St. Pölten
Rebell rehabilitiert
Bischof Klaus Küng von St. Pölten beabsichtigt offensichtlich, den in ganz Österreich für seine Tiraden gegen Papst und Kirche bekannten Benediktinerpater Udo Fischer zu rehabilitieren.
(kreuz.net, St. Pölten) Bischof Klaus Küng hat offensichtlich die Absicht, den Benediktinerpater und Pfarrer von Paudorf in der Diözese St. Pölten wieder in Amt und Würde einzusetzen. Am vergangenen Montag soll er dem Geistlichen in einem persönlichen Gespräch die offizielle Wiedereinsetzung in Aussicht gestellt haben. Dies berichtete die linksliberale österreichische Tageszeitung „Standard“ am Mittwoch.

Paudorf befindet sich unweit des niederösterreichischen Benediktinerklosters Göttweig, zu dem Pater Udo Fischer gehört. Die Pfarrei wird vom Kloster betreut, und der Abt von Göttweig hat bei der Besetzung der dortigen Pfarrstelle ein Vorschlagsrecht.

Im Frühjahr 1998 wurde Pater Udo von seinem damaligen Diözesanbischof Kurt Krenn abgesetzt, nachdem er gegen diesen heftige Attacken geritten hatte. Nach seiner Absetzung schlug ihn der Abt des Stiftes Göttweig, Clemens Lashofer, ein zweites Mal als Pfarrer von Paudorf vor. Der Bischof rührte sich nicht mehr, und so blieb alles beim alten Pfarrer.

Pater Udo startete seine kirchliche Laufbahn als treuer Sohn des späteren Kardinals Hans-Hermann Groer und als eifriger Jünger der Apostolatsbewegung „Legion Mariens“, wo er sehr segensreich wirkte. Dann wurde Fischer Mönch und Priester.

Über die Gründe, warum der fromme Pater plötzlich ins radikal-progressistische Lager geschwemmt wurde, gibt es nur Spekulationen. Seither ist der ehemalige Apostel der „Legion Mariens“ österreichweit zum Sprachrohr des linken Widerstandes geworden. Erst kürzlich hat er auch Bischof Klaus Küng angegriffen.

Es werde Gespräche zwischen Bischof Küng und Abt Lashofer geben, meinte Pater Udo jetzt gegenüber dem „Standard“: „Ich kann noch nicht sagen, wann genau ich wieder offiziell im Amt bin“.

Aus dem Büro von Bischof Küng kam ebenfalls eine Stellungnahme: „Wir haben alles in die Wege geleitet. Es sollte so bald wie möglich sein.“

„Das Treffen ist sehr positiv verlaufen, und wir haben so gut wie alle Altlasten aufgearbeitet“, meinte Pater Udo im Gespräch mit dem „Standard“. Er sei froh, daß es jetzt durch Bischof Küng zu einem Neubeginn zu kommen scheine.

„Die Freude ist natürlich in der Pfarre jetzt riesengroß. Feiern werden wir aber erst dann, wenn wir meine Wiedereinsetzung auch schriftlich in Händen halten“, erklärte der Konventuale des Benediktinerstiftes Göttweig.

Pater Udo hatte bislang eine schriftliche Entschuldigung verlangt. Auf diese Forderung hat er jetzt offenbar verzichtet. „Bischof Küng und ich haben uns darauf geeinigt, daß keiner von uns beiden irgendwelche Bedingungen stellen wird.“
      
3 Lesermeinungen
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#3   Yersinia   20:53:17 | Freitag, 23. September 2005
eine Beobachtung, die ich
– so scheint es mir zumindest – schon des öfteren machen konnte: gerade aus kirchentreuesten, konservativen Jungkatholiken werden später oft die größten „Revoluzzer“;
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#2   sttn   00:07:24 | Donnerstag, 3. März 2005
Find ich gut…
Ich finde es wichtig und richtig das auch innerhalb der Kirche das vorgelebt wird was uns Jesus gesagt hat.
Das ist nicht immer einfach, weiß ich aus eigenster Erfahrung, deshalb Hut ab vor Bischof Klaus Küng
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#1   Vetter Taferl   18:48:12 | Mittwoch, 2. März 2005
Frage: Hat jemand etwas anderes erwartet?
S. Ex. Bischof Küng hat doch schon in der Diözese Feldkirch nicht anders gehandelt!
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