Orden
Gemeinschaft geköpft
Der Vatikan hat am vergangenen Montag die gesamte Leitung einer jungen Ordensgemeinschaft abgelöst und unter kommissarische Verwaltung gestellt.
Ein Priester der Gemeinschaft Lumen Dei liest die Messe.
Ein Priester der Gemeinschaft Lumen Dei liest die Messe.
(kreuz.net) Der Vatikan hat den Präsidenten und den Generalrat der katholischen Gemeinschaft Lumen Dei per Dekret abgesetzt.

Das berichtete die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’.

Lumen Dei ist eine neokonservative Ordensgemeinschaft.

Sie beruft sich vor allem auf die Enzyklika ‘Mater et Magistra’ und ‘Pacem in Terris’ von Johannes XXIII. sowie auf die Dokumente des Zweiten Vatikanums.

Die Gemeinschaft besteht aus Priestern, Ordensschwestern und verheirateten Laien.

Die Vereinigung wurde im Jahr 1960 vom Spanier, Pater Rodrigo Molina Rodríguez, in Peru gegründet.

Lumen Dei ist in zahlreichen lateinamerikanischen Staaten und in den USA verbreitet. Insgesamt besitzt Lumen Dei mehr als 800 Mitglieder.

Am Montag berichtete das Generalsekretariat von Lumen Dei, daß die vatikanischen Ordenskongregation den emeritierten Erzbischof von Pamplona, Mons. Fernando Aquilar (78), zum päpstlichen Kommissar für die Union ernannt hat.

Damit ist der Erzbischof der de facto Generalobere der Gemeinschaft.

Eine solche Maßnahme ergreift der Vatikan meistens nur dann, wenn es in einer Vereinigung schwere interne Probleme gibt oder wenn die Gemeinschaft zwar katholisch und gesund ist, aber viele altliberale Feinde hat.

Es scheint, daß der bisherige Generalpräsident der Gemeinschaft, Pater Daniel Zavala, nicht bereit ist, sein Amt freiwillig abzugeben.

Das neu geführte Generalsekretariat von ‘Lumen Dei’ berichtet, daß die Ordenskongregation Pater Zavala „erneut daran erinnert hat, daß sein Mandat beendet ist“.

Das beinhalte die Verpflichtung, sich nicht mehr als Präsident von Lumen Dei zu betätigen: „Solche Handlungen wären illegitim und ungültig“.

Auf Bitte des Heiligen Stuhles hat der päpstliche Kommissar alle Mitglieder des Generalrates, den Generalsekretär, die Schwester Generalverwalter und alle Lokaloberen entpflichtet.

Die Gemeinschaft betreibt 18 Pfarreien, gibt Exerzitien, betreibt Armenküchen, Krankenstationen, ein Spital in Cusco in Peru, Schulen, Gymnasien, ein Priesterseminar mit 55 Seminaristen, ein Ausbildungshaus für 35 junge Schwestern, höhere Bildungsanstalten, eine katholische Hochschule in Cusco in Peru, ferner einen Verlag, 27 Buchhandlungen und zahlreiche Radio- und Fernsehstationen.

Die Webseite der Vereinigung ist zur Zeit außer Betrieb. Dort heißt es nur „Die Seite wird repariert“.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Maria Escorial   08:05:39 | Donnerstag, 7. August 2008
Die webseite ist intakt
heute am 7.8.08! Gruss Maria
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#16   Messdiener   17:04:17 | Freitag, 1. August 2008
@stimme der venunft
Sie hat nicht das Recht ihre Werteordnung mit Gewalt durchzusetzen und Nichtgläubigen per Gesetz aufzunötigen.
Dem kann ich mich nur anschließen.
Die Kirche micht sich seit Jahren in die Geschicke des italienischen Staates ein. Das Königreich Spanien ist von ähnlichen ungerechtfertigen Eingriffen betroffen. In Deutschland versucht das auch immer wieder über ihr Sprachrohr CSU.
So hat sich der Berliner Kardinal Sterzinsky gegen die sogenannte Homo-Ehe (offiziell: Eingetragene Lebenspartnerschaft) gewandt. Dieses steht ihm aber nicht zu, denn er hat hiermit auf eine Bevölkerungsmenge eingewirkt, die zum Großteil nicht mit der Mitgliederschaft seiner Organisation identisch ist. Auch widerspricht es den Lehren, die in der Bibel steht. Dort sagt der vermeintliche Religionsgründe im Tempel auf die Frage nach dem Steuerrecht „Gibt dem Kaiser was des Kaisers ist!“. Der Kaiser respektive die Staatsgewalt, hier in Deutschland der Volkssouverän vertreten durch den Deutschen Bundestag, hat die Homo-Ehe beschlossen und dem Spruch des vermeintlichen Religionsgründers folgend, darf sich die Religion nicht in die Angelegenheiten des Kaisers, hier des Volkssouveräns, einmischen. Also darf sich auch nicht der Erzbischof von Berlin in die Angelegenheiten des Staates einmischen.
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#15   maliems   11:24:15 | Freitag, 1. August 2008
@clasrissa
in oder aus sich verständlich.
wenn sie den begriff altliberal nicht verstehen, brauchen sie wirklich ein bißchen erkenntnistheorie zum erkennen. viel spass.
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#14   stimme der vernunft †   08:57:40 | Freitag, 1. August 2008
@Möchtegerner
Die Kirche wollte sich immer wieder in viele Staaten einmischen und hat dies auch getan. Aber es steht ihr nicht zu. Warum? Weil wir Meinungs- und Religionsfreiheit haben.
Sie hat nicht das Recht ihre Werteordnung mit Gewalt durchzusetzen und Nichtgläubigen per Gesetz aufzunötigen.
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#13   möchtegern-kathole   08:00:47 | Freitag, 1. August 2008
@Messdiener
Viele Staaten wollten sich immer wieder in die Kirche einmischen und haben dies auch getan. Aber es steht ihnen nicht zu. Warum? Weil jeder moralische Prinzipien verkünden darf, wie es ihm beliebt.
Sie haben nicht das Recht, ihre Werteordnung mit Gewalt durchzusetzen und die Kirche anzugreifen.
Es ist auch sehr unklug, die Kirche anzugreifen, denn sie steht die Kirche unter dem Schutz ihres Gründers. In der Folge sind viele Staaten entstanden, bekämpften die Kirche und sind im Orkus der Geschichte verschwunden, aber die Kirche ist nie verschwunden. Und sie wird es nie.
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#12   Messdiener   02:22:18 | Freitag, 1. August 2008
IStGH oder ICTY?
Reden wir über den Internationalen Strafgerichtshof oder den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien?
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#11   clarissa colonia   02:14:15 | Freitag, 1. August 2008
Ach, werter Ministrant,
nutzen Sie Ihre Zeit sinnvoll, und bevor Sie über den interntionalen Strafgerichtshof schreiben, sollten Sie dessen Statut zur Kenntnis nehmen. Lesen bildet! (ich weiß es aus Erfahrung)
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#10   Messdiener   02:08:10 | Freitag, 1. August 2008
@clarissa colonia
Ich weiß, was ich mir das vorgestellt habe, ist eine Illusion abseits jeder bestehender rechtlichem Norm, aber welcher Nazi hat im Januar 1945 schon damit gerechnet, dass er 11 Monate später in Nürnberg auf der Anklagebank sitzen wird?
Daher kommt Zeit und kommt Rat.
Die Menschheit wird ihr Urteil über die Religionen noch fällen, da bin mir sicher und wenn es in Den Haag sein wird.
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#9   clarissa colonia   01:58:22 | Freitag, 1. August 2008
Werter Ministrant (?),
vor (straf-) rechlichen Exkursen über Entitäten außerhalb Ihrer selbst stünde Ihnen wohl Bildung nicht schlecht zu Gesichte – sei sie nun allgemeiner, theologischer oder rechtlicher Natur.
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#8   Messdiener   01:50:17 | Freitag, 1. August 2008
Ablösung
Man sollte die gesamte Leitung der RKK ablösen und die Kirche unter Aufsicht der Vereinten Nationen stellen.
Vielleicht kann man dann die Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien für ein Internationales Strafgericht für die ehemalige römisch-katholische Kirche nutzen.
Hauptangeklagter wäre Joseph Ratzinger (Künstlername: Benedikt XVI) und angeklagt wäre er wegen des Verbots von Kondomen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Das wäre ein Sieg für das Völkerrecht und die gesamte Menschheit als aufgeklärte Entität.
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#7   clarissa colonia   01:32:53 | Freitag, 1. August 2008
In (oder aus) sich verständlich
ist ein Begriff nur dann, wenn es sich dabei um ein analytisches Urteil handelt; d. h. die Prädikation entfaltet nur eine dem Begriff definitionsgemäß zukommende Eigenschaft.
Was hielten Sie davon, sich zunächste einmal (übrigens ein sehr spannendes Thema) mit Erkenntnistheorie zu beschäftigen, bevor Sie hier weiter schreiben?
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#6   maliems   01:17:28 | Freitag, 1. August 2008
die begriffe
neokonservativ und altliberal sind in sich verständlich.
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#5   Bruder Theophil   23:04:02 | Donnerstag, 31. Juli 2008
Das ist wirklich…
…wenig verständlich ohne Hintergrundwissen. Hier greift kreuz.net zu kurz.
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#4   Gotthard   22:11:58 | Donnerstag, 31. Juli 2008
neokonservativ
Was charakterisiert eine Gemeinschaft eigentlich als „neokonservativ“?
Was charakterisiert Bischöfe oder andere Verantwortliche eigentlich als „altliberal“.
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#3   Thomasius   22:06:50 | Donnerstag, 31. Juli 2008
Interessant
Die Katholische Kirche schrumpft nicht zuletzt wegen der Verhältnisse in Lateinamerika. Die Entmündigung der einheimischen Bevölkerung dort wird die Lage nicht verbessern.
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#2   RRR   19:59:35 | Donnerstag, 31. Juli 2008
@ Hank
Schrecklich, gell?
Man beruft sich auf Enzykliken und ein Konzil! Pfui Teufel!
Na dann doch lieber ein Motuproprio nach Wahl und natürlich einen exkommunizierten Bischof nach Wahl – wollen ja mal schön katholisch bleiben! :-D
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#1   Hank   19:18:40 | Donnerstag, 31. Juli 2008
Lumen Dei
Sie beruft sich vor allem auf die Enzyklika ‘Mater et Magistra’ von Johannes XXIII., ‘Pacem in Terris’ von Paul VI. und auf die Dokumente des Zweiten Vatikanums.
O je!
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