Altgläubige Benediktiner
Vor dem Biritualismus geflüchtet?
Drei Mönche der altgläubigen Benediktinerabtei Le Barroux sind gegenwärtig dabei, in Norditalien eine neue Gemeinschaft zu gründen. Einer von ihnen ist nicht irgendeiner.
Mönche im altgläubigen Kloster Le Barroux.
Mönche im altgläubigen Kloster Le Barroux.
(kreuz.net) Am 2. Juli war der offizielle Einzug. Drei Mönche der altgläubigen Benediktinerabtei Le Barroux sind nach Italien ausgewandert.

Das berichtete die Bistumszeitung der nordwestitalienischen Küstendiözese Imperia.

Le Barroux befindet sich in der Nähe von Avignon.

Das französische Kloster entstand, als der Benediktinerpater Gerard Calvet in der Zeit der nachkonziliaren liturgischen Zerstörung sein Kloster verließ, um als Einsiedler zu leben.

Bald schlossen sich ihm junge Männer an. Schnell entstand eine Gemeinschaft, die zunächst bei der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. Unterschlupf fand.

Benediktinerabtei in Le Barroux
Im Bild: Stundengebet in Le Barroux Die Benediktinerabtei St. Madeleine entwickelte sich im Einflußbereich der Piusbruderschaft.Im Bild: Der spätere Dom Gérard spendet seiner Mutter am 13. Mai 1956 den Primizsegen. Die Benediktinerabtei entstand im August 1970, als der Benediktinerpater Gérard Calvet sein Mutterkloster verließ und sich in Le Barroux in die Einsamkeit zurückzog, um dort in den Zeiten des konziliaren Umbruchs die alte benediktinische Regel zu bewahren.Im Bild: Hochamt im Überlieferten Ritus am Fest St. Joseph Erst im Juni 1989 kehrte das bislang dem Alten Ritus verpflichtete Kloster unter die römische Jurisdiktion zurück.

Die drei Mönche von Le Barroux, die jetzt nach Italien gezogen sind, leben im ehemaligen Pfarrhaus des Dorfes Villatalla di Prelà.

Der Ort befindet sich zwanzig Kilometer landeinwärts von der Stadt Imperia.

Das neue Ordenshaus ist der Heiligen Katerina von Siena geweiht.

Die Diözesanzeitung erklärt, daß der Bischof von Albenga-Imperia, Mons. Mario Oliveri (64), die Mönche mit großer Freude aufgenommen hat.

Bischof Oliveri ist der katholischen Tradition sehr aufgeschlossen. Die Diözese Albenga-Imperia besitzt deshalb auch viele Seminaristen und junge Priester.

Darum gibt es dort – in Italien einzigartig – sogar in den kleinsten Pfarreien einen oder mehrere Priester.

Während der offiziellen Übergabe des neuen Hauses wurden die Mönche vom Pfarrer von Dolcedo, Villa Talla und Tavole, Hw. Sandro Marsano, von den Gemeindebehörden und allen Gläubigen empfangen.

Unter den Mönchen befindet sich auch Pater Jehan. Er war im Jahr 1970 der erste, der sich dem damaligen Pater Gerard Calvet in seiner Einsiedelei anschloß.

Nach Angaben des englischsprachigen Weblogs ‘Rorate Coeli’ hat Pater Jehan beschlossen, Le Barroux zu verlassen, weil er fest dem Alten Ritus verbunden ist.

Dagegen hat der Abt von Le Barroux, Mons. Louis-Marie de Geyer d’Orth, am 13. Juli 2007 ein Dokument unterschrieben, in dem es heißt:

„Der Papst lädt uns mit deutlichen Worten ein: »Die beiden Formen des Römischen Ritus können sich gegenseitig bereichern«.“

„Damit der Friede tief sei, ist es notwendig, daß beide Seiten ohne Hintergedanken einen Schritt aufeinander zu machen.“
      
16 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#16   landorganist   15:23:14 | Donnerstag, 31. Juli 2008
In Correctio
unseres vorstehenden Postings: Wir meinten natürlich „birituell“.
Redaktion benachrichtigen
#15   LandorganistII   15:16:03 | Donnerstag, 31. Juli 2008
‘Frage an die +net-Theologen
Welches ist die größere Sünde in den Augen des Herrn?
Biritual oder bisexuell zu sein?
Redaktion benachrichtigen
#14   Colombe de la paix   06:47:15 | Dienstag, 29. Juli 2008
@libertas E.
Hier noch eine Info, die hatte ich gestern unter einem anderen Thema Ihnen falsch zugemailt:
Uns wollte man zwangsfusionieren. ( Mit einer Gemeinde aus der GdG)
Dies wäre das Ende für unsere Gemeinde. Sie würde aufgelöst, mit allen Gremien.
Wir haben mit 2 weiteren Pfarren ,ca 20 Jahre schon, eine Wegegemeinschaft aus der man uns ohne einen Grund herausnimmt.
Es soll angeblich nicht aus Kostengründen sein
und von unseren Pfarrern ( 2 für 7 Gemeinden) soll auch keiner versetzt werden. 1 Pfarrer leitet unsere Wegegemeinschaft, der andere die GdG. Fusioniert werden soll bis 2010.
Die anderen 4 Gemeinden haben sich in einer GdG
zusammengefunden geleitet über eine teure Zentralverwaltung und beides funktioniert nicht.
Nach dieser Fusionen werden ganz bestimmt alle Gemeinden fusioniert werden. So arbeitet man im ganzen Bistum. Das es überhaupt ein Konzept gibt, erfuhr ich erst hier durch „Konrad“
Aachen hüllt sich in Schweigen! Sie können mich
gerne privat per E- mail hier kontaktieren. Umgekehrt
ist es leider nicht möglich.
Redaktion benachrichtigen
#13   Libertas Ecclesiae   14:03:59 | Montag, 28. Juli 2008
Colombe de la paix
Danke für die Antwort!
Redaktion benachrichtigen
#12   Colombe de la paix   13:18:30 | Montag, 28. Juli 2008
@libertas
Freitag, 25. Juli 2008 13:01Konrad: EB Marx macht nicht dasselbe wiein Aachen, Fulda oder Bamberg, sondern weist einem Pfarrer/Priester mehrere Mitarbeiter zu. Er kennt nicht den protestantischen Begriff des „leitenden Pfarrers“ der „geleitete Pfarrer“ zur Folge hat. Er will einen Pfarrer mit mehreren Mitarbeiten in einer Seelsorgeinheit mit mehreren Gemeinden/Pfarreien.
Zu Fulda und Bamberg kann ich nichts sagen.
Aber Aachen konnte uns bis heute kein Konzept vorlegen.
Zu unserem Konzept möchte ich hier noch nichts veröffentlichen, weil es den einzelnen Gremien: Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen noch nicht vorgelegt wurde.
Aber ich kann es Ihnen gerne zusenden, wenn wir
eine Einigung gefunden haben !
Redaktion benachrichtigen
#11   Libertas Ecclesiae   12:57:33 | Montag, 28. Juli 2008
@ Colombe de la paix
Was konkret wird denn in München besser (oder pastoral einfühlsamer) gemacht als in Aachen oder Fulda?
Redaktion benachrichtigen
#10   Colombe de la paix   10:36:43 | Montag, 28. Juli 2008
@ Andreas Wingenfeld
Die gleiche Frage stellten wir an Aachen auch.
Schauen Sie nach München.
Die haben bessere Konzepte!
Redaktion benachrichtigen
#9   Andreas Wingenfeld   10:30:25 | Montag, 28. Juli 2008
Die Lage im Bistum Fulda
In Fulda sind die Zahlen noch beeindruckender:
424.875 Katholiken
354 Priester
302 Gemeinden
1.200 Gläubige pro Priester
Bei 77.000 Sonntagskirchgängern (18 %) kommt man auf ca. 218 Kirchgänger pro Priester.
Von Priestermangel auf lange Sicht also keine Spur.
Warum stellen unsere Herren Bischöfe nicht einmal Überlegungen an, wie man die Zahl der Kirchgänger wieder erhöhen könnte?
Redaktion benachrichtigen
#8   Genoveva   23:15:46 | Sonntag, 27. Juli 2008
st. georg: Mal was anderes …
Erfurt ist leider nicht typisch für die Situation in Deutschland. Hier mal Trier:
1.559.000 Katholiken
749 Priester
952 Gemeinden
1.637 Gläubige pro Priester (nicht umgekehrt ;-))
Da die Katholiken nicht automatisch Gläubige sind, kommt man bei 207.000 Sonntagskirchgängern (13%) auf ca. 276 Kirchgänger pro Priester – von Priestermangel also auch hier keine Spur, eher von einem Mangel an praktizierenden Katholiken :-(
Redaktion benachrichtigen
#7   Pius XII   23:07:19 | Sonntag, 27. Juli 2008
Statistik
Interessant sind v.a noch folgende Zahlen:
– Anzahl der Seminaristen
– durchscnittliche Anzahl der Priesterweihen in den letzten 5 Jahren
– Durchschnittsalter der Priester
Denn durch die hohe Lebenserwartung in Dtl. haben die Diözesen durchaus noch viele Priester – aber eben in fortgeschrittenem Alter. Es kommt nur leider nichts nach.
Was Bischof Wanke angeht: ich habe von ihm noch nichts gelesen, was innere Logik oder einen klaren, nachvollziehbaren Gedankengang aufweisen würde. Worauf er allerdings sehr genau zu achten scheint ist, daß im Bistumsteil des „Tag des Herrn“ mindestens ein Foto von ihm zu sehen ist und ausgiebig der devoten Berichterstattung über seine Person gefröhnt wird.
Redaktion benachrichtigen
#6   wassers   21:55:00 | Sonntag, 27. Juli 2008
Konziliares Entgegenkommen
Leider, das muss immer wieder gesagt werden, ein Einvernehmen mit der konziliaren Kirche – wenn man sie so nennen will – führt zwangsläufig zur Auslöschung des katholischen Glaubens, insofern bleibt in der Tat nur die „Flucht“ vor der konziliaren Umarmung und somit das Festhalten am unverkürzten und unverfälschten katholischen Glauben.
Redaktion benachrichtigen
#5   möchtegern-kathole   17:57:01 | Sonntag, 27. Juli 2008
„altschismaiker“?
Die meisten, die hier Schismen sehen, scheinen nicht zu wissen, wie sich ein Schisma definiert, sonst würden sie es nicht sehen.
@st. georg:
da berühren Sie einen wichtigen Punkt: gibt es in Erfurt so viele Priester oder so wenige Gläubige? Um das zu beurteilen, wäre es sinnvoll ,den Verlauf der Zahlen über der Zeit zu betrachten – und in Relation zu der Bevölkerung stellen.
Redaktion benachrichtigen
#4   st.georg   16:45:09 | Sonntag, 27. Juli 2008
statistik
vertraue nur der statistik, die du selber gefälscht hast… :-]
kleiner vergleich :
bistum albenga 162.000 gläubige
bistum erfurt 162.000 gläubige
priester albenga ( weltl./orden ) 192
priester erfurt ( weltl./orden ) 216
gemeinden albenga 162
gemeinden erfurt 72
priester pro gläubige albenga 843
priester pro gläubige erfurt 750 !!!!!!!!
wann wird hier im sommerloch die priesterdichte pro gläubige und bezogen auf die 72 gemeinden im bistum erfurt gewürdigt? und wann wird die „modernistische“ arbeit von bischof wanke dafür verantwortlich gemacht ?
^-^ :-]
Redaktion benachrichtigen
#3   timpressum †   15:12:42 | Sonntag, 27. Juli 2008
altgläubig
Was bitte sind „altgläubige“? Wo sind die „neugläubigen“? Sind die „altgläubigen“ nicht einfach „altschismaiker“?
Redaktion benachrichtigen
#2   ottaviani   14:54:58 | Sonntag, 27. Juli 2008
Soll so
eine Aussöhnung mit Rom aussehen wenn ja hat sich seit 1988 nix geändert und alles bleibt besser wie es isr
Redaktion benachrichtigen
#1   Ansgar   14:03:50 | Sonntag, 27. Juli 2008
Fragt sich nur…
… warum Hw. Marsano drei Gemeinden betreut, wenn im Bistum Imperia so ein Priesterüberfluß herrscht.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Summorum PontificumDie meisten deutschen Bischöfe widersetzen sich dem Papst Alte MesseSteht eine Meuterei bevor? Ecclesia-Dei GemeinschaftLefebvristische Redemptoristen versöhnt Alte MesseLieber gegen die Alte Messe Ecclesia-Dei GemeinschaftEin Rekurs bei ‘Ecclesia Dei’ ist ohnehin sinnlos Kardinal CastrillonIn jeder Pfarrei? Ecclesia-Dei GemeinschaftRausgeflogen – oder doch nicht Ein Wunder ist geschehenFünf unerwartete Nebenwirkungen von ‘Summorum Pontificum’ US-ErzbistumAlte Messe im Priesterseminar Abt von Le BarrouxWarum seine Mitra so klein war KarfreitagsfürbitteAuf Felsen gebissen Benediktiner in Le BarrouxDer Gründer von Le Barroux ist tot Alte MesseDie Liturgiereform war ein Sieg der Frivolität Institut vom Guten HirtenSpektakuläres Wachstum Alte MesseAlles nur Melancholie
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net