kreuzmeldungen
Die Stimme des Papstes + Säkularisationsschub + Ein neues katholisches Fernsehen + Vor dreißig Jahren versprochen + Konservativ im schlechten Sinn
Die Stimme des PapstesItalien. Papst Johannes Paul II. hat am Dienstag zum ersten Mal nach seinem Luftröhrenschnitt wieder gesprochen. Joseph Kardinal Ratzinger berichtete der italienischen Nachrichtenagentur „ansa“, er hätte mit dem Heiligen Vater auf Deutsch und Italienisch gesprochen. Der Heilige Vater sei geistig vollkommen wach gewesen und fähig, wichtige Dinge mit ihm zu besprechen. Er habe auch die Angelegenheiten, die ihm der Präfekt der Glaubenskongregation vorgelegt habe, bearbeitet.
Säkularisationsschub
Dänemark. Der für Kirchen- und Bildungsfragen verantwortliche Dänische Minister, Bertel Haarder, will an den Schulen des Landes einen verpflichtenden Religionsunterricht einführen. Er fürchte für sein Land einen Säkularisationsschub vergleichbar mit Frankreich oder der Türkei. Minister Haarder warnte davor, daß religiöse Feiern und Symbole in Dänemark am Verschwinden seien. Der Minister gehört zur liberalen Mitte-Rechts-Partei „Venestre“. Haarder äußerte sich bei einem Interview, das die Wochenendausgabe der in Kopenhagen erscheinenden Zeitung „Kristeligt Dagblad“ publizierte.
Ein neues katholisches Fernsehen
Australien. Die Kirche in Australien startet ein katholisches Fernsehen, das sich „Catholic Church Television Australia“ nennt. Der Sender begann laut der in Melbourne erscheinenden australischen Tagezeitung „The Age“ am Dienstag mit dem Sendebetrieb. Die Bischofskonferenz beabsichtigt, die Menschen mit einem eigenen Programm direkt anzusprechen. Zu Beginn werden pro Woche drei Gottesdienste und Dokumentationen übertragen.
Vor dreißig Jahren versprochen
Österreich. Die „Katholische Aktion“ in Österreich erinnert den Österreichischen Staat bei ihrer Frühjahrskonferenz an seine Verpflichtung, das menschliche Leben zu schützen. Die vor dreißig Jahren bei der Einführung der Fristenregelung versprochenen „flankierenden Maßnahmen“ seien bis heute nicht umgesetzt worden. Die theologisch liberale Laienorganisation forderte Statistiken und Motivforschung zur Kinderabtreibung in Österreich, sowie eine Trennung von beratendem und abtreibendem Arzt. Weiters spricht sie sich für eine dreitätige Bedenkzeit zwischen Beratung und Kinderabtreibung aus. Die „Katholische Aktion“ verlangt zudem ein Verbot der Spätabtreibung von Kindern, bei denen man eine Behinderung vermutet.
Konservativ im schlechten Sinn
Deutschland. Walter Kardinal Kasper ist sich nicht sicher, ob der vor vierzig Jahren begonnene Weg der Annäherung mit den Protestanten von der gegenwärtigen deutschen protestantischen Theologie noch gewollt werde. Der für die Ökumene verantwortliche Kurienkardinal äußerte sich in der theologischen Zeitschrift „Stimmen der Zeit“, die von den Jesuiten herausgegeben wird. Der Kardinal forderte die evangelische Kirche Deutschlands auf, am Dialog mit der katholischen Kirche festzuhalten. Den derzeitigen Status Quo anzuerkennen, sei nicht Ziel der Ökumene. Dies wäre in schlechtem Sinn konservativ.
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.





