945 habe deutsche Politik allein die Aufgabe, ein
neues „Auschwitz“ zu verhindern.
Die führenden Zeitgeistmedien schwenkten schnell auf diese Linie ein.
Hitler erklärt allesIm Jahr 1998 fand in Frankfurt eine Ausstellung zum 150. Jubiläumsjahr der deutschen
Revolution von 1848 statt.
Bei dieser Gelegenheit verkündete das deutsche Wochenmagazin ‘Der Spiegel’
in der Nummer 7/1998, daß die damaligen Ereignisse kein „Aufbruch zur Freiheit“ gewesen seien. Sie hätten
„eher die Weichen zur deutschen Katastrophe gestellt.“
Der Nationalismus der 48er habe den Keim des wilhelminischen
Imperialismus enthalten. Und auch das Scheitern der Revolution habe über Wilhelm II. den Weg zu Adolf
Hitler geebnet.
Die Reise nach „Auschwitz“ habe mit judenfeindlichen Ausschreitungen während der 48er
Revolution – vor allem auf dem Lande – begonnen.
Damit wurde der nationalsozialistische Völkermord an
den Juden als universale Deutungskategorie inthronisiert.
Die 68-Linken hatten den Nationalsozialismus
noch dazu benützt, um den westdeutschen „Kapitalistenstaat“ zu denunzieren.
Bei der gesellschaftlichen
Machtergreifung der Linken Ende der 80er Jahre wurde diese Deutung universalisiert: Die ganze Geschichte
und Gegenwart des deutschen Staates wurde jetzt für „Auschwitz“ haftbar gemacht.
Auch die Teilung Deutschlands
stellte man als gerechte Strafe für „Auschwitz“ hin. Darum wetterten Politiker wie Joschka Fischer und
Oskar Lafontaine sowie zahlreiche Salon-Linke wie das ehemalige SS-Mitglied Günther Grass (80) gegen
die deutsche Wiedervereinigung.
Der Sinn des deutschen StaatesWegen Auschwitz hätte der deutsche Nationalstaat
an sich keine Existenzberechtigung, es sei denn, ein neues „Auschwitz“ zu verhindern und für das Ende
aller Nationalstaatlichkeit in Europa zu kämpfen.
In den 90er Jahren bildeten sich aus dieser Ideologie
linksradikale Gruppen, die den negativen Nationalismus zum Programm erhoben: „Nie wieder Deutschland!“
und „Keine Existenzberechtigung für Deutschland“ – hieß es jetzt.
Eifrig entschuldigte sich Außenminister
Fischer auf internationalen Konferenzen für das böse Wesen der Deutschen, sei es bei der deutschen
Sklavenhändlergesellschaft
im 17. und 18. Jahrhundert bis hin zum Rassismus der deutschen Nationalsozialisten.
Für Israel und US-Juden
war die auschwitzzentrierte schuldstolze Bundesregierung Schröder/Fischer der ideale Partner. Sie paßte
perfekt in die Geschichts- und Geschäftspolitik der Holocaust-Ideologie.
Diese Ideologie hat den Deutschen
in der angeblich 2000jährigen Verfolgungsgeschichte der Juden die Rolle des weltgeschichtlichen Bösen
zugedacht.
Dafür sollen sie noch lange büßen – und vor allem zahlen.
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