15:55:04 | Dienstag, 12. August 2008
Ein bekannter Neutestamentler hat kürzlich eine Lanze für die Ehelosigkeit der Weltpriester gebrochen: „Seit wann ist der Weltpriester im Gegensatz zum Ordenspriester nicht dazu berufen, Zeichen zu sein?“

Der Priester hat sein Herz ganz Gott und der Kirche geschenkt.
(kreuz.net) Der bekannte, zum Katholizismus zurückgekehrte Neutestamentler Klaus Berger hat sich an den
Versuch einer Neubegründung des Zölibats gemacht.
Ein entsprechender Beitrag erschien am 26. Juli in
der deutschen Zeitung ‘Tagespost’.
Dabei geht es dem Exegeten nicht um eine technisch-praktische, sondern
um eine theologische Begründung der Ehelosigkeit.
Am Anfang der Jungfräulichkeit sieht Berger die Begabung
durch den Heiligen Geist – das Charisma: „Gott aber steht gottlob nicht unter dem Zwang, Charismen zu
schenken.“
Zuerst wirft der Exeget einen Blick auf Christus: „Die Wiederkunft Jesu Christi wird nicht
zuerst durch den Gerichtsgedanken bestimmt, sondern primär durch den Gedanken an ein großes Hochzeitsfest“.
„Jesus ist der Bräutigam. Die Braut ist das neue, das erneuerte Israel. Vor allem wird von hier aus
verständlich, warum Jesus selbst ehelos gelebt hat.“
Das sei in der Verkündigung der Neuzeit stark
vernachlässigt worden – von der Theologie ganz zu schweigen.
Bergers Fazit: „Der Zölibat Jesu ist damit
ein elementarer und wichtiger Teil seiner Botschaft.“
In diesem Sinn ist auch Christi Verhältnis zur
Kirche zu verstehen: „Hat Jesus Kirche gewollt? Ja, auch deshalb, weil er den Ehebund mit dem neuen Gottesvolk
will“ – so Berger.
Schon im ersten nachchristlichen Jahrhundert habe es Christen gegeben, die um der
glaubwürdigen Verkündigung willen das Zeichen der Ehelosigkeit Jesu nachahmten. Gehorsame Nachfolge
bestehe immer auch im Nachahmen.
Berger zitiert das siebte Kapitel im ersten Korintherbrief und die Lehre
der Zwölf Apostel:
„Es kann sein, daß ein bewährter und echter Prophet mit einer Frau zusammenlebt,
die er nicht berührt, und so das Geheimnis der Kirche auf Erden, Christus und seine Braut, das Gottesvolk,
in einer Zeichenhandlung darstellt.“
Das Zusammenleben von Prophet und Frau lasse daran denken, wie ungeduldig
und sehnsuchtsvoll man auf die Hochzeit Jesu gewartet habe.
Das Argument, daß der Zölibat für den
Ordensgeistlichen, aber nicht für Weltpriester gelten soll, beantwortet Berger lakonisch: „Jesus lebt
mit seinem Zölibat nicht im Kloster, sondern unter den Menschen“.
„Seit wann ist der Weltpriester in
Differenz zum Ordenspriester nicht dazu berufen, Zeichen zu sein?“
Das Zölibat werde gerade im Kontext
verheirateter Menschen gebraucht. Diese Tradition sei in den letzten Jahrhunderten nie richtig entdeckt
worden: „Weil die kirchliche Verkündigung zu wenig vom kommenden Reich und zuviel von Tagespolitik erfüllt
war.“
Es gehe beim Zölibat um eine Rede von der Zukunft und von der bevorstehenden Ankunft des Bräutigams:
„Das könnte Auswirkungen auf die Theologie im Ganzen haben.“
Verzagtheit und Kleinkariertheit kommen
nach Berger daher, „daß man immer Angst hat, als reaktionär im Sinne der Orientierung an der Vergangenheit
zu gelten.“
Doch noch schlimmer sei es, nur an das Heute zu denken: „Es fehlen die kühnen Entwürfe,
zum Beispiel als Geschichtstheologie.“
„Darin läßt sich der Zölibat ganz anders einordnen als in der
Beschränkung auf das, was heute modern ist.“
Der Zölibat sei darum nur sinnvoll, wenn er ein Faktor
der Verkündigung sei: „Wenn deutlich wird, daß man so lebt, um an Jesus Christus zu erinnern.“
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#16
Vineta 02:47:22 | Mittwoch, 13. August 2008
#15
Aleph † 00:05:52 | Mittwoch, 13. August 2008
#13
Marcelus 20:52:01 | Dienstag, 12. August 2008
#11
Aleph † 19:41:54 | Dienstag, 12. August 2008
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Genoveva 19:01:48 | Dienstag, 12. August 2008
#9
Aleph † 18:17:27 | Dienstag, 12. August 2008
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Freinsberg 17:49:01 | Dienstag, 12. August 2008
#6
Sirilo 17:39:36 | Dienstag, 12. August 2008
#4
Genoveva 17:15:22 | Dienstag, 12. August 2008
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Pünktchen 16:39:23 | Dienstag, 12. August 2008