14:57:44 | Montag, 11. August 2008
Eine Forschergruppe möchte die Mythen der sogenannten historisch kritischen Exegese benützen, um den Koran zu entmythologisieren. Daß es Mohammed nicht gegeben hat, versteht sich in dieser Optik fast von selber.
(kreuz.net) Koranforscher um die ‘Arbeitsstelle für Religionswissenschaft’ der Universität des Saarlandes
haben den Verein Inârah gegründet. Der Name bedeutet soviel wie „Erleuchtung“.
Ziel der Forschergruppe
ist, den Koran mit denselben umstrittenen Methoden zu deuten, die seit langer Zeit auch in der immer mehr
marginalisierten christlichen Exegese angewendet werden.
Die Saarbrücker Gruppe hat in den Jahren 2005
und 2007 zwei Sammelbände herausgegeben. Diese wollen das bisherige Bild der Entstehung des Korans und
des Islam revolutionieren.
Die interdisziplinäre Forschergruppe widmet sich seit einigen Jahren der
Neubewertung von Quellen zur Frühgeschichte des Islam.
Dabei stehen die spärlichen urkundlichen Zeugnisse
des 7. und 8. Jahrhunderts – meist Inschriften und Münzen – im Mittelpunkt.
Mitte März fand dazu ein
internationales Kolloquium unter dem Titel „Frühe Islamgeschichte und der Koran/Early History of Islam
and the Koran“ in Otzenhausen an der Saar statt.
Davon berichtete die rechtsgerichtete Berliner Wochenzeitung
‘Junge Freiheit’ am 11. April.
Mitveranstalter war das religionsfeindliche New Yorker ‘Committee for
the Scientific Examination of Religion’.
Islam – eine christliche Sekte?Im Einleitungsreferat stellte
der abgefallene Priester und Saarbrücker Islamwissenschaftler Karl Heinz Ohlig den gegenwärtigen Stand
der Arbeiten seiner Gruppe dar. Er erklärte, daß für das siebte und achte Jahrhundert urkundliche Zeugnisse
einer neuen Religion im nahen und mittleren Osten fehlen.
Die frühen arabischen Herrscher treten in
ihren Urkunden entweder ohne religiöse oder mit christlichen Kennzeichen auf.
Ausgangspunkt der mit
dem Jahr 622 beginnenden arabischen Zeitenwende scheint der Beginn einer arabischen Alleinherrschaft in
Syrien zu sein.
Dieser könnte mit dem Sieg der Byzantiner und ihrer arabischen Verbündeten über die
persischen Sassaniden im gleichen Jahr zusammenhängen. Mit dem Zerfall des Sassanidenreichs dehnte sich
der Machtbereich der arabischen Hilfstruppen der Byzantiner auch auf Persien aus.
Auf Münzen aus dem
Osten dieses Raums tritt erstmals ab 660 die Herrschaftsdevise „MHMT/muhammad“ auf, wörtlich „der Gepriesene/der
Gelobte“.
Das war nach Olig zunächst eine Ehrenbezeichnung für Jesus Christus, was auch in der aus
dem Jahre 691 stammenden Inschrift Abd el-Maliks im Innern des Jerusalemer Felsendoms ersichtlich sei.
Diese arabischen Herrscher lehnten aber die Gottessohnschaft und die Dreieinigkeit ab.
Erst im Verlauf
des neunten Jahrhunderts sei der zunehmend abstrakt verstandene und von der Person Jesu losgelöste Begriff
„muhammad“ mit neuen theologischen und biographischen Inhalten gefüllt worden.
Islamische Historiographie
hätten schließlich während der Bagdader Abbassidenherrschaft (750-900) ein festgefügtes Geschichtsbild
geschafffen, in dem ein in Mekka und Medina wirkender arabischer Prophet gleichen Namens im Mittelpunkt
steht.
Keine islamische Eroberung Spaniens?Der Paderborner Romanist Johannes Thomas lieferte in seinem
Referat „frühe spanische Zeugnisse in arabischer Sprache und erste Aussagen zum Islam“.
Er interpretierte
die islamische Eroberung Spaniens im Jahre 711 als eine Fehde zwischen Arianern und katholischen Spaniern.
Die maurischen Hilfstruppen der Arianer seien schließlich zu arabischen Eroberern geworden. Diese hätten
zunächst wenig mit dem Islam zu tun gehabt.
In Spanien würden im achten Jahrhundert alle Anzeichen
für eine neue Religion fehlen. Erst im Verlauf des neunten Jahrhunderts zeichne sich eine Wandlung ab.
Noch in den Akten des Konzils von Cordoba in Südspanien (839) würden lediglich die häretischen „Casianer“
als Gegner bezeichnet.
Die Kathedrale von Cordoba

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Koran – ein christliches Liturgiebuch?Der
pseudonyme Koranforscher Christoph Luxenberg vertrat die Auffassung, daß der Koran in großen Teilen
auf einer christlichen Grundschrift in syrischer Sprache basiert.
Luxenberg sprach über die „geheimnisvollen
Buchstaben“ des Korans, die sich am Beginn mehrerer Suren finden.
Es würden sich dabei Vergleiche mit
dem siebenbändigen aramäischen Liturgiebuch aufdrängen. Dort beziehen sich ähnlich Buchstaben auf
die Zahl eines bestimmten Psalms oder auf liturgische Abkürzungen, Anweisungen oder Tonarten.
Das deute
auf eine frühe Funktion eines Teils der koranischen Texte im christlichen Gottesdienst hin.
Die Suren
73 und 74 interpretiert Luxenberg mit Hilfe der aramäischen – syrischen – Sprache als Regeln für ein
Mönchsleben.
Der in Indien geborene und in Pakistan aufgewachsene abgefallene Moslem und pseudonymische
Autor Ibn Warraq (62) sprach über sein neuestes Buch „Defending the West: Eine Kritik an Edward Saids
Orientalismus“, das im August 2007 erschien.
Said († 2003) war ein in Jerusalem geborener Christ, Schriftsteller
und Kämpfer gegen die israelische Unterdrückung der Palästinenser.
Das Buch bejammert Saids angeblich
antiwestliche Thesen, die benutzt würden, um kritische Studien zur islamischen Welt und in islamischer
Geschichte zu blockieren.
Diese antiwestliche Einstellung islamischer Länder besorge sogar die umstrittene
Uno-Organisation Unesco.
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