Liturgie
Ein Brett vor dem Priester
Die Einführung des Ambo als Predigtort war der Anfang des Niedergangs einer katholischen Predigtkultur.
Katholische Kanzeln sind gewöhnlich außer Betrieb.
Katholische Kanzeln sind gewöhnlich außer Betrieb.
© Flickr-Benützer „1way2rock“, CC
(kreuz.net) Das Ablesen eines Textes, der von seinem Charakter her ein frei gesprochenes Wort ist, stört massiv.

Das erklärte Redaktor Eduard Nagel Anfang Juli in seinem Editorial für die Zeitschrift ‘Gottesdienst’, die vom ‘Deutschen Liturgischen Institut’ in Trier publiziert wird.

Nagel erzählt eine Begebenheit: „Vor Jahrzehnten wurde über einen hochrangigen Politiker gewitzelt, er habe eine Rede abgeschlossen mit dem Ruf: »Er lebe hoch, hoch« – und hier habe er umgeblättert und hinzugefügt – »hoch!«“

Wer Menschen etwas zusprechen und ins Herz sagen wolle, könne seine Worte nicht ablesen:

„Wer sie herausfordern will oder wer ihnen sagen will, was ihm ganz persönlich wichtig ist, der kann das nur überzeugend tun, indem er ihnen buchstäblich in die Augen schaut.“

Die Einführung des Ambo als Predigtort bezeichnet Nagel als „der Anfang eines Niedergangs einer katholischen Predigtkultur“.

Früher hätten nur sehr wenige Kanzeln ein Pult besessen, auf dem man eine Predigt zum Ablesen ablegen konnte: „Die Brüstungen waren zu schmal und zu weit unten für diesen Zweck.“

In der praktischen homiletischen Ausbildung habe es einen einfachen Grundsatz gegeben: Einen Zettel mit Stichworten kann man mitnehmen, aber nur in der Brusttasche des Talars:

„Wer hätte je gewagt, sich durch die darüber liegenden Gewänder durchzuarbeiten, um danach zu greifen?“ – erklärt Nagel:

Den Gläubigen im Kirchenraum bleibe nicht verborgen, „wo der Blick und die Gedanken derer, die zu ihnen und in ihrem Namen sprechen (nicht) sind.“
      
45 Lesermeinungen
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#45   ExBochumer †   15:24:57 | Mittwoch, 13. August 2008
Lingen ist ein Hassprediger.
Lingen ist nicht römisch-katholisch, sondern hat seine eigene Sekte , bestehend aus weniger als 10 Menschen, aufgebaut.
Sympathisanten gibt es höchstens noch im kreuz.net.
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#44   r.ruhrgebietler   07:04:23 | Dienstag, 12. August 2008
gähn… Sommerloch
ein pfarrverweser, der keine Ahnung von der ewig gültigen Messe hat,
ein aleph, der weiterhin auf dem glaubensmäßigen Holzweg ist.
Wenigstens ein Bayern-Tradi, der noch so ungefähr weiß wo es lang geht. Bin schwer beeindruckt
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#43   LandorganistII   15:24:27 | Montag, 11. August 2008
Ja, ja, die alten Zeiten,
in denen man die Predigten noch in Steintafeln meißelte, das waren doch die Besten!
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#42   Benedikt   13:03:06 | Montag, 11. August 2008
@ Pfarrverweser
Nur zur Erinnerung: seit dem VAT II sind Manipel verboten!
Wo steht das denn?
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#41   pfarrverweser1   02:26:50 | Montag, 11. August 2008
@ Bayern-Tradi: Manipulum etc.
Eben dieses ist es, um was es hier geht! Die hl.Messe wird eben nicht durch die Predigt unterbrochen, sondern die Predigt ist integrierender Bestandteil der Messe (zwingend vorgeschrieben an Sonntagen, sowie an Festen und Hochfesten, dringend empfohlen an Gedenktagen sowie in jeder Wochentagsmesse). Nur zur Erinnerung: seit dem VAT II sind Manipel verboten! Und was soll eigentlich das überdimensionale Taschentuch? Manipulum heißt ja nichts anderes und ist ja auch aus einem Taschentuch entstanden (manus=Hand, purificare=reinigen). Was Sie hier sagen, zeigt nur, dass Sie das Wesen und den Sinn einer Predigt nicht verstanden haben! Ob mit oder ohne Manipel (und übrigens auch Kasel): der Inhalt zählt, der zu Herzen geht – oder auch nicht! Und nicht der Ort, das Gewand, oder der Spickzettel!
Ich habe in meiner Pfarre alle Utelsilien für eine tridentinische Messe – bis hin zu den Quasten für die Dalmatiken der Diakone und den Manipeln zu so gut wie allen Kaseln. Und??? Wird das Volk dadurch gläubiger? Darüber sollte man einmal nachdenken!
Mit lieben Grüßen
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#40   adlimina   16:35:41 | Sonntag, 10. August 2008
Frage an die bayrische Tradition:
Warum muß die Messfeier zur Predigt unterbrochen werden? Wenn die Predigt gar keinen Wert im Heilsmysterium besitzt, braucht man sie (weder auf der Kanzel noch am Ambo) so hochzuschätzen, ob nun recht(s)gläubig oder modern(istisch).
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#39   Aleph †   11:59:27 | Sonntag, 10. August 2008
Sirilo
Heißt das, daß es die ersten 1100 Jahre in der katholischen Kirche keine Predigtkultur gab?
Die Einführung des Ambo als Predigtort war der Anfang des Niedergangs einer katholischen Predigtkultur.
Und schuld daran ist nur das „pöse“ Zweite Vatikanische Konzil, weil dadurch wieder der Ambo in Gebrauch.
Die Konzentration liegt ausschließlich auf den Entwicklungen der vergangenen 40 Jahre. Nur die dürfen schlecht gewesen sein.
Alle Zeitläufe davor sind unbesehen als „glorreich“ einzustufen wegen der Entdeckung der Tridentinischen Messe. So einfach ist das Weltbild. Punktum! o^/ :-[ o^/
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#38   Bayern-Tradi   01:42:05 | Sonntag, 10. August 2008
@pfarrverweser1
Natürlich ist der Ort der Predigt nicht umbedingt ausschlaggebend für die „Güte der Predigt“. Aber es ist schon etwas ganz anderes, wenn der Priester bei der Predigt erhöht auf der Kanzel steht. Außerdem halten diese Priester, die noch auf die Kanzel gehen, sowieso die besseren, d. h. die katholischen Predigten. Die Häresien oder das „Wir-ham-uns-alle-lieb-Gesülze“ der Modernisten werden Sie von keiner Kanzel hören. Die haben die Kanzel schon längst entsorgt, weil sie ihnen als nicht mehr zeitgemäss erscheint.
@confessio: Ich habe keine Kinder die ich fragen könnte. Aber nichts destotrotz sind es wunderbare Zeichen, die wie alles in der überlieferten Liturgie Sinn, Berechtigiung und Bedeutung haben, was man vom NOM nicht behaupten kann. Der Priester legt deswegen den Manipel ab, weil während der Predigt die hl. Messe unterbrochen ist. Das ist der Sinn dieses liturgischen Brauches.
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#37   pfarrverweser1   01:21:18 | Sonntag, 10. August 2008
@ Bayern-Tradi und andere: Horizonterweiterung
Um dieser eher öden Diskussion eine kleinen inhaltlichen Schub zu verpassen, möchte ich nur zwei Gedanken einbringen:
1. Die Güte einer Predigt hängt weder davon ab, von wo sie gehalten wird, noch davon, ob sie frei oder unter Zuhilfenahme eines Manuskripts gehalten wird. Ich kenne großartige Prediger, allen voran WB emer. DDr. Helmut Krätzl, der frei predigend in 5 Minuten mehr sagt als andere in 20 Minuten ablesen. Doch dieses Talent ist nur wenigen Menschen gegeben! Da ist mir dann eine inhaltlich stringente abgelesene Predigt allemal lieber, als eine halbfrei (Stichwortzettel) gehaltene, die dreimal zum selben Punkt kommt und sich so im Kreis dreht! Alles erlebt!
2. Die Kanzel war genauso wenig immer schon der Ort für die Predigt, wie es immer schon das Christentum gegeben hat! Der einzige, der immer schon war, ist und sein wird, ist Gott! Da wird mir ja selbst hier wohl niemand widersprechen!
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#36   confessio   23:00:22 | Samstag, 9. August 2008
WO leben Sie?
Vielen in Erinnerung? Noch an wenigen Orten verbreiteter schöner Brauch? Manipel abgelegt? Fragen Sie Ihre Kinder nach der Bedeutung und dem Sinn dieser „Riten“!
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#35   Bayern-Tradi   22:10:53 | Samstag, 9. August 2008
Die Kanzel
war schon immer der Ort der Predigt. Vielen Gläubigen ist in Erinnerung geblieben, wie sich der Priester vor der Predigt vor dem Altar niedergekniet hat ein Heilig-Geist-Lied gesungen wurde, er dann Messgewand und Manipel abgelegt hat und zur Predigt auf die Kanzel gegangen ist. Ein schöner Brauch der nur noch an wenigen Orten verbreitet ist.
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#34   Genoveva   22:01:02 | Samstag, 9. August 2008
Kanzel hat schon was …
Ich erinnere mich an einen „Predigwettstreit“ zwischen 2 Kaplänen an St. Peter in München Anfang der 90er Jahre. Der eine hieß Michael Schmitz (jetzt Generalvikar des Instituts Christus König und Hoherpriester), der andere Georg Gänswein (heute Papstsekretär). Beide haben frei von der Kanzel gepredigt. Meist sehr gehaltvoll und eindrucksvoll (für meinen Geschmack hatte Mons. Schmitz die Nase deutlich vorn).
Für mich ist der Inhalt einer Predigt zentral, nicht Ort oder die Frage frei/abgelesen. Bezüglich letzterem bin ich der Meinung, daß ein Prediger, der sich gut vorbereitet hat, ein Manuskript hat, mit der aber frei umgehen kann. Er wird also eine Mischform verwenden.
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#33   matt2 †   21:43:00 | Samstag, 9. August 2008
@Brandi tut kein Auge zu…
dann will ich auch wachen :-]
mir empfiehlt sich dabei eine etwas härtere Gangart…
www.youtube.com/watch?v=pTjnhS96Nyo
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#32   Brandenburgis   21:29:04 | Samstag, 9. August 2008
Jesus wird im Todeskampf sein
bis zum Ende der Welt: währenddessen darf man nicht schlafen.
Blaise Pascal
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#31   iustus   21:19:23 | Samstag, 9. August 2008
Heute
ich vermute, dass es eher akustische Gründe waren, denen die Kanzel ihre Erfindung verdankt. Dies wurde wohl notwendig durch die immer grösseren Kirchen. Heute mit Verstärker und Lautsprecher ist das wohl verzichtbar.
Ihre Vermutung dürfte korrekt sein. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kanzeln weniger als Ambonen mit Ihrer Ablagemöglichkeit für Blätter zum Ablesen „verführen“. Es ist einfach so: Auf der Kanzeln sieht Ablesen erbärmlich aus. Daher wird der Priester hier zum frei predigen gezwungen – und das ist gut so. Und deshalb ist die Kanzel keineswegs verzichtbar.
Ihr einziger Vorteil besteht nicht in der Akustik. Das ist zu kurz gegriffen. Und Eduard Nagel hat das im Gegensatz zu mehreren anderen hier erkannt.
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#30   Florian Geyer   20:40:26 | Samstag, 9. August 2008
@Daniel Stöhr
Metaparodie triffts vielleicht.
Was hiebei interessant ist ist ja dass die Pardie offengestanden zur Vernunft wird.
Das ist aber nur der Fall wenn eine an sich schon parodistsche Realität wiederum parodert wird
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#29   Ydefix   20:30:06 | Samstag, 9. August 2008
@Florin Geyer:
Sollte Meisner damit parodiert werden?
Es ist gelungen :-D
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#28   Florian Geyer   20:27:59 | Samstag, 9. August 2008
eine herrliche Predigt ?
bittesehr-> www.gloria.tv/?video=h2f2jjpt…
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#27   HBR   20:20:34 | Samstag, 9. August 2008
@Lingen
Sie sprechen von „Sedisaustall“. Dabei bekennen Sie sich doch selbst zu Sedisvakantismus. Wie soll der gewogene Leser dieses Statement denn nun auffassen?
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#26   Pater Lingen   20:13:23 | Samstag, 9. August 2008
„ Wer Menschen etwas zusprechen und ins Herz sagen wolle, könne seine Worte nicht ablesen“
Das sehen aber eine ganze Reihe von Leuten völlig anders. Ich habe dazu viele Erfahrungen gemacht.
Okay, V2-„Predigten“ sind eigentlich eo ipso schon zum Scheitern verurteilt. Aber selbst da gibt es noch gewisse Abstufungen.
Von „Frei-Predigern“ seien mal zwei genannt:
Am schlimmsten vom gesamten Auftritt her war vielleicht die Ober-Labertasche in Chur, der Deutsche Heinrich Reinhardt, der unerträglich ermüdend lang und breit praktisch nichts sagte.
Ganz entsetzlich war der fette Wolfgang Haas, den ich – selbst noch V2ler – auch mal auf seine hoministische Ideologie angesprochen habe: „Mensch, werde, was du bist“ (statt: „Christ, werde, was du bist“).
Also Schrott bleibt Schrott, frei gesprochen oder nicht.
Im Sedi-Saustall sieht es ähnlich aus: Der (als V2ler verstorbene) Augustin Groß schimpfte Woche für Woche mind. dreimal (Trination!) jeweils mindestens eine halbe Stunde lang, dass Wojtyla nicht der Papst sei.
Der Bodensatz im Sedi-Saustall war begeistert! Aber nur der!
Dann gibt es aber Fälle, dass ein Priester seine Predigten immer abliest. Und dabei ist es schon sehr oft vorgekommen, dass die Leute hochzufrieden mit den Predigten waren. Ja, sie haben den Priester sogar oft um Ausdrucke seiner Predigten gebeten und sich gefreut, dass sie die Predigten immer wieder lesen können.
Kurzum: Eduard Nagel erzählt totalen Müll.
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#25   catharina   19:50:46 | Samstag, 9. August 2008
Da Newman bereits genannt wurde:
Er hat seine Anprachen Wort für Wort abgelesen. Und damit wohl mehr bewirkt als manche freisprechenden Polterer und Phrasendrescher, die um so unerträglicher werden, je begabter sie sich selbst einschätzen.
Am Ende kommt es eben doch auf den Inhalt und die Zeugenschaft des Predigers an. Beides kann in beiden Fällen – abgelesen oder frei gesprochen – gegeben sein oder nicht.
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#24   HeinrichvonOfterdingen   19:06:52 | Samstag, 9. August 2008
Lieber Sirilo,
ich vermute, dass es eher akustische Gründe waren, denen die Kanzel ihre Erfindung verdankt. Dies wurde wohl notwendig durch die immer grösseren Kirchen. Heute mit Verstärker und Lautsprecher ist das wohl verzichtbar.
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#23   timpressum †   18:47:52 | Samstag, 9. August 2008
Ort oder Inhalt?
Es kommt ja wohl weniger auf den Ort als auf den Inhalt an…
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#22   Sirilo   17:43:45 | Samstag, 9. August 2008
Die Kanzeln…
entstanden erst im 12./13. Jahrhundert in Italien. Zuvor war über 1100 Jahre der Ambo der Ort der Predigt bzw. Homilie.
Heißt das, daß es die ersten 1100 Jahre in der katholischen Kirche keine Predigtkultur gab?
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#21   HeinrichvonOfterdingen   17:37:08 | Samstag, 9. August 2008
Lieber ExBochumer,
Ihre Meinung in Ehren, man kann diese Meinung so vertreten, ich bin aber – vermutlich aus ähnlichen Beobachtungen – zu der genau gegenteiligen Überzeugung gelangt:
Predigten sind keine Vorlesungen, d.h. auch Predigten sollten frei vorgetragen werden. Und das haben viele Kleriker überhaupt nicht „geschnallt“.
… leider ist das für viele ein Freibrief unvorbereitet zu Predigen – dann ist doch alles frei – tatsächlich verfallen sie dann aber in immer die gleichen Phrasen, egal wie das Thema der Predigt ist. Geistige Durchdringung: null komma nix!
Mit Vorsicht behaupte ich: Abgelesene Predigten zeugen davon, daß sich der Kleriker nicht mit seiner Predigt identifizieren kann. Vielleicht ist diese Predigt irgendwo „abgeschrieben“ worden und stammt nicht aus der eigenen Feder des Klerikers.
… ich erinnere mich an einen Kapuzinerpater, den ich immer für seine hervorragenden Predigten bewunderte. Viel später „fand“ ich dann diese Predigten in einer 10-bändigen Ausgabe der Predigten Kardinal Newmans wieder. Sie hatten sich mit so eingeprägt und mich so geprägt, dass ich sie auch durch den Mund des selbst hochgelehrten Pater Florenzius hindurch mich erreichten und sich mir soweit einprägten, dass ich sie später „wiederfinden“ konnte. Ob der hochverehrte Pater da mal etwas weggelassen hat oder hinzugedichtet hat, das entzieht sich meiner Kenntnis, der ganze Vorgang bewies mir aber, dass die Hauptsache ist, dass eine Predigt gut ist, woher sie ist, das ist egal.
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#20   ExBochumer †   17:10:00 | Samstag, 9. August 2008
@ iustus
Ich kann Ihnen folgen, zumal ich während zwei Studiengängen diverse Professoren erleben durfte.
Frei vorgetragene Vorlesungen wirken lebendiger, man kann sich direkt hineindenken usw.
Aber:
Predigten sind keine Vorlesungen, d.h. auch Predigten sollten frei vorgetragen werden. Und das haben viele Kleriker überhaupt nicht „geschnallt“.
Mit Vorsicht behaupte ich: Abgelesene Predigten zeugen davon, daß sich der Kleriker nicht mit seiner Predigt identifizieren kann. Vielleicht ist diese Predigt irgendwo „abgeschrieben“ worden und stammt nicht aus der eigenen Feder des Klerikers.
Das sollte man auch mal bedenken: Geistliche machen es sich mitunter recht einfach und nehmen Predigtvorlagen aus diversen (= Quellen nenne ich hier mal nicht) Predigthilfen her.
Da sie dann den Inhalt selbst nicht vergeistigen konnten, lesen diese Diener Gottes dann einfach ab.
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#19   iustus   17:02:11 | Samstag, 9. August 2008
Ablesen
Es ist wie an der Uni: Da gibt es Professoren, die wirklich gut sind, ihre Ausführungen sind brillant – aber leider müssen sie sie ablesen. Das ist sehr bedauerlich, aber man kann natürlich nicht auf die Qualität des Gesagten verzichten. Ich finde, jeder Vortragende sollte sich auf schriftliche Stichworte beschränken müssen. Zu einem guten Vortrag gehört, dass er frei gehalten wird. Punkt.
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#18   Franziskus777   17:02:04 | Samstag, 9. August 2008
Ambo bereits im 1. Jahrhundert
Der Ambo war bereits im 1. Jahrhundert fester Bestandteil des Gottesdienstraumes und somit der Verkündigung.
Ich würde eher sagen, dass die Predigerseminare und die Bücher, welche die Priester zur geistlichen Lektüre verwenden ausschlaggebend für schlechte bzw. wenig geistreiche Predigten sind.
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#17   Aleph †   15:55:56 | Samstag, 9. August 2008
Alles nur wegen des Ambo
Die Predigt, resp. die Homilie, ist erst seit der Liturgiereform verpflichtender Bestandteil beim Ablauf des Sonntagsgottesdienstes.
Davor konnte gepredigt werden, wenn der Priester predigen konnte. Das waren nicht viele Priester, die das rhetorische Vermögen hatten, eine Predigt zu halten.
In der Regel waren es doch Ansprachen, die gehalten wurden. Und jetzt wird der Niedergang der katholischen Predigtkultur bejammert, nur weil nicht mehr abgekanzelt werden kann, sondern vom Ambo aus gesprochen wird.
Gab es jemals die katholische Predigtkultur? Was Kardinal Faulhaber, Bischof Graf Galen und andere Perssönlichkeiten der Kirche im dritten Reich getan haben, war nicht predigen. Das waren politische Reden von der Position der Kirche aus, die sie gehalten haben.
Die hat sogar Kardinal Frings gehalten, als er das „fringsen“ gestattete.
Pater Leppich hat in dem Sinn auch nicht gepredigt. Beim altrituellen Hochamt war die Predigt irgendwo platziert. Häufig noch vor Beginn der Messe, damit der Ablauf des Messrituals nicht unterbrochen werden musste.
Beim levitierten Hochamt wurde überhaupt nicht gepredigt, weil das dann viel zu lange gedauert hätte. Wo hätte sich da im Verlauf der Jahrhunderte die katholische Predigtkultur auch flächendeckend entwickeln sollen.
Die Predigt als solche war bis zum Konzil als „protestantisch“ verschrieen… und jetzt wird der Niedergang der „katholischen Predigtkultur“ beweint und alles nur wegen des Ambo…
:'( O:) :'( O:) :'( o^/ o^
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#16   HBR   15:27:01 | Samstag, 9. August 2008
@Burgorus und Iustus
Ich finde es durchaus nicht schlimm, wenn ein Priester seine Predigt vom Blatt aus vorließt. Wenn er sich auf die Predigt wirklich vorbereitet hat, wird er sie besser rüberbringen, als dies aus dem Stehgreif möglich wäre.
Allerdings gebe ich Ihnen soweit recht, dass es oftmals wirklich grauenhafte abgelesene Predigten gibt. Diese scheinen mir lustlos aus alten Predigten zusammengeschustert zu sein. Es ist eben nicht jeder Priester ein Predigertalent.
@Daniel Stöhr:
Trotz all der ergangenen gerichtlichen Urteile und psychologischen Einschätzungen seitens der Justiz über diesen Herrn Lingen gelingt es dir offenbar nicht, dich von ihm zu lösen. Bemerkenswert :-D
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#15   ExBochumer †   15:07:16 | Samstag, 9. August 2008
Tja, und dieser Daniel Stöhr
scheint von der Idee besessen zu sein, Lingen als sein Sektenoberhaupt anzusehen.
So wie Stöhr Lingen verteidigt und geradezu sein Adeptentum öffentlich immer wieder verteidigt, kann Stöhr nur ein Anhänger des kriminellen Lingen sein.
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#14   Ydefix   14:28:12 | Samstag, 9. August 2008
ExBochumer
ist anscheinend in seinen Gedanken geradezu von Pater Lingen besessen :-] Schon seine ersten Postings überhaupt von weit vor zwei Jahre kreisen darum. Und auch jetzt fängt er wieder damit an, bei einem Thema, dass direkt überhaupt nichts damit zu tun hatte. Nur mal so, als Beobachtung am Rande.
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#13   Fabianus   14:15:27 | Samstag, 9. August 2008
@Pünktchen
Bravo! Ich bin beruhigt!
Grüße
Fabianus
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#12   Pünktchen   14:13:51 | Samstag, 9. August 2008
Fabianus
Ich kann Sie beruhigen! In den drei oder vier Predigten des Erzbischofs von München und Freising, die ich bisher gehört habe, ist kein „Rabatt“ in der Sache zu hören gewesen, wenn auch die Form gelegentlich durch Volksnähe gekennzeichnet ist. Ein guter Bischof predigt katholisch und für das Volk, aber nicht dem Volke nach dem Mund.
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#11   Fabianus   14:00:06 | Samstag, 9. August 2008
@Pünktchen
An sich eine gute Sache, ABER: Aus welcher Motivation tun dies die Geistlichen? Meistens nur, um als Primus inter pares zu zeigen, dass die „Hohe Amtskirche“ bei ihnen locker daher kommt und sie in arianischer Weise Bruder Jesus verkünden.
Jesus predigte auch inmitten des Volkes, aber jeder erkannte seine Autorität. Eine Predigt mitten im Volke ist heute nichts mehr als der Versuch der Bischöfe, (meistens deutsch, wen sollte es wundern) den Gläubigen zu zeigen, dass sie gar nicht so streng sind. Was soll das genau heißen? Sie wollen zeigen, dass sie nicht zu streng sind und tun dies, indem sie eich von der konventionellen Predigt abwenden. Ich denke, dass alles althergebrachte verdammt wird (ohne Reflexion) und die deutschen Bischöfe sich damit bewusst, aber subtil-noch fürcheten sie Rom-gegen eben Rom stellen.
Nichts gegen eine Predigt inmitten des Volkes, aber die Absichten dahinter sind eher opportun als pastoral.
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#10   iustus   13:55:43 | Samstag, 9. August 2008
Mikrofon
HBR hat ja in gewissem Sinne recht: Die Kanzel hatte einen Schalldeckel und dstand oftmals noch zwischen den Reihen, so dass die in den ersten Reihen sitzenden Gläubigen sich umdrehen mussten oder den Prediger nur hörten, nicht sahen.
Aber dennoch hatte sie den von Herrn Nagel geschilderten Vorteil, dass sie kein Rednerpult besaß.
Wo es Kanzeln gibt, die auch von den Gläubigen in der ersten Reihe ohne Halsverrenkungen gesehen werden, sollten sie benutzt werden. Wo das aber nicht der Fall ist, sollte der Prediger ein Standmikrofon in die Mitte rücken und nur hinter dem Mikrofon stehend predigen. Natürlich frei. Abgelesene Predigten gehören grundsätzlich abgeschafft.
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#9   Pünktchen   13:34:40 | Samstag, 9. August 2008
Erzb. Marx z.B.
hat damit schon einige Pluspunkte sammeln können in Bayern: wo immer er auftritt, spricht er frei. Gleich ob es Ansprachen vor dem versammelten bayer. Kabinett sind oder Predigten oder andere öff. Auftritte … Außerdem hat alles, was er sagt, Hand und Fuß! :)3
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#8   Fabianus   13:14:44 | Samstag, 9. August 2008
@Burgorus
Diesem zustimmend füge ich hinzu, dass auch Jesus in einer Menge predigte und nicht distanziert davon stand.
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#7   Burgorus   12:45:05 | Samstag, 9. August 2008
@HBR: Diie Wirkung der Psychologie darf nicht unterschätzt werden.
Der Ambo ist tatsächlich an vielem schuld. Erstens verführt er die Prediger zum Hinlegen von vorgefertigten Texten. Und dass eine abgelesene Predigt – die meisten Predigten sind heute wirklich nur abgelesen – kaum Wirkung zeigt, ist klar. Persönlich fühlt man sich nur vom freigesprochenen Wort angesprochen, denn bei einem persönlichen Gespräch liest man nicht von einem Handzettel ab.
Ich persönlich stenographiere bei abgelesenen und inhaltsleeren Prdigten immer mit, ohne Papier und Bleistift (das wäre zu auffällig), nur mit Fingern in der Luft, einfach um die Langeweile sinnvoll zu nutzen. Man überlegt sich da auch, wie man jedes Wort geeignet kürzt. (So kann ich zwar nun ziemlich schnell schreiben wegen der vielen Übugen bei den Predigten, habe aber nach wie vor Schwierigkeiten, meine eigene Schrift zu lesen, da ich das Lesen der in die Luft geschriebenen Texte nicht einüben kann.)
Zum Zweiten ist es ein Riesenunberschied, ob ich vor einer Menge spreche oder mitten in der Menge stehe, wie dies auf der Kanzel der Fall ist. Das Sprechen vor einer Menge, die noch dazu zum Schweigen verpflichtet ist, ist Lehren ohne Feedback, selbst wenn es frei gesprochen ist: Man sieht die Reaktion der Leute nicht. Eine solche Predigt ist viel distanzierter als eine mitten in der Menge (auf der Kanzel) gehaltene, wo man sieht, wie sich die Leute langweilen, stenographieren, schläfrig werden oder auch gespannt zuhören. Das freie Sprechens kann sich dann dem Feedback der Hörer anpassen.
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#6   ExBochumer †   12:40:32 | Samstag, 9. August 2008
@ HBR
Es ist natürlich interessant, wo Lingen seine „Messfeiern“ simuliert.
Im elterlichen Haus auf jeden Fall, denn seit Jahren ist er sonntags nicht mehr in Herne (Kapelle von Schloss Strünkede) anzutreffen. Diese Simulationen waren eh nicht gut besucht.
Irgendwann und irgendwo schrieb Lingen mal, er feiere „nichtöffentliche Messen“.
Damit baute er selbst eine Barriere auf. Hl. Messen sind immer ein öffentlicher „Akt“ der Hl. Kirche.
Und Lingen „feiert“ im Verborgenen.
Aber da Lingen bekanntermaßen seine eigene Sekte kreiert hat, bleibt das im Dunklen. – Wie alle Sekten eine gewisse Heimlichtuerei um ihren „Kult“ pflegen.
Ich bete für Lingen um seine Heilung von der psychischen Krankheit, unter der er leidet. Allerdings sollte er auch seinen Beitrag dazu leisten und von sich aus sich in psychiatrische Behandlung begeben.
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#5   RJH   12:26:53 | Samstag, 9. August 2008
Aufgrund des Priestermangels
müssen mittlerweile so viele indische, afrikanische und sonstwoher Priester eingesetzt werden. Da ist ja schon die abgelesene Predigt oft schwer verständlich. Eine frei vorgetragene jedoch kaum vorstellbar.
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#4   confessio   12:00:42 | Samstag, 9. August 2008
Plötzlich Anleihen …
… beim modernistischen Liturgischen Institut in Trier, wo ein Autor mit eigener Biographie in seinen Editorials immer mehr Traditionselemente neu entdeckt. Verstehe einer diese verdrehte Welt der Kirchenpolitik und Liturgietaktik …!
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#3   HBR   11:47:38 | Samstag, 9. August 2008
@ExBochumer
WENN Herr Lingen wirklich eine gültige Priesterweihe haben SOLLTE, müßte er ja auch wissen, dass ein Priester täglich eine Messe lesen sollte. Frage mich wirklich, wo er diese zelebriert. Ich vermute jetzt einfach mal, dass er von der katholischen Kirche keine Gotteshäuser zur Verfügung gestellt bekommt.
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#2   ExBochumer †   11:45:18 | Samstag, 9. August 2008
Da fiel mir spontan nur dieser Herr Lingen ein:
„Das Ablesen eines Textes, der von seinem Charakter her ein frei gesprochenes Wort ist, stört massiv.“
Lingen liest seine „Predigten“ auch nur vor. – Obwohl streng genommen das keine Predigten sind, sondern nur Hasstiraden auf die hl. r.-k. Kirche.
Aber Lingen muß ja ein Medium finden, auf dem er seine Ergüsse publizieren kann. Denn zelebrieren wird Lingen kaum, höchstens Messfeiern simulieren (wo eigentlich? – In seinem Wohn-/Schlafzimmer?).
Irgendwas schreiben und dann vorlesen – das kann ich auch. Predigen ist etwas anderes, als Vorlesen.
Das sollte auch ein Herr Lingen gelernt haben, der immer vorgibt, Theologie studiert zu haben.
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#1   HBR   11:38:41 | Samstag, 9. August 2008
Jetzt der böse Ambo *loool*
Es wird immer skuriler. Nun ist also der Ambo böse. Dabei wurden Kanzeln lediglich wegen der Akkustik verwendet. Durch den Ambo verändert sich nix. Die Kanzel ist durch die Einführung vom Mikro und Lautsprecher überflüssig geworden.
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