Bistum Aachen
Ideologische Gegner verbünden sich zum Kampf
Zwischenruf eines Pfarrers: Das Katholische wurde gegen einen provinziellen, manchmal bis ins spießbürgerlich gehenden Gemeinschaftskult eingetauscht.
In den katholischen Pfarreien steht die Eucharistie im Zentrum.
In den katholischen Pfarreien steht die Eucharistie im Zentrum.
© Flickr-Benützer „joebrad1326“, CC
(kreuz.net) „Not schweißt zusammen!“ – erklärte Pfarrer Guido Rodheudt Anfang Juni im Newsletter des ‘Netzwerks katholischer Priester’:

Doch wer die gegenwärtige Situation in den katholischen Kirchengemeinden Deutschlands erlebe, müsse das Gegenteil feststellen.

Hw. Rodheudt ist Pfarrer der Gemeinde St. Gertrud in der Diözese Aachen und Gründungsmitglied des ‘Priesternetzwerkes’, das Geistliche im deutschsprachigen Raum verbindet, denen ein katholisches Profil wichtig ist.

In Deutschland werde – so Hw. Rodheudt – das emsige Bewahren von Eigenheiten einem freiwilligen Zusammenrücken vorgezogen: „Die Nachbargemeinde wird nicht als Leidensgenosse, sondern als Feind empfunden.“

Außerdem würden sich die Schäfchen der deutschen Oberhirten eher wie auf einem politischen Schlachtfeld als im Pferch des Guten Hirten fühlen: „Der Bischof wird zum gemeinsamen Gegner, wenn er Maßnahmen zur Sanierung ergreift.“

Hw. Rodheudt verweist auf die bischöfliche Verordnung der Zwangsfusionen von Kirchengemeinden.

Das sei zum Beispiel im Bistum Aachen eine Reaktion auf die gegenwärtige Notlage in der Pastoration. Die Folge: „Über Nacht wurde von umfassender Basisdemokratie auf allen Ebenen auf Diktatur umgestellt.“

Ein dramatischer Priestermangel drücke auf die Pfarreien. Hinzu komme eine Finanzkrise, die aus der Steuerreform und einer diözesanen Mißwirtschaft entstanden sei.

Webseite von Hw. Rodheudts Pfarrei
Webseite von Hw. Rodheudts Pfarrei
Methoden der Palliativ-Medizin

Die Einführung von „Gemeinschaften von Gemeinden“ erinnert Hw. Rodheudt an die „Methoden der Palliativ-Medizin, der es nicht um Heilung oder das Auskurieren von Krankheiten, sondern um Linderung von Schmerzen und um das Erträglichmachen von Zuständen geht, die sich nicht mehr ändern lassen.“

Die Palliativmedizin trete dort auf den Plan, wo die Hoffnung auf Heilung begraben werde: „Die wirkliche Suche nach Heilungsmöglichkeiten wurde eingestellt.“

Dadurch werde der Kern der Krankheit verdümpelt und das kirchliche Leben auf eine Weise schmerzfrei gemacht, sodaß das Wesen der Kirche nicht mehr spürbar sei.

Doch die Kirche verhalte sich wie ein Organismus, dem man ein lebenswichtiges Organ nicht entfernen könne, ohne sein Leben zu bedrohen:

„Darum ist es gefährlich, wenn man beginnt, sich mit dem dramatischen Priestermangel abzufinden und sich mit alternativen Modellen der Seelsorge zu betäuben.“

Lösung nur auf dem Papier

Die meisten Pfarreien würden nicht freiwillig über die eigenen Grenzen blicken. Unter den pastoralen Mitarbeitern gebe es außerdem tiefe ideologische Gräben.

Das gegenwärtige Kirchturmdenken nähre sich nicht zuletzt durch eine an protestantische Vorbilder erinnernde sogenannte Gemeindetheologie:

„Das Katholische, das gerade heute durch seinen umfassenden Bezug zur Weltkirche eine Chance wäre, wurde längst gegen einen provinziellen, manchmal bis ins spießbürgerlich gehenden Gemeinschaftskult eingetauscht.“

Als weiteres Problem sieht Hw. Rodheudt die jahrzehntelange bischöfliche Duldung disparater Theologien und pastoraler Anschauungen – „auch dann wenn sie sich nicht mehr im Spektrum des Legitimen bewegten.“

„Über Nacht sollen nun – wie in Aachen – Pfarreien mit unterschiedlichsten Glaubensbekenntnissen und einer oft bis zur Unkenntlichkeit verstellten seelsorglichen Praxis in ein Boot“ – resümiert Hw. Rodheudt.

Darum könne man sich nicht wundern, daß die gegensätzlichsten Überzeugungen zum Demonstrationsplakat greifen: „Nach dem Vorbild der Weimarer Republik verbünden sich ideologische Gegner zum Kampf“.

Verschleuderung kirchlicher Gelder

Pfarrer Rodheudt stellt auch dar, wie Alternativen zu den gegenwärtigen Zuständen hätten aussehen können:

„Zunächst wäre es längst an der Zeit gewesen, das Glaubensgut in der Praxis von Priestern und Pfarreien zu überprüfen und einer Reinigung zu unterziehen.“

Aber entsprechende römische Versuche seien in Deutschland ignoriert, verwässert oder marginalisiert worden.

Auch für die gegenwärtige finanzielle Notlage hätte es nach Hw. Rodheudt Alternativen gegeben.

Der Geldmangel wäre heute nicht so groß, „wenn ein Großteil der Kirchensteuer, die vom Gesetzgeber in erstere Linie zur Finanzierung der Kirchengemeinden vorgesehen ist, nicht in diözesanen Strukturen, Verbänden und zur Finanzierung von »pastoralem Personal« oder für Bildungseinrichtungen mit oft zweifelhaftem theologischen Profil verausgabt worden wäre.“

Die Kirche habe ihre Mittel über Jahre und zum eigenen Schaden an die ausgezahlt, die sie umbauen wollten.

Im Stich gelassene Priester

Ferner hätte – so Hw. Rodheudt – ein frühzeitiger Eingriff in die Priestererziehung zur Erziehung eines Klerus führen können, „der sich als Diener der Einheit im Glauben versteht und nicht als Diener von Gruppen und Gremien, die vor Jahren die Macht in den Pfarreien übernahmen.“

Hier sieht Hw. Rodheudt die größte Schuld bei den Bischöfen, welche die Priester im Konfliktfall im Stich gelassen und damit eine tiefe Frustration bei den Geistlichen hervorgerufen hätten.

Der Ausweg

Dennoch sieht Hw. Rodheudt auch jene Pfarreien, die sich ein sakramentales Bewußtsein bewahrt haben, sich auf das Katholische ausrichten und die Eucharistie in den Mittelpunkt stellen.

Sie seien deswegen auch bereit, die Kirche mit anderen Gemeinden zu teilen, die keinen eigenen Priester mehr haben, statt sich um ein Grüppchen Engagierter zu versammeln, die sich im Wortgottesdienst selber zelebrieren.

Hier sei man gegen die Versuchung zu Resignation gewappnet, weil man auf Christus im Altarsakrament und nicht auf das Luftschloß einer „Kooperativen Pastoral“ ausgerichtet sei: „Vielleicht ist sogar das ganze Problem ein Problem mangelnden eucharistischen Glaubens.“

Denn die Eucharistie habe seit der Urkirche die Gemeinde gebildet.

Darum hofft Hw. Rodheudt, daß in den gegenwärtigen Wirren nicht der Ruf nach Politbüros und Planungsgruppen, sondern nach dem Heiligen Geist laut werde.

Dieser sei der einzige, „der da heilt, wo wir nur betäuben können.“

Pfarrer Rodheudt über das Priesternetzwerk

      
15 Lesermeinungen
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#15   No Comment   15:57:27 | Freitag, 25. Juli 2008
@Tridentinus
Ehrfurcht vor den ipsissima verba scheint m.E. die richtige Deutungsrichtung für die Liturgie nach Addai und Mari zu sein; in römischen Rechtsbegriffen „knirscht“ das zwar, aber orientalisch-liturgisch „reicht’s“, rite.
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#14   Tridentinus   09:52:41 | Freitag, 25. Juli 2008
@RRR!
Die Entscheidung zur Anaphora des Addai und Mari ist so singulär und auch in sich halbherzig, dass sie gegenüber der ständigen Lehre und Praxis der Kirche sozusagen untergeht. Dieser ständigen Praxis zumindest folgt sie ja auch, wenn sie dazu einlädt, den Einsetzungsbericht einzufügen. Auch das Argument einer euchologischen Verstreuung der Wandlungsworte (Anspielungen auf Leib und Blut Christi) überzeugt nicht, da diese Formulierungen Leib und Blut Christi stets als bereits auf dem Altar gegenwärtig voraussetzen. Das könte zu einer Präsanktifikantenliturgie passen, aber nicht zu einer Eucharistiefeier. Joh hat ja zB keinen aus der liturgischen Praxis (paraphrasierend) zitierten liturgischen Einsetzungsbericht, setzt ihn aber Joh 6, 52f voraus. Dort hat also die Absicht, die ipsissima verba Salvatoris nicht preiszugeben, dazu geführt, nur indirekt darauf Bezug zu nehmen.
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#13   NurEinLeser   00:02:35 | Freitag, 25. Juli 2008
…damit ist nicht…
„klar gesagt, dass nicht die exakten „ipsissima verba“ entscheidend sind für die Konsekration.“, damit outet sich der Urheber vielmehr als Häretiker – egal, wer das sagt! Sogar für die Verhältnisse von JP2 ein absoluter Tiefpunkt!
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#12   RRR   23:53:37 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@ Tridentinus
Und zur ostysrischen Anaphora lesen Sie bitte nicht nur den von Lang herausgegebenen Band, sondern auch die Entscheidung des Papstes:
hier www.vatican.va/…aldea-assira_ge.html
Damit ist klar gesagt, dass nicht die exakten „ipsissima verba“ entscheidend sind für die Konsekration.
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#11   Gotthard   23:14:33 | Donnerstag, 24. Juli 2008
Pfarrerbild
„Das Katholische, das gerade heute durch seinen umfassenden Bezug zur Weltkirche eine Chance wäre, wurde längst gegen einen provinziellen, manchmal bis ins spießbürgerlich gehenden Gemeinschaftskult eingetauscht.“
welch spießbürgerliche Gemeinde leitet dieser Pfarrer eigentlich?
„Zunächst wäre es längst an der Zeit gewesen, das Glaubensgut in der Praxis von Priestern und Pfarreien zu überprüfen und einer Reinigung zu unterziehen.“
bietet sich Pfarreer Guido als Inquisitor an – oder nur als Visitator?
Ferner hätte … ein frühzeitiger Eingriff in die Priestererziehung zur Erziehung eines Klerus führen können, „der sich als Diener der Einheit im Glauben versteht und nicht als Diener von Gruppen und Gremien, die vor Jahren die Macht in den Pfarreien übernahmen.“
Pfarrer Guido kann nicht mehr schalten und walten wie er will?
Er lebt eindeutig 100 Jahre zu spät!
Ihm schwebt wohl eine Gemeindeleitung nach diesem Vorbild vor: mein Großvater war gegen 1936 Mitglied in einem Kirchenvorstand. Nach Vorlage der Kirchenrechnung durch den Pfarrer fragte er diesen, ob er Einblick in die Bücher bekommen könne. Daraufhin klappte der Pfarrer wutentbrannt die die Bücher zu und raunzte nur noch: wenn mir nicht vertraut wird, gehe ich.Und verließ die Sitzung…
(mein Großvater war selbständiger Handwerksmeister und kein Analphbet.)
DAS scheint das Pfarrerbild von Pfarrer Rodheudt zu sein, dem er hinterher weint.
Mit Gloria passiert ihm das nicht …
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#10   bonifatius   20:31:46 | Donnerstag, 24. Juli 2008
die leidige Kirchensteuer!
Die Kirche habe ihre Mittel über Jahre und zum eigenen Schaden an die ausgezahlt, die sie umbauen wollten.
Das Konkordat war eine teuflische Falle. Wenn der Mammon im Mittelpunkt steht, schwindet der Glaube.
Das ganze theologische Geplänkel ist mir zu trocken, um die Liebe zu Gott zum Brennen zu bringen.
„Wer den Willen meines Vaters tut, der ist mein Bruder, Schwester…“
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#9   Bernd Stromberg   19:29:03 | Donnerstag, 24. Juli 2008
Canon Romanus
Was man sicher sagen kann, ist, dass der Canon Romanus das am frühsten bezeugte Hochgebet im römischen Ritus ist, da das 2. Hochgebet nur eine Adaptation, eine erhebliche Bearbeitung der Anaphora ist, die sich in der Trad. Apostolica findet. Die übrigen Hochgebete sind dann im Zuge der nachkonziliaren Liturgiereform verfasst worden.
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#8   RRR   19:21:04 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@ Tridentinus
Dann zeigen Sie mir doch einen Beleg für die Herrenworte, die der spätere Canon Romanus verwendet, die mindestens so alt sind wie die ältesten biblischen Quellenfunde.
Solange Sie das nicht können, bleibt Ihre Aussage, wonach die liturgische Texttradition in diesem Punkt der biblischen vorausgehe, pure Spekulation, und es bleibt der biblische Text selbstverständlich normativ.
Auch Ihre Theorie, wonach die biblischen Autoren nach Lust und Laune die wahre ipsissima vox Christi verändert hätten, ist pure Spekulation (resp. Ideologie).
Richtig ist, dass die Schrift selbst Ergebnis der Tradition ist.
Richtig ist auch, dass zur Tradition auch die liturgische Tradition gehört – die aber aller Quellenkenntnis zufolge gerade in den ersten Jahrhunderten ständigem Wandel unterzogen war (anders als die Schrift).
Die Behauptung, der Wortlaut des Canon Romanus sei älter als der Wortlaut der biblischen Abendmahlsberichte, ist hingegen nichts weiter als Spekulation, solange es dafür keine archäologischen Belege gibt. Oder, um es anders auszudrücken: Diese Behauptung ist ideologisch. Sie stellen sie nur auf, weil sie in Ihr Argument passt. Von wissenschaftlichen Quellen ist sie nicht gedeckt. (Das heißt nicht, dass sie falsch ist – das wissen wir erst, wenn wir entsprechende Funde haben. Bis dahin ist und bleibt sie aber Spekulation – und hat als solche einen sehr niedrigen dogmatischen Stellenwert. Anders als die Schrift, die, einmal hervorgebracht, normativ ist und bleibt.)
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#7   Tridentinus   17:44:43 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@RRR!
Zu dem unter ad 1 und ad 2 geäusserten Quatsch sage ich nichts.
Ihre letzte Bemerkung zeigt nur, dass Sie übersehen, dass die liturgische Tradition (wie die gesamte Mündliche Tradition) der kanonischen Gestalt der hl. Schrift zeitlich vorausliegt. Dass die biblisch mitgeteilten Herrenworte keine exakte Wiedergabe der liturgisch tradierten sind, kann zB der Absicht entsprungen sein, sie vor Profanierung zu schützen. Umgekehrt wird also ein Schuh daraus.
Zur Anaphora des Addai und Mari empfehle ich den Sammelband, den der Oratorianer P. Michael Uwe Lang im Verlag Nova et Vetera/Bonn herausgegeben hat.
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#6   RRR   17:34:22 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@ Tridentinus
Quatsch.
Ad 1. Sie schrieben:
Da die Irrtumslosigkeit des Canon Romanus auf dem Konzil von Trient dogmatisch definiert wurde, kann man nicht ohne Konflikt mit dem objektiven Glauben der Kirche die Ansicht vertreten, ihr Fehlen stelle einen relevanten Mangel dar.
Tja, wie komme ich wohl darauf, dass Sie mir einen Konflikt mit dem Glauben der Kirche unterstellen? Wie wohl? Hm, raten Sie mal?
Ad 2:
Nur weil die Kirche sich entscheidet, den Heiligen Geist in allen neu zugelassenen Hochgebeten explizit zu erwähnen, leugnet sie noch lange keine Dogmen und steht auch nicht in Konflikt mit ihrer eigenen Tradition.
Amüsant übrigens, dass Sie gleich andeuten, die kirchliche Liturgie unter „dogmatischen Verdacht“ stellen zu dürfen.
Die ipsissima verba Jesu sind übrigens keineswegs konstitutiv für die Eucharistische Wandlung – das beweisen, als ein Beispiel unter mehreren, die ostsyrische Apostelanaphora, sowie die Tatsache, dass die „ipsissima verba“ im Eucharistischen Hochgebet mit keiner biblischen Überlieferung übereinstimmen, es sich mithin also gar nicht um „ipsissima verba“ handelt, sondern um ein nur in der Liturgie tradiertes, aber nicht auf die einzigen normativen Quellen der Worte Jesu zurückgehendes Sondergut.
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#5   Tridentinus   17:22:36 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@RRR!
Amüsant, dass Sie gleich andeuten, ich hätte insinuiert, Sie gerieten duch Ihre konkrete Aussage in Konflikt mit dem objektiven Glauben der Kirche.
Jedenfalls haben wir im Hinblick auf die nachvatikanischen Hochgebete keine vergleichbare Definition. Und dass in diese Hochgebete die Geistepiklese so konsequent eingebracht wurde, legt doch den Verdacht nahe, dahinter stehe der dogmatische Irrtum, sie sei neben den ipsissima verba Salvatoris zumindest mitkonstitutiv für das Geschehen der Eucharistischen Wandlung. Dass sie dann vor dem Einsetzungsbericht zu stehen kommt, ist eine inkonsequente Konzession an die westliche Tradition der Sakramentheologie, die allerdings für die dogmatischen Definitionen der Kirche und somit gesamtkirchlich relevant geworden ist. Und insofern stehen nicht Sie, werter RRR, in Konflikt mit dem tridentinischen Dogma, sondern zumindest indirekt die nachvatikanischen Hochgebete.
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#4   RRR   17:06:22 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@ Tridentinus
Dass ein Kanon dogmatisch korrekt heißt ja nicht, dass er auch in allen Zeiten und für alle Hörer- und Beterschaften unmissverständlich wäre.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass in einer bestimmten Epoche, einem bestimmten geistesgeschichtlichen Umfeld oder auch nur einer bestimmten feiernden Gemeinde ein anderer Kanon – gar einer, der nicht explizit durch ein Konzil als dogmatisch korrekt definiert wurde – besser geeignet sein kann, den Glauben in Worte zu fassen. Zumindest die liturgisch durch den zuständigen Gesetzgeber zugelassenen Hochgebete könnten dafür in Frage kommen.
Insofern stehe ich nicht in Konflikt mit dem objektiven Glauben der Kirche, wenn ich polemisch darauf hinweise, dass, wenn man schon das Gebet zum Heiligen Geist für nötig hält, es nur konsequent wäre, dies auch explizit durch dessen Nennung im Hochgebet zu tun, was aber gerade im „tridentinischen“ Eucharistieformular nicht geschieht.
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#3   Tridentinus   17:00:18 | Donnerstag, 24. Juli 2008
@RRR!
Schön, dass Sie wissen, dass der Canon Romanus keine explizite Wandlungsepiklese, die an den hl. Geist adressiert ist, hat. Diese ist ja auch nicht dogmatisch notwendig. Wenn sie in die nachvatikanischen Hochgebete aufgenommen wurde, hätte man sie wenigstens konsequent nach dem Einsetzungsbericht platzieren können. Da die Irrtumslosigkeit des Canon Romanus auf dem Konzil von Trient dogmatisch definiert wurde, kann man nicht ohne Konflikt mit dem objektiven Glauben der Kirche die Ansicht vertreten, ihr Fehlen stelle einen relevanten Mangel dar.
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#2   RRR   15:05:52 | Donnerstag, 24. Juli 2008
Ruf nach dem Heiligen Geist
Wenn der katholische Herr Rodheudt nach dem Heiligen Geist rufen will, sollte er ein wenig mehr Skepsis gegenüber dem Canon Romanus walten lassen – da sucht man den Geist nämlich vergebens.
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#1   pneumat   14:13:31 | Donnerstag, 24. Juli 2008
nach dem Heiligen Geist
„Vielleicht ist sogar das ganze Problem ein Problem mangelnden eucharistischen Glaubens.“
Denn die Eucharistie habe seit der Urkirche die Gemeinde gebildet.
Darum hofft Hw. Rodheudt, daß in den gegenwärtigen Wirren nicht der Ruf nach Politbüros und Planungsgruppen, sondern nach dem Heiligen Geistlaut werde.
Dieser sei der einzige, „der da heilt, wo wir nur betäuben können.“
Die Not zeigt den Weg.
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