14:10:11 | Mittwoch, 13. August 2008
In Deutschland ist gerade ein interessantes Buch über die Alte Messe erschienen. Der Autor ist ein Konvertit.

Alte Liturgie am 1. August in Oxford bei einem Zelebrationskurs für die Alte Messe mit 60 Priestern.
(kreuz.net) Ende Juli publizierte Dr. Ralf Oppermann (54) sein Werk „Der Widerschein der Herrlichkeit.
Begleitbuch zum Kirchenjahr im Alten Ritus“.
Der Autor war zuerst evangelischer Theologe und konvertierte
im Jahr 1995 zur katholischen Kirche.
Das Buch ist ein altrituelles Pendant zu dem 1979 im deutschen
Herder-Verlag erschienenen Buch von Theodor Schnitzler „Die Heiligen im Jahr des Herrn“.
In „Der Widerschein
der Herrlichkeit“ geht es um Lebensbilder von Heiligen des Meßbuches nach dem Alten Ritus.
Daneben gibt
es in dem Werk weitere interessante Aspekte: So präsentiert der Autor in den Heiligenlegenden auch Motive,
die für die alte Malerei von Bedeutung sind – zum Beispiel den Heiligen Alexius (+), der unter einer
Treppe wohnt.
Auch Geschichtliches kommt in dem Werk zum Zug. Dadurch werden im Rahmen der vorgestellten
Heiligen Zusammenhänge erschlossen, die heute sonst eher selten zur Sprache kommen.
Bei der Vorstellung
des Martyriums des seligen Konvertiten Liborius Wagner (+) wird zum Beispiel der Dreißigjährige Krieg
zusammen mit dem anschließenden Aufstieg und Fall der Hohenzollerlande Brandenburg-Preußen skizziert.
Der Autor sagt in bezug auf seine lutherische Vergangenheit:
„Das vierfache sola – ein reformatorisches
Hauptstück – schien mir um so verfehlter, je länger ich mich damit auseinandersetzte“ – so Oppermann.
Warum?Der reformatorische Kampfruf „sola scriptura, sola fide, sola gratia, solus Christus“ – die Bibel
alleine, der Glaube alleine, die Gnade alleine und Christus allein – gab vor, Wiederherstellung des Ursprünglichen
und Befreiung von später Erfundenem zu sein.
Doch zunehmend stellte er sich mir als einseitige Reduzierung
und damit Zerstörung von etwas Vollständigem dar.
Wie begründen Sie das?Luther wollte Kirche und
Glaube alleine auf die Schrift – sola scriptura – gründen: Doch die Schrift selber weist über sich hinaus.“
So beruft sich der Apostel Paulus zum Beispiel im 1. Korintherbrief (15, 3ff.), noch bevor das Neue Testament
entstanden ist, auf die Glaubensinhalte, die er übernommen und weiterüberliefert hat.“
Und Luthers
Aussage vom „Glauben allein“?Nach Luther soll der Mensch die ewige Seligkeit „allein durch den Glauben“ –
sola fide – erlangen.
Doch das 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums schildert in einer Bildrede das
im Neuen Testament öfter erwähnte Gericht aufgrund der Werke…
Im 1. Korintherbrief, Kapitel 13, Vers
13, nennt der Heilige Paulus die Liebe vor Glauben und Hoffnung.
Luther beruft sich auch auf die „Gnade
alleine“.Ja, er glaubt, daß die Rettung des Menschen „sola gratia“ bewirkt wird. Zweifellos ist die
Gnade die erste Ursache unserer Erlösung.
Doch muß das Mitwirken des Menschen hinzukommen. Matthäus
macht das im Gleichnis von den anvertrauten Talenten anschaulich.
Was meint Luthers Berufung auf „Christus
allein“?Nach Luther soll „Christus allein“ – solus Christus – das Heil bewirken – ohne Maria und die
Heiligen.
Ihre Kritik daran?Zweifellos haben wir nach 1 Timotheus 2,5 nur einen Mittler. Doch das schließt
die Fürbitte der Heiligen nicht aus. Bereits das Alte Testament kannte und verehrte Heilige.
Christus
verurteilte die Haltung jener, die zwar die Heiligen der alten Zeit mit prachtvollen Grabbauten zu ehren
vorgeben, doch mit ihrer Ablehnung seiner Person dieselbe Haltung zeigen wie ihre Vorfahren, welche die
Heiligen des Alten Bundes töteten.
Hat Sie die Kritik am Luthertum zum Schreiben ihres Buches inspiriert?
In gewisser Weise ja. Die Kritik am Ruf „solus Christus“ war das erste, was mir ins Auge sprang.
Darum
habe ich mich den Heiligen zugewandt. Daraus ist zuletzt mein Buch „Widerschein der Herrlichkeit“ hervorgegangen.
„Der Widerschein der Herrlichkeit. Begleitbuch zum Kirchenjahr im Alten Ritus“
664 Seiten
Hardcover
Erhältlich
bei epubli
ISBN 978-3-941071-03-2
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