Gestern wurde ein junger Mann beerdigt
Nach dem Gottesdienst traf ich eine Bekannte – eine junge Frau, etwa Mitte zwanzig. Von einem anonymen Informanten.
(kreuz.net/ Kirche in Not) Vor zwei Wochen haben wir mit einem feierlichen Gottesdienst in unserer Pfarrei
hier in Simbabwe das Paulus-Jahr eröffnet.
Zur gleichen Stunde feierte der Heilige Vater in der römischen Kirche Sankt Paul vor den Mauern die Vigilvesper zum Fest der Heiligen Apostelfürsten Peter und Paul.
Wie stets in Afrika war unser Gottesdienst sehr gut besucht.
Trotz der großen Transportschwierigkeiten waren Gläubige von weither angereist, manche auf einem offenen Lastwagen – während der Nacht, bei eisigem Wind.
Natürlich haben wir auch für Simbabwe gebetet.
Der Prediger berichtete, wie kurz zuvor eine Frau in einer Kirche aus dem Gottesdienst gezerrt wurde. Nach der Messe fand er sie wenige hundert Meter entfernt in einem Graben. Sie liegt im Koma.
Bei den kirchlichen Anlässen, bei Gebet und Gesang, können die Menschen nicht nur ihre Sorgen, sondern auch ihre schmerzenden Glieder und offenen Wunden für einige Stunden vergessen.
Interesse am Heiligen Paulus
Nach dem Gottesdienst traf ich eine Bekannte – eine junge Frau, etwa Mitte zwanzig.
Sie war vor wenigen Tagen in ihrem Haus von Schlägern der Regierungspartei ‘ZANU-PF’ zusammengeschlagen.
Als sie ihren Kopf und ihr Gesicht vor den Stockschlägen schützen wollte, wurden ihr zwei Finger gebrochen. Mehrere Rippen sind angebrochen, Gesäß und Beine mit schwarzen Schwielen bedeckt.
Ungeachtet ihrer Schmerzen wollte sie bei dem Gottesdienst dabei sein. Sie kam barfuß und auf einem Bein humpelnd, weil der Fuß so geschwollen war, daß er nicht in ihre breit ausgetretene Sandale paßte. Wenn das kein Glaube ist.
Ich dachte mir an jenem Abend, daß der Heilige Paulus eine riesige Freude hat, wenn er hört und sieht, was diese Christen aus seinen Texten machen und wie sie seine Katechesen wörtlich leben.
Verkohlte Leiche
Gestern wurde ein junger Mann beerdigt. Er wollte ursprünglich Ordenspriester werden und hat sich dann anders entschieden. Er war sehr aktiv in der katholischen Jugend. Zuletzt war er als Fahrer der Oppositionspartei tätig.
Vor knapp vier Wochen wurde er nachts entführt. Vor zehn Tagen wurde seine verstümmelte und angekohlte Leiche auf einer Farm gefunden, die einem Oberst der Armee gehört.
Offensichtlich wurde er vor seinem Tod grausam gefoltert. Man hatte ihm beide Augen ausgestochen und kochendes Plastik über den Rücken geschüttet.
Bilder seiner Leiche wurden dem britischen Premierminister Gordon Brown während des G8-Gipfels in Japan gezeigt. Er hat die Aufnahmen den übrigen Gipfelteilnehmern weitergereicht.
Wenn diese Bilder zur Stellungnahme des Gipfels über Simbabwe beigetragen haben, war der Tod dieses mutigen jungen Christen nicht völlig umsonst.
Dennoch sind die Menschen hier sehr, sehr zornig.
Absurdes Leben
Die Lage in Simbabwe ist nicht leicht zu beschreiben. Neben der unglaublichen Gewalt der vergangenen Wochen gibt es die zahllosen Absurditäten des täglichen Lebens, die ahnen lassen, daß das Ende nahe ist.
So etwa die Umtauschrate der Landeswährung am letzten Freitag: ein Euro war 165 Milliarden Simbabwe-Dollar wert. In einer Woche wird es mehr als das Dreifache sein.
Darum nehmen seriöse Firmen, wie etwa unser Internet Service Provider ZOL, keine Simbabwe-Dollar mehr an, weil sie wertlos sind – auch keine US-Dollar, weil sie es nicht dürfen, sondern Old Mutual Aktien, die wir nicht haben, oder Diesel-Coupons, die wir auf dem schwarzen Markt auftreiben müssen.
Noch krasser spiegeln sich die Absurditäten in der Politik wider.
Der Präsident wird handgreiflich
Im Anschluss an die Stichwahl vom 27. Juni ließ sich Robert Mugabe als wiedergewählter Präsidenten ausrufen. Mit der Bibel in der Hand und der Anrufung des göttlichen Beistands versprach er, die Verfassung und die Gesetze zu beachten und dem Volk ein guter Präsident zu sein.
Jetzt gehen seine barbarischen Säuberungsaktionen weiter.
Mugabe gebraucht gern das Wort „barbarisch“, wenn er von seiner Terrorkampagne spricht und sie der Opposition in die Schuhe schiebt.
Zwanghafte Gewalt
Einen britischen Reporter, der sich beim Gipfel der ‘Afrikanischen Union’ in Ägypten vor einer Woche nach Einzelheiten der Stichwahl erkundigte, griff unser Präsident tätlich an.
Hier sieht man die gefährliche Seite dieses Mannes, der nur noch Gewalt atmet, Gewalt redet, Gewalt tut – so zwanghaft, daß er für einen kurzen Augenblick sogar seine Würde als Staatsoberhaupt vergißt, um derentwillen er seinem Volk den Krieg erklärt hat.
Diese Unberechenbarkeit, die von nahezu totaler Gewissenlosigkeit begleitet ist, zeichnet fast alle Entscheidungen aus, denen die Menschen hier wehrlos ausgeliefert sind.
Seit gestern spricht nun auch der Südafrikanische Präsident, Thabo Mbeki, von der realen Möglichkeit eines Bürgerkrieges.
Wer hier lebt, weiß, daß der Bürgerkrieg bereits vor drei Monaten begonnen hat.
Manche haben es nur nicht bemerkt, weil nur die eine Seite im Besitz von Knüppeln, Messern und Gewehren ist.
Dennoch: Trotz des Wahnsinns um uns herum geht das Leben weiter, irgendwie.
© Titelbild: Jim Frazier, CC
Zur gleichen Stunde feierte der Heilige Vater in der römischen Kirche Sankt Paul vor den Mauern die Vigilvesper zum Fest der Heiligen Apostelfürsten Peter und Paul.
Wie stets in Afrika war unser Gottesdienst sehr gut besucht.
Trotz der großen Transportschwierigkeiten waren Gläubige von weither angereist, manche auf einem offenen Lastwagen – während der Nacht, bei eisigem Wind.
Natürlich haben wir auch für Simbabwe gebetet.
Der Prediger berichtete, wie kurz zuvor eine Frau in einer Kirche aus dem Gottesdienst gezerrt wurde. Nach der Messe fand er sie wenige hundert Meter entfernt in einem Graben. Sie liegt im Koma.
Bei den kirchlichen Anlässen, bei Gebet und Gesang, können die Menschen nicht nur ihre Sorgen, sondern auch ihre schmerzenden Glieder und offenen Wunden für einige Stunden vergessen.
Interesse am Heiligen Paulus
Nach dem Gottesdienst traf ich eine Bekannte – eine junge Frau, etwa Mitte zwanzig.
Sie war vor wenigen Tagen in ihrem Haus von Schlägern der Regierungspartei ‘ZANU-PF’ zusammengeschlagen.
Als sie ihren Kopf und ihr Gesicht vor den Stockschlägen schützen wollte, wurden ihr zwei Finger gebrochen. Mehrere Rippen sind angebrochen, Gesäß und Beine mit schwarzen Schwielen bedeckt.
Ungeachtet ihrer Schmerzen wollte sie bei dem Gottesdienst dabei sein. Sie kam barfuß und auf einem Bein humpelnd, weil der Fuß so geschwollen war, daß er nicht in ihre breit ausgetretene Sandale paßte. Wenn das kein Glaube ist.
Ich dachte mir an jenem Abend, daß der Heilige Paulus eine riesige Freude hat, wenn er hört und sieht, was diese Christen aus seinen Texten machen und wie sie seine Katechesen wörtlich leben.
Verkohlte Leiche
Gestern wurde ein junger Mann beerdigt. Er wollte ursprünglich Ordenspriester werden und hat sich dann anders entschieden. Er war sehr aktiv in der katholischen Jugend. Zuletzt war er als Fahrer der Oppositionspartei tätig.
Vor knapp vier Wochen wurde er nachts entführt. Vor zehn Tagen wurde seine verstümmelte und angekohlte Leiche auf einer Farm gefunden, die einem Oberst der Armee gehört.
Offensichtlich wurde er vor seinem Tod grausam gefoltert. Man hatte ihm beide Augen ausgestochen und kochendes Plastik über den Rücken geschüttet.
Bilder seiner Leiche wurden dem britischen Premierminister Gordon Brown während des G8-Gipfels in Japan gezeigt. Er hat die Aufnahmen den übrigen Gipfelteilnehmern weitergereicht.
Wenn diese Bilder zur Stellungnahme des Gipfels über Simbabwe beigetragen haben, war der Tod dieses mutigen jungen Christen nicht völlig umsonst.
Dennoch sind die Menschen hier sehr, sehr zornig.
Absurdes Leben
Die Lage in Simbabwe ist nicht leicht zu beschreiben. Neben der unglaublichen Gewalt der vergangenen Wochen gibt es die zahllosen Absurditäten des täglichen Lebens, die ahnen lassen, daß das Ende nahe ist.
So etwa die Umtauschrate der Landeswährung am letzten Freitag: ein Euro war 165 Milliarden Simbabwe-Dollar wert. In einer Woche wird es mehr als das Dreifache sein.
Darum nehmen seriöse Firmen, wie etwa unser Internet Service Provider ZOL, keine Simbabwe-Dollar mehr an, weil sie wertlos sind – auch keine US-Dollar, weil sie es nicht dürfen, sondern Old Mutual Aktien, die wir nicht haben, oder Diesel-Coupons, die wir auf dem schwarzen Markt auftreiben müssen.
Noch krasser spiegeln sich die Absurditäten in der Politik wider.
Der Präsident wird handgreiflich
Im Anschluss an die Stichwahl vom 27. Juni ließ sich Robert Mugabe als wiedergewählter Präsidenten ausrufen. Mit der Bibel in der Hand und der Anrufung des göttlichen Beistands versprach er, die Verfassung und die Gesetze zu beachten und dem Volk ein guter Präsident zu sein.
Jetzt gehen seine barbarischen Säuberungsaktionen weiter.
Mugabe gebraucht gern das Wort „barbarisch“, wenn er von seiner Terrorkampagne spricht und sie der Opposition in die Schuhe schiebt.
Zwanghafte Gewalt
Einen britischen Reporter, der sich beim Gipfel der ‘Afrikanischen Union’ in Ägypten vor einer Woche nach Einzelheiten der Stichwahl erkundigte, griff unser Präsident tätlich an.
Hier sieht man die gefährliche Seite dieses Mannes, der nur noch Gewalt atmet, Gewalt redet, Gewalt tut – so zwanghaft, daß er für einen kurzen Augenblick sogar seine Würde als Staatsoberhaupt vergißt, um derentwillen er seinem Volk den Krieg erklärt hat.
Diese Unberechenbarkeit, die von nahezu totaler Gewissenlosigkeit begleitet ist, zeichnet fast alle Entscheidungen aus, denen die Menschen hier wehrlos ausgeliefert sind.
Seit gestern spricht nun auch der Südafrikanische Präsident, Thabo Mbeki, von der realen Möglichkeit eines Bürgerkrieges.
Wer hier lebt, weiß, daß der Bürgerkrieg bereits vor drei Monaten begonnen hat.
Manche haben es nur nicht bemerkt, weil nur die eine Seite im Besitz von Knüppeln, Messern und Gewehren ist.
Dennoch: Trotz des Wahnsinns um uns herum geht das Leben weiter, irgendwie.
© Titelbild: Jim Frazier, CC
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Dienstag, 29. Juli 2008 22:39
Sektenbeauftragter: @»Marcelus«
König Ludwig XIV. von Frankreich soll auch Katholik gewesen sein
War König Ludwig XIV. von Frankreich katholisch oder soll er Katholik gewesen sein?
Übrigens Adolf Hitler war auch katholisch und ist nie aus der katholischen Kirche ausgetreten.
War König Ludwig XIV. von Frankreich katholisch oder soll er Katholik gewesen sein?
Übrigens Adolf Hitler war auch katholisch und ist nie aus der katholischen Kirche ausgetreten.
Dienstag, 29. Juli 2008 18:30
neverland: Wir sprechen gemeinsam:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes
sei mit euch allen!
schrieb Paulus den Korinthern
schrieb Paulus den Korinthern
Montag, 28. Juli 2008 16:14
Marcelus: @»Sektenbeauftragter«: Dümmer geht’s
ja nicht mehr.
König Ludwig XIV. von Frankreich soll auch Katholik gewesen sein.
König Ludwig XIV. von Frankreich soll auch Katholik gewesen sein.
Montag, 28. Juli 2008 00:05
Sektenbeauftragter: Robert Mugabe
ist doch katholik, greift in doch nicht so an.
Sonntag, 27. Juli 2008 13:36
Marcelus: Und wer wollte da noch behaupten, die Welt stünde nicht unter der Herrschaft des Bösen
Und es wäre undenkbar, daß es auch das Schicksal ewiger Verdammnis zur Hölle gäbe, zur Bestrafung
für unaussprechliche Bösartigkeiten,
nämlich einer ewigen Verdammnis mit ewigen Qualen, ohne irgendeines Endes dieser ewigen Verdammnis und dieser ewigen Qualen in Ewigkeit!
Siehe hierzu auch die schrecklichen Höllenschauungen durch von Gott begnadete Heilige,
und die Erscheinungen von Verdammten: Beide eine Kategorie von Mensch, die aus der Hölle wieder zurückgekommen ist,
obwohl es soetwas ja, laut den Höllenleugnern, „nicht gäbe, weil es das nicht geben darf“.
Offensichtlich wurde er vor seinem Tod grausam gefoltert. Man hatte ihm beide Augen ausgestochen und kochendes Plastik über den Rücken geschüttet.
nämlich einer ewigen Verdammnis mit ewigen Qualen, ohne irgendeines Endes dieser ewigen Verdammnis und dieser ewigen Qualen in Ewigkeit!
Siehe hierzu auch die schrecklichen Höllenschauungen durch von Gott begnadete Heilige,
und die Erscheinungen von Verdammten: Beide eine Kategorie von Mensch, die aus der Hölle wieder zurückgekommen ist,
obwohl es soetwas ja, laut den Höllenleugnern, „nicht gäbe, weil es das nicht geben darf“.
Offensichtlich wurde er vor seinem Tod grausam gefoltert. Man hatte ihm beide Augen ausgestochen und kochendes Plastik über den Rücken geschüttet.
Donnerstag, 24. Juli 2008 14:13
Samurai: @ Brandenburgis
Wie bitte?
Haben Sie nicht etwas verwechselt?
Samurai
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Samurai
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