kreuz.net Katechismusklasse: Warum Christus sterben, aber nicht an den Masern erkranken konnte
In der vorösterlichen Bußzeit streitet sich ein katholisches Mütterchen mit einem gescheiten Häretiker. Es geht um die Leidensfähigkeit Christi. War Er, der ohne Sünde war, nicht leidlos im Leiden und unsterblich im Tod?
„Vor der Ankunft Christi war kein Philosoph mit all seiner Geisteskraft imstande, eine solche Kenntnis
über Gott und über die für das Ewige Leben notwendigen Dinge zu haben, wie sie nach der Ankunft Christi
ein Mütterchen durch ihren Glauben besitzen kann.“ Thomas von Aquin († 1274)
Häreticus: Freunde, schreibt
euch das hinter die Ohren: Der Leib Christi war von der Menschwerdung an unsterblich und leidensunfähig.
Darum war unser Herr und Meister auch dem Fleische nach leidlos im Leiden und unsterblich im Tod.
Katholisches
Mütterchen: Aber, hochwürdiger Professor, ist Christus für unsere Sünden am Kreuz vielleicht nicht
wahrhaft gestorben? Ich war immer davon überzeugt, daß Christus für uns wirklich gelitten hat.
Häreticus:
Gutes Frauchen, kann denn der wahre Sohn des allmächtigen Gottes, das Abbild des Ewigen, dem niederen
und gottesunwürdigen Schmerz erliegen?
Katholisches Mütterchen: Gottesunwürdig? Jesus Christus wurde,
obwohl er der Gottheit nach unsterblich und leidenunfähig war, der Menschheit nach leidensfähig und
sterblich. So hat er für das Heil des Menschengeschlechtes am Kreuz gelitten und ist gestorben.
Häreticus:
Edles Weib, verstehen Sie die Dinge nicht in einer so einfältigen Wörtlichkeit. Wissen Sie vielleicht
nicht, daß Leid und Tod die Folge der Erbsünde sind? War er, der wahre Gott vom wahren Gott, vielleicht
mit der Sünde Adams behaftet?
Katholisches Mütterchen: Mein Herr Professor, man lehrte mich diesbezüglich
zu unterscheiden: Natürlich war Christus frei von der Erbsünde. Er litt an körperlichen Defekten, nicht
weil diese wie bei den übrigen Menschen eine Folge der Erbsünde waren, sondern weil er sie freiwillig
für unsere Sünden annahm.
Häreticus: Ich muß dagegen behaupten, daß der wahre Gottessohn nur der
wahre Gottessohn sein konnte, wenn er mit keiner Schwäche der gefallenen Menschennatur behaftet gewesen
ist.
Katholisches Mütterchen: So deutet mir das Evangelium! Wenn es da heißt, unser Heiland habe an
Hunger und Durst gelitten, Ermüdung gespürt und den Schlaf gesucht. Außerdem hat er die Geißelung
erlitten und die Dornenkrönung und ist schließlich unter furchtbaren Schmerzen gekreuzigt worden.
Häreticus:
Meine liebe Frau, ich werde Ihnen diese Dinge gerne erklären. Doch zuvor beantwortet Ihr mir eine Frage.
Aus welchem Grund hätte Christus seinem göttlichen Leib die Schädigungen des Sündenfalls zumuten sollen?
Katholisches Mütterchen: Der Grund, mein Herr, ist ein dreifacher: Der Heiland nahm die Folgen der Erbsünde
erstens freiwillig an, um für die Sünden der Menschen stellvertretend Sühne leisten zu können. Ferner
konnte Christus dadurch die Wahrhaftigkeit seiner menschlichen Natur erweisen. Und drittens gab er uns
Sündern ein Beispiel, damit wir nach seinem Vorbild das Leiden in Geduld ertragen. Nun seid aber ihr
an der Reihe, meine Frage zu klären.
Häreticus: Nun denn. Die Frage nach dem Zeugnis des Evangeliums
beantwortet sich am besten mit einer Gegenfrage. Hat unser Herr und Meister, als er im Heiligen Land als
Mensch lebte, vielleicht an Schnupfen, Grippe oder Lungenentzündung gelitten?
Katholisches Mütterchen:
Das, mein gebildeter Freund, habe ich nie behauptet. Die Erlöseraufgabe Christi erforderte nur die Annahme
der allgemeinen menschlichen Defekte. Die allgemeinen menschlichen Defekte sind jene Schäden, die sich
aus der Eigenart der gefallenen menschlichen Natur ergeben, nämlich Hunger, Durst, Müdigkeit, Schmerzempfindung
oder die Gewißheit des sicheren Todes. Im Unterschied zu den allgemeinen sind die besonderen Mängel
der gefallenen menschlichen Natur zu unterscheiden. Zu diesen zählen Krankheiten und Verletzungen, wie
zum Beispiel Pocken, Röteln oder Masern, Beinbrüche, Depressionen und Schizophrenien. Krankheiten des
Leibes und der Seele sind für Christus auszuschließen.
Häreticus: Wollt Ihr, dummes Frauchen, damit
auch behauptet, daß Christus auch den Reizen seiner Sinne ausgeliefert gewesen wäre?
Katholisches Mütterchen:
Natürlich war Christus sinnlichen Affekten unterworfen. Dafür gibt die Heilige Schrift eindeutige Hinweise.
So konnte der Heiland betrübt sein. Er weinte, blickte zornig, gewann jemanden lieb oder freute sich
seiner Jünger wegen.
Häreticus: Aber aber, gute Frau, das sind doch bloße poetische Stilmittel der
Evangelisten, um eine allgemeine Stimmung zu beschreiben.
Katholisches Mütterchen: Das ist keine Poesie,
sondern Ausdruck des menschlichen Seins. Die Regungen der Sinne gehören zur Natur des Menschen. Sie waren
auch für Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, natürlich. Gewiß, bei Christus richteten sich die
sinnlichen Regungen niemals auf einen unerlaubten Gegenstand. Leidenschaften konnten nicht ohne oder gegen
seinen Willen entstehen. Niemals errangen sie die Herrschaft über seine Vernunft. Es gab in Christus
keine sittliche Unordnung. Die Leidensfähigkeit Christi steht nicht im Widerspruch zu Seiner intellektuellen
und moralischen Vollkommenheit.
Häreticus: Mir scheint, liebe Frau, Ihr huldigt nicht dem absoluten
Gott, sondern eher einer Gestalt aus dem griechischen Mythos.
Katholisches Mütterchen: O nein. Es geht
hier nicht um Mythen, sondern um klare Unterscheidungen. Möge Christus diesbezüglich Euren Verstand
erleuchte. Denn unsere Krankheiten hat er getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen.
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2 Lesermeinungen
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sonder bar was war das für ein leiden? was sollte es Gott stören, was sollte Er leiden? wenn Er doch
Gott ist? was sollte Gott dem menschen nachempfinden, wenn Er doch Gott ist? für den wimpernschlag Seines
lebens, sollt’ Er mensch sein? und der rest? schon als Er sah, dass die ägyptischen soldaten in den fluten
des roten meeres ertranken, da trauerte Gott um Seine Geschöpfe. mitgefühl hat Ihn Sich immer um Seine
schöpfung kümmern lassen. Gott kennt das leiden nicht, nur weil Er mal für ca. 33 jahre „mensch“ war,
und was kennte Er das leid, wenn Er nicht auch masern, grippe, ein gebrochen bein hatte? wenn Er nicht
den herzschmerz hatte, sich nach einer frau zu sehnen, zu sehen, dass Seine kinder sterben… aber, hat
Er dies nicht alles selbst schon zuvor erlebt? hat Er nachempfinden können, den schmerz, dass Er sich
von Gott abwandte und als verlorener sohn vegitieren musste? nein, als mensch konnte Er dem menschen nichts
nachempfinden, denn das hiesse, dass Er als Gott unempfindlich, nicht mitfühlend wäre! doch dess bin
ich gewiss, Er weiss um meine fehler, Er weiss, dass zwischen mir und Ihm nichts ist, da ist kein platz
für ein jesus oder eine kirche amen
Ein schöner Artikel, aber als katholisches Mütterchen kommt mir die Alte nicht durch. Die ist eine mit
allen Wassern gewaschene, ausgefuchste Apologetin. Vernab von volksfrommer Sturheit. hehe :)