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Samstag, 5. März 2005 18:05
Handkommunion in Polen: Ein Pfarrer schreibt an den Erzbischof von Warschau
Der Erzbischof von Warschau, Józef Kardinal Glemp, ist entschlossen, in seinem Erzbistum am kommenden Hohen Donnerstag die Handkommunion einzuführen. Ein polnischer Priester in der deutschen Gemeindeseelsorge schreibt einen Brief.
Gelobt sei Jesus Christus!

Hochwürdigster Herr Erzbischof, Kardinal Glemp!

Darf ich mich vorstellen. Ich bin ein Priester und stamme ursprünglich aus der Diözese X im Süden von Polen. Seit über zehn Jahren arbeite ich in der Gemeindeseelsorge in einem Bistum in der Bundesrepublik Deutschland. Dort werde ich Tag und Tag Zeuge des Zusammenbruchs der Katholischen Kirche in Deutschland.

Seit sieben Jahren bin ich Pfarrer in meinen zwei Landgemeinden. Obwohl ich versuche, mein Bestes zu geben, wird der Kirchenbesuch in meinen Pfarreien von Jahr zu Jahr weniger. Die meisten Gläubigen sind sehr alt. Ich habe viele Beerdigungen, nur wenige Taufen und immer weniger Hochzeiten. Manchmal frage ich mich mit Bangen, ob das, was sich heute in der katholischen Kirche in Deutschland abspielt, die Zukunft der Kirche in Polen sein wird.

Ich glaube, daß es zwei Ursachen für die Situation in Deutschland gibt: das nicht mehr existierende Bußsakrament und die verschwundene Ehrfurcht vor der Eucharistie.

Deshalb bin ich erschrocken, als ich kürzlich gelesen habe, daß Sie, Eminenz, als Erzbischof von Warschau, in ihrem Erzbistum in Kürze die Handkommunion einführen werden. Was versprechen Sie sich von diesem Schritt? Eine Stärkung der eucharistischen Verehrung? Eine Förderung des Glaubens an die Realpräsenz Christi im Sakrament? Haben Sie sich überlegt, in welche Richtung sich ihre Erzdiözese nach diesem Schritt bewegen wird?

Eine ältere Frau hat mir erzählt, daß die Einführung der Handkommunion in unseren Gemeinden nicht vom einfachen Kirchenvolk gewünscht, sondern vom damaligen Pfarrer mit dem Segen des Bischofs durchgesetzt wurde. Der Pfarrer hat später geheiratet.

Die Gläubigen hätten sich über die Neuerung sogar gewundert. Mit der Einführung der Handkommunion sei zum ersten Mal eine Spaltung in der Pfarrei sichtbar geworden. Einige Außenseiter, Ältere und einfachere Kirchgänger seien bei der Mundkommunion geblieben. Daneben habe sich eine starke Partei von Modernen gebildet, die sehr schnell mehr Neuerungen gefordert hätte.

Von dieser Spaltung kann ich als Pfarrer heute in meinen Gemeinden nichts mehr entdecken. Heute nimmt in meinen Gemeinden keiner mehr die Mundkommunion. Ich weiß, daß eine Familie mit Kindern am Sonntag irgendwo in die Messe der Priester von Erzbischof Lefèbvre geht.

Trotz meiner Predigten und der Erstkommunionvorbereitung kann von einer eucharistischen Frömmigkeit, wie ich sie aus meiner polnischen Heimatpfarrei kenne, hier keine Rede sein. Die Leute nehmen mir die heilige Hostie aus der Hand, als ob sie eine Briefmarke wäre.

Natürlich kommt es mehr auf die innere Einstellung als auf die äußere Haltung an. Aber es ist eine Häresie zu behaupten, daß beide nicht eng miteinander zusammenhängen. Ansonsten könnte man in der Kirche alle äußeren Ehrfurchtsbezeugungen abschaffen.

Wenn ich im Sommer zuhause bin und in meiner Heimatpfarrei konzelebriere und die Kommunion austeile, komme ich mir vor wie auf einem anderen Planeten und in einer anderen Kirche. Das stimmt mich nachdenklich. Möchten unsere polnischen Bischöfe, daß es in zwanzig Jahren in Polen so aussieht wie heute in Deutschland, damit wir auf diese Weise (k)eine Kirche werden?

Wenn Sie, Hochwürdigster Kardinal, glauben, daß die Handkommunion die eucharistische Frömmigkeit in ihrer Erzdiözese vermehrt und die Gegenwart Christi unter der Gestalt des Brotes durch die Handkommunion tiefer verstanden wird, dann blicken Sie bitte nach Deutschland. Hier war die Handkommunion der erste Schritt in einen tiefen Abgrund. Davon kann ich aus meiner täglichen Pfarreiarbeit Zeugnis ablegen.

Hochwürdigster Kardinal, ich weiß nicht, wie lange ich noch in meiner sterbenden Pfarrei in Deutschland gebraucht werde. Danach würde ich gerne wieder in meine polnische Heimat zurückkehren. Ich hoffe, daß ich dann nicht zuhause die Verhältnisse antreffe, die ich heute in Deutschland erleben muß.

Eminenz, noch ist es nicht zu spät, Ihren Schritt rückgängig zu machen. Manchmal braucht es im Leben mehr Mut, eine falsche Handlung zurückzunehmen als eine neue Handlung zu setzen. Möge Ihnen dieser Mut beschieden sein.

Ich bete jeden Tag, daß das von Papst Johannes Paul II. ausgerufene „Jahr der Eucharistie“ in Polen nicht als der Augenblick in Erinnerung bleibt, an dem Sie als Erzbischof von Warschau den ersten Schritt gesetzt haben, der an den traurigen Ort geführt hat, wo die letzten Reste der Kirche Deutschlands heute stehen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 67 Lesermeinungen:
Dienstag, 8. März 2005 20:08
GerdEric: Ergebnis?
Ich habe also Bedenken bei Äußerlichkeiten wie dem genauen Brot und seiner Zusammensetzung …

Geht es dabei tatsächlich nur um Äusserlichkeit?

Nein,
es ist die innere Einstellung,
und so ist es nur konsequent,
wenn jemand da sehr peinlich drauf achtet,
vor allem,
wenn er (natürlich auch sie) auf genaue Worte achten will.
Entweder ich habe einen Glauben,
der sich auf (einem) Eckstein (der ja die Gabe haben sollen, un-verrückbar zu sein) auf baut,
oder ich mache es zu meinem belieben.

So ist das Brot des Abendmahls Ungesäuertes Brot,
oder nicht.
Es wird nicht berichtet,
dass Jesus am Vorabend des Pessachfestes gesäuertes Brot ass,
es wird Ungesäuertes gegessen,
als Festmahl,
denn es wurde Pessach gefeiert.

Und dieser Vorabend beinhaltet,
dass der Teihabende in dem Moment am Ort des geschehens ist,
am Berg Sinai,
an dem das Volk Gottes die Gesetze erhält,
und dazu gehören auch Jesus und seine Jünger.
Jesus übernimmt die Rolle des Vaters und verteilt das Brot,
und da gibt es kein Abweichen.

Und da wäre vor Gott jeder Ersatz des Ungesäuerten Brotes ein Bruch mt dem Gebot,
dieses zu halten.

Die Handkommunion zeigt so,
dass den Gläubigen,
auch den vermeintlich Gefestigteren oder gar den Gefestigten,
doch der nötige Ernst fehlt…
Es kann der Eindruck erweckt werden,
dass man es nicht ernst nimmt,
weil es ja „jeder“ geben kann.
Hier stehen gerade die in einem Dilemmer,
die in dem Brot tatsächlich den Leib sehen,
die im Wein tatsächlich das Blut sehen,
denn,
wenn es jeder geben kann,
verliert es an Wert und man achtet es nicht,
also ver-wirft man es (im Extremfall auf den Bode)…

zeigt man mit diesem Akt,
dass man es missachtet,
oder dass man damit genau darauf hinweist,
dass es doch was besonderes sein soll?

Jesus machte an ähnlicher Stelle deutlich,
was Pharisäer sagen,
man muss in besonderen Situationen ein Gebot übertreten,
um ein höheres zu achten,
man muss den Ochsen aus dem Brunnen ziehen,
damit das Wasser,
die Grundlage des Lebens,
rein gehalten wird,
auch am Schabbat.

amen
Dienstag, 8. März 2005 18:00
Bruno-Maria Schulz: siehe hier:
Dienstag, 8. März 2005 17:47
GerdEric: Lieber Bruno-Maria
Bruno-Maria Schulz: Selig die Bohrenden, denn sie werden ihren Nerv treffen

GerdEric:
Aber lügt dann Paulus,
wenn er gegenüber Timoteus behauptet:
Denn EINER ist GOTT,
und einer ist Mittler zwischen GOTT und dem Menschen,
der Mensch Christus Jesus,

Wenn das so einfach ist,
dann wirst Du mir doch leicht erklären können, was Paulus da meint.

Bruno-Maria Schulz: Die vielen Sätze Jesu, dass Er EINES IST mit dem Vater. Werden dabei peinlichst ausgespart.

GerdEric: Die streite ich doch gar nicht ab,
ich bin mir doch auch sicher,
dass ich mit Gott eins bin,
in der Umsetzung Seiner Gebote,
nur Du weichst doch von Seinen Geboten ab,
die Gebote,
die Gott dem Menschen gegeben hat,
nicht die Aufweichungen,
die vermeintlich von Petrus und/oder Paulus gegeben wurden.

Bruno-Maria Schulz: Aber lasst mich für die Fans von Gerd erklären, die seine Beiträge ja so erfrischend finden (Aussage Taferl).

GerdEric: Warum willst Du hier Andere als Fan abstempeln,
ich bin doch auch nicht Dein fan,
nur weil ich deine Texte „erfrischend“ finde…

Bruno-Maria Schulz: Selbstverständlich entäußerte sich Gott (Phil 2,7)

GerdEric: Phil 2.7 Aber er machte sich selbst zu nichts[Aa] und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden,

Das heisst bei mir,
dass Jesus dann nicht Mensch war,
sondern nur als Mensch von Menschen befunden wurde,
weil den Menschen die Möglichkeit fehlt,
dies zu erkennen…
Aber dies ist eher heidnische Mythologie,
und bei den Griechen war es doch üblich,
dass Zeus sich in Menschengestalt unter die Menschen begab,
um „Jungfrauen“ zu be“zeu(s)gen“…

Bruno-Maria Schulz: Wäre Jesus Christus nicht Mensch geworden,

GerdEric:
Jesus war ja Mensch,
allerdings nur Mensch,
denn Gott kann die leiden der Menschen auch ohne Mensch werden zu wollen erkennen.
Oder ist es ihm Deiner Ansicht nach nicht möglich?

Bruno-Maria Schulz:
hätte gelitten, wäre gestorben und auferstanden am drritten Tag, so wären wir bis heute nicht erlöst.
…, lehnen dieses Werk Gottes der Erlösung ab. Siehe u.a…

GerdEric:
Als wenn Gott nicht andere Wege der Erlösung dem Menschen gegeben hätte…

Bruno-Maria Schulz: Es nimmt wirklich Wunder, dass es in einen katholischen Forum möglich ist und akzeptiert wird, dass von einem jüdisch Denkenden, die Gottheit Jesu als Unsinn verkündet werden kann, und angebliche Katholiken dies als „erfrischend“ bezeichnen.

GerdEric:
Und?
Wenn es nach Dir ginge,
wäre Jesus auch nicht bis Eboli gekommen…

Kennst Du den Witz…
steht ein kleiner Negerjunge in den us-Südstaaten vor einer „weissen“ Kirche,
als er Gott sagt,
dass er da nicht rein darf,
antwortet Gott,

„ja meinst du ich?“

(den gibt es auch aus Irland)

Dienstag, 8. März 2005 16:04
Bruno-Maria Schulz: Selig die Bohrenden, denn sie werden ihren Nerv treffen
Die simpelsten Dinge der Hl. Schrift, jedem religiös durchschnittlich gebildeten Kind klar, werden hier mit Gewalt (und dem Beifall Einiger) umgedeutet in jüdischem Sinn; nämlich dass Jesus Christus nicht Gott ist in der Dreieinigkeit Gottes und es diese nicht gibt.

Die vielen Sätze Jesu, dass Er EINES IST mit dem Vater. Werden dabei peinlichst ausgespart.

Aber lasst mich für die Fans von Gerd erklären, die seine Beiträge ja so erfrischend finden (Aussage Taferl).

Selbstverständlich entäußerte sich Gott (Phil 2,7) und wurde gleich dem Menschen – gleich bis auf die Sünde, die Ihm nicht anhaftete und Er nicht begehen konnte.

Wäre Jesus Christus nicht Mensch geworden, hätte gelitten, wäre gestorben und auferstanden am drritten Tag, so wären wir bis heute nicht erlöst. Judem, die die Menschwerdung Gottes durch Seinen in die Welt hineingeborenen Sohn nicht anerkennen, lehnen dieses Werk Gottes der Erlösung ab. Siehe u.a. Mt 26,63
Und sie zerreißen sich noch heute die Kleider und schreien; jetzt habt ihr die Gotteslästerung selbst gehört.
Sie strafen die Worte Jesu bis heute Lügen, als Er sagte DER VATER UND ICH SIND EINES und: (Mt 28,15) Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, daß dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Es nimmt wirklich Wunder, dass es in einen katholischen Forum möglich ist und akzeptiert wird, dass von einem jüdisch Denkenden, die Gottheit Jesu als Unsinn verkündet werden kann, und angebliche Katholiken dies als „erfrischend“ bezeichnen.

Wenn die »Zeit der Heiden« zu Ende ist (Lk 21,24), wird auch Israel Jesus als Messias anerkennen (Lk 13,35).

Vergl. auch Jer 12,7; 22,5; Ps 69,26; 118,26; Mt 21,9; Mk 11,9

Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 1 Joh 1,3

Bruno-Maria Schulz
(in diesem Forum unwidersprochen als Atheist bezeichnet :o)
Dienstag, 8. März 2005 14:12
GerdEric: Was Paulus alles dem Timoteus schreibt…
Der erste Brief an Timotheus
2
5 Denn einer ist Gott,
und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen,
der Mensch Christus Jesus,


Ist der Satz genauso wahr?
Dienstag, 8. März 2005 09:05
Ulrich Müller: GerdEric – murmelte vor sich hin !
und auf die Worte eines Fanatiker gebe ich nichts.

Ja, ja – auf die Worte eines ANDEREN haben ihre Vorfahren auch nichts gegeben.

Einmal mussten sie sogar zur Strafe 40 Jahre in der Wüste ihre einsamen Runden drehen. Oder war die Geschichte anders ?

Nur,
die „jüdische Verstocktheit“ äussert sich möglicherweise darin,
dass die „verstockten Juden“ eben erstmal wissen wollen,
was jemand getan hat,
bevor sie jemanden verurteilen,
da sind „Deinerart“ Christen doch ganz anders.


Geanu, wie vor 2000 Jahren. Erst die Schuldfrage klären . Ich seh es Ihnen nach. Wie sind da grossherzig.

Jedoch. Sind Sie sich so unsicher GerdEric, dass Sie „möglicherweise“ schreiben müssen.

Dann lesen Sie doch einfach einmal weiter im Brief an Timotheus, was der HEILIGE PAULUS dort noch so schreibt. Nur nachdenken müssen Sie schon selber.

mfg
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