15:41:18 | Dienstag, 29. Juli 2008
Die Einheit der Kirche kann nur durch die unerschütterliche Hingabe zum katholischen Glauben erreicht werden. Liebe beginnt mit Loyalität zum eigenen Glauben.

Erzbischof Marcel Lefebvre
(kreuz.net) Im Jahr 1978 interviewte ein US-Journalist den Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel
Lefebvre († 1991). Das Gespräch durfte wegen einer Intervention hoher kirchlicher Kreise nicht veröffentlicht
werden. Hier der achte Teil des Interviews.
Fühlen Sie sich manchmal alleine und isoliert?Wie kann
ich mich alleine fühlen, wenn ich in Gemeinschaft mit 262 Päpsten und dem ganzen katholischen Glauben
bin? Wenn Sie meinen „alleine unter den anderen Bischöfen“ ist meine Antwort ebenfalls nein.
Es vergeht
kaum ein Tag, an dem ich nicht Nachrichten von Bischöfen, Priestern, Laien aus verschiedenen Teilen der
Welt bekomme, die mir Unterstützung und Zuspruch versichern.
Warum unterstützen diese Leute Sie nicht
öffentlich?Wie ich schon zuvor erwähnt habe, wollen viele von ihnen ihre Positionen behalten, um in
der Lage zu sein, etwas zu bewirken, sobald sich eine Gelegenheit bietet.
Trennt Sie Ihr Standpunkt nicht noch mehr von den anderen christlichen Denominationen?Nicht im geringsten.
Erst vor fünf Tagen, kamen einige führende Orthodoxe zu mir, um ihre Unterstützung für unseren Standpunkt
auszudrücken.
Warum sollten diese Leute Sie unterstützen, wenn Sie sagen, daß Sie im Recht und die
anderen im Irrtum sind?Sie unterstützen mich, gerade weil mein Standpunkt unmißverständlich ist.
Viele andere christliche Denominationen haben immer auf Rom geschaut als eine Art stabilisierenden Anker
im Tumult der Welt. Was auch immer passierte, sie fühlten, daß Rom immer da, ewig, unabänderlich ist.
Diese Präsenz gab ihnen Trost und Zuversicht.
Es ist noch überraschender, daß mir islamische Religionsvertreter
wegen meines Standpunkts gratuliert haben, obwohl sie genau wissen, daß ich ihre Religion nicht akzeptiere.
Würde die christliche Nächstenliebe nicht eher versuchen, Differenzen und Spaltungen, die geheilt werden
könnten, zu vermeiden?Differenzen und Spaltungen sind Teil dieser Welt. Die Einheit der Kirche kann
nur durch das Beispiel und die unerschütterliche Hingabe zum katholischen Glauben erreicht werden. Liebe
beginnt mit Loyalität zum eigenen Glauben.
Was führt Sie zum Glauben, daß viele Orthodoxe, Protestanten
und Moslems Sie unterstützen?Abgesehen vom direkten, regelmäßigen Kontakt mit diesen Leuten gab es
zum Beispiel eine ausführliche Untersuchung, die von einer angesehenen Zeitung in Paris durchgeführt
wurde. Dabei wurden viele Mitglieder dieser verschiedenen Denominationen befragt.
Das Ergebnis war, daß
sie weit davon entfernt sind, unseren Glauben aggressiv oder bedrohlich zu finden und uns für unseren
unmißverständlichen Standpunkt schätzen.
Andererseits zeigen sie große Verachtung für die liberalen
Katholiken, die versucht haben, aus unserem katholischen Glauben und ihrer Religion einen Mischmasch zu
machen.
Hat Sie der Papst nicht eingeladen, sich wieder zu versöhnen? Haben Sie diese Einladung angenommen?
Ich habe im vergangenen August um eine Papstaudienz gebeten. Der Papst wies mich zurück und stellte
mir die Bedingung, daß ich vorher eine Stellungnahme unterzeichnen sollte, mit der ich alle Beschlüsse
des Zweiten Vatikanums bedingungslos akzeptiert hätte.
Ich würde den Papst sehr gerne treffen, aber
ich kann jene Dokumente nicht unterzeichnen, die den Weg für die Zerstörung der Kirche ebnen.
Wie können
Sie der Kirche gegenüber loyal und dem Papst gegenüber ungehorsam sein?Man muß die Bedeutung von
Ungehorsam verstehen und muß zwischen blindem Gehorsam und der Tugend des Gehorsams unterscheiden. Wahlloser
Gehorsam steht in Wahrheit der Tugend des Gehorsams entgegen.
Wir sind darum ungehorsam, weil wir die
Tugend des Gehorsams üben statt uns unrechtmäßigen Geboten zu unterwerfen, die der katholischen Morallehre
widersprechen.
Es genügt, ein katholisches Theologiebuch aufzuschlagen, um zu sehen, daß wir nicht
gegen die Tugend des Gehorsams sündigen.
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Typ 21:21:15 | Donnerstag, 31. Juli 2008
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Aleph † 09:28:42 | Mittwoch, 30. Juli 2008
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Aleph † 09:22:50 | Mittwoch, 30. Juli 2008
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HBR 22:51:18 | Dienstag, 29. Juli 2008
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HBR 21:48:46 | Dienstag, 29. Juli 2008
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rockdino † 20:28:09 | Dienstag, 29. Juli 2008
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wassers 19:32:40 | Dienstag, 29. Juli 2008
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Hacki 16:17:30 | Dienstag, 29. Juli 2008