Alte Messe
Eine Berliner Mauer in den Köpfen
Priester, welche die Alte Messe auch nur privat lesen, tauchen in eine neue religiöse Tiefe ein. Dagegen können die Bischöfe rein gar nichts unternehmen.
Die Alte Messe wird zuerst den Priester, der sie zelebriert, bereichern.
Die Alte Messe wird zuerst den Priester, der sie zelebriert, bereichern.
(kreuz.net, Paris) Das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ braucht noch viel Zeit, um eine größere Wirkung zu entfalten.

Das erklärte Professor Luc Perrin am 31. Juli vor der altgläubigen Webseite ‘Rorate Caeli’.

Perrin ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Straßburg 2. Er ist Verfasser verschiedener Bücher und Fachmann in Fragen des Traditionalismus.

Der Historiker erinnert daran, daß die übergroße Mehrheit der Priester und Bischöfe gegenwärtig im Neuen Ritus ausgebildet wurde:

„Sie betrachten diesen Ritus als den Ritus schlechthin, als Wiederherstellung einer angeblich frühchristlichen Liturgie und als die von dem Konzil gewollte Liturgie – dem einzigen Konzil, das sie kennen oder kennen wollen.“

Perrin stellt nüchtern fest, daß sie „eine Art Berliner Mauer“ in ihren Köpfen haben. Diese schirmt sie davon ab, von der römischen liturgischen Tradition beeinflußt zu werden:

„Diese geistige Wand ist extrem dick und widerstandsfähig.“

Harter Widerstand gegen die Reformen von Benedikt XVI.

Daß ‘Summorum Pontificum’ schnell nichts ändern wird, zeigt Perrin anhand des Falschübersetzung von „pro multis“ in den Wandlungsworten der Messe dar.

Dieser grobe Übersetzungsfehler zieht sich durch zahlreiche Übersetzungen der Meßtexte.

Im November 2006 versuchte die Liturgiekongregation den Mißstand zu korrigieren. Deren Präfekten, Francis Kardinal Arinze, befahl allen Bischöfen, den Fehler innerhalb von zwei Jahren zu beheben und die Gläubigen auf die Korrektur vorzubereiten.

Doch gegen Ende der Zwei-Jahres-Frist ist in den meisten Sprachen noch nichts geschehen. Das englischsprachige Meßbuch ist zwar korrigiert, jedoch ohne die Gläubigen darauf vorzubereiten. Daraus folgert Perrin, daß das neuliturgische Establishment mächtig genug ist, um die Korrektur von zwei Wörtern jahrelang aufzuhalten.

Deshalb habe man auch nicht erwarten können, daß es innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung von ‘Summorum Pontificum’ für die Alte Messe wesentliche Veränderungen geben würde.

Doch langfristig werde das Motu Proprio eine zweifache Wirkung entfalten.

Der Status des klassischen römischen Ritus sei so klar geregelt wie nie zuvor. Perrin glaubt, daß das langfristig die theologischen Fakultäten und Priesterseminare beeinflussen wird.

Ferner würden viele junge Priester in Europa und Nordamerika privat im Alten Ritus zelebrieren und spirituell davon profitieren.

Frontale Opposition gegen den Papst

Im Interview spricht Perrin auch über die „frontale Opposition“ der Bischöfe gegen das Motu Proprio.

Er erinnert an die voneinander abgeschriebenen Ausführungsbestimmungen der Bischöfe in Deutschland, der Schweiz und in Polen.

In Frankreich sei die Opposition vor dem Motu Proprio stark gewesen. Danach hätten sich die Bischöfe gehütet, „mißbräuchliche Richtlinien“ zu veröffentlichen.

Doch Perrin berichtet von einer Eindämmungspolitik unter der Führung des Erzbischof von Paris, André Kardinal Vingt-Trois.

Die Bischöfe versuchten, den Priestern das Recht auf selbstbestimmte Ritenwahl zu rauben. Sie wollten sich selber vorbehalten, die Feier der Alten Messe zu verbieten oder zu erlauben.

Nach Perrin ist nur eine Minderheit der französischen Bischöfe bereit, das Motu Proprio bereitwillig umzusetzen.

Der Historiker erwähnt harte Fakten. So wurde im vergangenen Jahr in Frankreich keine einzige altgläubige Personalpfarrei errichtet.

Kein einziges Seminar unterrichtet die künftigen Priester in der Feier der Alten Messe.

Nur der Bischof von Fréjus-Toulon, Mons. Dominique Rey, erlaubt einzelnen interessierten Seminaristen, an privaten Kursen über die Alte Messe teilzunehmen.

In der Erzdiözese Paris läßt Kardinal Vingt-Trois das kleine Tagungszentrum St. Paul des altgläubigen Instituts vom Guten Hirten ohne Regelung in der Luft hängen.

Bisher hat der Kardinal keiner einzigen altgläubigen Gemeinschaft einen Seelsorgeauftrag erteilt.

Der frühere Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Bordeaux, Jean-Pierre Kardinal Ricard, hat dagegen in seiner Erzdiözese zwei Kapellen der Petrusbruderschaft, eine des Instituts Christus König und Hohepriester und das Mutterhaus des Instituts vom Guten Hirten.

Verbesserungen für die Altgläubigen

Nach Angaben von Perrin sind in Frankreich seit dem Motu Proprio etwa vierzig Meßorte im Alten Ritus dazugekommen.

Dagegen hat sich in Lateinamerika und Afrika – mit Ausnahme von Brasilien – praktisch nichts bewegt.

Im Gegensatz zu den Kardinälen André Vingt-Trois von Paris, Karl Lehmann von Mainz und Cormac Murphy O’Connor von London nimmt der Präsident der US-Bischofskonferenz, Francis Kardinal George von Chicago, eine fortschrittliche Haltung ein und ist offen für den Alten Ritus.

Ein Zeichen dafür ist die Tatsache, daß die Seminaristen von Chicago in den Ritus der Alten Messe eingeführt werden. Der Kardinal hat ferner eine Schulung für Priester angeboten, an der sogar ein Weihbischof der Erzdiözese teilnahm.
      
38 Lesermeinungen
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#38   Amanda   13:58:21 | Freitag, 22. August 2008
Jesu Karriere
war aber eine „Karriere nach unten“. Und nach dem Wort Jesu steht der Jünger nicht über dem Meister.
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#37   Krak des Chevaliers   13:43:00 | Freitag, 22. August 2008
ruhrgebietler
es gibt sie tatsächlich: Priester, die Karriere machen wollen. Immer höher und höher hinaus in der Hierarchie. o.O
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#36   r.ruhrgebietler   12:42:33 | Freitag, 22. August 2008
@Krak des Chevaliers – Karriere??
hab ich das richtig gelesen? Ein Priester hat Angst um seine Karriere?? Damit scheint wohl ein weltliche Karriere gemeint zu sein – denn um die seelenrettende, himmlische Karriere bräuchte sich ein echter Priester nicht zu sorgen! Es sei denn, es plagten ihn Gewissensbisse nicht genügend Seelen für Jesus Christus gewonnen zu haben – und damit dem Satan direkt ins Handwerk gepfutsch zu haben.
Wo haben wir also noch Karrieregeile Priester, die sich richt ins Zeug schmeißen für Jesus Christus, um so viele Seelen für den Himmel zu bekehren und zu retten, die hlg. trid. Liturgie zelebrieren, Ohrenbeichte hören, etc…
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#35   Heggi   10:33:28 | Freitag, 22. August 2008
Gotthard
Habe ich gesagt, daß ich Sie nicht kenne?
Übrigens: der lutherische sog. Altbischof Wilkens (er lebt noch) hat mal gesagt, für eine Participatio actuosa genüge es, wenn der Gläubige „Amen“ sage.
Es ist doch ein reichlich schlichtes Argument, das ‘Mitschleppen des Schotts’ zu erwähnen. Nehmen Sie auch kein ‘Gotteslob’ oder keinen sog. Sonntagsschott mit zur Messe? Sitzen Sie nur da herum und hören, was der Priester Ihnen vorbetet?
Sie scheinen reichlich ideologisch verklemmt zu sein. Der NOM ist nicht deshalb für mich ein Problem, weil es der NOM ist, sondern deshalb, weil die liturgischen Vorgaben im Regelfall nicht eingehalten werden. Ich will einer Messe beiwohnen nach den Vorgaben der Kirche und nicht nach den Vorstellungen des Zelebranten oder den Wünschen der Gläubigen
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#34   Krak des Chevaliers   09:21:33 | Freitag, 22. August 2008
Mitarbeiter des Teufels
Sehr treffend auch die Aussage von EB Ranjith: Wer gegen den Hl. Vater arbeitet, macht sich zum Handlanger des Teufels. o.O
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#33   Amanda   09:12:21 | Freitag, 22. August 2008
@möchtegern-kathole
Vielleicht ist es auch die Befürchtung, die Leute könnten durch die überlieferte Liturgie fromm werden?
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#32   möchtegern-kathole   08:31:00 | Freitag, 22. August 2008
@Amanda: „Wovor hat man da nur Angst?“
Das ist eine sehr gute Frage, ich spekuliere mal:
1) Mangelnder Wille zuzugeben, dass die eigene Position nicht die richtige ist – also Stolz
2) Angst, Macht zu verlieren: die Messe als Zankapfel, wer Macht in der Kirche hat: die Meinung, dass wer sich da durchsetzt, die purpurnen Ämter bekomme
3) Tatsächliche, falsche Überzeugung
Was könnte noch Grund für den Widerstand sein?
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#31   Amanda   07:43:29 | Freitag, 22. August 2008
@Krak des Chevaliers
Sehr treffend beschrieben. Der Widerstand gegen das MP ist teilweise enorm. Traurig, dass das Anliegen des Heiligen Vaters immer noch so wenig Gehör findet. Wovor hat man da nur Angst?
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#30   Krak des Chevaliers   07:36:24 | Freitag, 22. August 2008
Defensor Fidei
Mit Ihrer Einschätzung haben Sie vollkommen Recht. Ich würde diese ergänzen durch das Wort VERFOLGUNG. Wir haben in der Tat eine innerkirchliche Verfolgung, die sich gegen Priester und Laien richtet, die sich zum überlieferten Ritus hingezogen fühlen. Ich selbst erlebe in unserem Bistum ein Klima der Angst, dass sogar wohlwollende Pfarrer davon abhält, den gregorianischen Ritus in ihren Pfarreien zuzulassen. Jeder weiß, dass die Bistumsspitze diesem Ritus ablehnend gegenüber steht. Insbesondere junge Priester sind um ihre Karriere besorgt. Also hält sich jeder bedeckt und feiert den alten Ritus im Verborgenen. Ich bin jedoch trotzdem zuversichtlich, dass die Saat aufgehen wird, die der Heilige Vater – Gott schenke ihm noch viele Lebensjahre und lasse seine Widersacher in den Generalvikariaten, Bischofs- und Pfarrhäusern vergehen wie Streu im Wind-mit seinem MP ausgestreut hat. Es wäre eine große Hilfe, wenn die Mitbrüder der Piusbruderschaft – Gott segne sie- sich endlich zur Reconziliation bereit fänden. Für die Modernisten in Bischofs und Pfarrhäusern wäre dies eine herber Schlag ins Kontor. o.O
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#29   Biene Maja   22:41:55 | Donnerstag, 21. August 2008
Frasim
Ich freue mich mit das ist es was ich ausdrücken wollte
Gott segne Sie Gute Nacht angenehme Träume die Biene
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#28   clarissa colonia   22:15:36 | Donnerstag, 21. August 2008
Dann, werter frasim,
lassen Sie sich das von keinem (auch mir und meinen hiesigen Zuschriften) nicht nehmen, aber, lassen Sie auch anderen die Freiheit, das anderswo und anderswie zu erahren. Dessen ungeachtet freue ich mich für Sie, oder besser noch: mit Ihnen!
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#27   Frasim   22:10:55 | Donnerstag, 21. August 2008
@Gotthard
warum sollte ich in diesen ritus antiquior gehen, da mir der normale Ritus in meiner Pfarrkirche absolut genügt…
Danke, ich habe also keinerlei Bedarf.
Ist ok, ich dachte ja nur, weil Sie nach dem „Tiefenerlebnis“ fragten… Ich kann dazu nur sagen: Mir geht es da ähnlich, wie im Artikel beschrieben: Ich schätze die Stille und die ritualisierte Form, die das Geheimnis der Messe ausdrückt. Und ehrlich gesagt habe ich diese Tiefe der Gottesgegenwart im NOM vorher nie gespürt… Und ich empfinde es -auch in einer stillen Messe- überhaupt nicht nur als Beiwohnen, sondern als wirkliches Mitfeiern -still, staunend, anbetend.
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#26   clarissa colonia   21:40:23 | Donnerstag, 21. August 2008
Werter Heggi,
nehmens Sie’s nicht persönlich, aber Ihre hier publizierten Wortspenden lassen im Regelfall auf ein Maximum an Meinung bei einem (kaum erkennbaren) Minimum an Ahnung schließen; aber, wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen perspektivischen Irrtum des Betrachters (also bei mir).
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#25   Gotthard   21:40:12 | Donnerstag, 21. August 2008
ach @heggi
Du scheinst Dir aber schnell ein Bild von einem Menschen, den Du nicht kennst, machen zu können…
Warum sollte ich mir eine stille Trident-Messe antun?
Warum sollte ich extra ein Buch – Schott – mit zur Messe schleppen, um die so wunderbaren und tiefen Texte in ihrer Schönheit und Geistigkeit verstehen zu können?
Warum sollte ich als getaufter und gefirmter Christ mich nicht mehr als Träger = Subjekt der Messe verstehen dürfen in seiner spezifischen Rolle?
Warum sollte ich auf die verständliche Verkündigung der Frohen Botschaft verzichten?
Warum sollte mein Gottes-Lob nur Zierrat sein – während das des Zelebranten das eigentliche Lob Gottes sein soll?
Ich will nicht der Messe „beiwohnen“ – ich will sie mitfeiern!
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#24   Heggi   21:22:38 | Donnerstag, 21. August 2008
genügsamer Gotthard
warum sollte ich in diesen ritus antiquior gehen, da mir der normale Ritus in meiner Pfarrkirche absolut genügt…
Danke, ich habe also keinerlei Bedarf.
Das Bild rundet sich!
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#23   clarissa colonia   21:15:52 | Donnerstag, 21. August 2008
Care defensor,
was Sie alles wissen; Sie sollten uns, die misera plebs, unbedingt auch an weiteren Details teilhaben lassen! Ich schlage dafür zunächst die Klärung der adverbialen Bestimmungen vor.
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#22   Heggi   21:11:15 | Donnerstag, 21. August 2008
HBR HBR
1. „Priesterzentriert“ ist der Ritus, bei dem der Priester wie ein Fernsehkoch in der Mitte steht und „auf dessen Pfeife“ alle hören und manchmal sogar tanzen. Welcher Ritus ist das wohl?
2. „Tridentnisch“ ist aus bekannten Grund die übliche Bezeichnung. Der Papst und Card. Castrillon Hoyos sprechen vom „gregorianischen“ Ritus. Dreimal dürfen Sie raten, auf wen der Ritus also zurück geht.
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#21   möchtegern-kathole   21:09:37 | Donnerstag, 21. August 2008
Mit dem Motu-Proprio …
… verhält es sich eben wie mit Senfkörnern: die einen fallen auf Stein, andere zwischen Dornen, wieder andere werden zertreten, manche werden von Klerikern zerredet, aber ein paar wenige fallen auf fruchtbaren Boden und werden größer als alle anderen Gewächse.
Momentan hat eben die 68er Generation in den meisten Bistümern das Sagen – also Leute, die damals ganz grob gesehen um die 20 waren und heute um die 60 sind. Aber auch diese Generation wird vergehen. Bald wird kein Hahn mehr nach dem NOM krähen.
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#20   Gotthard   20:19:18 | Donnerstag, 21. August 2008
@frasim
Probieren Sie es doch auch ein paar mal aus! Wenn eine gewisse Vertrautheit mal da ist, werden Sie den Unterschied deutlich merken!
warum sollte ich in diesen ritus antiquior gehen, da mir der normale Ritus in meiner Pfarrkirche absolut genügt…
Danke, ich habe also keinerlei Bedarf.
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#19   Defensor Fidei   20:17:57 | Donnerstag, 21. August 2008
Kein Widerstand???
Das soll doch wohl ein Witz sein…
Wenn Seminaristen das Ministrieren in der sog. außerordentlichen Form verboten wird, wenn ihnen der Anschluß an traditionstreue Gruppen verboten wird, wenn ihnen nahegelegt wird, höchstens in den Ferien Messen im überlieferten Ritus zu besuchen (und sich selbst da noch einzelne Priesteramtskadidaten in die Hose machen, weil sie gesehen werden könnten), dann bezeichne ich das als Widerstand.
Wenn Referenten ins Priesterseminar eingeladen werden, die den alten Ritus – der doch vom Papst mit so wunderbaren Worten gelobt worden ist – madig machen, dann bezeichne ich auch das als Widerstand.
Widerstand ist es schließlich auch, wenn ein Bischof intern die Parole ausgibt: „Junge Priester sollen den überlieferten Ritus nicht feiern.“
Wenn jungen Priestern untersagt wird, an (diözesanen) Fortbildungsveranstaltungen für die Feier der tridentinischen Messe teilzunehmen, ist auch das Widerstand.
Wenn die Gruppen, die die Meßfeiern im überlieferten Ritus feiern vom Organisten bis zum Sänger bzw. der Schola alles selber bezahlen müssen, dann ist auch das ein Zeichen von Widerstand.
Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen. Fakt ist jedenfalls, daß es ganz erheblichen Widerstand gibt, der nur von denen geleugnet werden kann, die keine Ahnung haben oder blind sind.
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#18   Frasim   19:19:16 | Donnerstag, 21. August 2008
@Gotthard
Priester, welche die Alte Messe auch nur privat lesen, tauchen in eine neue religiöse Tiefe ein.
eine interessante Behauptung ohne Beweis… worin sollte denn diese neue Tiefe liegen?
Tipp: Probieren Sie es doch auch ein paar mal aus! Wenn eine gewisse Vertrautheit mal da ist, werden Sie den Unterschied deutlich merken! Ich kenne zwei „NOM-Priester“, die bezeugen das genauso…
PS: Vgl. Joh 20,24-29!
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#17   Tridentinus   18:56:59 | Donnerstag, 21. August 2008
@HBR!
Messe aller Zeiten ist halt das Gegenstück zu „Ihrem“ Unfug vom NOM des 16. Jahrhunderts. Damals wurde nämlich erstens ein alter Ritus behutsam überarbeit (vgl. Missale der Röm. Kurie von 1474 mit dem MR1570 und selbst MR1962) und prinzipiell nur dorthin ausgedeht, wo sich kein eigener, zweifelsfrei intakter alter Ritus erhalten hatte (besonders infolge der prot. Reformation lutherischer Prägung).
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#16   HBR   18:44:45 | Donnerstag, 21. August 2008
@Tridentinus
Wieso Unfug? Die alte Messe wurde im Auftrag des tridentinischen Konzils unter Papst Pius V durch das Missale Romanum festgelegt. Übrigens wurde die Form dieser Messe im Laufe der Zeit bis 1962 hier und da noch angepasst. Daher stellt die tridentinische Messe für ihre Zeit auch eine Liturgiereform da. Also nichts mit „Messe aller Zeiten“ ^-^
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#15   Gotthard   18:42:19 | Donnerstag, 21. August 2008
interessant
Priester, welche die Alte Messe auch nur privat lesen, tauchen in eine neue religiöse Tiefe ein.
eine interessante Behauptung ohne Beweis… worin sollte denn diese neue Tiefe liegen?
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#14   Tridentinus   18:36:08 | Donnerstag, 21. August 2008
@HBR!
Ihr Unfug vom NOM des 16. Jahrhunderts ist inzwischen fast noch langweiliger als die täglichen Berichte über eine hl. Messe im Usus antiquior, die irgendwo gefeiert wird. Das sollte normal werden, insofern nicht jedesmal eine Nachricht wert sein!
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#13   Biene Maja   18:27:31 | Donnerstag, 21. August 2008
Bellarmino
Sie sprechen mir aus dem Herzen . In der Messe besonders
die Alte Messe ist viel reicher Spiritualität sie geht in die
Tiefe in dieser so oberflächlichen Zeit man kommt zur
Ruhe man höhrt dann Gottes Stimme viel deutlicher.
Anbetung Ehrfurcht Hinwendung zu Jesus gelingen besser
als bei einer Tschinbum Messe da ist es Sehr laut.
Die Mystik ist leise still man bekommt Ahnung vom Reich Gottes Ewigkeit.
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#12   HBR   18:26:39 | Donnerstag, 21. August 2008
Interessant…ein kleines Grüppchen wird zur Mehrheit
@Tridentinus:
Hier ist Ihre angenommene Minderheit auf jeden Fall in der Mehrheit!
Das mag sein. Projeziert auf die gesamte Kirche aber sind die Anhänger der alten Messe eine kaum auffällige Minderheit.
@Heggi:
Dann gehören Sie also zu den Leuten, die meinen, dass der Rückgang der Gottesdienstbesuche durch eine priesterzentrierte alte Messe gestoppt werden kannt? Ich glaube, dass die breitere Einführung der alten Messe einen Totalleerstand in den Kirchen bewirken würde.
Übrigens, wenn Sie schon den Begriff „NOM“ verwenden, sollten Sie doch zumindest berücksichtigen, dass die Tridentina zum Zeitpunkt des damaligen Konzils auch einen NOM darstellte
@Bellarmino:
Keine, ich wieder hole, keine Messe ist überflüssig!
Grundsätzlich richtig, zumal die Kirche ettliche Riten kennt (römisch, chaldäisch, alexandrinisch, tridentinisch etc.)
wer so etwas behauptet, hat von der Hl. Messe nichts, aber auch gar nichts verstanden.
Es geht hierbei um die Gegenwart Christi unter den menschen…
Das Dumme ist nur, dass ettliche Anhänger der alten Messe diese offenbar als den einzigen Weg zum Heil sehen, so militant wie diese ihren Ritus durchdrücken wollen.
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#11   clarissa colonia   18:24:56 | Donnerstag, 21. August 2008
Werter Robertus,
seid Ihr es, Eminenz, oder wie sollen wir Euch sonst nennen?
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#10   Heggi   18:16:30 | Donnerstag, 21. August 2008
HBR – Na, dann
ist der NOM ebenfalls über kurz oder lang überflüssig, liegt doch der sonntägliche Meßbesuch -je nach Region- inzwischen auch nur noch bei 3% bis 15%, und zwar mit weiter dramatisch absinkender Tendenz.
Zu welcher Gruppe gehören Sie denn nun, als daß Sie hier so kluge Kommentare abgeben können?
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#9   Bellarmino   18:03:33 | Donnerstag, 21. August 2008
Keine
Keine, ich wieder hole, keine Messe ist überflüssig!
wer so etwas behauptet, hat von der Hl. Messe nichts, aber auch gar nichts verstanden.
Es geht hierbei um die Gegenwart Christi unter den menschen…
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#8   Tridentinus   18:01:41 | Donnerstag, 21. August 2008
@HBR!
Warum machen Sie sich die Mühe, so einen Allgemeinplatz loszuwerden? Hier ist Ihre angenommene Minderheit auf jeden Fall in der Mehrheit!
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#7   HBR   17:57:34 | Donnerstag, 21. August 2008
Die alte Messe ist völlig überflüssig
nur ein paar wenige Nostalgiker sehnen sich noch danach.
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#6   clarissa colonia   17:39:24 | Donnerstag, 21. August 2008
Dem Diözesanbischof kommt, und deshalb ist die Kirche ja auch nach wie vor societas perfecta,
omnis potestas ordinaria propria et immediata zu, quae ad exercitium eius muneris pastoralis requiritur (381), die sich innerhalb der Grenzen seines Zuständigkeitsbereichs (Diözese) in den potestates legislandi, exsequendi und iudicandi konkretisiert (391 § 1).
Da hier kein Strafrecht vorliegt (18), sind interpretatio lata und analogia iuris möglich, also können die Regelungen für die anderen ritusverschiedenen katholischen Kirchen (383 § 3) analog für den „usus vetustior“ angewendet werden.
Daraus ergibt sich die Möglichkeit der Anwendung meiner Rechtsauffassung, die aber weder die einzig mögliche, noch die allein richtige zu sein beansprucht.
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#5   Heggi   16:52:29 | Donnerstag, 21. August 2008
clarissa colonia
Zu 3.) Ich kann nicht erkennen, daß hier can 381 u. 383 (in der von Ihnen zitierten Form) angezogen werden können, da es sich nach S.p. beim sog. trid. Ritus und dem des NOM um ein und denselben Ritusin zwei Formen, und zwar im ordentlichen und außerordentlichen Usus handelt.
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#4   clarissa colonia   16:38:01 | Donnerstag, 21. August 2008
Ist der Umgang mit Fakten und Mutmaßungen
nur dem Herrn Historiker, oder dem Herrn Redaktor anzulasten?
1) Welche Konzilien irgendjemand nun kennt (ja mehr noch, welche er kennen will) ist zweifelsfrei reine Spekulation.
2) Aus der Nichterrichtung von Personalpfarreien (die lt. SumPont von den Ortsordinarien errichtet werden können, nicht müssen) auf mangelnden Umsetzungswillen des Motu Proprio (oder gar auf antipäpstliche Frontalopposition) zu schlußfolgern, ist ebenfalls rein spekulativ.
3) Zum (kirchenrechtlich umschriebenen) Aufsichtsrecht der Ortsordinarien über die Seelsorge in ihrem Sprengel ist auch die Frage der Ritenwahl zu rechnen, weshalb auch die Priester anderer Rituskirchen der Regelungshoheit des Ortsordinarius unterstehen (cann. 381 § 1 S, 1 u, 383 § 3).
4) Diese Verpflichtungen (und Rechte) der zuständigen Ortsoberhirten werden auch durch päpstliche Weisungen nicht aufgehoben, solange deren Änderung/Aufhebung nicht in den entsprechenden Dekreten ausdrücklich verfügt ist. Dies ist geltendes Kirchenrecht.
Soweit ich das sehen kann, ist der „Bedarf“ nach „alten“ Messen ja durchaus überschaubar; hier und da gibt es sicher eine Gruppe i.S.v. SumPont, aber Massen sind es wohl nirgendwo, die das wollen. Hatte da etwa eine andere Erwartungshaltung bestanden? Hat die Redaktion oder sonstwer ernsthaft erwartet, daß nun Gläubige an jeder Milchkanne eine „alte Messe“ haben wollen? Ist irgendjemand enttäuscht, daß der Ansturm ausblieb, oder will man diesen vielleicht herbeischreiben?
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#3   Bellarmino   16:32:12 | Donnerstag, 21. August 2008
auch ich
kann diesen widerstand nicht nachvollziehen. man sollte dankbarkeit zeigen, dass nun frieden zwischen zwei blöcken der kirche herrschen könnte, dank des mp des Hl. Vaters. unverständlich, dieser unverstand der bischöfe.
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#2   Mariahilfer   16:17:05 | Donnerstag, 21. August 2008
Selbstbestimmung nur für Feinde der Kirche
Die (hier so genannten) Altliberalen berufen sich nur dort auf die Autorität des Konzils und des Heiligen Vaters, wo es ihnen in den Kram passt bei der mehr oder weniger bewussten Zerstörung der Kirche von innen. Ebenso gilt ihnen Selbstbestimmung nur dann als Tugend, wenn sie in ihrem Sinne ist. Jedes litugische Experiment ist ihnen recht, jede eigenmächtige Veränderung der Messordnung billig.
Nur das Zelebrieren der Mess im „Alten Ritus“ (richtig: in der außerordentlichen Form) ist ihnen vom Bösen und nicht tolerabel.
Warum treten diese Leute, die alles Katholische hassen, nicht zum Protestantismus über statt zu versuchen, aus der katholischen eine protestantische „Kirche“ zu machen?
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#1   r.ruhrgebietler   15:59:01 | Donnerstag, 21. August 2008
das ist und bleibt gut
viva trid. Liturgie!
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