(kreuz.net) Vor 45 Jahren stand Hw. Erich Weingart (75) den ersten Jazzmessen im Bistum Würzburg vor.
Das berichtete die Kirchenzeitung des Bistums Würzburg ‘Sonntagsblatt’ am Mittwoch.
Der Geistliche
wirkt heute als Pfarrer in Maibach und Holzhausen. Die Gemeinden befinden sich rund 50 Kilometer nordöstlich
von Würzburg.
Die erste Jazzmesse fand in den Jahren 1964 oder 1965 statt: „Zum Schrecken der Kirchenmusiker“ –
erzählt der Priester.
Inzwischen hat die „moderne, rhythmische Musik“ Einzug in die Kirchen gehalten –
so die Zeitung: „Gerade in Jugendgottesdiensten und auf Kirchentagen haben die traditionellen Gotteslob-Lieder
beinahe ausgedient.“
Schon als Kind hat sich Hw. Weingart für die Musik der Amerikaner, den Jazz, interessiert.
Als jungen Priesteramtskandidaten trieb es ihn, diese Musik auch in den Gottesdienst zu übertragen:
„Wir haben schon im Priesterseminar angefangen mit rhythmischen Psalmen in unserem Kurs, in dem übrigens
auch Weihbischof Helmut Bauer war.“
Als Kaplan in Aschaffenburg ging es Hw. Weingart darum, „daß der
Rhythmus mal in die Kirche kommt.“
„Das hat sich dann bald durchgesetzt und ist bis heute fester Bestandteil
der Kirchenmusik. Darüber bin ich sehr froh“ – so der Priester.
Er erinnert sich, auch vor Bischof Josef
Stangl von Würzburg († 1979) einen Psalm mit Rhythmus gemacht zu haben:
„Er hat nicht gerade Purzelbäume
geschlagen vor Begeisterung und als die große Trommel dröhnte, da hat er erst ein wenig ängstlich geschaut,
aber er hat das nie gerügt.“
Schließlich erhielt die Gruppe von Hw. Weingart – in der Diözese allgemein
als „Herz-Jesu-Band“ bekannt – vom Bistum sogar einen Bus zur Verfügung gestellt:
„Mit dem sind wir
dann am Wochenende hinaus in die Städte und haben etwa die Dekanatstage mitgestaltet, oder auch den Diözesantag
in Würzburg“.
Außerdem gab es am Samstagabend den Herz-Jesu-Keller: „Da haben wir wirklich die ganze
Stadtjugend auf die Beine gebracht und Tanzmusik gemacht, von den Beatles bis zu Improvisationen.“
Der
„Sinn der Sache“ ist nach Hw. Weingart, daß die Gemeinde durch den Rhythmus mitgerissen und beteiligt
wird.
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81 Lesermeinungen
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@Guttenberger as Problem ist doch, daß die gelebte Wirklichkeit des Christentums mit der nur aus der
Literatur bekannten, also kodifizierten, Wirklichkeit der fernöstlichen Religionen verglichen wird. Da
hierbei die „Ärgernisse, die sich einzustellen pflegen“ (regula Benedicti) in den anderen Religionen
unberücksichtigt bleiben, müssen diese bei einem Vergleich notwendigerweise besser abschneiden. Nur
unsere Naivlinge, insbesondere 68er, sehen das nicht oder wollen es nicht sehen. Im Übrigen haben die
Äpfel aus Nachbars Garten schon immer besser geschmeckt, als die eigenen! Fühlt man sich in seiner eigenen
Religion erst dann richtig angekommen, wenn man alles andere schlecht machen kann? Braucht die eigene
„Rechtgläubigkeit“ auf diese Weise immer wieder Bestätigung? Ich bin sicher, bevor ich Ihren tadellosen
Grad an Frömmigkeit erreicht habe, werden noch ganze Ewigkeiten ins Land ziehen müssen. Sie dürfen
sich nun selber auf die Schulter klopfen! Btw: Ich zähle weder zu „Ihren Naivlingen“ und erst recht nicht
zu den 68ern, da ich zu der Zeit noch nicht einmal in Planung war. Davon abgesehen kenne ich den Buddhismus
nicht nur aus Büchern, sondern konnte die Weltanschauung in Asien vor Ort erleben.
@Brandenburgis na, viel genutzt hat das Studium ja nicht. Was mal wieder zeigt, dass Ausbildung und Bildung
nicht unbedingt was miteinander zu tun haben.
#77 Brandenburgis 13:41:25 | Freitag, 29. August 2008
@LAndorganistII Ich bin Absolvent einer (1) Berliner Universität, und kenne die drei anderen ebenfalls
von „ganz innen“. Womit ihre Lügerei mal wieder erwiesen ist.
Guten Morgen, allerseits! @Galatea: Frauenpower? Wer auch immer das aufs Tapet gebracht hat – ich war
es nicht, ehrlich! @HeinrichvonOfterdingen: Ich muss gestehen, eine Universitätsausbildung war mir nicht
vergönnt. Ich scheiterte seinerzeit am – völlig unerwarteten – „numerus clausus“. Anderenfalls wäre
ich heute wohl Dolmetscherin…
Danke, werter Jörg! Für die historischen Einzelheiten „meiner näheren Heimat“ habe ich mich bisher
noch nicht interessieren können, weil darüber leider nichts im Stowasser steht. cc.
#66 Phillip 23:09:21 | Donnerstag, 28. August 2008
@Clarissa Danke für Ihre Ermutigung! Ich glaub ja, daß Sie Sich normalerweise ganz anders ausdrücken
und Sich hier lediglich sprachlich etwas austoben. In meiner Phantasie arbeiten Sie in einer Imbiss-Bude
in Catrop-Rauxel Süd und verkaufen Pommes mit und ohne Tunke. Nach Feierbend holen Sie dann den Kleinen
Stowasser unter dem zu kurzen Tischbein hervor und aus Elsbeth Koslowski wird Clarissa Colonia. Wenn es
anders ist, will ich es nicht wissen! Gute Nacht!
Richtig, werter Phillip, über Geschmack braucht man sich sogar nicht zu streiten; und ich werte es als
ermutigendes Zeichen, daß ein junger Mann wie Sie in den Deklinationsschemata noch Unterhaltungswert
und Inspiration findet. Nur weiter so!
cc: andere Religionen Das Problem ist doch, daß die gelebte Wirklichkeit des Christentums mit der nur
aus der Literatur bekannten, also kodifizierten, Wirklichkeit der fernöstlichen Religionen verglichen
wird. Da hierbei die „Ärgernisse, die sich einzustellen pflegen“ (regula Benedicti) in den anderen Religionen
unberücksichtigt bleiben, müssen diese bei einem Vergleich notwendigerweise besser abschneiden. Nur
unsere Naivlinge, insbesondere 68er, sehen das nicht oder wollen es nicht sehen. Im Übrigen haben die
Äpfel aus Nachbars Garten schon immer besser geschmeckt, als die eigenen!
#61 Phillip 22:50:27 | Donnerstag, 28. August 2008
@Freimaurerin/Amanda Tatsächlich? Ich finde Clarissa ist genauso unterhaltsam und inspirierend wie ein
Deklinationsschema. Aber über Geschmack sollman ja nicht streiten…
#60 Galatea 22:48:29 | Donnerstag, 28. August 2008
Eine tolle Idee, Amanda, das mit der Frauenpower. Seitdem hat das Niveau um gefühlte 100 Prozent pro
Stunde abgenommen. Nichtsdestoweniger – Sie werden es ja wissen.
Lieber Brandenburger, Ihre Beiträge sind nicht „snobistisch“ und „eurozentristisch“ sondern dumm und
frech. … ich halte die Beiträge unsrer Matrone für überheblich und hochmütig, was den Inhalt betrifft,
für geschwollen und ungezogen, was die Machart betrifft. Nicht immer, zugegeben, aber häufig. Ik gloobe
ik lieche da nich so falsch!
damit sich die Gemüter beruhigen, hier de.youtube.com/watch?v=JS37bQ-SN_4 nun wieder ein echt katholisches
Stück Kirchenmusik, komponiert von einem 150%igen Katholiken, für DAS kirchliche Musikinstrument schlechthin.
Werte Amanda, danke für Ihre Zustimmung zu meinen – zugegebenermaßen – snobistischen und eurozentristischen
Ansichten, die es auch beinhalten, daß ich den Weg zu anderen „Religionen“ als Abfall vom Glauben sehe.
Glaube, obwohl für mich persönlich nur von mäßigem missionarischem Impetus befeuert, ist, darin muß
ich unserer Kollegin Rottenmeier widersprechen, eben gerade keine Sache des Gefühls, zumindest nicht
vorwiegend oder allein. Das Richtige zu erkennen ist nicht zwangsläufig mit Gefühlen der Erfüllung
oder Befriedigung verbunden; eher im Gegenteil. Und wenn daraus dann ein Glaube reift, dann ist er kein
Kind emotionaler Hochzeit.
@clarissa colonia Sie haben ganz recht, meine Liebe – warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt
so nah? Wir haben im Christentum noch so manchen spirituellen Schatz zu heben, nicht nur die RB, welche
heute noch so zeitlos gültig ist wie vor 1500 Jahren, als sie entstand. Dagegen kommt kein Feng Shui
an!
Siehste, der war das nämlich mit den Manager-Seminaren! Die müssen den guten Mann irgendwie vermurkst
haben. Das ist schon eine Schande für den Benediktinerorden, was der sich da herausgenommen hat. Mit
der RB ist das jedenfalls nicht kompatibel!
#45 für die Kirche 18:34:26 | Donnerstag, 28. August 2008
@Amanda: Der Abt Notke Stimmt’s, ich habe mich auch über ihn geärgert! Vielleicht ist er so weltfremd,
daß er die Not und Leiden anderer Leute gar nicht kennt? Da er ja doch von der Welt laute Manager kennenlernt.
@samura: Wir sind nicht oft einer Meinung, das ist wahr! Um so froher bin ich, dass es nun doch mal so
ist. Was Benedikt festlegte, das drückte ca. 1300 Jahre später ein gewisser Karl Marx so aus: „Jeder
nach seinen Fähigkeiten – jedem nach seinen Bedürfnissen.“ Und gerade deshalb war ich zunächst erstaunt
und dann empört, als vom Herrn Abtprimas, dem ranghöchsten Benediktiner, in einem Interview www.sueddeutsche.de/…ft/artikel/351/96255/
unsägliche Äußerungen bezüglich des angeblichen Anspruchsdenkens zu vernehmen waren. Anderswo soll
er gesagt haben, wenn es nach ihm ginge, würden Hartz-IV-Empfänger noch weniger Geld bekommen. Der Mann
hat seine Ordensregel anscheinend nicht gründlich gelesen. Seitdem ist der bei mir unten durch. Aber
Benedikt von Nursia kann ja nix dafür…
Werte Clarissa, Was ich aber seitens der „Alle-Religionen-sind-gleich-gut-Menschen“ nie verstanden habe,
ist warum es dann „Religionen“ aus Hinterindien, Südkorea oder den Malediven sein müssen. Wenn denn
(aus entsprechender Perspektive) alles gleich gut wäre, könnte man ja auch beim Eigenen bleiben. Statt
dessen wird auf Teufel-komm-raus fengshujisiert, reikisiert, chigongisiert, zenisiert, etc., weil das
ja alles „so tiefe spirituelle Erfahrungen beinhaltet und erschließt ich versuche mal, es zu erklären:
Einige der letzten von Ihnen genannten Aspekte sind Zeitgeistphänomene wie eben auch beispielsweise die
Popkultur-Kaballistik. Madonna sagt, sie stehe auf Kaballa und plötzlich fangen 1000 Teenies an, sich
dafür auf oberflächliche Weise zu interessieren, ebenso wie der teilweise haarsträubende Reiki-Unsinn,
bei dem gelangweilte deutsche Frauen glauben, in einem Wochenendkurs in einem hanebüchenen Esoterikzentrum
für überteuerte Seminargebühren irgendwas zu lernen. Warum nicht beim eigenen bleiben? Da wird man
in ein religiöses System reingeboren, getauft und merkt aber mehr und mehr, dass man sich nicht damit
identifizieren kann, man sitzt nur physisch in der Kirche, folgt aber nicht der Predigt, die Gedanken
schweifen ab. Plötzlich lernt man eine Religion kennen und kann nicht mehr davon lassen, saugt alle Infos
auf wie ein Schwamm, stimmt mit dem Wertesystem völlig überein und macht evtl. auch eine ganz persönliche
Erfahrung. Kurz und gut: Es fühlt sich einfach richtig an.
#42 für die Kirche 17:30:22 | Donnerstag, 28. August 2008
@Samurai: mehr oder weniger zu essen Ist es denn modern, daß jeder Bruder nach seinem Bedürfnis so und
so viel Essen bekommt? Fließband, Standarisierung, Rationalisierung… Alles Erfindung der modernen Zeit.
Menschen als Nummern zu behandeln: Chipkarten für alle, alles Moderne. Aristoteles sprach von einer proportionalen
Gerechtigkeit, gerade in dem von Ihnen erwähnten Sinne. Das Heilige Römische Reich: jeder Stand hat
eigene Rechte und Reglungen. Gleichheit vor dem Gesetz: neueren Datums.
Werte Amanda, nicht, daß ich jetzt den Wert der regula benedicti relativieren will (wofern das bei seiner
Größe denn überhaupt möglich wäre); aber, es müßte noch nicht einmal die Regula sein, da es noch
eine große Zahl ungehobener Schätze christlicher Provenienz zu heben gilt. Was ich aber seitens der
„Alle-Religionen-sind-gleich-gut-Menschen“ nie verstanden habe, ist (jetzt mache ich mir bestimmt wieder
Feinde), warum es dann „Religionen“ aus Hinterindien, Südkorea oder den Malediven sein müssen. Wenn
denn (aus entsprechender Perspektive) alles gleich gut wäre, könnte man ja auch beim Eigenen bleiben.
Statt dessen wird auf Teufel-komm-raus fengshujisiert, reikisiert, chigongisiert, zenisiert, etc., weil
das ja alles „so tiefe spirituelle Erfahrungen beinhaltet und erschließt“ …
#40 Samurai 17:24:48 | Donnerstag, 28. August 2008
Liebe Amanda,wir sind nicht oft einer Meinung,… aber hier stimme ich Ihnen absolut zu. Benedikt sagte
ja z.B. nicht, daß jeder Bruder so und so viel essen darf, sondern auch, daß der mehr (!) bekommt, der
es nötig hat – sehr modern gedacht.
Lieber Samurai, ich weiß, dass Sie das ernst meinten! Und ich meine es auch ernst: Es gibt kein so weises
Konzept für die Führung von Menschen, wie es die RB ist! Ich selbst lebe seit über zehn Jahren nach
dieser Ordensregel, bin jedoch keine Nonne. Ich bin überzeugt: Würde diese Regel richtig angewandt –
da gebe ich Clarissa recht –, dann würde in der Wirtschaft vieles anders laufen!
„Benedikt für Manager“ Hält nicht beispielsweise der Abtprimas Notker Wolf derartige Seminare ab? Wobei
ich zuweilen geneigt bin zu glauben, dass eher die Managermentalität auf Herrn Wolf abgefärbt hat, als
die RB auf die Manager…
#33 für die Kirche 16:21:31 | Donnerstag, 28. August 2008
@Oleander; @Samurai; @Gotthard @Oleander&@Samurai: Ok, kann auch eine Geschmackssache sein. In unserem
globalen Zeitalter kann der Glaube in einer anderen Kultur zu einem anderen Ausdruck kommen. Ich hoffe
nur, daß die europäische Musik nicht deshalb verkommt, denn wenn die Europäer selber ihre Tradition
und Kultur nicht mehr pflegen, wer macht das sonst? Vielleicht die Japaner? Die haben die H-Moll-Messe
von Bach so gut einstudiert. Und die Chinesen haben kürzlich vor Papst das Requiem von Mozart vor Papst
aufgeführt. Andere Völker können sich durchaus die westliche Kultur aneignen, aber das nur auf eine
theoretische Art. Diese Kultur hat ihre Humus in Europa. Andere Völker lernt sie als etwas Fremdes und
paßt sie an die eigene Kultur an, so wird sie transformiert, was zwar ein dynamischer Prozeß ist und
durchaus was Positives an sich hat, aber authentisch ist sie nicht mehr. Soll die europäische Kultur
dann langsam den Status einer vergangenen Kultur wie die antike Kultur erhalten? Traurig. Hoffentlich
nicht wahr. @Gotthard: das stimmt. Daher kann sakrale Musik ohne instrumentale Begleitung auch sehr schön
sein.
#32 Gotthard 16:09:55 | Donnerstag, 28. August 2008
Orgel Die Orthodoxen verwenden nicht einmal Orgel. In der Mehrzahl der katholischen Kirchen Afrikas und
Asiens – wie auch Lateinamerikas gibt es keine Orgeln…
Aus der Regel des heiligen Benedikt: „Die Brüder dürfen übrigens nicht der Reihe nach vorlesen oder
vorsingen, sondern nur, wenn sie die Zuhörer erbauen.“ (Kap. 38, 12)
#29 Samurai 15:56:26 | Donnerstag, 28. August 2008
Ach, „für die Kirche“ Ich bin kein Musiker aber Gospelliebhaber und liebe zu passender Zeit auch eine
Mozartmesse. Aber wenn ich die Gläubigen in der Messe ein begeistertes „Oh, lord, hear my prayer“ als
Antwort auf die Fürbitten oder ein – an passender Stelle angebrachtes „Lord,I lift your name on high!“
singen höre, ist es mir lieber als ein lustlos gesungenes „Grooosser Gott, wieerr loooben dich“ Ein afrikanischer
Christ sagte mir mal: „Warum feiert ihr die Gottesdienste nicht!“
#28 oleander75 15:56:08 | Donnerstag, 28. August 2008
Konventionen also wenn ich zur Bundekanzlerin gehe und würde mir eine Krawatte anziehen, dann wäre das
aufgesetzt und unpassend. ich besitze nicht einmal eine… Authentisch bin ich in anderen Kleidungsstücken,
ohne dabei vergammelt auszusehen. Für manche Gruppen ist eben moderne Musik (wie auch immer) passend
und authentisch – und passt dann in den Gottesdienst. Man kann auch Gottesloblieder und anders schlampig
runternudeln, dass man am liebsten sagen würde „Hört auf das passt nicht in einen Gottesdienst“, das
wäre dann wie wenn man mit einer zuknitterten Krawatte bei der Bundeskanzerlin auftaucht.
#27 für die Kirche 15:49:06 | Donnerstag, 28. August 2008
@Samurai: was ist kirchlicher? Offensichtlich darf man kein Instrument „diskriminieren“. Aber es gibt
auch Konventionen, die bestimmen, was zu welcher Situation gehört: Wenn ich von der Bundeskanzlerin empfangen
werde, kann ich auch nicht im T-Shirt auftauchen. Aber T-Shirt ist auch kein schlechteres Kleidungstück
als ein Kostüm. Mozart beachtet auch solche Konventionen. Er hat über seinen Schüler (der jenige, der
die Requiem-Messe fertig geschrieben hat) geschimpft, der diese Konventionen nicht verstanden hat. Bin
selber keine Musikerin, aber durchaus gibt es Tonarten, die als besonders kirchlich gelten und aufgrund
der Konvention bei Hörern schnell das Gefühl der Ehrfurcht hervorruft. Auch die Schubert-Lieder verwenden
spezifische Tonleiter, um bestimmte Gefühlsarten zu kodieren. Musik ist wie eine Sprache, und genauso
wie wir beim Schreiben auf Stilebene achten müssen, darf man die Musiksorten auch nicht blind anwenden.
#26 Samurai 15:47:10 | Donnerstag, 28. August 2008
@ Landorganist Es gibt Unterschiede: – Gospel = Geistliche Lieder – auch Kirchenlieder der (ehemaligen)
Sklaven, schon vor 1865 existent. – Black Gospel/Spiritual = Kirchenlieder der afroamerikanischen Gemeinden,
von Jazz und Blues beeinflusst. Zeit: ab etwa 1870
#25 oleander75 15:43:15 | Donnerstag, 28. August 2008
@landorganist und für die Kirche Verbesserung zurück: Man kann Gospels sehr wohl liturgisch stimmig
im Gottesdienst (auch Eucharistiefeier) einsetzen. Eben zu den Teilen des Propriums – beim Ordinarium
wirds schwierig, das gebe ich zu. Es geht prinzipiell nicht um Musik, sondern um Gebet. Die Musik dient
nur zur Untermalung. Sobald die Musik sich selbstverständlicht, verliert der Gottesdienst seine Bedeutung.
Das wiederspricht jetzt ja jeder Orchestermesse. Und ist nicht ein voller Begeisterung gesungenes Großer
Gott oder Christ ist erstanden ein wundervolles Gebet das auch die Herzen der Menschen anrührt? Ich glaube
man darf das Gebet nicht zu eingeschenkt sehen. Und ich kann beim Klavier oder Orgel spielen wunderbar
beten. Eben in einer anderen Ausdrucksform.
#24 Samurai 15:38:38 | Donnerstag, 28. August 2008
Kein Instrument ist kirchlicher als ein anderes und ich habe schon mehrfach Jazzmessen mitgefeiert, in
denen sowohl Lobpreis als auch – z.B. nach der Kommunion – Zeiten der Stille ihren Platz hatten.
#23 landorganist 15:36:24 | Donnerstag, 28. August 2008
@Oleander Ich muss auch Sie verbessern: Gospelgesänge sind keine Kirchenlieder, sondern Sie sind Gesänge
der Sklaven, die auf den Feldern angestimmt wurden. Diese Gospels handeln i. d. R. von der Sehnsucht nach
Freiheit, von der Abschaffung der Sklaverei und Gleichberechtigung. Deshalb passen Gospels auch nur selten
thematisch in die Liturgie einer hl. Messe und gehören nur bedingt in den Kirchenraum.
#22 für die Kirche 15:35:37 | Donnerstag, 28. August 2008
@oleander75: Gospel Gospel ist der Ausdruck einer anderen Konfession, diese Art Musik paßt in eine andere
Art von Versammlung, und ich gebe zu, sie ist sehr gute Musik. Aber zum katholischen Gottesdienst paßt
sie nicht. Man kann sie schon singen, auch in der Kirche, aber eben nicht während der Eucharistischen
Feier. Die Orthodoxen verwenden nicht einmal Orgel. Es geht prinzipiell nicht um Musik, sondern um Gebet.
Die Musik dient nur zur Untermalung. Sobald die Musik sich selbstverständlicht, verliert der Gottesdienst
seine Bedeutung. Ich höre jede Art von Musik und liebt sie. Aber Unterhaltungsmusik paßt nun mal besser
in Kneipen und Wohnzimmer. Die Kirche ist zum Gebet da, sie ist keine Mehrzweckhalle.
#21 LandorganistII 15:30:48 | Donnerstag, 28. August 2008
@Brandenburgis Beherzigen Sie das Wort des Psalmisten und gehen Sie nicht mit Dingen um, die Ihnen zu
hoch sind, Sie Simpel Sie! Begeben Sie sich in die nächste Musikschule und belegen Sie dort das Fach
„Musikalische Früherziehung“. Vielleicht kommen Sie dann noch in den Genuß wenigstens einer Erziehung!
#19 oleander75 15:29:09 | Donnerstag, 28. August 2008
Schlaues Kerlchen … Ich frag mich nur gerade warum manche Instrumente Kirchlicher sein sollen als andere?
was ist denn mit eigens komponierten Messen in denen ein Saxophon vorkommt? Und dass Gospels eindeutig
Kirchenlieder sind, ist ja wohl keine Frage – hm… womit begleite ich die denn am besten, wenn nicht
mit einem Klavier??? Fragen über Fragen…
#17 oleander75 15:24:16 | Donnerstag, 28. August 2008
@samurai Zumindest beweißt der Autor des Artikels, daß er von Jazz nicht die kleinste Ahnung hat, denn
ich überlege immer noch, wo beim Jazz die „große Trommel“ vorkommen soll. Doch, doch – die gibts schon –
als base-drum im Schlagzeug. Vermutlich fragt sich der Autor immer noch warum die so komisch am Boden
rumliegt.
#16 LandorganistII 15:24:12 | Donnerstag, 28. August 2008
@Samurai Ich muss Sie schon etwas verbessern: Zu Zeiten Mozarts gab es noch keine Harmoniums. Selbstverständlich
hat er auch für die Orgel komponiert, wenngleich wenig, da er es vorzog auf dem „König der Instrumenten“,
wie er sagte, lieber ausgiebig zu improvisieren. Aber lassen wir das, zurück in die Gosse zu unserem
Brandenburger…
#15 für die Kirche 15:24:08 | Donnerstag, 28. August 2008
@Samurai: warum keine Jazzmusik im Gottesdienst? Jazz paßt nicht in einen Gottesdienst, und zwar aus
demselben Grund, weshalb man bei einem Gartenfest keine Gregorianik spielt. Solange die Idee, in der Diskothek
Gregorianik (und zwar nicht die gepunschte wie von Pet shop Boy oder Sinead O’Connor, sondern die richtige,
von Mönchen gesungene) zu spielen den meisten Zeitgenossen als absurd vorkommt, wird die Idee, im Gottesdienst
Jazz oder Rock zu spielen, bloß eine Schnappsidee von manchen verhinderten Musikern unter den Kirchenangestellten
sein. Die Tragik ist nur, solche Schnappsidee wird nirgendswo in der Gesellschaft ernst genommen außer
in der Kirche. Wenn aber die Gregorianik in der Eckkneipe gespielt wird, bin ich durchaus bereit, einmal
Jazz im Gottesdienst hinzunehmen, aber nur einmal.
#14 Samurai 15:19:24 | Donnerstag, 28. August 2008
Tja, Landorganist,… das sind diese „Experten“, deren Vertreter seinerzeit den Jugendlichen deutlich
machten, sie sollten nicht diese „Hottentotten“- alternativ „Negermusik“ hören. Kirchengeschichtlich
ist es noch nicht lange her, daß über den Einsatz der Orgel in der Messe gestritten wurde – Mozart und
Co. haben nicht für die Orgel komponiert, sondern fürs Harmonium, die Kirchenorgel war damals sehr umstritten.
#13 LandorganistII 15:13:20 | Donnerstag, 28. August 2008
Es ist doch bekannt, dass unser Brandenburger ein Symphonieorchester nicht von einer Tanzkapelle unterscheiden
kann. Was nutzt die Diskussion. Da könnten wir gleich die Kuh des Nachbarn zur Sonntagspredigt auf die
Kanzel stellen.
#12 Samurai 15:10:22 | Donnerstag, 28. August 2008
Werter Brandenburger,… …unabhängig von der Frage nach der Instrumentierung im Gottesdienst ansich
geht es in diesem Artikel um den Jazz, und darum, wieso Jazz im Gottesdienst angeblich unpassend ist.
#11 Florianklaus 15:09:53 | Donnerstag, 28. August 2008
@ ich liebe jazz und höre in meiner freizeit fast keine andere musik. für mich ist diese musik, je nachdem,
anregend oder entspannend, auf jeden fall unterhaltend. daher ist diese nusik für den gottesdienst auch
gänzlich ungeeignet. dort soll sich die seele zu gott erheben und die musik soll sie dabei unterstützen.
insoweit halte ich es mit dem konzil (sacrosanctum concilium): gregorianik ist hierfür am besten geeignet.
@ oleander Zumindest beweißt der Autor des Artikels, daß er von Jazz nicht die kleinste Ahnung hat,
denn ich überlege immer noch, wo beim Jazz die „große Trommel“ vorkommen soll.
#8 oleander75 14:49:10 | Donnerstag, 28. August 2008
Negermusik „… stelln se sich da ma vor, da hamse bei uns in der Kirche Negermusik gespielt und sind
rumgesprungen wie die Affen…“ ja ja – Negermusik. Ein Neger ist ja auch nur bedingt Gottes Ebenbild,
weil Gott schon immer weiß war, da ist auch Musik aus anderen Kulturen schlecht – bä bä… Schade dass
die Kirche nicht im Mittelalter und nur in Europa stehen geblieben ist. Und Jesus hat beim letzten Abendmahl
einen grogorianischen Choral gesunden
Andreas Rau… Du hast recht. Jazz hat seinen Ursprung genau dort, wo auch Gospel herstammt, von den Baumwollfeldern
Georgias, wo die Sklaven ihre Sehnsucht nach Freiheit in zutiefst religiöse Lieder packte, die „große
Trommel“ hat in der Jazzinstrumenierung nichts verloren und gute Jazz-oder Gospelmessen sind wunderbar.
Ach noch etwas:’ Die Zeitgenossen des Herrn Bach haben sich damals über die für Gottesdienste unpassende
Musik beschwert.
#5 Andreas_Rau 13:41:24 | Donnerstag, 28. August 2008
und wer sagt… dass es nicht mal Zeiten gab, in denen das Singen der Lieder aus dem Gotteslob nicht auch
das Stirnrunzeln der „Offiziellen und wahren Kirche“ gefunden hätte. Ich glaube Musik ist wohl eher Geschmacksache.
Wichtig ist doch, dass es sich bei der Musik um Musik zur Ehre Gottes handelt – oder?
lieber Hw. Weingart Sie haben damit auch sehr viele Leute zu den Messzentren der der FSSPX geführt und
so – wenn auch ungewollt – der hl. Messer aller Zeiten einen großen Dienst erwiesen. Ein älterer Herr,
welcher zu Gründergeneration unserer Gemeinde zählt, berichtete mir mal sehr eindrucksvoll von diesen
Abschäulichkeiten, welche ihn letztendlich zu Erzbischof Lefebvre und seinem selenrettenden Werk führten:
„… stelln se sich da ma vor, da hamse bei uns in der Kirche Negermusik gespielt und sind rumgesprungen
wie die Affen…“
mein liebes Würzburg Dieser Käse war und ist wohl eher eine Ausnahmeerscheinung und so alt wie der hier
genannte Pfarrer sind wohl auch die Fans solcher Dödel-Veranstaltungen. Bitteschön „Jazz“ ??? Wer will
denn das hören, dann lieber die genannten Deichkind in der Kirche . Aber die Nordlichter sind wohl eher
evangelisch. Aber die Reaktion des Bischofs Stangl war doch typisch. Irgendwelche untergeordneten Kräfte
leiern irgendnen Dreck an und die Hirten haben Angst, sich mit jemandem schlecht zu stellen, wenn sie
rechtmäßig durchgreifen. Aber natürlich nur, wenn der Dreck möglichst liberal und geschmacklos ist,
bloß nicht zu katholisch, denn gegen das Katholische gibt es ja genug Schreihälse, denen sich der Bischof
anschließen kann.