09:40:03 | Dienstag, 5. August 2008
Der Generalobere der Legionäre Christi hat sich kürzlich in einem Interview geäußert. Er verkauft sich darin als überzeugter Vertreter des extremen Zentrums.

Webseite der Legionäre Christi
(kreuz.net) Am 23. Juli gab der Generaloberer der Legionäre Christi, Pater Álvaro Corcuera, in seiner
Eigenschaft als Generaldirektor der Laienbewegung ‘Regnum Christi’ der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’
ein Interview.
‘Zenit’ steht unter Kontrolle der von Pater Corcuera geleiteten Gemeinschaften.
Seinen
Gruppierungen bläst der kirchliche Gegenwind schon lange ins Gesicht, obwohl sie sich streng an die Regeln
der politischen Korrektheit halten und eifrige Benützer der kirchlichen
Schaumsprache sind.
Vor allem
die Diözesanbischöfe und deren Klerus sehen die Legionäre Christi und deren Laienbewegung mit Mißtrauen.
Darum geht es auch in dem Interview. In der ersten Frage serviert ‘Zenit’ dem Generaloberen die Aussage,
des Papstes, daß die Bischöfe die kirchlichen Bewegungen „mit viel Liebe“ annehmen sollten.
Kommentar
von Pater Corcuera: „Wir müssen Benedikt XVI. für diese Worte danken.“
Die kirchlichen Bewegungen seien
„kein Problem, sondern ein Geschenk“.
Die Bewegungen „mit Liebe“ anzunehmen, bedeute, ihnen zu helfen,
„der Kirche treu zu sein, im Schritt mit der Kirche zu marschieren – nicht hinter oder vor ihr“ – plaziert
sich der Generalobere in die Mitte der Mitte.
Dann spricht er im üblichen Jargon von „verschiedenen
geistlichen Geschenken“, vom „Reichtum und der Vielfalt, mit welcher der Heilige Geist die Kirche Christi
verschönern“ wolle, von der Kirche als „große Familie“, davon daß keiner „besser oder schlechter“ sei –
und ähnlichem.
Bei Mißverständnissen und Meinungsverschiedenheiten empfiehlt er Nachdenken, Komplementarität,
Harmonie, gemeinsame Anstrengungen – und ähnliches.
Dann sieht er in der Kirchengeschichte die „wundervolle
Gegenwart der Vorsehung“.
Mit ungehemmter Schaumsprache fährt Pater Corcuera weiter: Er schwärmt davon,
mit Erstaunen entdeckt zu haben, wie Gott seine Kirche bei der Hand zur Fülle leite – und ähnliches:
„Liebe führt uns alle dazu anzunehmen, was jeder empfangen hat, so daß wir zusammen die Sendung erfüllen
können, das Evangelium allen Völkern und allen Nationen zu verkündigen“ – schäumt er.
Auch das Verhältnis
zu den Diözesanbischöfen sieht Pater Corcuera im allgemeinen durch die Rosabrille.
Probleme könnten
mit Geduld, „viel Dialog“ und Liebe für die Kirche und ihre Mission überwunden werden.
Außerdem seien
Austausch und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen kirchlichen Bewegungen gewachsen.
Der Generalobere
zitiert auch eifrig den Papst, den Präfekten der Ordenskongregation und einmal sogar den Heiligen Paulus.
Natürlich beteuert und beschwört er immer wieder seine „profunde Gemeinschaft“ mit Papst und Bischöfen.
„Ich glaube nicht, daß ich besser als der Kardinal erklären könnte, was unsere Liebe für die Kirche
und unser Gehorsam den Bischöfen und Hirten gegenüber sein soll“ – führt der Generalobere seine Schmeicheleinheiten
für den zitierten Kardinal auf einen Gipfel.
Die Laienmitglieder von ‘Regnum Christi’ sollen seiner
Meinung nach als aktive Pfarreimitglieder – unter anderem – ihre Hirten kennen und ihre Pastoralpläne
unterstützen:
„Als eine Bewegung bemühen wir uns, mit den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien
zusammenzuarbeiten“ – wiederholt er sich.
Dann geht es weiter mit Treue, Charisma, Geschenk, Verantwortung –
und ähnlichem.
Der Generalobere wird auch auf die Konflikte seiner Gemeinschaften
in der Erzdiözese
Baltimore angesprochen.
Er habe den dortigen Erzbischof zwischenzeitlich getroffen – antwortet er.
Pater
Corcueras Begeisterung bleibt ungebrochen: „Das Treffen hat mir sehr geholfen. Wir haben natürlich immer
Punkte, an denen wir zu arbeiten haben“ – übt er brav Selbstkritik.
Einer der Faktoren, der ihn bei
den Mitgliedern von Regnum Christi in der Erzdiözese Baltimore am meisten beeindrucke, sei deren Mitarbeit
in den Pfarreien.
Man werde in Zukunft personale Kontakte mit den Pfarrern aufrechterhalten und ihnen
die eigenen Teams und Aktivitäten zur Verfügung stellen.
Der Generalobere vertraut darauf, daß alle
Schwierigkeiten und Mißverständnisse zusammen mit Erzbischof und Ortsklerus überwunden werden können.
Man fragt sich ob so viel Begeisterung und Gehorsam, was geschehen würde, wenn ein Bischof die Legionäre
darum bäte, die Alte Messe zu lesen.
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