(kreuz.net) Der evangelisch- lutherische Landesbischof von Braunschweig, Friedrich Weber, hat die Karfreitagsfürbitte
des Alten Ritus kritisiert, in der für Nicht-Katholiken gebetet wird.
In dieser Formulierung sei angeblich
unklar, wer mit „Irrgläubigen und Abtrünnigen“ gemeint sei – schrieb Weber in einem Beitrag für die
deutsche ‘Katholischen Nachrichten-Agentur’.
In der alten Karfreitagsfürbitte „Pro Unitate Ecclesiae“ –
Für die Einheit der Kirche – heißt es:
Lasset uns auch beten für die Irrgläubigen und Abtrünnigen:
Unser Gott und Herr möge sie allen Irrtümern entreißen und sie zur heiligen Mutter, der katholischen
und apostolischen Kirche, zurückrufen.
Anschließend betet der Priester:
Allmächtiger ewiger Gott,
Du bist der Heiland aller und willst keinen verlorengehen lassen. Schau auf die Seelen, die durch teuflischen
Trug verführt sind. Laß die Herzen der Irrenden wieder zur Einsicht kommen, daß sie alle Verkehrtheit
des Irrglaubens ablegen und zur Einheit Deiner Wahrheit zurückkehren.
Landesbischof Weber wirft jetzt die nicht unbedeutende Frage auf, wie die alte Fürbitte mit Konzilsdokumenten
sowie mit der Enzyklika ‘Ut unum sint’ von Papst Johannes Paul II. († 2005) vereinbar sei.
Scharf beobachtete
der Lutheraner, „daß beide Meßbücher in ökumenisch relevanten Fragen unterschiedliche, teils gegensätzliche
Akzente setzen“.
Nicht nur für Protestanten stelle sich die Frage, welche dieser Akzente maßgeblich
seien.
Grundsätzlich ließ der Landesbischof aber Verständnis für die Aufwertung der Alten Messe durchblicken.
Die Entscheidung könne als Beitrag zu einer „größeren Pluralität“ innerhalb der katholischen Kirche
gesehen werden, in der konservative und eher progressive Gemeinden nebeneinander existierten.
Es erscheine
verständlich, „beide Riten freizugeben und auf diese Weise traditionsbewußte wie traditionalistische
Kreise an die römisch-katholische Kirche zu binden“ – so Weber.
Das Motu Proprio könne darüber hinaus
auch als „kleine ökumenische Geste“ an die Ostkirchen verstanden werden.
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27 Lesermeinungen
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Benedikt Nun ja: Jedes Jahr eine Fürbitte ins Visier genommen macht auch Stoff für sieben Jahre Diskussion
und Auseinandersetzung. Muss doch nicht alles gleich auf einmal genossen werden…
Spät… Dieser halbe Protest kommt in der Tat spät. Eigentlich hatte ich schon zur Karwoche damit gerechnet.
Es wäre eigentlich nahliegend gewesen, dass ein Journalist sich auch mal die anderen Fürbitten durchliest
und dann einen entsprechenden Artikel schreibt. Vermutlich hat sich aber keiner die Mühe gemacht. Ich
denke mal, dass dieser Protest dann in der nächsten Karwoche zunehmen wird.
Wer sich den lateinischen Text der betreffenden Fürbitte ansieht (anscheinend liegt der dem Herrn „Landesbischof“
nicht vor), dem ist doch sofort klar, an wen hier gedacht ist! Der Text beginnt mit „Oremus et pro haereticis
et schismaticis…“ Also für alle Häretiker und Schismatiker wird hier gebetet, zu denen selbstverständlich
auch der Herr „Landesbischof“ und seine Schwestern und Brüder im Irrglauben gerechnet werden müssen!
@ Leblhuber Sie haben leider recht, wie sagte Einstein einmal zu einem (ich glaube englischen) Journalisten
angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus: „Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich-
nun ja, beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“ In diesem Sinne Shalom Samurai
Danke, lieber Landesbischof, daß Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Gläubigen auf das schöne und fürsorgliche
Gebetsanliegen gelenkt haben, das in der Karfreitagsliturgie der Alten Messe ein gutes Schicksal für
die Irrenden und Irrgläubigen erbittet: die Einsicht der Wahrheit! Lasset uns auch beten für die Irrgläubigen
und Abtrünnigen: Unser Gott und Herr möge sie allen Irrtümern entreißen und sie zur heiligen Mutter,
der katholischen und apostolischen Kirche, zurückrufen. … Allmächtiger ewiger Gott, Du bist der Heiland
aller und willst keinen verlorengehen lassen. Schau auf die Seelen, die durch teuflischen Trug verführt
sind. Laß die Herzen der Irrenden wieder zur Einsicht kommen, daß sie alle Verkehrtheit des Irrglaubens
ablegen und zur Einheit Deiner Wahrheit zurückkehren.
Wirklicher Trost? Wendet sich ein alter Jude völlig verzweifelt und in Tränen aufgelöst an Gott: „Was
soll ich nur tun? Mein einziger Sohn ist Christ geworden!“ Darauf Gott: „Ja ich weiss, das ist hart –
aber tröste Dich: Mein einziger Sohn auch.“ (Das wird die Kreuznetler etwas verwirren, erwarteten sie
doch von ihrem gnädigen Gott bestimmt so etwas wie: „Du undankbarer Verblendeter und Verstockter – anstatt
Dich zu bedanken, dass ich ‘die Decke Mosis von seien Augen genommen’ habe!“)
@Samurai: Wie authentisch ist haGalil? Da ist z.B. folgender – geschönte? – Text www.hagalil.com/…ntum/gebet/amida.htm
zu finden: VelaMalshinim al tehi Tikvah, vekhol haRisha’im keRega jovedu, vekhol Ojewe Amkha meherah jikaretu,
vehaSedim meherah teaker ut’mager vetachnia. êåøá Barukh atah Adonaj, shower Ojwim umachnia Sedim.
Den Verleumdern sei keine Hoffnung, und alle Ruchlosen mögen im Augenblick verloren sein, alle Feinde
deines Volkes mögen rasch ausgerissen werden, und die Trotzigen schnell entwurzle, zerschmettre und demütige.
Gelobt seist du, Ewiger, der du die Feinde zerbrichst und Trotzige demütigst! An wen auch immer der/die
Beter bei „Verleumder“ und „Ruchlose“ dann konkret denken mag: Es handelt sich in jedem Fall um eine Verwünschung!
@„Pius XII usw…“ bzw. Pro Germania Sancta bzw.Nazionalkatholik bzw. was weiß ich… Jetzt sind Sie
ja schon wieder da!?! Ist Ihr Klo schon wieder verstopft, dass Sie Ihre Kacke hier ablagern müssen? Im Ernst, Sie bringen nichts Neues, sondern immer und immer wieder den gleichen schwachsinnig-psychopathischen,
faschistischen Dreck… Es ist jetzt wieder genug, also gehen, Sie Heim, und schämen Sie sich für Ihren
kranken Mist! @SAmurai Auch wenn Sie mit Ihren Einwänden gegen den Typen noch so recht haben, aber es
ist komplett umsonst, glauben Sie mir! Ich habs bei dem Nazi und Judenhasser auch mit Vernunft und Argumenten
versucht, aber ein Meter Feldweg hat mehr Einsichtsvermögen als der, also stressen Sie sich zu sehr und
lassen Sie sich nicht frustrieren, wenn er jedes Ihrer Argumente mit ihrendeinem kranken, unsinnigen Quark
beantwortet, aber so sind verblendete Psychopathen halt… @Nazional“katholik“ bzw. Pius XII.-Fan: Am
Jisrael chaj! PS Die Birkat-haMinim lautet: Denen aber, die uns verleumden, gib keinen Erfolg, all die
Frevel Übenden laß im Fluge dahinschwinden, sie alle mögen schnell dahin sein, die im Übermute Dir
Trotzenden mögest Du eilends vernichten, bald in unseren Tagen. Gelobt seist Du, Ewiger, der bricht des
Feindes Macht und die frechen Übermütigen beugt! Dazu sage ich: Amen! und denke ganz fest an Sie!!
@Samurai: Ich möchte Ihnen danken. Ihr beständiger und emotionsloser Widerstand gegen Dummheit und Ressentiment
ist bewundernswert. Aber es ist EINES sicher: Gegen Antisemitismus ist auch die sachlichste Argumentation
verschwendet. Diese Argumentation dient eigentlich nur der eigenen Sauberkeit. Bewirken kann sie absolut
nichts.
@Samurai: Bin ich denn ein Jude? Dass das Achtzehnbittengebet an der 12. Stelle eine „Verwünschung der
Häretiker“ enthält, wird auch vom Neue(n) Lexikon des Judentums (Gütersloh 2000, Art. Tefilla, S. 801)
bestätigt.
Möglicherweise ist diese negativ-religiöse Haltung dieser Form des Judentums nur mit der Zeit der Verbannung
aus dem Gelobten Land (823-2701 a.u.c. [70-1948 D.E.Z.]) zu erklären, eine sehr lange Zeit, in welcher
die Juden gezwungen waren, als verfolgte Minderheiten in verschiedenen Ländern und vor allem fremdbeherrscht
deren nationales Dasein zu fristen. Ein frommer Jude (muß) beim Anblick einer großen Anzahl nichtjüdischer
Menschen eine Vedammung ausstoßen. Selbst Gebäude bilden keine Ausnahme…
@Samurai: Was behaupten Sie da für einen Unsinn??? Das Buch mit dem englischen Originaltitel Jewish History,
Jewish Religion – The weight of Three Tousand Years erschien erstmals 1994 mit einem Vorwort von Gore
Vidal versehen (die 2. Auflage 1997 mit einem Vorwort von Edward Said) bei Pluto Press in London. Die
Kapitel 2 – 5 waren außerdem in der Zeitschrift Khmasin erschienen. Bei der 1998 im Lühe-Verlag, Süderbrarup,
erschienenen Ausgabe handelt es sich um die „vom Verfasser Prof. Israel Shahak einzig autorisierte deutsche
Übersetzung“ der 2. Auflage durch Friedel Wiezorek und Harm Menkens. Der KZ-Überlebende und langjährige
Professor für Biochemie an der Hebräischen Universität in Jerusalem Israel Shahak de.wikipedia.org/wiki/Israel_Shahak
ist – wie selbst Wikipedia weiß – erst am 2.7.2001 verstorben. Er hätte somit also ausreichend Zeit
gehabt, um sich gegen ein unter seinem Namen erschienenes Plagiat zur Wehr zu setzen…!
Besser, für „Abtrünnige“ und „Irrgläubige“ zu beten, als sie zu verfluchen, wie das bis heute im Halacha-Judentum
der Fall ist! Man vergleiche hierzu die Ausführungen von Professor Israel Shahak in Jüdische Geschichte –
jüdische Religion www.abbc2.com/shahakd/index.htm (Süderbrarup 1998): „In den wichtigsten Abschnitten
des Wochentagsgebets – den achtzehn Segnungen – gibt es einen besonderen Fluch, der sich ursprünglich
gegen Christen, zum Christentum bekehrte Juden und gegen andere jüdische Ketzer richtete: ‘Und mögen
die Abrünnigen keine Hoffnung haben und alle Christen auf der Stelle umkommen.’ Diese Formel stammt vom
Ende des ersten Jahrhunderts, als die Christenheit noch eine kleine verfolgte Sekte war. Einige Zeit vor
dem 14. Jahrhundert wurde sie gemildert zu: ‘Und mögen die Abrünnigen keine Hoffnung haben und alle
Ketzer auf der Stelle umkommen.’ und nach weiterem Druck zu: ‘Und mögen die Denunzianten keine Hoffnung
haben und alle Ketzer auf der Stelle umkommen.’ Nach der Gründung Israels wurde der Prozess umgekehrt,
und viele neugedruckten Gebetsbücher kehrten zur zweiten Formulierung zurück, die auch von vielen Lehrern
an religiösen israelischen Schulen vorgeschrieben wurde. Nach 1967 haben viele Gemeinden, die dem Gusch
Emunim nahestehen, die erste Version wieder eingeführt (bisher nur mündlich, nicht in gedruckter Form)
und beten nun täglich, daß die Christen ‘auf der Stelle umkommen mögen.’ (…) Ein frommer Jude (muß)
beim Anblick einer großen Anzahl nichtjüdischer Menschen eine Vedammung ausstoßen. Selbst Gebäude
bilden keine Ausnahme…“ (S. 169-171)
@ Krak des Chevaliers Je ahnungsloser, um so länger das Posting! Naja, passt zu +.net. Mit diesem Stil
könnten Sie glatt in die Redaktion aufgenommen werden.
einfach rührend Ich finde es ja immer rührend, wenn sich protestantische Amtsträger mit innerkatholischen
Fragen beschäftigen und ungebeten ihre unqualifizierten Senf dazu geben – sei es Karfreitagsfürbitte,
sei es das „Frauenpriestertum“, sei es die Liturgie. Die sog. evangelische Kirche wäre ohne den übergroßen
ökumenischen Willen der einzig wahren katholischen Kirche längst in die Bedeutungslosigkeit versunken.
Was sollten denn auch die ganzen evangelischen Pfarrer und Pfarrerinnen den lieben langen Tag so tun,
wenn sie nicht zum ökumenischen Arbeitskreis oder zum ökumensichen Gottesdienst mit ihren ökumenisch
bewegten „Amtsbrüdern“ („Amtsschwestern“ geht ja nicht, es sei denn, man nimmt die selbsternannten kath.
„Seelsorgerinnen“ hinzu) gehen und dort stundenlang über die Zulassung der Frau zur Priesterweihe und
über die schon lange überfällige Abschaffung des „Zwangszölibates“ diskutieren könnten? Es wollen
immer noch viel zu viele in der einzig wahren katholischen Kirche nicht einsehen, dass diese Art von Kuschelökumene
schon vor vielen Jahren gescheitert ist. Sie dient heute nur noch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für
Ökumene-Oldies in beiden Lagern. Macht endlich Schluss damit!
@ Katholisch AB Und wie sieht es bei den orthodoxen Cristen aus? Könnn sie dazu auch etwas sagen? Das
würde mich wirklich sehr interessieren. Schon jetzt ist klar, wie heuchlerisch die ganze Diskussion um
die neuformulierte katholische Karfreitagsfürbitte in der außerordentlichen Form geführt worden ist
und geführt wird und wie hier ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Im übrigen wurden
katholischerseits nicht erst seit 2008, sondern spätestens seit 1988 wieder oder besser immer noch legitim
die alten Karfreitagsfürbitten gebetet, beispielsweiße bei der Pristerbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad.
@Libertas Ecclesiae Und das haben diese Herren und Damen alle bis 1999 am Karfreitag gebetet? Oder war
das nur fakultativ? Natürlich hat wohl die Mehrzahl der Pfarrer und der Frauen, die glauben ordiniert
zu sein, diese Fürbitte geflissendlich übersehen oder irgendetwas eigenes gestrickt. Aber grundsätzlich
war es bis dato vorgesehen, dass in lutherischen Gemeinden am Karfreitag und am 10. Sonntag nach Trinitatis
(Gedenktag der Zerstörung Jerusalems, heute meist: Israelsonntag) für das jüdische Volk gebetet wurde.
Am Reformationstag (31.Okt.) und am Gedenktag der Augsburgischen Konfession (25.Juni) wird übrigens (eigentlich
verbindlich) für die Abtrünnigen und Irrgläubigen gebetet. Die sog. VELKD-Agende I (bzw. ihr Nachfolger,
die Ev.-Luth. Kirchenagende I) wird übrigens immer noch in sehr vielen lutherischen Kirchen verwendet,
ist also durchaus nicht unbenutzt oder „verboten“. Ich kenne übrigens einige Gemeinden, die sowohl die
Fürbitte für die Perfides als auch für die Irrgläubigen verwendet.
@ Katholisch AB Das ist wirklich sehr interessant! Und das haben diese Herren und Damen alle bis 1999
am Karfreitag gebetet? Oder war das nur fakultativ?
Nur mal zur Info! Der Text der Karfreitagsfürbitte (auch für den 10. Sonntag nach Trinitatis) aus der
Agende für Evangelisch-Lutherischen Kirchen und Gemeinden von 1957 (diese Agende war bis zur Einführung
des Evangelischen Gottesdienstbuches 1999 in fast allen Luthertischen Landeskirchen verbindlich!): „Lektor:
Lasset uns auch bitten für das Volk der Juden / daß der gnädige Gott die Decke Mosis von ihren Augen
nehme. auf daß auch sie Jesum Christum, unseren Herrn, erkennen: Liturg: Allmächtiger, ewiger Gott,
der du die Treulosigkeit deines erwählten Volkes von deiner Barmherzigkeit nicht ausschließest: erhöre
unsere Bitten, die wir für das Volk Israel vor dich bringen, und gib, daß es das Licht deiner Wahrheit,
deinen Sohn Jesum Christum, erkenne und mit der ganzen Christenheit preise. Durch Cesum Christum, unseren
Herrn. Gemeinde: Amen.“ Das Gebet für die Abtrünnigen und Irrenden gibt es übrigens da auch. Herr Weber
scheint da der falsche zu sein, der aufschreit!!!
Karfreitagsfürbitten Man muss die außerordentliche Form der Karfreitagsfürbitten im Gesamtzusammenhang
der außerordentlichen Form des römischen Ritus sehen. Da würden sich noch ganz andere Stellen finden
lassen, die angeblich als anstößig zu werten sind. Wie sieht es beispielsweise mit den Schriftlesungen
der Kirchenväter, beispielsweise des hl. Augustinus, in den Trauermetten aus? Was mich einmal interessieren
würde: Wird nicht auch in den ostkirchlichen Riten für die Bekehrung der Juden und der Abtrünnigen
gebetet?