Kultur
Das ist doch die alte Masche
Je verachtender Künstler mit religiösen Themen umgehen, um so mehr Beachtung finden sie bei den selbsternannten Förderern religiöser Kunst. Von Dr. Heidemarie Seblatnig, Wien.
Das Wiener Dommuseum stellt Blasphemien aus und nennt sie religiöse Kunst.
Das Wiener Dommuseum stellt Blasphemien aus und nennt sie religiöse Kunst.
(kreuz.net) Im Jahr 2005 wurde ich in die Künstlergruppe „Imago Christliche Kunst heute – Wien“ aufgenommen.

Diese Vereinigung wurde im Jahr 1995 auf Anregung von Kardinal Christoph Schönborn von einigen Künstlern gegründet. Es handelt sich um einen Gesprächskreis, der von der Kulturstelle der Erzdiözese gefördert wird.

Darin treffen sich in regelmäßigen Abständen Vertreter von Architektur, Malerei, Bildhauerei, Musik und Literatur zu offenen Gesprächen über die sakrale Kunst.

Deren Zweck ist, in einer Zeit bestürzender Werteverluste Denkanstöße zu geben.

Ich habe als Malerin und Grafikerin gearbeitet und kam über den Computer zum Film. Jetzt arbeite ich als Drehbuchautorin, Regisseurin, auf dem Gebiet der Computergrafik und beschäftige mich mit theoretischen Arbeiten zur Architektur.

Als ich das Programm der Gruppe ‘Imago’ las, war ich tief bewegt. Ich wollte diesen Weg unterstützen und mitgehen.

Ich halte das für unmöglich

Darum halte ich es für unmöglich, daß Kardinal Schönborn die blasphemischen Werke, die uns im Moment in Wien als religiöse Kunst vorgesetzt und in seinem unmittelbaren Umfeld propagiert werden, tatsächlich fördert oder deckt.

Ich meine, daß wir dem Kardinal – wenn wir sein Programm gelesen haben – den Rücken stärken sollen.

Wir müssen nach den wahren Verursachern der künstlichen Skandale suchen und dann – gemeinsam mit dem Kardinal – diesen Leuten Einhalt gebieten.

Es ist offenkundig, daß die religiöse Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einem Ikonoklasmus ergriffen wurde. Er hat dazu geführt, daß es in den zeitgenössischen Gotteshäusern keine religiöse Kunst mehr gibt.

Diese Bilderstürmerei hat auf dem gesamten Feld der religiösen Kunst ein großes Vakuum hinterlassen.

Provokation um der Provokation willen

Priester, die sich für Kunstfachleute halten, obwohl sie keine entsprechenden Voraussetzung besitzen, haben begonnen, dieses Vakuum mit Arbeiten von Künstlern zu füllen, deren Werke einen hohen Marktwert besitzen.

Dabei ist nebensächlich, ob sich diese Künstler in ihren Werken über religiöse Themen im Sinne des Glaubens äußern.

Es wird nur auf Provokation gesetzt – der überholten Mode der 60er entsprechend.

Je aggressiver und verachtender sie mit religiösen Themen umgehen, um so mehr Beachtung finden sie bei den selbsternannten Förderern religiöser Kunst.

Mir geht es hier nicht um die Privatmeinung von Künstlern, die einen Folterknecht darstellen, der den leidenden Herrn am Geschlechtsteil packt, in Gedärmen wühlen und Blut spritzen und das als Heiliges Mysterium bezeichnen, oder Frösche ans Kreuz schlagen.

Sie wollen um jeden Preis provozieren. Na und? Wen kümmert’s? Das ist doch die alte Masche.

Unangenehm wird es jedoch, wenn das den Gläubigen als religiöse Kunst hingestellt wird.

Werbung für den Glauben

Bei einer Ausstellung von ‘Imago’ in der Krypta der Wiener Peterskirche im Mai 2008 sprach Kardinal Schönborn klar über den Auftrag der Kirche: Es ist deren Pflicht, den Künstlern zu sagen, welche Kunstwerke sie von ihnen erwartet.

Ich weiß, daß heutige Künstler über die Heiligkeit sakraler Kunstwerke nicht Bescheid wissen. Denn ich arbeite seit Jahren in diesem Umfeld und habe mich auch theoretisch damit befaßt.

Ein Künstler, der religiöse Kunst schafft, muß für den Glauben werben. Man stelle sich vor, ein Werbefachmann macht Reklame für eine Bank und vermittelt dabei: Diese Bank zockt euch ab, der Bankdirektor will euren Bankrott, alle anderen Banken sind besser.

Unterstützt die Darstellung eines Letzten Abendmahls als Orgie die Andacht?

Ich rede von Werken nicht von Künstlern. Mag sein, daß der Maler Caravaggio ein unheiliges Leben geführt hat. Doch religiöse Themen hat er hervorragend gemeistert.

Was interessiert uns das Privatleben von Herrn XY? Doch wenn er für die Kirche arbeitet, müssen seine Bilder religiös sein. Sie dürfen den Glauben und die Andacht nicht zerstören.

Fromm sein allein genügt nicht. Aber Blasphemie ist für die religiöse Kunst und damit für unseren Glauben vernichtend.

Die Verfasserin ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Universitätsdozentin in Wien. Im Juni 2006 publizierte sie das Buch „Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960“. Im Herbst 2008 erscheint ihr Dokumentarfilm ‘Die Säule und das Fundament. Christen in der Türkei.’
      
8 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#8   Josef Preßlmayer   11:50:26 | Samstag, 9. August 2008
„Pfarrverweser 1“ hat nichts an den im Dommuseum unter der Verantwortung von Kardinal Schönborn
ausgestellten Blasphemien auszusetzen!
Wer solche Gotteslästerungen duldet und damit akzeptiert ist kein Christ!
Ob diese Blasphemien in einem Sakralbau oder in einem Diözesanmuseum gezeigt werden, ändert nichts daran, dass es sich um ärgste Gotteslästerungen handelt, die für jemanden, der Gott ehrt und anbetet unerträglich und tief verletzend sind!
Den „Pfarrverweser“ stört diese Verletzung religiöser Gefühle nicht, ihn stört vielmehr, dass derjenige der für diese Abscheulichkeiten verantwortlich ist, Kardinal Schönborn, kritisiert wird!
Wie im Nachbar-thread, stellt „Pfarrverweser“ falsche Behauptungen auf , z. B. dass die „Aktion Leben“ keine „Beratungsscheine“ ausgibt!
Schönborn „befürwortet“ natürlich nicht die Abtreibung, das weisen auch die größten Massenschlächter ungeborener Kinder zurück, sie wollen ja nur „Frauen in Not“ helfen, sondern er unterstützt mit Kirchensteuergeldern eine Organisation, die in den Diözesen Linz und Salzburg der „Katholischen Aktion“ somit der Katholischen Kirche angegliedert und Teil der Kirche ist, aber die „Fristenlösung“ befürwortet und „Beratungsscheine“ ausgibt, die als „Tötungslizenzen“ für Abtreibungen dienen.
Die Ausgabe solcher „Beratungsscheine“ hat Papst Johannes Paul II. den deutschen Katholiken längst verboten, doch Schönborn fördert diese Zuarbeiter der Kinderschlachthöfe, die auch die Abtreibungspille RU 486/Mifegyne empfehlen, weiter!
Schönborn ist daher als Mitwirkender der Abtreibung „latae sentiae“ exkommuniziert“
Redaktion benachrichtigen
#7   pfarrverweser1   02:15:15 | Samstag, 9. August 2008
Die Doctores Seblatnig und Preßlmayer: beides probiert – kein Vergleich!
Frau Dr. Seblatnig ist wirklich zu danken für ihre kritischen, mahnenden, aber eben nicht verletzenden Worte zu diesem Thema! Dr. Preßlmayer hat auch diesen Artikel wieder benutzt, um gegen die angeblich von Kard. Schönborn forcierte Islamisierung (er nennt es Immigration, meint aber dasselbe), die angeblich von Kard. Schönborn befürwortete Abtreibung (er hat diese nie befürwortet, im Gegenteil!) und natürlich gegen ihn selber zu polemisieren! Dabei geht es um etwas ganz anderes: um Kunst im sakralen Raum. Nun ist das Diözesanmuseum kein sakraler Raum, weswegen ich mich in die Diskussion um die dort ausgestellten Objekte nicht einmischen will. Die Autorin hat allerdings durchaus Recht, wenn sie auf die Entwicklung seit den 60er-Jahren hinweist! Damals wurden im vorauseilenden Gehorsam Kirchen ausgeräumt, Statuen und Bilder auf den Dachboden verfrachtet, Wandmalereien übertüncht, Kanzeln abgerissen etc. Manche kath. Kirchen wirkten kahler als jede evangelische Kirche. In dieses Vakuum stießen dann (selbsternannte) Künstler und (angeblich) kunstverständige Pfarrherren. Außer es kam jemand, der dem Einhalt gebot und die Engel, Statuen und Bilder wieder vom Dachboden oder aus dem Depot holte. Selbstverständlich hat Kunst im sakralen Raum (vulgo: Kirche) dieselbe Aufgabe wie die Musik ebenda: die Herzen der Gläubigen zu Gott zu erheben (SC)! Und man kann, denke ich, ohne weiteres die in SC (Sacrosanctum Concilium) dargelegten Anweisungen für liturg. Kleidung auf die Kunst umlegen…
Redaktion benachrichtigen
#6   sani †   21:15:59 | Freitag, 8. August 2008
Lieber ExBochumer
… dir zu Liebe – niiiiiiiiieeeeeeeee ;-) ^-^ O:)
aber warum wollen SIE dass ich unbedingt auswandere? Haben SIE vielleicht denn irgendwas vor – Kirchenputsch, oder was weiß ich noch. Aber leider mache ich IHNEN nicht den Gefallen wirklich auszuwandern. Weil ich fühle mich in Mitteleuropa schon ganz wohl, und daran werden SIE mit ihrem Wunsch, dass ich endlich auswandern solle, auch nichts ändern.
:&) :&) >:) :&) :&) :-]
Redaktion benachrichtigen
#5   ExBochumer †   17:40:15 | Freitag, 8. August 2008
Tja, @ sani …
wann wandern Sie denn endlich aus?
WANN ?????????
Redaktion benachrichtigen
#4   matt2 †   13:10:25 | Freitag, 8. August 2008
Wer als Schönborn soll denn sonst die Schuld tragen…
Was soll das Gewäsch von wegen Rücken stärken? Hat er etwa nicht die Entscheidungsvollmacht für die Räumlichkeiten seiner Diözese? Dann ist er auch verantwortlich für das Treiben in dieser. Aber natürlich, wenn man sich schon im Vorfeld mit diesen perversen Religionsverächtern auf ein Panscherl einläßt, dann hat man darin ja bereits seine Autorität eingebüßt und den Weg für Gröberes geebnet. Man könnte für Schönborn entschuldigend sagen: er weiß nicht was er treibt. Aber wie lange will man einen derart unzurechnungsfähigen, entscheidungsunfähigen Menschen noch in seiner Hirtenposition belassen?
Redaktion benachrichtigen
#3   Josef Preßlmayer   12:47:08 | Freitag, 8. August 2008
Wen dieses Thema des Versinkens der religiösen Kunst in Blasphemie nicht interessiert, ist hier im
falschen Forum!
Es ist höchste Zeit, dass sich auch Kunst-Fachleute zu diesem Missbrauch von Einrichtungen der Katholischen Kirche für gotteslästerliche Schändungen äußern!
Das ist hier, wenn auch in moderater Form geschehen und dafür ist der Autorin zu danken!
Die Tragik des hochintelligenten Kardinals liegt in seiner Entscheidungsschwäche, die aber auch durch flache, vom Modernismus geschädigte Glaubenswurzeln bedingt ist.
Die Hölle sieht er, wie in einem Vortrag zu hören war, als eine Art subjektives Phänomen, die gleichsam „in uns“ liegt.
Er beklagt zwar 2004 in der Zeitschrift „Vision 2000“ den „kollektiven Selbstmord“ Europas durch Abtreibung, wendet sich aber von der Lehre der Katholischen Kirche ab, indem er die, in Paragraph 2273 geforderte gesetzliche Bestrafung ablehnt.
Die ewige Verdammnis jener, die Gottes Kinder im Muttereib töten und dabei mitwirken, wie er selbst, da er die „Aktion Leben“, welche „Beratungscheine“ also „Tötungslizenzen“ mit Geldern der Kirchensteuer unterstützt, scheint ihn nicht zu stören.
Die Hölle ist ja etwas „in uns“ also nichts real Existierendes. Also gibt es dann ja auch keine Hölle als Ort der Verdammnis, weshalb auch die Sorge, dass die Seelen jener Mütter, die ihre Kinder töten, dort auf ewig verdammt sind, ihn nicht besonders quälen dürfte.
Die drohende Islamisierung fördert er noch, indem er eine „ganz starke“ Immigration fordert!
Wer aber so denkt und handelt, kann kein Kardinal der Römisch-Katholischen Kirche sein!
Redaktion benachrichtigen
#2   sani †   12:23:57 | Freitag, 8. August 2008
jetzt wird’s …
… aber wirklich fad :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[
Redaktion benachrichtigen
#1   LandorganistII   11:09:46 | Freitag, 8. August 2008
Gäääähn
Sommerloch, oder wat?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KulturKunstgeschmack eines Pfaffen KulturDer Frosch zu Bozen KulturKirchenführung einmal anderes KulturInhaltsleer und staubtrocken Dommuseum WienDer Wiener Kardinal lästert seinen Gott immer noch KulturEr getraut sich nicht KulturDer Papst hat es schon gesehen KulturDie Ausstellung hat mich beeindruckt! Wiener DommuseumDer Skandal weitet sich aus Hamburger Mariendom„Es hätte nicht karger sein können“ KirchenbauWahrzeichen wofür? KulturEs gibt auch hausgemachte kirchliche Probleme KulturAllein schon durch das Lächeln des Dalai Lama KulturHurrah, der Papst trägt Unterwäsche KulturWer soll denn solche schwache Kritzeleien ernst nehmen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net