Im Jahr 1966 erklärte der damalige Hw. Joseph Ratzinger, daß die vom vatikanischen Pastoralkonzil verwendete subsistit-in-Formel eine „Reduktion des Absolutheitsanspruchs“ der katholische Kirche artikuliert. Von Dr. Wolfgang Schüler.
(kreuz.net) In seinem Eröffnungsreferat zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am
24. September 2007 erklärte der ehemalige Vorsitzende, Karl Kardinal Lehmann von Mainz:
„In der Diskussion
um das Dokument der Glaubenskongregation vom 10. Juli 2007 ist von evangelischer Seite immer wieder darauf
aufmerksam gemacht worden, daß die evangelische Kirche eine 1500 Jahre umfassende gemeinsame Geschichte
mit der katholischen und orthodoxen Kirche hat.“
Was will man gegen diese Aussage einwenden, wenn nach
Artikel 3 des Ökumenismusdekrets des Zweiten Vatikanums der Protestantismus eine Spaltung in der Kirche
darstellt?
Dennoch verwendet die Erklärung der Glaubenskongregation den Begriff „Subsistenz“ ausschließlich
für die katholische Kirche.
Doch von ihrer theologischen Konzeption her ist diese Reservierung nicht
gedeckt.
Das Buch zum Thema von Wolfgang Schüler
Subsistiert die Kirche Christi auch in nichtkatholischen Gemeinschaften?
Der Elemente-Ekklesiologie
des Pastoralkonzils zufolge, die sich die Erklärung zu eigen macht, besitzen auch die anderen christlichen
Gemeinschaften kirchliche Elemente – in mehr oder weniger hohem Maße –, und zwar „in historischer Kontinuität
und Fortdauer“.
Sie sind ja gemäß Art.3.1 des Ökumenismusdekrets aus Spaltungen in der Kirche hervorgegangen.
Folgt man der Argumentationslinie der Erklärung der Glaubenskongregation unter Einschluß der Ökumenismusdekrets,
müßte man die nicht-katholischen christlichen Gemeinschaften als „unvollständige Subsistenzen“ der
Kirche Christi bezeichnen.
Die katholische Kirche wäre dann eine „vollständige Subsistenz“.
Dann gäbe
es aber viele Subsistenzen – wenn auch nur eine vollständige Subsistenz der Kirche Christi, nämlich
in der katholischen Kirche.
Die christlichen Gemeinschaften würden dann in der Grundbestimmung, Subsistenzen
der Kirche Christi zu sein, übereinstimmen. Der Unterschied zur katholischen Kirche bestünde nur in
den Adjektiven „vollständig“ – „unvollständig“.
Wie viele „Subsistenzen“ der Kirche gibt es?
Wie die
Erklärung der Glaubenskongregation zutreffend feststellt, widerspricht die Annahme mehrerer Subsistenzen
dem Dogma von der Einheit und Einzigkeit der Kirche.
Diese Annahme liegt aber auf ihrer Argumentationslinie,
so daß sie inhaltlich gesehen im Widerspruch zu diesem Dogma steht.
Diesen Widerspruch verdeckt die
Erklärung dadurch, daß sie den Begriff „Subsistenz“ für die katholische Kirche reserviert.
Die Erklärung
der Glaubenskongregation lehrt keine exklusive Identität der Kirche Christi mit der katholischen Kirche,
die dem Ecclesia Christi est Ecclesia catholica entspricht.
Sie vertritt eine bloß substantielle Identität,
die dem subsistit in des Zweiten Vatikanums entspricht.
Das zeigt, daß sie den Bruch des Pastoralkonzils
mit der überlieferten Ekklesiologie fortsetzt. Dabei erweckt sie – bei oberflächlicher Betrachtung –
einen traditionskonformen Eindruck.
Von höchster Stelle gedeckt
Übrigens hat der damalige Kardinal
Joseph Ratzinger in einem Vortrag am 27. Juli 2000 zweimal von der Differenz zwischen est und subsistit
in gesprochen:
„Die Differenz [!] zwischen subsistit und est schließt auch das Drama der Kirchenspaltung
ein.“
Oder weiter: „In der Differenz [!] zwischen subsistit und est liegt das ganze ökumenische Problem
verborgen.“
Angesichts dieser Differenz kann bei der Ersetzung von est durch subsistit in von einer Kontinuität
mit der katholischen Lehre aller Jahrhunderte gar keine Rede sein.
Besonders deutlich brachte der damalige
Hw. Joseph Ratzinger die Diskontinuität im Jahre 1966 zum Ausdruck, als er im Zusammenhang mit der subsistit-in-Formel
von der „Reduktion des Absolutheitsanspruchs, die in der neuen Formel artikuliert ist“ sprach.
Der katholische
Absolutsheitsanspruch ist aufgegeben
Nun läßt aber der Begriff „absolut“ keine Quantifizierung zu.
Es gibt keinen mehr oder weniger erhobenen Absolutheitsanspruch.
Entweder wird absolute Gültigkeit beansprucht
oder sie wird nicht beansprucht.
Deshalb bedeutet Hw. Ratzingers Rede von einer „Reduktion des Absolutheitsanspruchs“
durch die subsistit-in-Formel das Eingeständnis der Preisgabe des katholischen Absolutheitsanspruchs
durch diese Formel des Pastoralkonzils.
Die Erklärung der Glaubenskongregation vom 10. Juli 2007 beteuert
zwar glaubenskonform zu sein und verwendet gewisse traditionstreu klingende Formulierungen.
Sie kann
dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie den folgenschweren Bruch fortsetzt, den das Pastoralkonzil
mit der überlieferten Ekklesiologie durch die Ersetzung des est durch subsistit in vollzogen hat.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Die Frage ist nicht ob die römische Kirche einen Absolutheitsanspruch stellt. Die Frage ist, ob diesen
Anspruch irgendjemand ernst nimmt. Antwort: Nein, ausser ein paar Spinnern nimmt den keiner ernst, genausowenig
wie den Absolutheitsanspruch der Mormonen, der Zeugen Jehovas oder der Frau Uriella.
Die Rolle des Peritus J. Ratzinger P. Tromp stand unter dem Druck einen „ökumenisch produktiven“ Ersatz
für das estzu finden, denn dieses ist „ökumenisch kontraproduktiv“. In dieser Lage half der protestantische
Konzilsbeobachter, Pastor Wilhelm Schmidt. Er schreibt in einem Brief: „Ich war, damals Pastor an der
Kirche vom Heiligen Kreuz in Bremen-Horn, während der 3. und 4. Periode Beobachter beim Konzil als Vertreter
der Evangelischen Michaelsbruderschaft, eingeladen von Kardinal Bea. Die Formulierung „subsistit in“ habe
ich schriftlich dem damaligen theologischen Berater von Kardinal Frings Joseph Ratzinger überreicht,
welcher sie an den Kardinal weitergegeben hat.“ Benedikt XVI. weiß wohl, dass das subsistitdas katholische
Selbstverständnis in seinen Grundfesten erschüttert hat, und er versucht deshalb immer wieder, es in
Übereinstimmung mit der traditionellen Lehre der Kirche über sich selbst zu bringen, was allerdings
nicht gelingen kann. Auch mit der neuen Übersetzung „fortbestehen“ anstelle des bisherigen „ist verwirklicht“,
kann dieses Ziel höchstens scheinbar erreicht werden. Man lasse sich durch diesen Schein nicht blenden.
#58 unitate fidei 19:58:13 | Dienstag, 5. August 2008
Zur Rolle von P. Tromp Nachdem die Theologische Kommission mit P. Tromp als Sekretär est vorgeschlagen
hatte, ging die Sache in eine Subkommission, die anstelle von est den von Anwesenheitslisten bekannten
Begriff adest (er ist da) vorschlug. Nachdem die Sache in die Theologische Kommission zurückgegangen
war, verlangte Bischof Schaus in der entscheidenden Sitzung am 26.11.1963, bei der auch J. Ratzinger anwesend
war, die Rückkehr zum est, weil es besser als adest die exklusive Identifikation zum Ausdruck bringe.
Doch P. Tromp folgt ihm nicht, sondern schlägt subsistit vor, was angenommen wird. Es gibt eine Reihe
von Indizien, die darauf hindeuten, dass der tapfere Verfechter des est aufgrund von erheblichem äußeren
Druck schließlich vom est abging, was bereits das Zitat von ihm in meinem vorigen Beitrag andeutet. Bei
dieser Ersetzung spielte J. Ratzinger eine besondere Rolle.
#56 No Comment 17:38:16 | Dienstag, 5. August 2008
Tromp fiel um. Weil er eben Sekretär war, weder Konzil noch Papst. Das Lehramt hat eine gemäßigte Reduzierung
des totalen Absolutheitsanspruch riskiert, um ein für alle Mal mit dem Missbrauch der Ekklesiologie zu
brechen, welche die Häresie des Integralismus darstellt. Diesen versucht kreuz.net zu lehren, ohne jeden
sakramentalen Auftrag. Lehramt in der Kirche ist von der sakramentalen Weihe abhängig und von der rechtmäßigen
Sendung der Kirche, nicht von Spitzfindigkeiten einzelner Patres oder Redaktöre.
#55 unitate fidei 16:25:57 | Dienstag, 5. August 2008
catharina Alexandra v. Teuffenbach stellt in ihrer Dissertation fest: „Wenn wir unseren Blick durch die
Epochen der Ekklesiologiegeschichte gleiten lassen, erkennen wir, daß stets die katholische Kirche und
nur die katholische Kirche als Kirche Christi bezeichnet wurde.“ (S.115). P. Sebastian Tromp hatte als
Sekretär der Theologischen Vorberei-tungskommission eine Schlüsselstellung inne. Er war lange ein Ver-teidiger
des est und v. Teuffenbach kennzeichnet seine Position zum Verhältnis der Kirche Christi zur katholischen
Kirche folgender-maßen: „Die katholische Kirche ist die Kirche Christi, ja der Ausdruck ‘Kirche Christi’
steht als Synonym für die Katholische Kirche.“ (S. 176) Sie zitiert P. Tromp mit den Worten: „ … daß
die Idee, die Kirche könne jetzt nicht lehren, sie sei die einzige Kirche Christi sich immer stärker
verbreitet, mit anderen Worten, wegen eines gesunden Ökumenismus müsse die Kirche sich selbst verleugnen.’…
Tromp [betont] zweimal den Wunsch, das Konzil solle klar erklären, daß die katholische Kirche und nur
die katholische Kirche ‘Kirche Christi’ ist, unbeschadet anderer Möglichkeiten, zum Heil zu gelangen.“(S.
229ff). Dann aber fiel P. Tromp um. Interessiert es Sie warum?
#54 bonifatius 13:48:25 | Dienstag, 5. August 2008
Florian Geyer Lieber Florian Geyer, zwei Fragen schlagen durch ihren Einwurf Wellen: 1.„Deke sie an die
Schriftstelle wo Jesus gesagt wird dass Fremde in seinem Namen wirken, worauf der Herr sagt dass jeder
der nicht gegen Ihn ist für Ihn ist.“ Ich denke an die Piusbruderschaft (bin kein Mitglied). Gibt hier
Jesus in ihrem Sinne die Antwort? Wenn Ja, dann ist Roms Verhalten sicher nicht im Sinne Jesu! 2.„Das –
wie manche meinen – derjenige das heil verliert der nicht formalkatholisch ist das glaube ich nicht.“
Die Piusbruderschaft fühlt sich der Katholischen Tradition verpflichtet, nicht nur formal! Auch hier
ist das Verhalten Roms nicht zu verstehen! Daß die Lutherischen Glaubensgemeinschaften wahrlich nicht
aus Gründen des Glaubens ( bitte nicht den Ablaß als Gegenargument bringen ) sich manifestiert hatten
sondern zunächst aus persönlichen, meist aber aus politischen, dürfte von der unparteilichen Geschichtsforschung
bewiesen sein. Dann aber ist ein Ökumenismus der schrittweisen Angleichung durch die Römische Katholische
Kirche, wie sie seit dem V II stark betrieben wird, auch nicht zu verstehen.
Vatikan. NOTE über den Ausdruck . „Schwesterkirchen“ www.vatican.va/…iese-sorelle_ge.html: Im eigentlichen
Sinn sind Schwesterkirchen ausschließlich Teilkirchen (oder Teilkirchenverbände, wie etwa Patriarchate
oder Kirchenprovinzen) untereinander. Es muss immer klar bleiben, auch wenn der Ausdruck Schwesterkirchen
in diesem richtigen Sinn verwendet wird, dass die universale, eine, heilige, katholische und apostolische
Kirche nicht Schwester, sondern Mutter aller Teilkirchen ist. 11. Man kann von Schwesterkirchen im eigentlichen
Sinn auch im Zusammenhang mit katholischen und nicht katholischen Teilkirchen sprechen; deshalb kann auch
die Teilkirche von Rom Schwester aller Teilkirchen genannt werden. Wie jedoch bereits betont wurde, kann
man richtigerweise nicht sagen, dass die katholische Kirche Schwester einer Teilkirche oder eines Teilkirchenverbandes
ist. Es handelt sich dabei nicht nur um eine terminologische Frage, vielmehr geht es darum, eine grundlegende
Wahrheit des katholischen Glaubens zu beachten: die Wahrheit von der Einzigkeit der Kirche Jesu Christi.
Es gibt nur eine einzige Kirche, darum ist der Plural Kirchen nur auf die Teilkirchen anwendbar.
Terminologische Fragen dürfen im Zusammenhang des Themas nicht umgangen werden. Für den Subsistenz-Begriff
sollte hier gewiß nicht auf den militärischen Bereich, sondern auf die philosophisch-theologische Tradition
zurückgegriffen werden; HeinrichvonOfterdingen hat dazu einen wichtigen Beitrag geliefert. „Subsistieren“
als „substantiell durch und in sich bestehen“ weist in die richtige Richtung. Indem das Zweite Vaticanum
die Subsistenz der Kirche Christi in der katholischen Kirche betont, hebt es einen anderen Aspekt hervor,
als wenn von einem Identischsein gesprochen wird. Alexandra von Teuffenbachs Quellenstudien zum „subsistit
in“ haben gezeigt, daß es den Konzilisvätern (und insbesondere dem Peritus S. Tromp) nicht um eine Minderung,
sondern um eine Verstärkung ging. zu analysieren wäre auch der Gebrauch des Wortes „absolut“ und der
Wortverbindung „Absolutheitsanspruch“ bei Prof. Ratzinger und anderen. Es ist ja jedem gläubigen Katholiken
klar, daß die Kirche als Braut und Leib Christi keine absolute, also losgelöste, sondern wesentlich
eine in Relation zu Christus, zur ganzen Trinität stehende Wirklichkeit ist. Vielleicht ist das in manchen
neuzeitlichen Ekklesiologien, die von dem berechtigten Anliegen bewegt waren, die Einzigkeit der katholischen
Kirche zu untermauern, zu kurz gekommen. Gott ist absolut, die Kirche Christi aber völlig von Ihm abhängig.
Auf den Punkt gebracht KonvertitII trifft ins Schwarze. Nimmt man nämlich die beiden Stellen aus dem
Ökumenismusdekret hinzu, dann gibt es viele Subsistenzen der Kirche Christi. Die katholische Kirche hat
nur noch den Vorzug, die einzige vollständige Subsistenz zu sein. Der Widerspruch zum Dogma von der Einzigkeit
der Kirche ist dann unausweichlich. Er wird von der Erklärung der Glaubenskongregation nur über die
Sprache verdeckt.
#50 KonvertitII 08:33:46 | Dienstag, 5. August 2008
Ich bitte um Vernunft Wenn man den Beginn der subsistit-in-Passage im Sinne der Erklärung der Glaubenskongregation
mit den Worten wiedergibt: „Die Kirche Christi bleibt in der katholischen Kirche bestehen, obwohl sich
außerhalb von ihr Elemente der Heiligkeit und Wahrheit finden, …“, dann muß man zur Beurteilung noch
die folgenden Stellen aus dem Ökumenismusdekret hinzunehmen: 1) Die katholische Kirche ist aus solchen
Elementen erbaut. 2)Auch die anderen christlichen Gemeinschaften bestehen seit der Zeit der Apostel, denn
sie gingen ja angeblich aus Spaltungen i n der Kirche hervor. Ergebnis: Die Kirche Christi bleibt in der
katholischen Kirche voll bestehen und in den anderen christlichen Gemeinschaften in reduzierter Form.
Dieses Ergebnis widerspricht dem Dogma von der Einzigkeit der Kirche.
Wie man sich zurechtfinden kann! Nach dem Studium all dieser Zuschriften fällt mir eine Belehrung während
meiner Jugendzeit ein. Im Zuge einer Beichte habe ich ähnliche Probleme zu lösen versucht. Der ganz
alte Beichtvater sagte damals zu mir: Junger Mann, lesen sie weniger und beten sie mehr. Ich habe damals
geschmunzelt und gemeint, er wisse eben auch nicht Bescheid. Heute aber verstehe ich seine umwerfende
Weisheit.
@clarissa colonia Sie haben seinen zweiten Beitrag lediglich nicht richtig verstanden. Er kritisiert nicht
DASS Rahner versucht hat, die Widerspruchsfreiheit zwischen Glauben und Vernunft aufzuzeigen (was im übrigen
in der Geschichte der Theologie vor Rahner schon bis zum Umfallen bewiesen wurde); er kritisiert Rahners
Vorgehensweise, seine Methode. Rahner war der Meinung, die Nicht-Christen würden das Glaubensgut lediglich
nicht verstehen, also müsste man es einfach so umformulieren, dass sie es verstehen. Er behauptete, der
moderne Nicht-Christ denke streng-wissenschaftlich, also müsste man lediglich der Theologie einen streng-wissenschaftlichen
Anstrich geben (Stichwort historisch-kritische Methode), und der moderne Mensch würde sich vom christlichen
Glauben schon überzeugen lassen. Man müsste die Theologie nur „verheutlichen“, das war sein Credo; „Aggiornamento“.
Was Rahner völlig ausgeblendet hat ist die Tatsache, dass der moderne Mensch nicht glauben WILL. Diese
Tatsache existiert in seinem Werk überhaupt nicht. Er blendet den menschlichen Willen in seiner „theologischen
Antropologie“ völlig aus. Damit wurde aber sein ganzes Unterfangen hinfällig.
Leber Lieblhuber, Leser Geyer trägt vor: die Prämissse der historisch kritischen Methode ist die Leugnung
des Überirdischen. Deshalb kann diese methode natürlich Christus nicht erfassen. Rahner war ein Tor
der Versucht hat die übernatürliche Dogmatik so umzuformulieren dass auch Nichtglaubende sie vernunftgemäß
annehmen können und bediente sich der Anthropologie und des Existentialistismus. Dabei übersah der Rahner
dass er die Wahrheit aufs weltliche Maß zurechtgestutzt und kastriert hat. Ubrigens danke für ihr ehrliches
Statement dass sich für sie Glaube und Vernunft widersprechen, dass sie also endlich gestehen nicht glauben
zu können. Rahner hätte also geirrt, weil er den Weg zum Glauben über die Vernunft (letztlich über
Widerspruchsfreiheit beider) zu weisen versuchte. Im Blick auf ihre vorausgehende Zuschrift trägt er
aber vor, sie behaupteten einen Widerspruch zwischen Glauben und Vernunft und könnten deshalb nicht glauben.
Entweder gibt es also diesen Widerspruch (zwischen Glauben und Vernunft), dann hätten Sie recht (nach
dieser Darstellung) und Rahner unrecht. Oder es gibt diesen Widerspruch nicht. Selbst aber, wenn Sie,
ohne, daß ich Ihnen etwas zu unterstellen beabsichtige, diese Meinung vertreten würden, könnten nicht
beide Meinungen gleichzeitig falsch sein. Das ist ein logischer Widerspruch, auf den ich aufmerksam zu
machen beabsichtigte. Damit verabschiede ich mich.
#44 Florian Geyer 01:16:24 | Dienstag, 5. August 2008
Fakt ist Die Neuinterpretationen die Rahner zur Trinitätslehre, zur Christologie und zur Gnadenlehre
vorlegt ist anthropologisch. Diese heterodoxen Lehren lassen sich mit ein wenig theologischem Urteilsvermögen
verhältnismäßig leicht ausmachen vor allem die grundlegende anthropozentrische Wende der Theologie,
die Karl Rahners gesamter Theologie als alles bestimmende Denkform zugrundeliegt. Sie steht nicht nur
mit der gesamten theozentrischen Lehrtradition der Kirche mit dem was die besten Vertreter der Glaubenswissenschaft
an großartigen Synthesen erarbeitet haben im totalen Widerspruch. Matt: Die Lehre des dt Idealismus (Schelling
Hegel) sieht Gott und Mensch als quasiidentisch an und ist vielleicht für dein extraordinäres Gottesbild
relevant, nicht aber für christliche Theologie
Rahners Aggiornamento beruhte auf einem falschen Menschenbild Rahner ging es darum herauszufinden, was
die „Bedingungen der Möglichkeit des Verstehens“ im Subjekt in Bezug auf die christliche Glaubenslehre
sind. Er setzt also ein bestimmtes Menschenbild voraus, das an die Philosophie Kants angelehnt ist. Der
je individuelle Mensch wird für ihn zu „dem Menschen“ als eine Art abstraktes und theoretisches Subjekt.
Er abstrahiert hierbei völlig von jedweder individuellen Vorgeschichte und jedweder Psychologie und versucht
dann, diesem Abstraktum Mensch – das mit den realen Menschen da draussen in der Welt nichts zu tun hat –
einen Weg zu Gott zu ermöglichen. Das Problem mit Rahner und der gesamten neuzeitlichen Theologie in
seinem Kielwasser ist, das die Ursachen für die in der Neuzeit aufgeklaffte Schlucht zwischen Vernunft
und Glauben völlig verkannt werden. Die Ursache ist, das der neuzeitliche Mensch nicht glauben WILL.
Ihm fehlt nicht die MÖGLICHKEIT des Verstehens des Glaubens. Ihm fehlt lediglich der WILLE dazu. Somit
ist es völlig unsinnig, nach den Bedingungen der Möglichkeit des Verstehens zu fragen, wie Rahner das
tat. Man sagt das Rahners Theologie eine Wende der Theologie zum Menschen hin gewesen sei. Nichts ist
falscher als dies. Es war eine Abkehr von den konkreten, echten Menschen in der Welt hin zu einem künstlichen
philosophischen Konstrukt namens „Subjekt“.
@clarissa c.: Werter Leblhuber, das von Ihnen monierte Posting zitierte und kommentierte eine Zuschrift
des Lesers Geyer von 23:54 Uhr. Dann drücken Sie sich bitte verständlicher aus, damit ein einfältiger
Poster wie ich keine falschen Schlüsse zieht.
Den Gottesbeweis kann man nur philosophisch führen… so etwa, wie das Hegel oder Schelling getan haben,
nämlich in erster Linie, indem man Gott als Absolutes (Sein) in Hinblick auf Mensch und Schöpfung definiert.
Die richtige Definition ist dann schon selbst Beweis. Das Problem ist nur, dass die Wiss.menschen dieses
Denken nicht verstehen und sich gegenüber der ganzen Argumentation ignorant erweisen. Wenn ich etwas
nicht akzeptiere, kann ich leicht sagen, es gibt es nicht.
Moment mal: Das Werk Karl Rahners „ebnet den Weg zum rein weltlichen Theologischen Verständnis … führt …
zum religiösen Pantheismus wo … der anthropologische Kosmos zum Gott wird. Dabei sind die Schriften
so angelegt dass das Gottesverständniss nicht über das innerweltliche hinaustranszendiert.“ (Zitat)
Ist das gutklingende babylonische Sprachverwirrung, oder wer behauptet das? 1) Was soll ein rein weltliches
theologisches Verständnis sein, wenn Theo-logie immer schon den transzendenten Gott als Grund ihres Redens
über ihn voraussetzen muß? 2) Was soll ein anthropologischer Kosmos sein? – Ob da wohl das Attribut
zutreffend verwendet wird, oder ist das ein neuer Zweig der Anthropologie? 3) Welches Gottesverständnis,
das von Gott als dem Transzendenten ausgeht, würde die Zeitlichkeit bzw. von die von diesem geschaffene
Wirklichkeit nicht transzendieren? 4) Ist hinaustranszendieren nicht ein (un-)ziemlich pleonastischer
Begriffsunsinn?
@clarissa colonia: „Rahner … hat [versucht,] die übernatürliche Dogmatik so umzuformulieren dass auch
Nichtglaubende sie vernunftgemäß annehmen können … danke für ihr [Leser Lebelhubers] ehrliches Statement
dass sich für sie Glaube und Vernunft widersprechen , dass sie also endlich gestehen nicht glauben zu
können.“ (Zitat) Sie sind mir doch hoffentlich nicht bös, liebe CC, wenn ich Ihre kryptische Meinung
nicht verstehe. Mein Intellekt reicht dazu offensichtlich nicht aus. Was wollen Sie eigentlich sagen?
Fassen Sie Ihre verklausulierte Stellungnahme in verständliche Worte. Ich habe keine Lust, Rätsel zu
lösen! „Relata refero“ klingt zwar gut, sagt aber wenig aus! Keiner muss alle Originale gelesen haben,
um sich eine Meinung zu bilden. Das wäre der Tod jeder Diskussion. Oder reden Sie hier einer Bildungselite
das Wort, die es nicht gibt und auch nie gegeben hat. Diskutieren Sie mit Florin Geyer und Elias weiter.
Das wird sicher heiter! Aber Spaß beiseite: Sie sind ein Blender/ eine Blenderin! Keine konkrete Stellungnahme,
nur Selbstdarstellung. Das langweilt!
Rahner und sein Menschenbild Es besteht ein Unterschied dazwischen, „Gott im Lichte der Vernuft erkennen“
und dem Versuch, den Weg zu Gott ausschliesslich über Vernunftgründe zu gehen. Letzteres versuchen zum
Beispiel die sogenannten Gottesbeweise. Man kann Menschen aber nicht über den Weg der Vernuft zum Glauben
überreden, mit wissenschaftlichen Argumenten (dies hat Rahner versucht), man muss sie vielmehr mitten
ins Herz treffen, und sie zur Rückkehr zu Gott aufrufen. Jeder Mensch weiss von Grund aus dass es Gott
gibt. Er muss davon nicht erst überzeugt werden, im Grunde seines Herzens weiss jeder die Wahrheit. Rahner
war ein schlechter Psychologe, im Grunde ein verbildeter und weltfremder Intellektueller aus dem universitären
Elfenbeinturm. Er wollte nicht erkennen, das die Ursache für den Graben zwischen Glaube und Vernunft
eine bewusste Entscheidung gegen Gott, eine bewusste Abkehr des individuellen neuzeitlichen Menschen von
Gott ist.
#36 Florian Geyer 00:32:05 | Dienstag, 5. August 2008
der Werk Rahners ebnet den Weg zum rein weltlichen Theologischen Verständnis. Es führt hin zum religiösen
Pantheismus wo letztendlich der anthropologische Kosmos zum Gott wird. Dabei sind die Schriften so angelegt
dass das Gottesverständniss nicht über das innerweltlche hinaustranszendiert. Wo das wirken des hl Geist
(nur als Bsp) einst eine vom Menschen unabhängige von aussen einwirkende Kraft war macht Rahner daraus
eine durch den Menschen in seiner Weltbeziehung frei verfügbare Möglichkeit die er „ergreifen“ kann.
Diese Theologie ist „pankosmistische“ Verabsolutierung des Kosmos zu Gott was sich speziell in der Dreifaltigkeitslehre
durch Leugnung des Personbegriffs widerspiegelt. So meidet er jedes metaphysisch philosophische Kalkül
wie der Teufel das Weihwasser in der Erhebung des menschlichen Empiriewerkzeuges zur Vernunft um göttliche
Phänomene des Einwirkens anthropologisch zu erklären
Erstens ist humanus (a, um) Attribut zu conditio, onis, f, und richtet sich in KNG-Kongruenz nach seinem
Bezugswort; da dieses im Singular steht, muß es das Attribut auch; also: humana (Rahner konnte übrigen
Latein, ich habe Autographen gesehen). Zweitens wußte Rahner um den Lessing’schen garstig breiten Graben
zwischen Wissen und Glauben, über den keine Brücke führt, weshalb man über ihn (ins Ungewisse) springen
muß. Drittens ist es doch interessant, daß das (rechtgläubige?) Vatikanische Konzil feststellen konnte,
man könne Gott im Lichte der natürlichen Vernunft sicher erkennen. Wenn das Vaticanum das (als dogmatische
Wahrheit) festlegen konnte, wieso sollte dann Rahners Bemühen, im Lichte der natürlichen Vernunft möglichst
viel über Gott zu erkennen, Häresie sein?
Ich weiß nicht welche schrullige Def. von Vernunft den Diskutanten vorschwebt… für mich führt die
Vernunft zum rechten Glauben und auch zur Glaubenserkenntnis. Insofern gehe ich also mit Rahner konform.
Auch darin, dass der Mensch im Grunde seines Wesens gut ist. Es wäre auch widersinnig anders zu denken.
@clarissa colonia Der Glaube erschliesst sich nicht aus der Vernunft. Der Glaube lässt sich lediglich
nicht mit der Vernunft widerlegen und behält so auch im Angesicht der Wissenschaft seine (zumindest potentielle)
Gültigkeit. Anders formuliert: mit streng logischen Argumenten lässt sich der Glaube an eine übersinnliche
Realität, an Wunder, einen Schöpfergott, die Auferstehung von den Toten nicht widerlegen. Die Vernunft
kann dem Glauben nicht seine Existenzberechtigung absprechen, sondern stösst hier an ihre Grenzen. Rahner
hat versucht den Weg zum Glauben ÜBER die Vernunft zu ebnen und ist damit natürlich gescheitert. Der
Zugang zum Glauben erfordert einen persönlichen und zutiefst subjektiven „Glaubenssprung“. Rahner hatte
eine viel zu naive Vorstellung von der conditio humanae. Er war der Ansicht dass alle Menschen im Grunde
gut seien, aber verblendet, und meinte nun sie aufklären zu müssen. Er übersah hierbei dass es durchaus
Menschen gibt, und nicht gerade wenige, die um die Wahrheit des Evangeliums wissen und sich trotzdem einen
Dreck drum scheren. Im Grunde war Rahner ein moderner Don Quichotte, der gegen Windmühlen ankämpfte.
Der nächste Widerspruch: Wie sollten sich die von Gott geschaffene Wirklichkeit, die von ihm eingestiftete
natürliche Vernunft und der von ihm gnadenhaft geschenkte Glaube widersprechen, wenn er selbst (das als
logisches wie theologisches Axiom) in sich widerspruchsfrei ist?
#31 Florian Geyer 00:12:24 | Dienstag, 5. August 2008
clarisse der Schlüssel dazu ist dass Rahner für eine Klientel geschrieben hat die (wie er selber?) „Vernunft“
mit positivistisch empiristischer Auffassung gleichsetzt.
Relata refero: „Rahner … hat [versucht,] die übernatürliche Dogmatik so umzuformulieren dass auch
Nichtglaubende sie vernunftgemäß annehmen können … danke für ihr [Leser Lebelhubers] ehrliches Statement
dass sich für sie Glaube und Vernunft widersprechen , dass sie also endlich gestehen nicht glauben zu
können.“ (Zitat) Also hat Rahner geirrt, weil er überzeugt war, daß sich Glaube und Vernunft nicht
widersprechen; und Leser Lebelhuber irrt, weil er zu behaupten scheint, sie täten es. Da scheint mir
ein logischer Fehler vorzuliegen, denn man kann keine Aussage im Hinblick auf die gleiche Sache gleichzeitig
bejahen und verneinen.
Sagen wir mal so: Die kath. Kirche, also die Konzilsväter damals, haben einfach festgelegt, dass es sich
nicht widerspricht. Aber dann dürfte es nicht so viele Dinge geben, die nahelegen, dass das, was geglaubt
wird, so nicht stattgefunden haben kann. Besonders, was das Zentrum der Religion betrifft, nämlich die
Abstammung der gesamten Menschheit von einem einzigen Menschenpaar, das vor ca. 6000 Jahren gelebt hat.
Bösartig könnte man sagen: Es war ein geschickter psychologischer Trick, einfach zu dogmatisieren, dass
sich Glaube und Vernunft sowieso nicht widersprechen könnten.
Hubert die Prämissse der historisch kritischen Methode ist die Leugnung des Überirdischen. Deshalb kann
diese methode natürlich Christus nicht erfassen. Rahner war ein Tor der Versucht hat die übernatürliche
Dogmatik so umzuformulieren dass auch Nichtglaubende sie vernunftgemäß annehmen können und bediente
sich der Anthropologie und des Existentialistismus. Dabei übersah der Rahner dass er die Wahrheit aufs
weltliche Maß zurechtgestutzt und kastriert hat. Ubrigens danke für ihr ehrliches Statement dass sich
für sie Glaube und Vernunft widersprechen , dass sie also endlich gestehen nicht glauben zu können
Wie es ein paar (angeblichen) Strippenziehern wohl nur gelingen konnte, rund 2.500 Konzilsväter (und
-mütter) zu manipulieren? Ob da er Hl. Geist nicht vielleicht auch an ein paar Väter- oder Mütterstrippen
gezogen hat?
@bonifatius: Wer einmal versucht hat Rahner zu lesen, der hat bei einigermaßen gesundem Hausverstand
bald voller Verständnislosigkeit die Bücher zur Seite gelegt. Mit Glauben hat das wenig zu tun, eher
mit philosophischem Wortgeklingel. Und war Rahner nicht der Strippenzieher beim V II? Der „gesunde Hausverstand“
allein wird wohl nicht ausreichen, um Rahner verständig lesen zu können. Möglicherweise hat Rahner
gewollt, alles das unter einen Hut zu bringen, was in Wahrheit kaum vereinbar ist: die historisch-kritische
Auslegung von Texten und die dogmatische, widerspruchsfreie Fortschreibung von Lehrinhalten. Es ist sein
Verdienst, diesen Spagat wenigstens versucht zu haben. Wer von der Kirche nur Verhaltensregeln und Denkregeln
verlangt, ist ein Totengräber der Kirche. Im 21. Jhdt. gelten andere Standards.
@elijahu Wie stehen sie dann zu den Orthodoxen?Unter Verweis auf verschiedene Konzilstexte wird anerkannt,
dass diese den Titel „Teil- oder Ortskirchen“ verdienen und Schwesterkirchen der katholischen Teilkirchen
genannt werden, weil sie mit der katholischen Kirche verbunden bleiben aufgrund der apostolischen Sukzession
und der gültigen Eucharistie, durch welche die Kirche Gottes aufgebaut wird und wächst. Die Erklärung
Dominus Iesus nennt sie sogar ausdrücklich „echte Teilkirchen“.Natürlich haben diese Kirchen auch einen
festgestellten Defekt…dies meinte der Hl.Vater u.a.1966 als er vom Drama der Kirchenspaltung sprach…
bonifazius muß ich mit Ernüchterung feststellen, daß der Beigeschmack bleibt: Die Katholische Kirche
ist nicht die allein selig machende. Es gibt also mehr „Wahrheiten“. Aber hat nicht Christus gesagt: „Euer
Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein? einfach ausgedrückt: Wenn (was erwiesenermassen schon oft vorgekommen
ist) der hl Geist zb in einer evangelikalen Gemeinde wirkt (wenn zb ein Evangelikaler im Namen Jesu den
Dämon austreit oder Kranke geheit werden) dann ist doch offensichtlich dass Gott auch dort wirkt wo nicht
formal katholisch draufsteht. Deke sie an die Schriftstelle wo Jesus gesagt wird dass Fremde in seinem
Namen wirken, worauf der Herr sagt dass jeder der nicht gegen Ihn ist für Ihn ist Das die Fülle aller
Gnadenmittel und der absoluten wahrheit in der katholischen Kirche zu finden ist ist logisch. Das – wie
manche meinen – derjenige das heil verliert der nicht formalkatholisch ist das glaube ich nicht.
@st.georg Ja wenn das alles so ist st.georg, warum hat Ratzinger 1966 dann das genaue Gegenteil gesagt?
Hier so zu tun als wäre weiter nichts gewesen, das kanns doch wohl wirklich nicht sein. Die gesamte theologische
68er Generation und ihre Wegbereiter gehören in den Mülleimer der Geschichte. Der Schaden, den sie bisher
angerichtet haben ist so ungeheuerlich dass es einer innerkirchlichen Läuterung bedarf die sich gewaschen
hat. Und es bedarf auch eines neues Konzils, das in den theologischen Fragen, über die seit dem 2. VK
Unklarheit herrscht, ein für allemal Klarheit schafft. Das dies unter einem Papst Ratzinger, der die
modernistischen Fehlentwicklungen wesentlich mitverschuldet hat nicht passieren wird, versteht sich von
selbst.
Verwirrung Nach dem Lesen der sicher von Theologen verfassten Beiträge muß ich mit Ernüchterung feststellen,
daß der Beigeschmack bleibt: Die Katholische Kirche ist nicht die allein selig machende. Es gibt also
mehr „Wahrheiten“. Aber hat nicht Christus gesagt: „Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein? Wer einmal
versucht hat Rahner zu lesen, der hat bei einigermaßen gesundem Hausverstand bald voller Verständnislosigkeit
die Bücher zur Seite gelegt. Mit Glauben hat das wenig zu tun, eher mit philosophischem Wortgeklingel.
Und war Rahner nicht der Strippenzieher beim V II? Ob Rahner wohl den Heiligen Geist und der Heilige Geist
Rahner gekannt hat? Zumindest hat er den „Größten Theologen aller Zeiten“ nicht inspiriert! Sonst wäre
das V II auch klar und verständlich für einen einfachen „Fischer“ vor dem Herren gewesen. Ja, der Teufel
ist dort am erfolgreichsten, wo er keine Spuren hinterlässt!
Danke an Geyer… Weil nämlich die so von Christus gewollte Kirche tatsächlich in der katholischen Kirche
weiter besteht (subsistit in), besagt die Fortdauer der Subsistenz eine substantielle Identität zwischen
dem Wesen der Kirche Christi und der katholischen Kirche. Das Konzil wollte lehren, dass die Kirche Jesu
Christi in der katholischen Kirche als konkretes Subjekt in dieser Welt anzutreffen ist. Dies geht nur
einmal, und die Vorstellung, das subsistit sei zu multiplizieren, verfehlt genau das Gemeinte. Mit dem
Wort subsistit wollte das Konzil das Besondere und nicht Multiplizierbare der katholischen Kirche ausdrücken:
Es gibt die Kirche als Subjekt in der geschichtlichen Wirklichkeit.Entgegen von Interpretationen bedeutet
darum derErsatz des est mit subsistit in nicht, dass die katholische Kirche von der Überzeugung ablasse,
die einzige wahre Kirche Christi zu sein. Dieseterminologische Veränderung bedeutet einfach, dass die
Kirche offener ist für das besondere ökumenische Anliegen, den wirklich kirchlichen Charakter und die
wirklich kirchliche Dimension der christlichen Gemeinschaften anzuerkennen, die nicht in voller Gemeinschaft
mit der katholischen Kirche stehen, und zwar aufgrund der in ihnen vorhandenen „vielfältigen Elemente
der Heiligung und der Wahrheit“ (plura elementa sanctificationis et veritatis). Folglich gibt es, obwohl
die Kirche nur eine ist und nur in einem geschichtlichen Subjekt „subsistiert“, auch außerhalb dieses
sichtbaren Subjekts echte kirchliche Wirklichkeiten.
st. georg Ich gehe hier nur auf die von Ihnen zitierte Behauptung des Kommentars zur Erklärung der Glaubenskongregation
ein, dass dem Übergang vom ‘ist’ zum ‘subsistiert’ keine „besondere theologische Bedeutung im Sinne einer
Diskontinuität mit der vorausgehenden katholischen Lehre zukommt“. Natürlich ist das Gegenteil der Fall,
was der Papst auch implizit eingestand, als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war, und zwar mit
den im obigen Artikel zitierten Worten: „Die Differenz zwischen ‘subsistit’ und ‘est’ schließt auch das
Drama der Kirchenspaltung ein“ bzw. „In der Differenz zwischen ‘subsistit’ und ‘est’ liegt das ganze ökumenische
Problem verborgen.“ Und da soll dieser Ersetzung „keine besondere theologische Bedeutung im Sinn einer
Diskontinuität mit der vorausgehenden katholischen Lehre“ zukommen? Hier liegt doch ein klarer Bruch
mit der traditionellen Lehre der Kirche über sich selbst vor, mit weitreichenden Folgen für das Verhältnis
zu den anderen christlichen Gemeinschaften: Während das est dem konziliaren Ökumenismus die Tür verschließt,
wirkt das subsistit als dessen Türöffner! Die Selbstrelativierung der katholischen Kirche, die das Konzil
durch die Ersetzung des est durch das subsistit in vollzog, war in der Tat die Bedingung der Möglichkeit
für die Ersetzung der vorkonziliaren Rückkehr-Ökumene durch die Koexistenz-Ökumene auf dieser Bischofsversammlung.
Der Übergang vom est zum subsistit ist der Übergang vom katholischen Absolutheitsanspruch zur Preisgabe
desselbe…
bitte um treppe „Das Konzil hingegen hatte das Wort ,subsistit’ gerade deshalb gewählt, um klarzustellen,
dass nur eine einzige ,Subsistenz’ der wahren Kirche besteht, während es außerhalb ihres sichtbaren
Gefüges lediglich ,Elemente des Kircheseins’ gibt, die – da sie Elemente derselben Kirche sind – zur
katholischen Kirche tendieren und hinführen“.Es geht darum, weshalb der Ausdruck „subsistiert“ und nicht
einfach das Wort „ist“ gebraucht wurde.Genau diese terminologische Veränderung beschreibt die Beziehung
zwischen der Kirche Christi und der katholischen Kirche. In Wirklichkeit wollten die Konzilsväter einfach
anerkennen, dass es in den nicht katholischen christlichen Gemeinschaften selbst kirchliche Elemente gibt,
die der Kirche Christi eigen sind. Daraus folgt, dass die Identifikation der Kirche Christi mit der katholischen
Kirche nicht so zu verstehen ist, dass es außerhalb der katholischen Kirche ein „kirchliches Vakuum“
gäbe. Zugleich bedeutet dies, dass – unter Berücksichtigung des Kontextes, in den der Ausdruck subsistit
in eingefügt ist, nämlich der Beziehung zur einzigen Kirche Christi, die „in dieser Welt als Gesellschaft
verfasst und geordnet …, vom Nachfolger des Petrus und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet
wird“ – dem Übergang von „ist“ zu „subsistiert“ keine besondere theologische Bedeutung im Sinn einer
Diskontinunität mit der vorausgehenden katholischen Lehre zukommt.Weil nämlich die so von Christus gewollte
Kirche tatsächlich in der katholischen Kirche …
sachlich bleiben Manche scheinen sich inzwischen so weit von der traditionellen Lehre der katholischen
Kirche entfernt zu haben, dass sie nicht mehr wissen, bzw. nicht mehr wissen wollen, dass bis zum Zweiten
Vatikanum die Gleichung Katholische Kirche = Kirche Christi galt. Sie seien deshalb daran erinnert, dass
Pius XII in seiner Enzyklika Mystici corporis (1943) in Übereinstimmung mit der Tradition der Kirche
sagt: „Bei einer Wesenserklärung dieser wahren Kirche Christi, welche die heilige, katholische, apostolische,
römische Kirche ist [!] …“ Dr. Schüler argumentiert überzeugend. Wer etwas einzuwenden hat, der sollte
auf seine Argumentation eingehen.
@ HvO Ich bin etwas ratlos on Ihrer Antwort. Ich habe ein Beispiel von st. georg aufgegriffen, um ihm
zu entgegnen. Die beschimpfen mich und werfen mir „Euren Scheiß-Militarismus“ vor. Solche Beschimpfungen
sind nicht akzeptabel und gehen an der Sache vorbei: eine rein sprachliche Frage an so einem Beispiel –
das noch nicht mal von mir stammt – hat mit Militarismus nicht das geringste zu tun. Was soll das? Bessern
Sie sich bitte, Sie beschimpfen nur sich selbst durch solche Aktionen.
Mit gespaltener Zunge Das zweite Vatikanische „Konzil“ war in der Tat ein Paradigmenwechsel. Zum ersten
Mal in der Geschichte der Kirche wurden Konzilstexte statt in klarer und eindeutiger Sprache mehrdeutig
formuliert, so dass jeder in den Texten das sehen kann was er will. Diese teuflische Doppelzüngigkeit
ist das herausragende Merkmal des zweiten Vatikanums. Niemand der Gutes im Sinn hat arbeitet mit solchen
Methoden. Der Heilige Geist verwirrt nicht, er schafft Klarheit. Es ist der Teufel der Verwirrung stiftet.
Darum trifft der uns überlieferte päpstliche Ausspruch „Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen“
hier voll und ganz zu. Und die Früchte des Konzils sehen wir heute – ungläubige Priester und Bischöfe
die selbst die leibliche Auferstehung öffentlich leugnen, orthodoxe Gläubige werden von der Amtskirche
an den Rand gedrängt und verfolgt, leere Kirchen, leere Priesterseminare. Aber es kann kein Zweifel bestehen –
das reinigende Gewitter kommt. Dann werden sie jammern und mit den Zähnen knirschen.
Lieber Marcelus, sondern nur ein Durcheinander bringt, auf solch ein Konzil können das Kirchenlehramt
und die Theologie getrost verzichten. … Sie Miesepeter, der Teufel ist mächtig stolz drauf! Lieber
Möchtegern, Ihre Ehre in Ehren, Das milit. Beispiel stammt an sich von st. georg. Um eine Formulierung
auszudeuten, ist es aber trotzdem geeignet – warum nicht. … aber mir als Christen liegt Euer Militarismus
nicht wirklich. Die „militaristisch“ deutbaren Äußerungen Christi mal aussen vor, damals waren Stalin
und Roosevelt noch Zukunftsmusik!
@Elijahu: Ein Konzil, das keine Fragen klärt, wie dies der Normalfall eines Konzils ist, sondern nur
ein Durcheinander bringt, auf solch ein Konzil können das Kirchenlehramt und die Theologie getrost verzichten.
Ein Konzil ist zuerst dazu da, Streitfragen zu klären. Und diesen Zweck hat das Pastoralkonzil klar verfehlt,
und deshalb eine unnötige Geldausgabe des Vatikan.
Lieber El’jahu, Wenn es so ist wie Kolfhaus behauptet, nämlich dass das Wörtchen „subsistit“ den Alleinanspruch
noch verstärkt – warum behauptete Ratzinger 1966 dann das genaue Gegenteil? damals hat PapaRatzi, wenn
er betrunken war, noch die Wahrheit von sich gegeben. „Ein Wort der Wahrheit überwindet die ganze Welt“,
dies dem Tagesheiligen als Huldigung. Zum Glück wird Ratzinger keines Tages Heiliger werden. Dies zum
Lob der Tage!
@st.georg Wenn es so ist wie Kolfhaus behauptet, nämlich dass das Wörtchen „subsistit“ den Alleinanspruch
noch verstärkt – warum behauptete Ratzinger 1966 dann das genaue Gegenteil?
Nun kommt die Erklärung der Berufssoldaten, lieber Möchtegern, Sie in Ehren, aber die Militärakademie
ist in geistlichen Dingen doch eher eine Autorität minderer Güte …
@st. georg Sie schneiden da eine interessante Sache an. Das Problem ist, dass vor und nach dem „subsistit
in“ 2 Unterschiedliche Dinge stehen können. Ich formuliere das mal um, auf eine militärische Sache umgemünzt:
„Nach immer neuen Angriffen hielt die Armee Rudolfs am 4. Schützengraben stand.“ Sie haben das sogar
so formuliert: „Der aus der … Begriff bezeichnet nämlich das Feststehen einer Heeresreihe wider den
anstürmenden Feind“ Hier ist aber eine ganz klare Unterscheidung gegeben, zwischen der Heeresreihe und
der ganzen Armee. Auch in anderen Formulierungen kommt das klar zum tragen, etwa wenn jemand schreibt:
Oder: „Die östereichische Kirche hielt im 17. Jhd. den Protestantisierungs-Bemühungen stand, namentlich
in Person des wiener Bischofs“. Natürlich ist die österreichische Kirche nicht identisch mit dem wiener
Bischof und umgekehrt, sondern er ist ein Teil davon. Ihre deutsche Übersetzung des „subsistit in“ auf
den fraglichen Text angewandt würde ergeben: „Die Kirche leistet in der katholischen Kirche Widerstand“.
Offensichtlich ist die Formulierung Unsinn, wenn gleichzeitig die Formulierung gilt: „Kiche = katholische
Kirche“
@solideo Die These vom „Bruch“ stammt von links, wurde aber von rechts begierig aufgeleckt, wie immer.
Ohne den Mai 68 hätte kein Prälat die Chuzpe gehabt, Methoden von links nach rechts zu transplantieren,
wie es M.L. nach 1970 und so erst den Modernismus zu vollenden, in „tridentinischen“ Gewändern. Aber
diese Prüfung erhärtet die Wende zur Religionsfreiheit, absolut.
Kleine Recherche: sub|sis|tie|ren <aus lat. subsistere „stillstehen, standhalten“>: 1. für sich [unabhängig
von anderem] bestehen (Philos.) Subsistenz: (subsistentia): das Substanzsein. subsistieren = substantiell
durch und in sich bestehen. »Subsistit hoc quod nun indiget alio« (BOËTHIUS). ALBERTUS MAGNUS bestimmt:
»Subsistentia sive ousiôsis significat ens ex se nec distinctum, nec distinguibile« (Sum. th. I, 43,
1). THOMAS: »secundum enim, quod (substantia) per se exsistit, et non in alio, vocatur subsistentia«
(Sum. th. I, 29, 2 c). – Nach RIEHL ist subsistieren »im Raume existieren« (Philos. Krit. II 1, 81)
@artikel vielleicht sollte ein sich in völliger unkenntnis befindlicher oberstudienrat für mathematik
nicht solche traktate verfassen…kleiner tipp : prof. norbert lüdecke, kirchenrechtler zu diesem thema…
oder wie lic.theol. florian kolfhaus schreibt : „Zweifellos, die ungewöhnliche Formulierung „Die Kirche
Christi ist in der katholischen Kirche verwirklicht“ bietet reichlich Anlass zur Spekulation und zur Interpretation.
Greift man jedoch zu einem x-beliebigen lateinischen Wörterbuch, um der Bedeutung des „subsistere in“
auf den Grund zu gehen, so wird man überrascht feststellen, dass die Konzilserklärung keineswegs eine
„kopernikanische Wende“ im Selbstverständnis der Kirche herbeiführen wollte, noch dass es daher nötig
wäre, auf spekulativem Wege diese Ansicht zu entkräften. Der aus der Militärsprache stammende Begriff
bezeichnet nämlich das Feststehen einer Heeresreihe wider den anstürmenden Feind. „Subsistere in“ bedeutet
daher zunächst keineswegs eine Aufweichung des Ausdrucks „est“, sondern vielmehr dessen Verstärkung:
standhalten, Wiederstand leisten, da sein. So könnte man die heftig umstrittene Stelle in Lumen gentium
wie folgt wiedergeben: „Die Kirche Christi bleibt in der katholischen Kirche bestehen, auch wenn sich
außerhalb von ihr Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden, die, als wahre Güter der Kirche Christi,
zur katholischen Einheit drängen.“ und…und…und…
Dummheit ist verzeihlich, Frechheit nur manchmal: Selbstverständlich „reduziert“ das ‘subsistit’ in einen
Totalitätsanspruch, nicht aber einen Realitätsanspruch. Da die Kirche Christi real in der katholischen
„ausharrt“ (allen Feinden zum Trotz), nur deshalb ist die Kirche Christi auf Erden sichtbar gegenwärtig;
aber deshalb eben nicht vollends „exklusiv“, als handele es sich um einen Herrenclub mit beschränkter
Mitgliederzahl. Das Mysterium der Kirche ist größer als ihre sichtbare Struktur (nicht „kleiner“, wie
die ca. 350 (!) Piusbrüder für sich reklamieren); eine Reduktion integralistischer Tendenzen bedeutet
eine Ausweitung des real öffentlichen Anspruchs der Einen Kirche.