13:30:14 | Freitag, 25. Juli 2008
„In der Natur herrscht ja auch das Gesetz des Fressens und Gefressenwerdens. Und trotzdem würde man den Kannibalismus nie zum ethischen Gesetz erheben.“ Angriffe eines Moraltheologen auf Dschungel-Niveau.

Ausgabe von ‘Humanae Vitae’ auf Deutsch.
(kreuz.net) Er sieht keine Möglichkeit, wie der Vatikan das Verbot künstlicher Empfängnisverhütung
zurücknehmen könnte.
Das erklärte Hw. Hans Halter in einem Interview mit der antikirchlichen Zürcher
Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’.
Hw. Halter ist Priester der Diözese Chur. Er war bis 2004 Professor für
Theologische Ethik an der Universität Luzern.
Das Interview mit ihm führte der kirchenfeindliche Propagandist
Michael Meier, der beim ‘Tages-Anzeiger’ für die antikatholische Schwarz-Weiß-Berichterstattung zuständig
ist.
Ob es nicht „peinlich“ sei, daß „der Vatikan“ darauf beharrt, jeder sexuelle Akt müsse auf Fortpflanzung
ausgerichtet sein, manipuliert Meier den Moraltheologen erfolgreich.
Dieser antwortet, daß man den katholischen
Ansatz „nur verstehen“ könne, wenn man in die griechisch-römische Antike zurückgehe.
Damals hätte die Naturrechtsethik aufgrund von Beobachtungen der nichtmenschlichen
Natur festgehalten, daß Sexualität immer mit Fortpflanzung zu tun habe:
„In der Folge sagten die Kirchenväter:
Schaut
auf die Tiere. Die haben eine unverdorbene Natur im Gegensatz zum Menschen. Bei Tieren sieht man
genau, wozu Sexualität gemäß Gott und der Schöpfung da ist, und zwar nur zu Brunstzeiten.“
Der angebliche
Moraltheologe erspart sich Quellenangaben und den Beweis, inwiefern solche Vorstellungen in ‘Humanae Vitae’
präsent sind.
Beim Heiligen Augustinus sei – so Hw. Halter – ein „Lustproblem“ hinzugekommen. Auch hier
bleibt er beim Schlagwort.
Erst „später“ habe die Kirche auch andere Ehezwecke als die Fortpflanzung
anerkannt.
Daß der Heilige Augustinus († 430) aufgrund der Bibel von fides, proles und sacramentum –
eheliche Treue, Kinder und sakramentales Band – als Ehezwecke sprach, weiß Hw. Halter offenbar nicht.
Im Laufe der Zeit habe „Rom“ feststellen müssen, wie „schwierig“ es für Eheleute sei, sündlos zu leben:
„Man versuchte, die Sexualität lebbarer zu machen“ – projiziert der Moraltheologe das Sexproblem der
Gegenwart in die Vergangenheit.
Das Zweite Vatikanum habe dekretiert, daß die Ehe auch eine Liebes-
und Lebensgemeinschaft von Mann und Frau sei.
‘Humanae vitae’ interpretiere die Natur dagegen so, als
ob darin die Moral vorgegeben wäre – behauptet der Moraltheologe wieder ohne Arbeit am Text.
Daß sich
der Begriff „Natur“ im menschlichen Zusammenhang auf den Verstand bezieht und die natürliche Moral eine
Vernunftmoral ist, weiß er offenbar auch nicht.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird klar, daß er selber
die Menschennatur mit physischen Gegebenheiten im Tierreich verwechselt:
„In der Natur herrscht ja auch
das Gesetz des Fressens und Gefressenwerdens. Und trotzdem würde man den Kannibalismus nie zum ethischen
Gesetz erheben“ – entblödet sich Hw. Halter.
Daß jeder eheliche Akt für die Fortpflanzung offen sein
müsse, ist in der Folge für Hw. Halter „nicht begründbar“:
„Man weiß längst wissenschaftlich, daß
nicht jeder Geschlechtsverkehr zur Zeugung führt“ – zieht er jetzt natürliche Sachverhalte herbei, „als
ob darin die Moral vorgegeben wäre“, wie er oben noch kritisiert hat.
Menschen hätten nie nur aus Fortpflanzungsgründen
geschlechtlich verkehrt, sondern auch, „weil es schön und spielerisch“ sei.
Jetzt schaltet sich Propagandist
Meier ein: Warum der Vatikan dann „so stur“ an seiner Doktrin festhalte – versteckt er seine Manipulationen
notdürftig hinter einer Frage.
Der sogenannte Moraltheologe stört sich nicht an Meiers unqualifizierten
Qualifizierungen.
Der Grund sei „ein theologischer“ – antwortet er und unterstellt dem Vatikan trotzdem
kirchenpolitische Motive:
„Ausschlaggebend dafür, die künstliche Empfängnisverhütung zu verbieten,
war der Umstand, daß die Kirche nichts anderes lehren kann, als was sie immer gelehrt hat.“
Es könne
nicht sein, daß der Heilige Geist und mit ihm die Kirche 2000 Jahre lang in einem so wichtigen Punkt
geirrt hätten:
„Es kann nicht sein, daß das, was früher Todsünde war, plötzlich erlaubt ist“ – erklärt
Hw. Halter zutreffend.
Das würde die Lehrautorität der Kirche untergraben.
Diese ist in der Tat erschüttert,
solange von Rom bestellte katholische Moraltheologen sich auf diesem Niveau in der Öffentlichkeit der
Lächerlichkeit preisgeben.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.