13:39:38 | Dienstag, 5. August 2008
Bei der Auszeichnung der Witwe eines in der Türkei ermordeten evangelikalen Missionars sprach auch ein Weihbischof, der für seine katholischen Positionen bekannt ist.

Von links nach rechts: Der protestantische Regensburger Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß, der Vors. Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern, Andreas Späth, Susanne Geske, der Weihbischof von Salzburg, Mons. Andreas Laun
(kreuz.net, Nürnberg) Sie hat den Mördern ihres Mannes vergeben. Darum wurde Susanne Geske am 20. Juli
von der evangelischen ‘Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis’ in Bayern mit dem Walter-Künneth-Preis
ausgezeichnet.
Der 45jährige Lehrer, Übersetzer und Theologe Tilmann Geske war im April 2007 zusammen
mit zwei türkischen Christen in Malatya in der Osttürkei von mutmaßlichen türkischen Nationalisten
regelrecht abgeschlachtet worden.
Der Laudator Thomas Schirrmacher würdigte die christliche Vergebungsbereitschaft
der Witwe. Schirrmacher ist Direktor des Bonner internationalen Instituts für Religionsfreiheit der ‘Evangelischen
Allianz’.
Frau Geske wohnt mit ihren drei Kindern immer noch in der Stadt, in der ihr Mann ums Leben
kam.
Keine RacheSchon kurz nach der grausamen Bluttat bekannte sie vor der türkischen Presse: „Vater
vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“.
Dies habe in der türkischen Öffentlichkeit eine
ungeheure Wirkung hinterlassen, gerade weil eine solche Absage an die Rache in der anatolischen Kultur
ungewöhnlich sei.
Die Preisträgerin bekannte, daß ihr Gebet, keine Rachgefühle zu bekommen, erhört
wurde.
Dafür sei sie zusammen mit ihren Kindern sehr dankbar. Durch die Ermordung der drei Christen
sei ein Samenkorn gelegt worden, „dessen Aufgehen wir heute noch nicht erkennen können.“
Der evangelische
Regionalbischof Hans-Martin Weiss aus Regensburg verwies auf die Unterschiede zwischen Christentum und
Islam.
Von Jesus Christus werde im Neuen Testament – im Gegensatz zu Berichten über Mohammed – nicht
über die Teilnahme an Gewalttätigkeiten berichtet.
Das Christentum kenne angeblich nicht – wie der
Islam – eine Wesenseinheit von Gesellschaft und Religion. Deswegen reibe sich das „westliche Freiheitsverständnis“
mit dem Islam.
In einer Gesellschaft wie der türkischen, in der Vergeltung oft üblich sei, habe Frau
Geske die „Zeugenschaft für Gottes liebende Gerechtigkeit“ weitergeführt:
„Ihr Aushalten in der Osttürkei
hat Vorbildfunktion“, so Regionalbischof Weiss zur Preisträgerin.

Referat von Weihbischof Andreas Laun
Warum der Haß auf die Liebe?Weihbischof
Andreas Laun von Salzburg fragte sich in einer Ansprache, warum gerade Christen als Anhänger einer Religion
der Liebe so stark verfolgt werden.
Eigentlich müßten doch alle froh sein um solche Mitmenschen, die
anderen nichts Übles wollten. Dennoch seien die Christen die am brutalsten verfolgte religiöse Gruppe.
Die Antwort darauf könne man nur in den Zehn Geboten finden, denen die Christen verpflichtet seien,
die aber das übliche Verhalten in der Welt in Frage stellten.
Deswegen seien Christen auch von den beiden
großen totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts verfolgt worden – weil diese nicht wollten, daß Christen
anders dächten als die jeweils vorgeschriebene Ideologie.
Der Weihbischof sieht heute ähnliche christenfeindliche
Tendenzen im Vormarsch.

Podiumsgespräch mit Impulsreferenten
Bei den Evangelikalen ist das Thema Martyrium hochaktuellDer Generalsekretär
der Deutschen Evangelischen Allianz Hartmut Steeb aus Stuttgart dankte der ‘Kirchlichen Sammlung’ für
die Preisverleihung an Frau Geske. Sie nötige zur Auseinandersetzung mit dem hochaktuellen Thema Martyrium.
Freiheit für die Christen in der westlichen Welt – wenn auch mit abnehmender Tendenz – sei in der Kirchengeschichte
die Ausnahme.
Christen müssten sich darauf vorbereiten, daß Verfolgung Sendung sei und nicht Schicksal.
Der armenische Theologe und Martyrium-Experte Hacik Rafi Gazer bekannte als Angehöriger der Theologischen
Fakultät Erlangen seine Freude über die Preisverleihung an Frau Geske.
Auch in der Armenischen Kirche
werde des Märtyrers Tilmann Geske gedacht.
Der Rektor der ‘Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule’
in Basel, Jacob Thiessen zitierte aus der Bewerbung von Tilmann Geske für das Studium an seiner Hochschule
im Jahr 1982:
„Ich will Theologie studieren, weil es so viele unerrettete Menschen gibt, denen ich das
Evangelium verkünden will“.
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matt2 † 13:44:53 | Mittwoch, 6. August 2008
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matt2 † 10:25:02 | Mittwoch, 6. August 2008
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matt2 † 09:53:27 | Mittwoch, 6. August 2008
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Genoveva 01:04:02 | Mittwoch, 6. August 2008
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Wilhelm 21:01:56 | Dienstag, 5. August 2008
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pneumat 16:17:06 | Dienstag, 5. August 2008