18:48:50 | Donnerstag, 21. August 2008
Seit der sogenannten Aufklärung wurde das Christentum erfolgreich entmythologisiert und verweltlicht. Jetzt versuchen Orientalisten, den Islam in der gleichen Säure zu baden.

Orientalisches Manuskript aus 1315: Mohammed reinigt die Kaaba und widmet sie um.
(kreuz.net) Am 12. August berichtete der bekannte deutsche Islam-Forscher Hans-Peter Raddatz (66) in der
Tageszeitung ‘Kölner-Stadtanzeiger’ von zwei neuen Büchern über den Religionsgründer Mohammed.
Die
beiden Werke stammen von dem bekannten Orientalisten Tilman Nagel (66), der bis letztes Jahr in Göttingen
lehrte.
Die beiden Bücher sind „Allahs Liebling. Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens“
(430 Seiten) und „Mohammed. Leben und Legende“ (1052 Seiten). Beide sind im ‘Oldenbourg Verlag’ erschienen.
In „Leben und Legende“ stellt Nagel die verwickelten Abläufe des frühen Islam dar.

Mohammed hat eine Vision der Hölle
Raddatz dazu: „Sie
machen die vitale Wechselwirkung Mohammeds mit seiner Umgebung deutlich, deren Reaktionen ihm »offenbarten«,
in welcher Weise die Eingebungen Allahs in den geistigen beziehungsweise sozialen Rahmen seiner Zeit paßten
oder ihm anzupassen waren.“
Das Buch „Allahs Liebling“ zeigt nach Raddatz, daß die Gestalt Mohammeds
sich seit 1200 vom trefflichen Propheten bis hin zur mystisch-gnostisch anmutenden Lichtgestalt verklärte.
Dadurch sei sogar die Strahlkraft Allahs verblaßt.
Raddatz: „Es ist der tiefe Glaube an die Heilswirksamkeit
des Verkünders, der sich zwar als einfachen Menschen bezeichnete, aber zum gottgleichen Übermenschen
hochstilisiert wurde“.
Das mache es dem Moslem schwer, die Wahrheit des Islam, die sich in Koran und
Tradition unabweisbar gegen den Nicht-Islam definiert, „zu relativieren“.
Nagel lehnt Interpretationen
ab, die
Mohammed anonymisieren .
Dafür zeigt er, wie Allah seinem angeblichen Propheten „Korrekturen“
herabsandte, als bezüglich der Juden und Frauen Klärungsbedarf entstanden war und wie die islamische
Expansion die Auslegung des Korans beeinflußte.
Nagel arbeitet auch den Werdeprozeß der Gestalt Mohammeds
heraus.
Dieser fügte das Hanifentum – den altarabischen Eingottglauben – in seine Umgebung ein und verunsicherte
die herrschende Klasse Mekkas und deren polytheistischen Kultbetrieb.
Die zentralen Begriffe des Islam
erklärt Nagel nicht theologisch, sondern als in der Frühzeit verwurzelte Grundlagen religionspolitischer
Existenz.
Er weist auch auf eine Verklärung Mohammeds hin. Diese habe schließlich sogar Gott selber
dazu gezwungen, den Gesandten als seinen Meister anzubeten.
Raddatz: „Er, der die Welt fortwährend neu
schöpft, kann dies nur durch den »Gipfel des Absoluten« erwirken, durch den Gegenwartspunkt namens
Mohammed“.
In den Worten Nagels: „Ohne Mohammed wäre Allah nicht Allah.“
Damit wird ein Widerspruch
nachgewiesen: „Der Islam verletzt seine Prinzipien, indem er das Christentum als »Beigesellung« verwirft,
um sich dieses Muster selbst anzueignen.“
Mit dem Begriff „Beigesellung“ beschreibt der Islam das Verhältnis
Christi zum Vater.
Dagegen würden „nachdenkliche“ Muslime davor warnen, daß sich in Mohammed nicht
nur ein Übermensch, sondern ein Übergott inkarniere, der dazu verleitet, den Koran zur Überhöhung
von Menschenmacht zu mißbrauchen.
Für „aufgeklärte“ Muslime besteht Mohammeds Vorbild – ähnlich wie
beim Jesus-Bild der Aufklärung – „im historischen Genius, der den zivilisatorischen Fortschritt der vorislamischen
Gesellschaft Arabiens bewirkte.“
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#7
Lutheraner 15:48:17 | Freitag, 22. August 2008
#6
Samhain 14:08:00 | Freitag, 22. August 2008
#5
Gotthard 23:11:15 | Donnerstag, 21. August 2008
#4
Sirilo 22:31:10 | Donnerstag, 21. August 2008
#2
Alois Bischof 21:30:58 | Donnerstag, 21. August 2008