Für die Protestanten sind liturgische Gegenstände profan. Für neugläubige Katholiken ist das in der Praxis auch so.
Die abgerissene Kirche Christus König auf dem Medienportal ‘Der Westen’.
(kreuz.net) Vor einigen Wochen wurden die Altäre der Christus-König Kirche im Gelsenkirchner Stadtteil
Buer im Internet verschachert. Der Verkauf ergab einen Erlös von je 30,50 Euro pro Altar.
Jetzt befaßt
sich das Bistum Essen mit der Aufklärung des Sachverhaltes. Das berichtete das Medienportal ‘Der Westen’
am 27. August.
Die Christus-König-Kirche wird gegenwärtig abgerissen.
In der vergangenen Woche erklärte
der Sprecher des Bistums Essen, daß der Verkauf der Altäre ohne Genehmigung des Bistums gegen das Kirchenrecht
verstoßen habe.
Wo das geschehe, werde zwangsläufig ein Verfahren eingeleitet – behauptete der Sprecher.
Mit Strafmaßnahmen ist aber nicht zu rechnen: „Manchmal gibt es Verfahren, die deswegen mit einem milden
Urteil enden, weil in dem Zusammenhang schon so viel anderes passiert ist, daß das für den Betroffenen
schon Strafe genug ist.“
Der Bistumssprecher spielte damit auf den Staub an, den der Vorfall mittlerweile
aufgewirbelt hat.
Er sieht die Sache auch positiv und begrüßt, daß dieses Ereignis „zum Nachdenken
darüber angeregt“ hat, wie mit Kircheninventar verfahren werden solle.
Lockerer sehen die Protestanten
den Umgang mit ausgedienten Gottesdienstgegenständen.
„Das wäre zunächst ein verwaltungstechnischer
Vorgang“ – erklärte Katharina Blätgen aus dem Öffentlichkeitsreferat der evangelischen Kirche Gelsenkirchen
und Wattenscheid vor ‘Der Westen’:
„Da liegt ja schon der Unterschied. Für die evangelische Kirche ist
ein Altar ein Tisch.“
Das Brot werde nicht dort angeblich „zum Leib Christi“ – sondern durch den eigenen
Glauben.
Dennoch sei ein Altar natürlich vielfach „mit Emotionen“ behaftet. Darum werde nicht gebrauchtes
Kircheninventar häufig an andere evangelische Kirchen übergeben.
In der ehemaligen DDR sei der Bedarf
groß: „Für uns ist es leichter, die Sachen unterzubringen. Auf der anderen Seite sind wir kirchenrechtlich
nicht dazu verpflichtet.“
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23 Lesermeinungen
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für die Kirche Das war doch nur ein saurer Hering gegen den im Beichtstuhlbar zugezogenen Kater. Auch
schon ein saurer Hering verursacht bei mir ein nicht wiedergutzumachendes schummriges Gefühl unten links
in der Magengegend… Es gibt besseres für mich!
Wer kauft einen Altar? Hier wird immer gleich das Schlimmste befürchtet. Auch, wenn genau das eintreten
könnte, ist nicht trotzdem die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass jemand den Altar gekauft hat,
der einen Altar auch als Altar verwenden will?
@Aleph: Ernüchterung für die Kirche: Ihr Postung ist ziemlich ernüchternd, wo ich Ihnen doch den Himmel
erschließen wollte, ehemals sakrale Dinge sinnvoll im banalen Alltag einzu setzen. Das war doch nur ein
saurer Hering gegen den im Beichtstuhlbar zugezogenen Kater.
Hier kann mal schön sehen… …was Christus meinte als er sagte, werft euer Heiliges nicht vor die Hunde
und eure Perlen nicht vor die Säue. Gibt man Heiliges preis, so stürzt sich die Rotte der Verdammten
sofort darauf um es zu entweihen. Ein Sakrileg sondergleichen das der Bischof von Essen so etwas zulässt.
Der Mann ist untragbar geworden als Priester Gottes, er muss weg.
für die Kirche @ petrusbinsfeldus für die Kirche: Ihr Postung ist ziemlich ernüchternd, wo ich Ihnen
doch den Himmel erschließen wollte, ehemals sakrale Dinge sinnvoll im banalen Alltag einzu setzen. Übrigens
der Roman „Gegen Alle“ von Joris-Karl Huysmans ist übrigens in unschuldige weiße Seide gebunden und
mit prätentiösen Goldschnitt versehen. Sehr hübsch. Der Roman steigert sich in der Darstellung der
Verwendungsmöglichkeiten von sakralen Dingen. Es ist ein einziger Höhenflug… petrusbinsfeldus Spitzen
ja. Aber es sollten schon die herrliche hageklöppelten Gardinenspitzen für Alben aus Brüssel. Stil
ist immer angebracht.
@Aleph: ästhetische Sammler Was Sie nicht sagen, Aleph! Barock-Beichtstühle als Privatbars, und das
mit dem Totenkopf auf der Tür ? Vielleicht als die Erinnerung an die Worte: „Ich beschloß in meinem
Herzen meinen Leib in Wein zu laben und mein Herz zu beschäftigen mit Weisheit […] Auch das ist Hauch
und haschen nach Wind (Kohelet 2,3 u. 26)“. Allerdings erweckt ein Beichtstuhl genug Melancholie, die
dann durch den aschließenden Wishky-Genuß noch gesteigert wird. Die Wiederverwendung von Weihrauchfaß
würde ich einen Atheisten aber abwarten: der Geruch wird ihm wohl möglich unangenehm werden. Es war
doch mal so: der Teufel mußte einen Priester aus der Hölle entlassen, da er zusehr nach Weihrauch roch
und Kopfschmerzen bei dem Höllenfürsten verursacht! Sich an der keuschen Schönheit der Muttergott zu
erfreuen und so das Herzen mindestens durch die Kunst zu erbauen, dagegen habe ich nichts. Anzügliche
Literatur kann man auch in dem Schutzumschlag von Landesverfassungsgesetz verstecken, so kommt auch keiner
auf die Idee, hineinzuschnüffel! Bei einem schönen vergoldeten Kasten kann man dessen nicht sicher sein,
daß der Gast doch mal neugierig wird. Harte Getränke füllt man in Medizinflaschen um! Und vielen Dank
für die Literaturempfehlung. Dorian Grey habe ich als junges Mädchen gelesen, habe mal Oscar Wilde gerne
gehabt. (ich habe auch als junges Mädchen die Lady Chatterley gelesen )
Petrusbinsfeldus Ja, ja an eine böse NOM-Pfarrei verschenken. Damit die Last der Versorgung verschwindet.
Sollen sich doch die bösen NOM-Leute herumplagen. Da waschen die Pius-Leute ihre Hände lieber in reinster
weißer Unschuld… o^/ o^/ o^/
Sehen Sie? Da gibt ein homosexueller Heide hier ununwunden zu, wozu er sakrale Gegenstände missbraucht
wenn er sie erstmal erworben hat. Im Grunde müsste der Bischof von Essen seinen Hut nehmen, der Mann
ist untragbar geworden.
Unangemessen Ich kann maich hier ausnahmsweise nur anschliessen, denn Objekte wie etwa Altäre sollten
nicht verkauft werden. Die Gefahr eines Missbrauchs (etwa im Rahmen einer satanischen Messe) ist zu groß.
Allerdings: Was macht denn eigentlich die Piussekte, wenn sie eine Kirche übernimmt, in der ein Zelebrationsaltar
steht. Wegwerfen weil er ja sowieso nicht gültig geweiht wurde? An eine böse NOM Pfarrei verschenken?
für die Kirche: Sakrale Gegenstände für den banalen Alltag Verwendung im profanen Sinn gibt es da schon.
Da müssen Sie keine Sorge haben. Stilbewusste Sammler waren vor Jahren häufig auf der Jagd nach Barock-Beichtstühlen,
die dann in den jeweiligen Etablissements zu würdig dreinblickenden Bars für Zwei umfunktioniert wurden.
Ein neogotisches Weihrauchfass ist ja auch eine besondere Zierde in der Lounge eines Atheisten und eine
Rokokomadonna in dessen Wohnküche ebenso, wo die gemütliche Eckbank Platz zum Aufstellen lässt. Engelsputten
kann man genüsslich um Kronleuchter lustwandeln lassen. Schließlich bietet sich der vergoldete Tabernakel
als geheimnisvoller Schrein für die etwas härteren Digestivs an und die kunstvoll gestaltete Gotik-Nische
als Aufbewahrungsort für freizügige Literatur wie Lady Chatterley, die man deshalb gern dort aufbewahrt,
damit niemand die Vorliebe des Hausherrn für herzhaft-sinnliche Schweinigelei entdecken kann. Ach für
die Kirche ich komme ins Schwärmen wozu doch die sakralen Gegenstände taugen können, um dem profanen
Alltag den gewissen Kick zu geben. Aber lesen Sie doch mal Oscar Wilde „Teleny“ oder „Dorian Grey“ und
Sie werden auch ins Schwärmen kommen. Als Lektüre empfiehlt sich auch der Roman Joris-Karl Huysmana
„Gegen Alle“ (erschienen im Haffmanns Verlag bei Zweitausendeins). Wetten dass Sie dabei ins Schwärmen
geraten…?
@Clarissa Colonia Ich schätze Ihre Statements durchaus, da sie auch immer mit viel Witz und Humor geschrieben
sind. Was die Hl. Dinge angeht, so scheint mir der Sachverhalt etwas differenzierter zu sein. Heilig ist
zunächst Gott in seiner unendlichen Größe und Herrlichkeit; aber – wie Sie zurecht bemerken – können
auch Personen „heilig“ genannt werden, die zB. Gott geweiht sind oder ihren Dienst im Heiligtum versehen.
Man kann auch durchaus von Hl. Dingen sprechen, und dies scheint mir kein Fetischismus zu sein. Sie finden
immer wieder Junkturen wie „heilige Geräte“, „heilige Gewänder“ etc. Sie sind deswegen heilig, weil
sie dem profanen Gebrauch entzogen sind und für den sakralen Gebrauch bestimmt sind. Im besonderen gilt
dies im kath. Bereich etwa für Hl. Gefäße, aber natürlich auch Altäre, weil die in Verbindung mit
der Hl. Eucharistie stehen bzw. sogar in unmittelbaren Kontakt mit Leib und Blut Christi treten. Natürlich
ist es ein analoger Gebrauch des Wortes „Heilig“, wenn ich Personen oder Dinge als heilig bezeichne, da
gebe ich Ihnen recht. Diese Verwendung ist quasi abgeleitet von der absoluten Heiligkeit Gottes. Ein Fetischismus
liegt aber nicht vor, wenn man in diesem Sinne von „Hl. Geräten“, „Hl. Gewändern“ etc. spricht.
@Aleph, @Elijahu Das stimmt. Durch die Zusammenlegung fallen viele solche Gegenstände aus dem Dienst.
Manchmal schaue ich mir in Antiquitätenläden um und sehe dort oft Kreuze (und auch ziemlich große)
im Angebot. Einen Flügelaltar hat ich auch mal im Angebot gesehen. Mich würde es sehr interessieren,
wer solche Gegenstände kauft.
Fakt ist: Man verschachert geweihte Gegenstände nicht für dreissig Silberlinge. Wer kauft sowas überhaupt?
Wer kauft einen geweihten Altar für 30 Euro? Was machen diese Leute dann damit? Gott im Himmel ich mag
es mir nicht ausmalen. Keine Achtung mehr vor dem Heiligsten zu haben, das zeichnet die Masse der Priester
heute aus. Da wird alles zu Geld gemacht was noch mal ein paar Pfennige einbringt. Der aufwendige Lebensstil
den unsere Pfaffen führen muss ja auch irgendwie finanziert werden, nicht wahr? Da werden dann auch schon
mal geweihte Altäre für nen Appel und nen Ei an die Heiden verschachert. Der Rubel muss ja rollen. Bei
Gott, ich würde mit der Axt dazwischengehen wenn ich sowas sehen würde.
für die Kirche Verbrennen ist auch immer eine würdige Form, um geweihte Gegenstände fortzubringen.
Es kommt naütlich immer auf den Altar an. Manchmal lässt er sich auch noch anderswo aufstellen, wobei
zu berücksichtigen ist, dass das Angebot der Messen durch Pfarreienzusammenlegung allenthalben rapide
abgenommen hat, so dass nicht überall unbedingt auch ein Altar aufgestellt werden müsste.
Heilig „Meiner begrenzten Kenntnis zufolge kennt aber die christliche Religion und Theologie kein „heiliges
Ding“, denn das wäre ein heidnischer Fetisch. „ Was meinen Sie denn warum geweihte Utensilien verbrannt
und dann zu Weihwasser verarbeitet werden? Christus selbst sagte dass die Altäre die von Priestern benutzt
werden heilig sind: Mt 17 „18 Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer
aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. 19 Ihr Blinden!
Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? 20 Wer beim Altar schwört,
der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt.“ Es gibt auch heilige Berge, heiligen Grund und
Boden, und die heilige Bundeslade die laut Schrift jeden umbrachte der sich in ungeweihtem Zustand auch
nur in ihre Nähe begab. Heilig bedeutet auf Gegenstände bezogen: dem profanen Gebrauch entzogen.
@Aleph: zunächst Schöne Grüße! und zum Altar: da haben Sie einerseits Recht, daß man Gegenstände
nicht vergötzen darf, andererseits liegt das Problem nicht an der Entfernung des Altars, sondern der
Zweckentfremdung. Habe mal einen Artikel gelesen, welcher beschreibt, wie man geweihte Gegenstände zu
handhaben hat. Eine schlechtgewordene Hostie spült man z.B. ins Wasser, und geweihte Gegenstände soll
zerlegt und verbrannt und in der Erde begraben werden, wenn sie ihren Dienst nicht mehr tun. wie man jedoch
einen so großen Gegenstand wie Altar behandeln soll, weiß ich nicht genau.
Würde durch Weihe und Messe Wenn an einem Altar nicht zelebriert wird, zu was soll er dann dienen. Durch
das Zelebrieren der Messe erhält der Altar nach der vorausgegangenen Weihe seine eigentliche Würde.
Deshalb hat er aber keinen Wert an sich. Das wäre nämlich Vergötzung. Da spielt es keine Rolle ob der
Altar ein Holztisch ist, ein Bronzeblock, ein Glaskubus, ein marmorierter Sandstein oder eine schmale
Kredenz vor einem übermächtigen Altaraufbau.
Wer in den christlichen Glauben, werte vox rationis, „heilige Dinge“ einzuführen beabsichtigt, eingeführt
hat oder einführt, läßt damit sicher indiziell den Schluß auf mangelnde dogmatische Kenntnisse zu;
spontan würde ich dazu zuerst einmal die porneiai tou hierou assoziieren, deren Hingabe allein tä latreia
gilt.
@Clarissa von wegen heidnischer fetisch, ich habe den Eindruck, dass ein großer Teil der sich hier herumtreibenden
angeblichen Christen nichts weiter sind als getaufte Fetischisten.
Meiner begrenzten Kenntnis zufolge kennt aber die christliche Religion und Theologie (auch in der katholischen
Variante) kein „heiliges Ding“, denn das wäre ein (heidnischer) Fetisch. Heiligkeit im eigentlichen Sinne
ist Personen vorbehalten. Bei „Heiligen Orten“ resp. „Zeiten“ handelt es sich um einen übertragenen,
bestenfalls analogen Sprachgebrauch. Auch eine ara (oder deren hohe Version als alta ara) ist kein „heiliges
Ding“. Das Gewese, das hier um zwei arae gemacht wird erinnert doch stark an den Tanz eines bestimmten
Volkes um einen edelmetallischen gehörnten Paarhufer!
Was für ein Trauerspiel 30 Euro für einen Altar? Hat Judas Ischariot den Messias nicht auch für 30
Silberlinge verraten und verkauft? Ich möchte gar nicht wissen welche Freimaurersekten diese Altäre
jetzt für ihre satanistischen Rituale entweihen. Ist das Bistum Essen nicht dasjenige Bistum das finanziell
völlig am Ende ist? Da wird sich wohl auch in Zukunft nichts dran ändern wenn man meint man könnte
den lieben Gott ungestraft so vor den Kopf stossen.
Bißchen spät Jetzt befaßt sich das Bistum Essen mit der Aufklärung des Sachverhaltes. Das berichtete
das Medienportal ‘Der Westen’ am 27. August. Warum befasst sich das Bistum Essen erst jetzt mit der Aufklärung
des Sachverhaltes, nachdem die Abrissarbeiten schon begonnen haben? Bißchen spät, wa?