14:19:30 | Freitag, 29. August 2008
Wo ein System nur noch der leeren Machterhaltung dient, gibt es ein letztes Mittel: die mit undiplomatischer Rücksichtslosigkeit gesagte Wahrheit.

Heilige Messe in Harare, der Hauptstadt Simbabwes
© Bilder: Kirche in Not(kreuz.net) In Simbabwe existieren zur Zeit zwei Probleme – eine schwere Hungersnot und die Schlägertruppen
der Regierungspartei von Präsident Robert Mugabe.
Das erklärte der Jesuitenpater Oskar Wermter (66)
vor dem internationalen Hilfswerk ‘Kirche in Not’. Der Geistliche ist seit 1971 in Simbabwe tätig.
Auch
die Polizei übt massive Gewalt gegen die Bevölkerung aus.
Der Hintergrund: Die Mehrheit der Bevölkerung
wünscht sich eine andere Regierung, und die Regierung hat Angst, die Macht zu verlieren.
Pater Wermter
war auch schon selber bedroht und mußte sich deshalb für drei Wochen aus seiner Pfarrei zurückziehen.

Jesuitenpater Oskar Wermter
© Bilder: Kirche in Not Es gäbe eine schnelle LösungSüdafrika könnte – so Pater Wermter – enormen Druck auf die Regierung
Mugabes ausüben, wenn es wollte:
„Simbabwe ist sehr von Südafrika abhängig, da es ein Binnenland ist.
Das Land bezieht von dort seinen Strom.“
Mugabe und seine Partei verstünden nichts anderes als massiven
Druck: „Aus diesem Grund nimmt Südafrika eine Schlüsselstellung zur Lösung der Probleme ein.“
Die
Führungs-Elite hat sich – so Pater Wermter – in den vergangenen Jahren enorm bereichert: „Sie glauben,
weil sie damals die Unabhängigkeit erkämpft haben, hätten sie auf ewig das Recht zu regieren.“
Präsident
Robert Mugabe ist katholischDie kirchliche Kritik am Regime sei entrüstet zurückgewiesen worden: „Mugabe
war entsetzt und versucht, die Kirche auf seine Seite zu ziehen. Nach außen mimt er den frommen Katholiken.“
Doch insgesamt ist die Kirche im Land gespalten: „Bei den jüngsten Ereignissen haben Katholiken auf
beiden Seiten gekämpft.“
Tödliche sexuelle BegierdenDrei Millionen Menschen aus Simbabwe sind nach
Südafrika geflüchtet: „In den Flüchtlingslagern haben wir es oft mit HIV-Infektionen, sexuellen Übergriffen
und menschlichem Notstand zu tun.“
Die Jesuiten in Simbabwe haben sich auf die Aufklärung und Verhütung
von AIDS spezialisiert: „Oft sind sich die Menschen selber der größte Feind. Sie wollen nicht wissen,
ob sie erkrankt sind.“
Es sterben noch immer viele Menschen an dieser Krankheit: „Ich selber habe schon
einige Mitarbeiter verloren.“
Oft müßten die Ehemänner aufgrund der sozialen Umbrüche weit weg von
der Familie ihrer Arbeit nachgehen: „Da kommt es nicht selten zu Untreue. Entweder finden die Männer
eine Freundin oder sie gehen zu Prostituierten.“
Dadurch würden die Männer und durch sie auch ihre
Ehefrauen infiziert:
„Durch den wirtschaftlichen Verfall können viele junge Leute gar nicht mehr heiraten,
weil sie es sich nicht mehr leisten können. Immer häufiger erleben wir eheähnliche Verbindungen, die
enormen Einfluß auf die Kultur von Ehen und Familie ausüben.“
Die Lage ist nach Ansicht des Jesuiten
so dramatisch, daß die Wahrheit mit undiplomatischer Rücksichtslosigkeit gesagt werden müsse: „Viele
Menschen wurden an der eigenen Regierungspropaganda trunken gemacht.“
„Heute ist es zu spät, nur leisezutreten
und diplomatisch zu sein.“
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#6
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#5
Amanda 00:20:55 | Samstag, 30. August 2008
#4
Colombe de la paix 00:16:09 | Samstag, 30. August 2008
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Aleph † 14:23:34 | Freitag, 29. August 2008
#1
clarissa colonia 14:22:54 | Freitag, 29. August 2008