Legionäre Christi
Ein bißchen viel Schleim aufgetragen
Der Generalobere der Legionäre Christi hat sich kürzlich in einem Interview geäußert. Er verkauft sich darin als überzeugter Vertreter des extremen Zentrums.
Webseite der Legionäre Christi
Webseite der Legionäre Christi
(kreuz.net) Am 23. Juli gab der Generaloberer der Legionäre Christi, Pater Álvaro Corcuera, in seiner Eigenschaft als Generaldirektor der Laienbewegung ‘Regnum Christi’ der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’ ein Interview.

‘Zenit’ steht unter Kontrolle der von Pater Corcuera geleiteten Gemeinschaften.

Seinen Gruppierungen bläst der kirchliche Gegenwind schon lange ins Gesicht, obwohl sie sich streng an die Regeln der politischen Korrektheit halten und eifrige Benützer der kirchlichen Schaumsprache sind.

Vor allem die Diözesanbischöfe und deren Klerus sehen die Legionäre Christi und deren Laienbewegung mit Mißtrauen.

Darum geht es auch in dem Interview. In der ersten Frage serviert ‘Zenit’ dem Generaloberen die Aussage, des Papstes, daß die Bischöfe die kirchlichen Bewegungen „mit viel Liebe“ annehmen sollten.

Kommentar von Pater Corcuera: „Wir müssen Benedikt XVI. für diese Worte danken.“

Die kirchlichen Bewegungen seien „kein Problem, sondern ein Geschenk“.

Die Bewegungen „mit Liebe“ anzunehmen, bedeute, ihnen zu helfen, „der Kirche treu zu sein, im Schritt mit der Kirche zu marschieren – nicht hinter oder vor ihr“ – plaziert sich der Generalobere in die Mitte der Mitte.

Dann spricht er im üblichen Jargon von „verschiedenen geistlichen Geschenken“, vom „Reichtum und der Vielfalt, mit welcher der Heilige Geist die Kirche Christi verschönern“ wolle, von der Kirche als „große Familie“, davon daß keiner „besser oder schlechter“ sei – und ähnlichem.

Bei Mißverständnissen und Meinungsverschiedenheiten empfiehlt er Nachdenken, Komplementarität, Harmonie, gemeinsame Anstrengungen – und ähnliches.

Dann sieht er in der Kirchengeschichte die „wundervolle Gegenwart der Vorsehung“.

Mit ungehemmter Schaumsprache fährt Pater Corcuera weiter: Er schwärmt davon, mit Erstaunen entdeckt zu haben, wie Gott seine Kirche bei der Hand zur Fülle leite – und ähnliches:

„Liebe führt uns alle dazu anzunehmen, was jeder empfangen hat, so daß wir zusammen die Sendung erfüllen können, das Evangelium allen Völkern und allen Nationen zu verkündigen“ – schäumt er.

Auch das Verhältnis zu den Diözesanbischöfen sieht Pater Corcuera im allgemeinen durch die Rosabrille.

Probleme könnten mit Geduld, „viel Dialog“ und Liebe für die Kirche und ihre Mission überwunden werden.

Außerdem seien Austausch und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen kirchlichen Bewegungen gewachsen.

Der Generalobere zitiert auch eifrig den Papst, den Präfekten der Ordenskongregation und einmal sogar den Heiligen Paulus.

Natürlich beteuert und beschwört er immer wieder seine „profunde Gemeinschaft“ mit Papst und Bischöfen.

„Ich glaube nicht, daß ich besser als der Kardinal erklären könnte, was unsere Liebe für die Kirche und unser Gehorsam den Bischöfen und Hirten gegenüber sein soll“ – führt der Generalobere seine Schmeicheleinheiten für den zitierten Kardinal auf einen Gipfel.

Die Laienmitglieder von ‘Regnum Christi’ sollen seiner Meinung nach als aktive Pfarreimitglieder – unter anderem – ihre Hirten kennen und ihre Pastoralpläne unterstützen:

„Als eine Bewegung bemühen wir uns, mit den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien zusammenzuarbeiten“ – wiederholt er sich.

Dann geht es weiter mit Treue, Charisma, Geschenk, Verantwortung – und ähnlichem.

Der Generalobere wird auch auf die Konflikte seiner Gemeinschaften in der Erzdiözese Baltimore angesprochen.

Er habe den dortigen Erzbischof zwischenzeitlich getroffen – antwortet er.

Pater Corcueras Begeisterung bleibt ungebrochen: „Das Treffen hat mir sehr geholfen. Wir haben natürlich immer Punkte, an denen wir zu arbeiten haben“ – übt er brav Selbstkritik.

Einer der Faktoren, der ihn bei den Mitgliedern von Regnum Christi in der Erzdiözese Baltimore am meisten beeindrucke, sei deren Mitarbeit in den Pfarreien.

Man werde in Zukunft personale Kontakte mit den Pfarrern aufrechterhalten und ihnen die eigenen Teams und Aktivitäten zur Verfügung stellen.

Der Generalobere vertraut darauf, daß alle Schwierigkeiten und Mißverständnisse zusammen mit Erzbischof und Ortsklerus überwunden werden können.

Man fragt sich ob so viel Begeisterung und Gehorsam, was geschehen würde, wenn ein Bischof die Legionäre darum bäte, die Alte Messe zu lesen.
      
9 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#9   Aleph †   17:53:53 | Dienstag, 5. August 2008
No Comment
Na und, was sollte dagegen einzuwenden sein?
Redaktion benachrichtigen
#8   No Comment   17:52:08 | Dienstag, 5. August 2008
Venus, Venus,
gib mir meine schaumgeborenen Legionen wieder…
^-^
Redaktion benachrichtigen
#7   Aleph †   17:50:47 | Dienstag, 5. August 2008
Marcelus
Sogar Frau Venus soll eine Schaumgeborene sein, lieber Marcelus. Sie werden mir immer sympathischer. Soviel Weltlichkeit auf einmal hätte ich bei Ihnen nicht vermutet. Mea culpa! :)3 :)3 :)3
Redaktion benachrichtigen
#6   Marcelus   17:48:00 | Dienstag, 5. August 2008
Schaum ist überall gut,
im Kaffee und in diversen Gerichten wie Salzburger Nockerl, die die Konkubine des Fürsterzbischofs von Salzburg kreiert hat.
Redaktion benachrichtigen
#5   No Comment   17:42:00 | Dienstag, 5. August 2008
Schaumsprache?
Immer noch lieber Schaumsprache als Maschinengewehrsalven der Todesschwadronen.
„Lasst Feuerrohre sprechen?“
Redaktion benachrichtigen
#4   Josefus   14:34:30 | Dienstag, 5. August 2008
für den LandorganistenII
Ich schäme mich nicht der Arbeit von kreuz.net Respekt zu sollen, auch wenn nicht jeder veröffentlichter Artikel gefällt. Wenigstens ein Forum, dass die wahren Übel der Gegenwart beim Namen zu nennen getraut.
Dass es dabei bisweilen auch über das Ziel hinausschießt wie im obigen Fall oder die Bildauswahl manchmal ärgerniserregend ist, kritisiere ich trotzdem.
Redaktion benachrichtigen
#3   catharina   11:03:09 | Dienstag, 5. August 2008
Meine Zustimmung:
Derart auf die Spitze getriebener Sarkasmus verstellt den Blick auf den Inhalt.
Daß sich derGeneralobere an eine bestimmte Form von ecclesiastical correctness hält, die man auch als Schaumsprache bezeichnen kann, sollte nicht derart herausgestrichen werden. Sonst geht es wirklich auf Kosten der Seriosität.
Redaktion benachrichtigen
#2   LandorganistII   10:43:17 | Dienstag, 5. August 2008
@Josefus
Wenn Sie der „Arbeit“ dieses Mediums Respekt zollen, sollten Sie sich schämen!
Redaktion benachrichtigen
#1   Josefus   10:40:36 | Dienstag, 5. August 2008
ein bisschen zu viel Sarkasmus aufgetragen
Bei allem Respekt vor der Arbeit von kreuz.net finde ich den Auswuchs sarkastischer Formulierung hier einfach nur unangebracht.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Legionäre ChristiNoch hübscher als Mons. Georg Gänswein Legionäre ChristiLegionäre Christi unter massivem Druck Legionäre ChristiEr will es wissen Legionäre ChristiEin zweiter Pater Pio? Legionäre ChristiDer nächste Schlag Generation BenediktAngst vor erzkatholischen Irren Opus DeiDas Opus Dei eröffnet in Innsbruck ein neues Zentrum Legionäre ChristiMassenweihen Legionäre Christi„Jesus Christus wurde auch als Verbrecher gekreuzigt“ Legionäre ChristiBetraf die Liturgiereform nur Unwesentliches? BekehrungWie Frau Eden das Paradies fand Legionäre ChristiSchwerwiegende Gründe Legionäre ChristiEin offener Brief Legionäre Christi GründerEin falsches und gefährliches Signal Legionäre ChristiEin von Gott zugelassenes Kreuz?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net