(kreuz.net) Das Ablesen eines Textes, der von seinem Charakter her ein frei gesprochenes Wort ist, stört
massiv.
Das erklärte Redaktor Eduard Nagel Anfang Juli in seinem Editorial für die Zeitschrift ‘Gottesdienst’,
die vom ‘Deutschen Liturgischen Institut’ in Trier publiziert wird.
Nagel erzählt eine Begebenheit:
„Vor Jahrzehnten wurde über einen hochrangigen Politiker gewitzelt, er habe eine Rede abgeschlossen mit
dem Ruf: »Er lebe hoch, hoch« – und hier habe er umgeblättert und hinzugefügt – »hoch!«“
Wer Menschen
etwas zusprechen und ins Herz sagen wolle, könne seine Worte nicht ablesen:
„Wer sie herausfordern will
oder wer ihnen sagen will, was ihm ganz persönlich wichtig ist, der kann das nur überzeugend tun, indem
er ihnen buchstäblich in die Augen schaut.“
Die Einführung des Ambo als Predigtort bezeichnet Nagel
als „der Anfang eines Niedergangs einer katholischen Predigtkultur“.
Früher hätten nur sehr wenige
Kanzeln ein Pult besessen, auf dem man eine Predigt zum Ablesen ablegen konnte: „Die Brüstungen waren
zu schmal und zu weit unten für diesen Zweck.“
In der praktischen homiletischen Ausbildung habe es einen
einfachen Grundsatz gegeben: Einen Zettel mit Stichworten kann man mitnehmen, aber nur in der Brusttasche
des Talars:
„Wer hätte je gewagt, sich durch die darüber liegenden Gewänder durchzuarbeiten, um danach
zu greifen?“ – erklärt Nagel:
Den Gläubigen im Kirchenraum bleibe nicht verborgen, „wo der Blick und
die Gedanken derer, die zu ihnen und in ihrem Namen sprechen (nicht) sind.“
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45 Lesermeinungen
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#45 ExBochumer † 15:24:57 | Mittwoch, 13. August 2008
Lingen ist ein Hassprediger. Lingen ist nicht römisch-katholisch, sondern hat seine eigene Sekte , bestehend
aus weniger als 10 Menschen, aufgebaut. Sympathisanten gibt es höchstens noch im kreuz.net.
gähn… Sommerloch ein pfarrverweser, der keine Ahnung von der ewig gültigen Messe hat, ein aleph, der
weiterhin auf dem glaubensmäßigen Holzweg ist. Wenigstens ein Bayern-Tradi, der noch so ungefähr weiß
wo es lang geht. Bin schwer beeindruckt
@ Bayern-Tradi: Manipulum etc. Eben dieses ist es, um was es hier geht! Die hl.Messe wird eben nicht durch
die Predigt unterbrochen, sondern die Predigt ist integrierender Bestandteil der Messe (zwingend vorgeschrieben
an Sonntagen, sowie an Festen und Hochfesten, dringend empfohlen an Gedenktagen sowie in jeder Wochentagsmesse).
Nur zur Erinnerung: seit dem VAT II sind Manipel verboten! Und was soll eigentlich das überdimensionale
Taschentuch? Manipulum heißt ja nichts anderes und ist ja auch aus einem Taschentuch entstanden (manus=Hand,
purificare=reinigen). Was Sie hier sagen, zeigt nur, dass Sie das Wesen und den Sinn einer Predigt nicht
verstanden haben! Ob mit oder ohne Manipel (und übrigens auch Kasel): der Inhalt zählt, der zu Herzen
geht – oder auch nicht! Und nicht der Ort, das Gewand, oder der Spickzettel! Ich habe in meiner Pfarre
alle Utelsilien für eine tridentinische Messe – bis hin zu den Quasten für die Dalmatiken der Diakone
und den Manipeln zu so gut wie allen Kaseln. Und??? Wird das Volk dadurch gläubiger? Darüber sollte
man einmal nachdenken! Mit lieben Grüßen
Frage an die bayrische Tradition: Warum muß die Messfeier zur Predigt unterbrochen werden? Wenn die Predigt
gar keinen Wert im Heilsmysterium besitzt, braucht man sie (weder auf der Kanzel noch am Ambo) so hochzuschätzen,
ob nun recht(s)gläubig oder modern(istisch).
Sirilo Heißt das, daß es die ersten 1100 Jahre in der katholischen Kirche keine Predigtkultur gab? Die
Einführung des Ambo als Predigtort war der Anfang des Niedergangs einer katholischen Predigtkultur. Und
schuld daran ist nur das „pöse“ Zweite Vatikanische Konzil, weil dadurch wieder der Ambo in Gebrauch.
Die Konzentration liegt ausschließlich auf den Entwicklungen der vergangenen 40 Jahre. Nur die dürfen
schlecht gewesen sein. Alle Zeitläufe davor sind unbesehen als „glorreich“ einzustufen wegen der Entdeckung
der Tridentinischen Messe. So einfach ist das Weltbild. Punktum! o^/ o^/
#38 Bayern-Tradi 01:42:05 | Sonntag, 10. August 2008
@pfarrverweser1 Natürlich ist der Ort der Predigt nicht umbedingt ausschlaggebend für die „Güte der
Predigt“. Aber es ist schon etwas ganz anderes, wenn der Priester bei der Predigt erhöht auf der Kanzel
steht. Außerdem halten diese Priester, die noch auf die Kanzel gehen, sowieso die besseren, d. h. die
katholischen Predigten. Die Häresien oder das „Wir-ham-uns-alle-lieb-Gesülze“ der Modernisten werden
Sie von keiner Kanzel hören. Die haben die Kanzel schon längst entsorgt, weil sie ihnen als nicht mehr
zeitgemäss erscheint. @confessio: Ich habe keine Kinder die ich fragen könnte. Aber nichts destotrotz
sind es wunderbare Zeichen, die wie alles in der überlieferten Liturgie Sinn, Berechtigiung und Bedeutung
haben, was man vom NOM nicht behaupten kann. Der Priester legt deswegen den Manipel ab, weil während
der Predigt die hl. Messe unterbrochen ist. Das ist der Sinn dieses liturgischen Brauches.
@ Bayern-Tradi und andere: Horizonterweiterung Um dieser eher öden Diskussion eine kleinen inhaltlichen
Schub zu verpassen, möchte ich nur zwei Gedanken einbringen: 1. Die Güte einer Predigt hängt weder
davon ab, von wo sie gehalten wird, noch davon, ob sie frei oder unter Zuhilfenahme eines Manuskripts
gehalten wird. Ich kenne großartige Prediger, allen voran WB emer. DDr. Helmut Krätzl, der frei predigend
in 5 Minuten mehr sagt als andere in 20 Minuten ablesen. Doch dieses Talent ist nur wenigen Menschen gegeben!
Da ist mir dann eine inhaltlich stringente abgelesene Predigt allemal lieber, als eine halbfrei (Stichwortzettel)
gehaltene, die dreimal zum selben Punkt kommt und sich so im Kreis dreht! Alles erlebt! 2. Die Kanzel
war genauso wenig immer schon der Ort für die Predigt, wie es immer schon das Christentum gegeben hat!
Der einzige, der immer schon war, ist und sein wird, ist Gott! Da wird mir ja selbst hier wohl niemand
widersprechen!
WO leben Sie? Vielen in Erinnerung? Noch an wenigen Orten verbreiteter schöner Brauch? Manipel abgelegt?
Fragen Sie Ihre Kinder nach der Bedeutung und dem Sinn dieser „Riten“!
#35 Bayern-Tradi 22:10:53 | Samstag, 9. August 2008
Die Kanzel war schon immer der Ort der Predigt. Vielen Gläubigen ist in Erinnerung geblieben, wie sich
der Priester vor der Predigt vor dem Altar niedergekniet hat ein Heilig-Geist-Lied gesungen wurde, er
dann Messgewand und Manipel abgelegt hat und zur Predigt auf die Kanzel gegangen ist. Ein schöner Brauch
der nur noch an wenigen Orten verbreitet ist.
Kanzel hat schon was … Ich erinnere mich an einen „Predigwettstreit“ zwischen 2 Kaplänen an St. Peter
in München Anfang der 90er Jahre. Der eine hieß Michael Schmitz (jetzt Generalvikar des Instituts Christus
König und Hoherpriester), der andere Georg Gänswein (heute Papstsekretär). Beide haben frei von der
Kanzel gepredigt. Meist sehr gehaltvoll und eindrucksvoll (für meinen Geschmack hatte Mons. Schmitz die
Nase deutlich vorn). Für mich ist der Inhalt einer Predigt zentral, nicht Ort oder die Frage frei/abgelesen.
Bezüglich letzterem bin ich der Meinung, daß ein Prediger, der sich gut vorbereitet hat, ein Manuskript
hat, mit der aber frei umgehen kann. Er wird also eine Mischform verwenden.
Heute ich vermute, dass es eher akustische Gründe waren, denen die Kanzel ihre Erfindung verdankt. Dies
wurde wohl notwendig durch die immer grösseren Kirchen. Heute mit Verstärker und Lautsprecher ist das
wohl verzichtbar. Ihre Vermutung dürfte korrekt sein. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kanzeln
weniger als Ambonen mit Ihrer Ablagemöglichkeit für Blätter zum Ablesen „verführen“. Es ist einfach
so: Auf der Kanzeln sieht Ablesen erbärmlich aus. Daher wird der Priester hier zum frei predigen gezwungen –
und das ist gut so. Und deshalb ist die Kanzel keineswegs verzichtbar. Ihr einziger Vorteil besteht nicht
in der Akustik. Das ist zu kurz gegriffen. Und Eduard Nagel hat das im Gegensatz zu mehreren anderen hier
erkannt.
#30 Florian Geyer 20:40:26 | Samstag, 9. August 2008
@Daniel Stöhr Metaparodie triffts vielleicht. Was hiebei interessant ist ist ja dass die Pardie offengestanden
zur Vernunft wird. Das ist aber nur der Fall wenn eine an sich schon parodistsche Realität wiederum parodert
wird
@Lingen Sie sprechen von „Sedisaustall“. Dabei bekennen Sie sich doch selbst zu Sedisvakantismus. Wie
soll der gewogene Leser dieses Statement denn nun auffassen?
#26 Pater Lingen 20:13:23 | Samstag, 9. August 2008
„ Wer Menschen etwas zusprechen und ins Herz sagen wolle, könne seine Worte nicht ablesen“ Das sehen
aber eine ganze Reihe von Leuten völlig anders. Ich habe dazu viele Erfahrungen gemacht. Okay, V2-„Predigten“
sind eigentlich eo ipso schon zum Scheitern verurteilt. Aber selbst da gibt es noch gewisse Abstufungen.
Von „Frei-Predigern“ seien mal zwei genannt: Am schlimmsten vom gesamten Auftritt her war vielleicht die
Ober-Labertasche in Chur, der Deutsche Heinrich Reinhardt, der unerträglich ermüdend lang und breit
praktisch nichts sagte. Ganz entsetzlich war der fette Wolfgang Haas, den ich – selbst noch V2ler – auch
mal auf seine hoministische Ideologie angesprochen habe: „Mensch, werde, was du bist“ (statt: „Christ,
werde, was du bist“). Also Schrott bleibt Schrott, frei gesprochen oder nicht. Im Sedi-Saustall sieht
es ähnlich aus: Der (als V2ler verstorbene) Augustin Groß schimpfte Woche für Woche mind. dreimal (Trination!)
jeweils mindestens eine halbe Stunde lang, dass Wojtyla nicht der Papst sei. Der Bodensatz im Sedi-Saustall
war begeistert! Aber nur der! Dann gibt es aber Fälle, dass ein Priester seine Predigten immer abliest.
Und dabei ist es schon sehr oft vorgekommen, dass die Leute hochzufrieden mit den Predigten waren. Ja,
sie haben den Priester sogar oft um Ausdrucke seiner Predigten gebeten und sich gefreut, dass sie die
Predigten immer wieder lesen können. Kurzum: Eduard Nagel erzählt totalen Müll.
Da Newman bereits genannt wurde: Er hat seine Anprachen Wort für Wort abgelesen. Und damit wohl mehr
bewirkt als manche freisprechenden Polterer und Phrasendrescher, die um so unerträglicher werden, je
begabter sie sich selbst einschätzen. Am Ende kommt es eben doch auf den Inhalt und die Zeugenschaft
des Predigers an. Beides kann in beiden Fällen – abgelesen oder frei gesprochen – gegeben sein oder nicht.
Lieber Sirilo, ich vermute, dass es eher akustische Gründe waren, denen die Kanzel ihre Erfindung verdankt.
Dies wurde wohl notwendig durch die immer grösseren Kirchen. Heute mit Verstärker und Lautsprecher ist
das wohl verzichtbar.
Die Kanzeln… entstanden erst im 12./13. Jahrhundert in Italien. Zuvor war über 1100 Jahre der Ambo
der Ort der Predigt bzw. Homilie. Heißt das, daß es die ersten 1100 Jahre in der katholischen Kirche
keine Predigtkultur gab?
Lieber ExBochumer, Ihre Meinung in Ehren, man kann diese Meinung so vertreten, ich bin aber – vermutlich
aus ähnlichen Beobachtungen – zu der genau gegenteiligen Überzeugung gelangt: Predigten sind keine Vorlesungen,
d.h. auch Predigten sollten frei vorgetragen werden. Und das haben viele Kleriker überhaupt nicht „geschnallt“.
… leider ist das für viele ein Freibrief unvorbereitet zu Predigen – dann ist doch alles frei – tatsächlich
verfallen sie dann aber in immer die gleichen Phrasen, egal wie das Thema der Predigt ist. Geistige Durchdringung:
null komma nix! Mit Vorsicht behaupte ich: Abgelesene Predigten zeugen davon, daß sich der Kleriker nicht
mit seiner Predigt identifizieren kann. Vielleicht ist diese Predigt irgendwo „abgeschrieben“ worden und
stammt nicht aus der eigenen Feder des Klerikers. … ich erinnere mich an einen Kapuzinerpater, den ich
immer für seine hervorragenden Predigten bewunderte. Viel später „fand“ ich dann diese Predigten in
einer 10-bändigen Ausgabe der Predigten Kardinal Newmans wieder. Sie hatten sich mit so eingeprägt und
mich so geprägt, dass ich sie auch durch den Mund des selbst hochgelehrten Pater Florenzius hindurch
mich erreichten und sich mir soweit einprägten, dass ich sie später „wiederfinden“ konnte. Ob der hochverehrte
Pater da mal etwas weggelassen hat oder hinzugedichtet hat, das entzieht sich meiner Kenntnis, der ganze
Vorgang bewies mir aber, dass die Hauptsache ist, dass eine Predigt gut ist, woher sie ist, das ist egal.
#20 ExBochumer † 17:10:00 | Samstag, 9. August 2008
@ iustus Ich kann Ihnen folgen, zumal ich während zwei Studiengängen diverse Professoren erleben durfte.
Frei vorgetragene Vorlesungen wirken lebendiger, man kann sich direkt hineindenken usw. Aber: Predigten
sind keine Vorlesungen, d.h. auch Predigten sollten frei vorgetragen werden. Und das haben viele Kleriker
überhaupt nicht „geschnallt“. Mit Vorsicht behaupte ich: Abgelesene Predigten zeugen davon, daß sich
der Kleriker nicht mit seiner Predigt identifizieren kann. Vielleicht ist diese Predigt irgendwo „abgeschrieben“
worden und stammt nicht aus der eigenen Feder des Klerikers. Das sollte man auch mal bedenken: Geistliche
machen es sich mitunter recht einfach und nehmen Predigtvorlagen aus diversen (= Quellen nenne ich hier
mal nicht) Predigthilfen her. Da sie dann den Inhalt selbst nicht vergeistigen konnten, lesen diese Diener
Gottes dann einfach ab.
Ablesen Es ist wie an der Uni: Da gibt es Professoren, die wirklich gut sind, ihre Ausführungen sind
brillant – aber leider müssen sie sie ablesen. Das ist sehr bedauerlich, aber man kann natürlich nicht
auf die Qualität des Gesagten verzichten. Ich finde, jeder Vortragende sollte sich auf schriftliche Stichworte
beschränken müssen. Zu einem guten Vortrag gehört, dass er frei gehalten wird. Punkt.
#18 Franziskus777 17:02:04 | Samstag, 9. August 2008
Ambo bereits im 1. Jahrhundert Der Ambo war bereits im 1. Jahrhundert fester Bestandteil des Gottesdienstraumes
und somit der Verkündigung. Ich würde eher sagen, dass die Predigerseminare und die Bücher, welche
die Priester zur geistlichen Lektüre verwenden ausschlaggebend für schlechte bzw. wenig geistreiche
Predigten sind.
Alles nur wegen des Ambo Die Predigt, resp. die Homilie, ist erst seit der Liturgiereform verpflichtender
Bestandteil beim Ablauf des Sonntagsgottesdienstes. Davor konnte gepredigt werden, wenn der Priester predigen
konnte. Das waren nicht viele Priester, die das rhetorische Vermögen hatten, eine Predigt zu halten.
In der Regel waren es doch Ansprachen, die gehalten wurden. Und jetzt wird der Niedergang der katholischen
Predigtkultur bejammert, nur weil nicht mehr abgekanzelt werden kann, sondern vom Ambo aus gesprochen
wird. Gab es jemals die katholische Predigtkultur? Was Kardinal Faulhaber, Bischof Graf Galen und andere
Perssönlichkeiten der Kirche im dritten Reich getan haben, war nicht predigen. Das waren politische Reden
von der Position der Kirche aus, die sie gehalten haben. Die hat sogar Kardinal Frings gehalten, als er
das „fringsen“ gestattete. Pater Leppich hat in dem Sinn auch nicht gepredigt. Beim altrituellen Hochamt
war die Predigt irgendwo platziert. Häufig noch vor Beginn der Messe, damit der Ablauf des Messrituals
nicht unterbrochen werden musste. Beim levitierten Hochamt wurde überhaupt nicht gepredigt, weil das
dann viel zu lange gedauert hätte. Wo hätte sich da im Verlauf der Jahrhunderte die katholische Predigtkultur
auch flächendeckend entwickeln sollen. Die Predigt als solche war bis zum Konzil als „protestantisch“
verschrieen… und jetzt wird der Niedergang der „katholischen Predigtkultur“ beweint und alles nur wegen
des Ambo… o^/ o^
@Burgorus und Iustus Ich finde es durchaus nicht schlimm, wenn ein Priester seine Predigt vom Blatt aus
vorließt. Wenn er sich auf die Predigt wirklich vorbereitet hat, wird er sie besser rüberbringen, als
dies aus dem Stehgreif möglich wäre. Allerdings gebe ich Ihnen soweit recht, dass es oftmals wirklich
grauenhafte abgelesene Predigten gibt. Diese scheinen mir lustlos aus alten Predigten zusammengeschustert
zu sein. Es ist eben nicht jeder Priester ein Predigertalent. @Daniel Stöhr: Trotz all der ergangenen
gerichtlichen Urteile und psychologischen Einschätzungen seitens der Justiz über diesen Herrn Lingen
gelingt es dir offenbar nicht, dich von ihm zu lösen. Bemerkenswert
#15 ExBochumer † 15:07:16 | Samstag, 9. August 2008
Tja, und dieser Daniel Stöhr scheint von der Idee besessen zu sein, Lingen als sein Sektenoberhaupt anzusehen.
So wie Stöhr Lingen verteidigt und geradezu sein Adeptentum öffentlich immer wieder verteidigt, kann
Stöhr nur ein Anhänger des kriminellen Lingen sein.
ExBochumer ist anscheinend in seinen Gedanken geradezu von Pater Lingen besessen Schon seine ersten Postings
überhaupt von weit vor zwei Jahre kreisen darum. Und auch jetzt fängt er wieder damit an, bei einem
Thema, dass direkt überhaupt nichts damit zu tun hatte. Nur mal so, als Beobachtung am Rande.
Fabianus Ich kann Sie beruhigen! In den drei oder vier Predigten des Erzbischofs von München und Freising,
die ich bisher gehört habe, ist kein „Rabatt“ in der Sache zu hören gewesen, wenn auch die Form gelegentlich
durch Volksnähe gekennzeichnet ist. Ein guter Bischof predigt katholisch und für das Volk, aber nicht
dem Volke nach dem Mund.
@Pünktchen An sich eine gute Sache, ABER: Aus welcher Motivation tun dies die Geistlichen? Meistens nur,
um als Primus inter pares zu zeigen, dass die „Hohe Amtskirche“ bei ihnen locker daher kommt und sie in
arianischer Weise Bruder Jesus verkünden. Jesus predigte auch inmitten des Volkes, aber jeder erkannte
seine Autorität. Eine Predigt mitten im Volke ist heute nichts mehr als der Versuch der Bischöfe, (meistens
deutsch, wen sollte es wundern) den Gläubigen zu zeigen, dass sie gar nicht so streng sind. Was soll
das genau heißen? Sie wollen zeigen, dass sie nicht zu streng sind und tun dies, indem sie eich von der
konventionellen Predigt abwenden. Ich denke, dass alles althergebrachte verdammt wird (ohne Reflexion)
und die deutschen Bischöfe sich damit bewusst, aber subtil-noch fürcheten sie Rom-gegen eben Rom stellen.
Nichts gegen eine Predigt inmitten des Volkes, aber die Absichten dahinter sind eher opportun als pastoral.
Mikrofon HBR hat ja in gewissem Sinne recht: Die Kanzel hatte einen Schalldeckel und dstand oftmals noch
zwischen den Reihen, so dass die in den ersten Reihen sitzenden Gläubigen sich umdrehen mussten oder
den Prediger nur hörten, nicht sahen. Aber dennoch hatte sie den von Herrn Nagel geschilderten Vorteil,
dass sie kein Rednerpult besaß. Wo es Kanzeln gibt, die auch von den Gläubigen in der ersten Reihe ohne
Halsverrenkungen gesehen werden, sollten sie benutzt werden. Wo das aber nicht der Fall ist, sollte der
Prediger ein Standmikrofon in die Mitte rücken und nur hinter dem Mikrofon stehend predigen. Natürlich
frei. Abgelesene Predigten gehören grundsätzlich abgeschafft.
Erzb. Marx z.B. hat damit schon einige Pluspunkte sammeln können in Bayern: wo immer er auftritt, spricht
er frei. Gleich ob es Ansprachen vor dem versammelten bayer. Kabinett sind oder Predigten oder andere
öff. Auftritte … Außerdem hat alles, was er sagt, Hand und Fuß! :)3
@HBR: Diie Wirkung der Psychologie darf nicht unterschätzt werden. Der Ambo ist tatsächlich an vielem
schuld. Erstens verführt er die Prediger zum Hinlegen von vorgefertigten Texten. Und dass eine abgelesene
Predigt – die meisten Predigten sind heute wirklich nur abgelesen – kaum Wirkung zeigt, ist klar. Persönlich
fühlt man sich nur vom freigesprochenen Wort angesprochen, denn bei einem persönlichen Gespräch liest
man nicht von einem Handzettel ab. Ich persönlich stenographiere bei abgelesenen und inhaltsleeren Prdigten
immer mit, ohne Papier und Bleistift (das wäre zu auffällig), nur mit Fingern in der Luft, einfach um
die Langeweile sinnvoll zu nutzen. Man überlegt sich da auch, wie man jedes Wort geeignet kürzt. (So
kann ich zwar nun ziemlich schnell schreiben wegen der vielen Übugen bei den Predigten, habe aber nach
wie vor Schwierigkeiten, meine eigene Schrift zu lesen, da ich das Lesen der in die Luft geschriebenen
Texte nicht einüben kann.) Zum Zweiten ist es ein Riesenunberschied, ob ich vor einer Menge spreche oder
mitten in der Menge stehe, wie dies auf der Kanzel der Fall ist. Das Sprechen vor einer Menge, die noch
dazu zum Schweigen verpflichtet ist, ist Lehren ohne Feedback, selbst wenn es frei gesprochen ist: Man
sieht die Reaktion der Leute nicht. Eine solche Predigt ist viel distanzierter als eine mitten in der
Menge (auf der Kanzel) gehaltene, wo man sieht, wie sich die Leute langweilen, stenographieren, schläfrig
werden oder auch gespannt zuhören. Das freie Sprechens kann sich dann dem Feedback der Hörer anpassen.
#6 ExBochumer † 12:40:32 | Samstag, 9. August 2008
@ HBR Es ist natürlich interessant, wo Lingen seine „Messfeiern“ simuliert. Im elterlichen Haus auf jeden
Fall, denn seit Jahren ist er sonntags nicht mehr in Herne (Kapelle von Schloss Strünkede) anzutreffen.
Diese Simulationen waren eh nicht gut besucht. Irgendwann und irgendwo schrieb Lingen mal, er feiere „nichtöffentliche
Messen“. Damit baute er selbst eine Barriere auf. Hl. Messen sind immer ein öffentlicher „Akt“ der Hl.
Kirche. Und Lingen „feiert“ im Verborgenen. Aber da Lingen bekanntermaßen seine eigene Sekte kreiert
hat, bleibt das im Dunklen. – Wie alle Sekten eine gewisse Heimlichtuerei um ihren „Kult“ pflegen. Ich
bete für Lingen um seine Heilung von der psychischen Krankheit, unter der er leidet. Allerdings sollte
er auch seinen Beitrag dazu leisten und von sich aus sich in psychiatrische Behandlung begeben.
Aufgrund des Priestermangels müssen mittlerweile so viele indische, afrikanische und sonstwoher Priester
eingesetzt werden. Da ist ja schon die abgelesene Predigt oft schwer verständlich. Eine frei vorgetragene
jedoch kaum vorstellbar.
Plötzlich Anleihen … … beim modernistischen Liturgischen Institut in Trier, wo ein Autor mit eigener
Biographie in seinen Editorials immer mehr Traditionselemente neu entdeckt. Verstehe einer diese verdrehte
Welt der Kirchenpolitik und Liturgietaktik …!
@ExBochumer WENN Herr Lingen wirklich eine gültige Priesterweihe haben SOLLTE, müßte er ja auch wissen,
dass ein Priester täglich eine Messe lesen sollte. Frage mich wirklich, wo er diese zelebriert. Ich vermute
jetzt einfach mal, dass er von der katholischen Kirche keine Gotteshäuser zur Verfügung gestellt bekommt.
#2 ExBochumer † 11:45:18 | Samstag, 9. August 2008
Da fiel mir spontan nur dieser Herr Lingen ein: „Das Ablesen eines Textes, der von seinem Charakter her
ein frei gesprochenes Wort ist, stört massiv.“ Lingen liest seine „Predigten“ auch nur vor. – Obwohl
streng genommen das keine Predigten sind, sondern nur Hasstiraden auf die hl. r.-k. Kirche. Aber Lingen
muß ja ein Medium finden, auf dem er seine Ergüsse publizieren kann. Denn zelebrieren wird Lingen kaum,
höchstens Messfeiern simulieren (wo eigentlich? – In seinem Wohn-/Schlafzimmer?). Irgendwas schreiben
und dann vorlesen – das kann ich auch. Predigen ist etwas anderes, als Vorlesen. Das sollte auch ein Herr
Lingen gelernt haben, der immer vorgibt, Theologie studiert zu haben.
Jetzt der böse Ambo *loool* Es wird immer skuriler. Nun ist also der Ambo böse. Dabei wurden Kanzeln
lediglich wegen der Akkustik verwendet. Durch den Ambo verändert sich nix. Die Kanzel ist durch die Einführung
vom Mikro und Lautsprecher überflüssig geworden.