11:16:36 | Mittwoch, 13. August 2008
Sie wollte nicht aufhören, die Namen ihre Heilandes und der Muttergottes anzurufen. Doch das kam sie teuer zu stehen.

Demonstration in den USA gegen die Menschenrechtsverletzungen in China.
© Andrew Ratto, CC(kreuz.net/ ‘Kirche in Not’) Zwanzig Jahre lang saß der chinesische Priester Hw. Wang (80) im Gefängnis
kommunistischer Sadisten.
Jetzt hat er das erste Mal über diese furchtbare Erfahrung gesprochen.
Der
Geistliche kann sich sehr gut an chinesische Katholiken erinnern, die mit ihm in Haft waren und die Folter
nicht überlebten:
„Viele sind in diesen Umständen gestorben, Gläubige, Ordensleute, Priester, Bischöfe,
junge und alte Menschen. Andere haben den Verstand verloren und sind verrückt geworden.“
Hw. Wang selber
weiß nicht, wie er die
Torturen aushalten konnte: „Ich weiß nicht, wie ich es ausgehalten habe“ – wiederholt
er mehrmals.
Eine katholische Frau„Ich kann mich an eine katholische Frau erinnern. Sie hat immer wieder
den Namen Jesu und Mariens ausgesprochen.“
Um sie zum Schweigen zu bringen, nähten ihr die Kommunisten
die Lippen zu:
„Aber auch das hat sie nicht stoppen können. Sie hat dann mit ihrem eigenen Blut sich
selber den Namen Jesu und Mariens ins eigene Fleisch geschrieben.“
Deshalb beschlossen die Kommunisten,
sie zum abschreckenden Beispiel für die anderen zu machen:
„Sie banden ihr die Hände und Füße hinter
den Rücken zusammen und sperrten sie in einen Käfig, der so mit Stangen versehen war, daß sie sich
weder setzen noch hinlegen konnte.“
Diesen Käfig stellten die mörderischen Kommunisten auf die Straße
vor das Gefängnis, um den Passanten das Schicksal eines Katholiken im realen Sozialismus vorzuführen:
„So ist sie gestorben, den Körper blutüberströmt, die Lippen zugenäht für die Ewigkeit.“
„Der Käfig
stand ganze sechs Wochen vor dem Gefängnis. Der Tod durch die Hände ihrer Peiniger wurde für sie, zur
Befreiung in das Reich Gottes.“
Die Frau war eine Märtyrerin des kommunistischen Terrors unter dem Völkermörder
Mao Tse Tung († 1976).
Eisenstangen zwischen den Zähnen„Nach dem Gebetsverbot folgte das Sprechverbot – wohl
nur aus reiner Vergeltungssucht“, erzählt Hw. Wang weiter.
Wenn er nicht gefoltert wurde, ließ man
ihn in seiner Zelle, Hände und Füße gebunden, stundenlang vor meine Pritsche hingehockt – mit einer
Eisenstange zwischen den Zähnen sitzen, um ihn am Sprechen zu hindern.
„Im Gefängnis waren wir auf
eine sehr strenge Diät gesetzt. Der Tee hier ist eine volle Mahlzeit, verglichen mit dem, was man mir
dort acht Jahre lang gegeben hat.“
„Tag ein Tag aus waren wir gezwungen, dieselbe ungenießbare Wassersuppe
zu trinken in der gerade mal zwei Maiskörner schwammen.“
Die eintönige Ernährung führte nicht nur
zu einem erheblichen Gewichtsverlust, sondern auch zu einer Schwellung der Gewebe, die sehr schmerzvoll
war:
„Nach einem Monat waren meine Beine dermaßen geschwollen, daß ich nicht mehr stehen konnte. In
meinen Gelenken spüre ich das noch heute.“
Dennoch ist Hw. Wang heute gesund: „Ich kann Ihnen sagen,
mein Magen hat sich in den letzten zwanzig Jahren wieder erholt,“ sagt er lächelnd:
„Mit meinen achtzig
Jahren kann ich heute wieder alles essen, was ich möchte. Damit habe ich keine Probleme mehr.“
Erste
Hinweise nach acht JahrenSofort nach der Entführung von Hw. Wang im Jahr 1965 machte sich seine Familie
und Pfarrei auf eine jahrelange Suche nach ihm. Aber die Spuren verloren sich in einem Meer von Vermissten
und Verschollenen.
„Die Behörden haben uns keine Informationen gegeben“, sagt ein Angehöriger: „Auch
die Zeugen der Entführung waren in Gefahr.“
Erst im Jahr 1972 konnten sie wieder Kontakt aufnehmen.
Immer noch waren Besuche verboten. Aber allein die Tatsache zu wissen, daß der Priester lebte, gab Hoffnung.
Einige Monate später wurde Hw. Wang in ein Arbeitslager verlegt. Das war für ihn eine gute Nachricht,
denn es war das Ende von Wassersuppe und Maiskörnern.
„Da wir arbeiten mußten, waren sie gezwungen,
uns wenigstens ein bißchen Brot mit der Suppe zu geben.“
Erst mit dem Tod des kommunistischen Völkermörders
Mao Tse Tung im Jahr 1976 entspannte sich die Lage langsam.
Von seiner Zelle aus bemerkte Hw. Wang den
Wechsel des Regimes aber kaum.
Erst Ende 1985 wurde er aus dem Gefängnis entlassen: „Eine Strafminderung
bekam ich nicht und habe die ganzen 19 Jahre und zwei Monate im Gefängnis verbracht.“
Hw. Wangs Beispiel
und das Beispiel Tausender anderer ist zur Quelle vieler Berufungen geworden.
Nicht alle Henker und Verbrecher
der Kulturrevolution sind gestorben.
Einige unter ihnen, haben sich – vielleicht aus Reue – bekehrt,
nachdem sie ihre Ämter verlassen hatten.
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